Bewusstseinserweiterung durch meditatives Wandern

Unsere moderne Gesellschaft verliert immer mehr die Beziehung zur Natur. Durch das täglich Fernsehen, Filme, Sport und Werbung schauen, werden viele Menschen abgestumpft. Das Gehirn verkümmert auch, wenn man sich mit lauter Musik, Computerspielen, Internet, Pornografie uvm. gehen lässt. Man bekommt eine negative Programmierung oder Gehirnwäsche, wenn wir unser Gehirn mit disharmonischen Klängen, Bildern, Eindrücken und Reizen der Unterhaltungsindustrie vollstopfen. So bleibt der Mensch immer mehr materiebezogen in einer Bewusstseinsenge.

Ein Mann und eine Frau erweitern ihr Bewusstsein durch meditatives Wandern

Laufen ist gut fürs Gehirn

Zahlreiche Studien zeigen, dass Menschen die wandern, laufen oder spazieren gehen, fitter, konzentrierter und kreativer sind und  bessere Entscheidungen treffen. Bewegung hat eine positive Wirkung auf unseren Gemütszustand und Laufen macht nicht nur glücklicher, sondern auch klüger, verbessert die Fähigkeit zu denken, Probleme zu lösen und kreative Ideen zu entwickeln.

Andere Studien zeigen, dass Bewegung in der Natur vielen Krankheitsbildern positiv entgegenwirkt:

  • Bessert Herz- und Kreislaufprobleme.
  • Senkt Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte.
  • Hilft bei Krebs und Tumorerkrankungen.
  • Stärkt das Immunsystem.
  • Hilft bei Depressionen, Burnout, Parkinson, Demenz, Alzheimer, Epilepsie und psychische Krankheiten.
  • Diabetes: Normalisierung der Blutzuckerwerte und Reduktion von Komplikationen.
  • Wirkt positiv bei Kopfschmerzen, Migräne, Rückenschmerzen, Übergewicht.
  • Lindert Schmerzen durch die vermehrte Produktion von Endorphinen, Glückshormonen.

»Körperliche Aktivität normalisiert nicht nur die biochemischen Kreisläufe und Körperfunktionen, sondern lässt in Organen und im Gewebe neue Zellen heranwachsen: Der Körper macht selbst eine Stammzelltherapie!«

Gesteigerte Kreativität und Konzentrationsfähigkeit: Viele Manager, Musiker und Künstler empfangen die besten Ideen während des Laufens. Durch tägliche Spaziergänge und Wandern bekommen wir Impulse, Ideen und Inspiration für das Leben und für unseren Job.

Man sieht Beine laufen, denn Laufen macht klug

Die Natur „mit anderen Augen“ erleben und die Musik der Natur hören

Intuitiv spüren viele Menschen, wie wichtig die Natur für die Gesundheit ist. Den Kontakt mit der Natur pflegen, übt eine positive Wirkung auf den Menschen aus: Spazierengehen im Wald, am Strand, Schwimmen im Meer oder Wandern im Gebirge.

»In der Natur zu sein und sie mit allen Sinnen zu erleben, die Geräusche, die Gerüche, die Aussicht in die Weite, mindert Stress, lindert Depressionen, lässt Spannungen abbauen.«

Außerdem hilf es uns auch, uns fürsorglicher und weniger aggressiv zu verhalten und besser mit Problemen umzugehen. Beim Wandern oder Spaziergehen kann man bewusst der Musik der Natur lauschen oder sie fühlen, z. B. Vogelgesang, den Wind, den Regen, die Geräusche der Bäume und Pflanzen, oder des Wassers - Fluss, Wasserfall, Meer, Strand.

Anthropologen der Uni Aberdeen haben in einer Studie festgestellt, dass der Gesang der Vögel unseren Körper Gute-Laune-Hormone ausschütten lässt und ihn gleichzeitig beruhigt. Vogelgesang beeinflusst uns exakt so wie Musik. Er hilft uns, glücklich zu sein, hat Zugriff auf unsere Gefühle, sogar auf unsere Selbstheilungskräfte.

Eine Amsel singt auf einem Baum

beim Wandern die Ruhe und die Heilkräfte der Natur aufnehmen

Um sich besser verinnerlichen zu können, ist zu empfehlen, allein zu wandern oder mit der begleitenden Person wenig zu sprechen. Um die Gedankenruhe anzustreben, können Sie ein kleines Heft mitnehmen, um positive Ideen oder Erkenntnisse über störende Gedanken zu notieren. Allein das sich Aufhalten oder durch die Natur gehen, vermittelt uns Ruhe. Alles können wir bewusst aufnehmen durch die stille Betrachtung. Anschließend können wir zulassen und es praktisch erfahren, dass diese Kräfte der Harmonie, Ruhe, Stille der Natur uns durchdringen.

Wir können mit der Atmung die Heilkräfte der Natur aufnehmen. Diese Odkräfte aus dem Kosmos sind sehr aktiv am frühen Morgen. Sie haften verstärkt an Bäumen, vor allem an Nadelbäumen, aber auch am Gras, den Blumen und Kräutern in den Wiesen, an Sträuchern. Die Odkräfte - Ätherkräfte - haben eine Heilwirkung sowohl für den Körper als auch für die Seele. Die heilenden Ätherkräfte der Natur können wir wie folgt aufnehmen: Wir stellen uns beim Einatmen vor, dass wir die Ätherkräfte der Natur in uns aufnehmen, beim Ausatmen senden wir dann, ebenfalls in unserer Vorstellung, aus unserem Herzen der Pflanzenwelt mit Dankbarkeit und Liebe einen Wärmestrahl zu.

Bäume, Blumen, alle Pflanzen freuen sich, wenn wir sie achten und schätzen. Sie senden uns feine Ströme der Liebe zu, und manchmal beginnen sie, aus Freude und als Begrüßung, sich sanft zu bewegen. Eine „gebende Haltung“ in der Natur einzunehmen, vermittelt uns das Gefühl der Einheit mit allen Lebensformen.

»Die Natur ist Inspirationsquelle und schenkt uns Ruhe, Entspannung, Intuition, Heilkräfte und Liebe.«

Blätter eines Baumes werden von der Sonne beschienen

Intuitiver werden - die Alleinheit trainieren

Der Weg der geistigen Evolution beinhaltet u. a. die Bewusstseinserweiterung. Meditatives Wandern und Spaziergänge in der Natur helfen uns dabei.

»Meditatives Wandern bedeutet, sich als einen Teil der Natur zu fühlen und die Gott- und Naturverbundenheit zu üben.«

Sinn des Lebens ist, u. a. die All-Einheit mit allen Menschen, Tieren, Pflanzen, Mineralien, mit der Schöpferkraft und dem Universum zu erlangen.

  • „Die Essenz der Pflanzen ist ein Teil von mir.“
  • „Die Essenz der Steine ist ein Teil von mir.“
  • „Die Essenz der Tiere ist ein Teil von mir.“

Die Tiere tragen den Frieden in sich. Eine Freundschaft und Herzensverbindung mit Tieren vermittelt uns inneren Frieden und Freude. Es ist eine Sehnsucht unserer Seele. Wir können uns mit den Tieren verbinden, oder mit sanften gesprochenen Worten sie begrüßen und sie als unsere Geschwister sehen.

Ein gutes Vorbild für diese Gott- und Naturverbundenheit war der Mystiker und Vegetarier Franz von Assisi (1181-1226):

»Unsere bescheidenen Brüder nicht zu verletzen, ist unsere erste Pflicht ihnen gegenüber. Dies reicht aber nicht aus. Wir haben eine höhere Mission – ihnen zu dienen, wann immer sie es benötigen.«

»Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir, alle Geschöpfe der Erde streben nach Glück wie wir, alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir, also sind sie uns gleichgestellte Werke des allmächtigen Schöpfers.«

»Gott wünscht, dass wir den Tieren beistehen, wenn sie der Hilfe bedürfen.«

Meditatives Wandern ist auch eine gebende Tätigkeit: Mit dem Herzchakra, dem 4. Bewusstseinszentrum oder Christuszentrum, beim Ausatmen uns öfters vorstellen, dass ein Wärmestrahl von uns zu anderen Menschen und Lebensformen fließt. Das ist segnen oder Liebe senden.

»Mit einer bewussten und tiefen Atmung, verbinden wir uns mit der Schöpferkraft und dem Rhythmus des Universums.«

»Meditatives Wandern, bedeutet, sich in Liebe mit allen Lebensformen verbinden.«

Eine Frau erfährt Glück durch meditatives Wandern

Dankbarkeit - ein Dialog mit Gott

Ähnlich wie viele Naturvölker, können wir uns in Dankbarkeit mit der Mutter Erde verbinden: Sie ist durch die Pflanzenwelt unsere Ernährerin.

  • Wir können Dankbarkeitswanderungen machen, um für alles zu danken, Gottverbundenheit üben in dem Bewusstsein, Gott ist allgegenwärtig: Gott, die Kraft der Liebe, das Leben, ist in uns und in allem.
  • Wir können uns mit der Schöpferkraft - dem Leben, Gott - verbinden, die uns ein Gefühl der Einheit mit dem Universum spüren lässt.
  • Wir können während eines Spaziergangs oder Meditativen Wanderns „Gespräche mit Gott“ in Gedanken oder mit gesprochenen Worten führen. Wie mit einem unsichtbaren Freund oder Vater, mit dem wir alles besprechen können. Was uns belastet dürfen wir Ihm übergeben und um Seine Führung bitten.
  • Wir können auch mehrmals die Hingabe an Gott, in Gedanken oder in gesprochenen Worten üben.

Das ist eine Bereicherung für den Aufenthalt in der Natur, denn sie weckt feine Gefühle des Glücks, Einheit und Geborgenheit.

Gotteserfahrungen

Viele Menschen beten zu Gott, aber trotzdem ist für sie Gott etwas Abstraktes und Fernes. Gotteserfahrungen sind nichts Magisches oder Gewaltiges. Es können feine „Begegnungen“ in der Natur und im täglichen Leben sein. Wenn man sich mit offenen oder mit geschlossenen Augen in der Natur mit Gott verbindet, kann es vorkommen, dass sich plötzlich ein Tier, z. B. ein Fuchs oder ein Eichhörnchen nähert, in wenigen Metern Entfernung stehen bleibt und uns ohne Angst betrachtet.

Es kann auch eine Gotteserfahrung sein, wenn sich uns ein Vogel plötzlich nähert und laut zu singen beginnt, oder wenn uns ein Vogel auf einer kurzen Wanderstrecke mit lebensfrohem Gesang begleitet. Man hat das Gefühl, dass dies kein Zufall war. Die höhere Macht - Gott, die Schöpferkraft - hat uns durch diese Begegnungen berührt.

Man kann auch Gotteserfahrungen erleben durch eine bewusste Wahrnehmung der Musik der Natur, durch ihre Elemente: Eine sanfte Brise, die unser Gesicht berührt, die Melodie des Windes, das Musikspiel der Blätter, der Bäume, die Musik von Regentropfen, eines Wasserfalls, eines Flusses, von Wellen am Meer uvm.

Gott - die Schöpferkraft, der Geist der Liebe - kann uns nicht nur durch die „Musik der Natur“ berühren, sondern auch durch die Stille, die Ruhe, die Harmonie, die uns eine bewusste Wahrnehmung einer Stimmung der Natur vermittelt, z. B. eine schöne Landschaft, eine Wiese, ein Wald, ein Berg, Wolken, ein See, einen Regenbogen, ein Sonnenauf- bzw. -untergang, ein Sternenhimmel, die Farben und Formen der Natur uvm.

Nicht nur in der Natur können wir Gotteserfahrungen machen, sondern in allem, was wir täglich erleben, z. B. durch ein gutes, schmackhaftes Essen, eine warme Dusche, eine entspannte Autofahrt, eine schöne Musik, einen Telefonanruf oder ein Gespräch, die uns helfen, die Lösung eines Problems zu finden.

Durch einfache Erlebnisse des Tages, wenn wir sie bewusst wahrnehmen, erleben wir „Gotteserfahrungen“:

  • Bäume oder Pflanzen, die uns zu „begrüßen“ scheinen; Blätter, die sich zu bewegen beginnen, wenn wir an ihnen vorbei gehen.
  • Wolken, die sich „öffnen“ und die Sonnenstrahlen hindurch leuchten lassen.
  • Ein Schmetterling, der ganz nahe an uns heran fliegt und evtl. auf unserer Hand landet.
  • Eine Katze, ein Hund, ein Pferd, die ganz nahe an uns heran kommen und uns begrüßen.
  • Die Freude über den Anblick seltener Tiere, z. B. Hirsche, Wildschweine, Schlangen, Lichtkäfer, Fische im Wasser.
  • Der Mond, der den Waldweg in der Nacht beleuchtet.
  • Die Sterne, die uns ein Gefühl der Weite geben.

»Die Natur hilft uns, ruhiger zu werden und unsere Gedanken besser zu kontrollieren: In der Stille und in der Ruhe können wir die Impulse von Gott besser wahrnehmen.«

Der Experte dahinter

Jordi Campos

Seit seinem Medizinstudium zieht sich das Interesse des Arztes Jordi Campos an der Ursachenforschung und den seelischen Hintergründen von Krankheiten wie ein roter Faden durch sein Leben.