Aromatherapie: Düfte mit besonderer Wirkung

Ätherische Öle sind seit langem ein bekanntes Mittel der Aromatherapie. Schon vor vielen Jahren wusste man über ihre Kraft Bescheid und bis heute kommen sie in zahlreichen Bereichen zur Anwendung. Egal, ob über Inhalation, die Haut oder eine andere Form der Behandlung - schon ein paar Tropfen eines ätherischen Öls wirkt auf unseren Körper und Geist. Diese Unkompliziertheit macht die Aromatherapie auch so beliebt. Wir haben uns näher angesehen, welche Pflanzen sich für die Aromatherapie eignen, welche Düfte wie wirken und wie du sie am besten einsetzt.

Duftlampe mit ätherischen Ölen

Was ist Aromatherapie eigentlich?

Aromatherapie beschreibt die heilende und wohltuende Wirkung, die Pflanzen beziehungsweise Pflanzenteile, auf Mensch und Tier haben. Dabei wirken sie nicht nur auf das Wohlbefinden, sondern haben oftmals auch einen Einfluss auf gesundheitliche Probleme. Ihnen wird eine heilende Wirkung zugeschrieben und sie spielen eine große Rolle in der alternativen Medizin. Trotzdem können sie bei Krankheiten oder Verletzungen eine medizinische Behandlung natürlich nicht ersetzen. 

Die klassische Aromatherapie ist ebenfalls Teil der Phytotherapie, also der Heilkunde der Pflanzen. Die naturreinen ätherischen Öle aktivieren unsere Selbstheilungskräfte und stärken unser Immunsystem.

Wie können die Düfte der Aromatherapie angewandt werden?

Heutzutage finden die Duftöle bereits vielerorts Anwendung. So auch bei Marina Ellegast von Zum Wohle des Ganzen, die über die Wirkung eines jeden Öls Bescheid weiß. Warum sie so sehr auf die Duftöle schwört? Sie ist einfach von der Ganzheitlichkeit der pflanzlichen Wirkung überzeugt. Nicht nur auf den Körper haben die paar Tropfen Öl einen Einfluss. Auch unser Geist und unser Wohlbefinden profitiert davon. Auch die Einfachheit, mit der sich die Aromatherapie in unseren Alltag integrieren lässt, ist ein großer Vorteil. Wie simpel das in der Praxis wirklich geht, ist nur den wenigsten bewusst:

  • Statt Parfum kann man einfach ein natürliches Pflanzenöl auftragen. Es riecht ebenfalls gut und wirkt ganzheitlich auf Geist und Körper.
  • auch die Hausapotheke ist ein guter Platz für ätherische Öle
  • als Zusatz im Badewasser wirken die Öle ebenfalls sehr intensiv
  • zur Massage direkt auf den Körper auftragen
  • Auch in der Küche können ätherische Öle unseren Speisen eine ganz besondere Note verleihen.

Was dabei jedoch zu beachten ist, ist die jeweilige Wirkung. Manche Öle sollte man nicht benutzen wenn an schwanger ist, an bestimmten Krankheiten leidet oder bestimmte Medikamente nehmen muss. Auch bei älteren Menschen oder Kindern ist darauf zu achten, sich für die richtigen Öle zu entscheiden.

Welche Öle und Düfte wirken wie?

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an naturreinen Ölen auf dem Markt. Auch wenn man auf eine gute Qualität achtet und nur hochwertige Öle kauft, steht einem immer noch eine große Auswahl zur Verfügung. Die Aromatherapie ist in der Lage, das richtige Öl gezielt anzuwenden, sodass damit genau die erwünschte Wirkung auf uns erzielt werden kann. Welche Öle sollte man für welche Anwendungen zu Hause haben? Welche Öle wie wirken und wann sie anzuwenden sind, haben wir uns genauer angesehen.

  • Allroundöle: Sie umfassen ein besonders breites Wirkungsspektrum, da sie ausgewogen zusammengesetzt sind. Daher sind sie universell einsatzbar, wirken stärkend, beruhigend, antiseptisch, desinfizierend und wundheilend wie beispielsweise Lavendel, Bergamottminze, Teebaum.
     
  • Zitrusdüfte: Sie sind aufheiternd, konzentrationsfördernd, antiseptisch, desinfizierend, immunsystem-stärkend und fiebersenkend wie beispielsweise Zitrone, Grapefruit und Mandarine. Zitrusöle sind photosensitiv, weshalb man sie nicht in der Sonne auf die Haut auftragen sollte.
     
  • Nadelöle: Sie sind ebenfalls antiseptisch, desinfizierend. Außerdem stärken sie das Immunsystem, sind entzündungshemmend, konzentrationsfördernd, durchblutungsfördernd und schleimlösend. Nadelöle sind Tanne, Latschenkiefer, Weißtanne, Fichte und Pinie.
     
  • Blumige Düfte: Sie sind ausgleichend, sinnlich, beruhigend, antiseptisch, hautpflegend wie Rose, Jasmin, Ylang Ylang, Palmarosa, Neroli und römische Kamille.
     
  • Eukalyptusartig, frische Düfte: Sie sind stark schleimlösend, auswurffördernd, antiseptisch, desinfizierend, schmerzstillend, insektenvertreibend, konzentrationsfördernd wie Eucalyptus, Cajeput und Ravintsara.
     
  • Kräuterige Düfte: antiseptisch, durchblutungsfördernd, kräftigend, stimulierend, schmerzlindernd und wundheilend wie Rosmarin, Thymian und Pfefferminze.
     
  • Holzige und erdige Öle: antiseptisch, hautpflegend, erdend, ausgleichend, zentrierend und angstlösend wie Zedernholz, Sandelholz, Vetiver und Patchouli.
     
  • Harzige, balsamische Düfte: sind beruhigend, zentrierend, entzündungshemmend, schleimlösend, schmerzlindernd und heilend wie Weihrauch, Myrrhe und Benzoe.

Die Tropfen welchen Öles bei konkreten Beschwerden zum Einsatz kommen sollten und welches Öl in der hauseigenen Apotheke keinesfalls fehlen dürfen, hängt ganz davon ab, welche Wirkung man erzielen möchte. Daher vielleicht einfach fünf bis zehn Öle mit verschiedenen Wirkungen auswählen. Das sollte für die Grundausstattung zur Aromatherapie reichen.

Thymianöl – ein Öl, sieben verschiedene Chemotypen

Etwas ganz Besonderes ist das Thymianöl. Thymian ist eine schon seit den alten Griechen bekannte Arzneipflanze. Seine vielen verschiedenen Sorten unterscheiden sich jedoch sehr stark. Sowohl im Geruch, im Aussehen als auch in der Wirkung gibt es bei den über 300 verschiedenen Thymiansorten große Unterschiede. Eingeteilt werden diese nach den sogenannten Chemotypen. Darunter versteht man die Zusammensetzung der ätherischen Öle.

Die sieben Chemotypen sind:

  • Caravarol
  • 1,8-Cineol
  • Geraniol
  • Linalool
  • Terpineol
  • Thymol
  • trans-Thuyanol-4-terpineol-4
Gefäße mit Pflanzen darin

Was sind ätherische Öle eigentlich?

Ätherische Öle werden oft auch als Duftöle bezeichnet. Jedoch muss man hier zwischen reinen ätherischen Ölen und chemisch hergestellten Ölen, welche keinen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit haben, unterscheiden. Bei ätherischen Ölen handelt es sich um leicht verdunstende Öle. Daher kommt auch der Begriff: ätherisch bedeutet übersetzt leicht flüchtig. Jedes Öl hat einen für sich ganz signifikanten Duft. Sie werden rein pflanzlich hergestellt, die meisten über die Destillation mit Wasserdampf. 

Aufgrund ihrer Beschaffenheit gelangen die Öle leicht durch den Zellmembran und so können schon einige Tropfen Öl in geringer Dosierung einen Effekt auf uns haben. Wir nehmen sie sowohl über Nasen- und Bronchienschleimhaut auf, sowie über die Haut selbst. Von dort gelangen sie dann über das Blut in die Organe. Sie haben eine Wirkung auf unser zentrales Nervensystem und können sowohl beruhigend als auch anregen wirken. Beim Umgang mit reinen ätherischen Ölen sollte man daher sehr sorgfältig umgehen. Bei Kleinkindern etwa sollte das Öl immer mit einem fetten Öl verdünnt werden. Der Duft der Öle weckt in uns oftmals Erinnerungen und Emotionen, welche ebenfalls in der Lage sind unsere Körperfunktionen zu beeinflussen.

Wie kam Aromatherapie zu uns?

Bereits vor vielen Jahren wusste man über die Wirkung ätherischer Öle Bescheid. Bereits in einem 5000 Jahre alten Grab wurde ein Destillationsgerät aus Ton gefunden. Das beweist, dass schon damals ätherische Öle aus Kräutern hergestellt wurden. Zu ihrem heutigen Namen kam die Therapieform durch René-Maurice Gattefossé, denn die erstmalige Nennung des Begriffs Aromatherapie erfolgte als Buchtitel des Chemikers René-Maurice Gattefossé. In diesem hat er 1936 seine Kenntnisse über Pflanzen und deren Essenzen zusammengefasst.

Der Experte dahinter

Ellegast Martina

"Was bringt mein Herz zum Singen?“, diese Frage ist für Martina Ellegast, Inhaberin vom Zentrum zum Wohle des Ganzen in Niederösterreich, wie ein innerer Kompass.