Ayurveda: Bald auch in Deutschland Standard?

In Indien wird sie schon seit Jahrtausenden praktiziert, in Deutschland und Europa hingegen entdeckt man erst in den letzten Jahren sein Potenzial. Die Rede ist von der Kunst des Ayurveda, der altindischen Heilbehandlung. Bei einem Zusammentreffen von Experten rund um Ebba-Karina Sander diskutierten die Teilnehmer auf Einladung des indischen Botschafters in Berlin, wie man Ayurveda in das deutsche Gesundheitssystem implementieren könnte. Mehr über die Gespräche lesen Sie hier!

Dr. Madan Thangavelu, Ebba-Karina Sander und Elmar Stapelfeldt stehen nebeneinander

Ayurveda im deutschen Gesundheitswesen verankern

Schon im Oktober 2016 war die Implementierung von Ayurveda in Deutschland beim Ayurveda-Kongress in Koblenz Hauptthema. Laut Ebba-Karina Sander tritt man nämlich auch in hierzulande der altindischen Heilbehandlung aufgeschlossen gegenüber. Die indische Regierung unterstützt daher aktiv die Bemühungen, Ayurveda auch im deutschen Gesundheitswesen zu verankern. Aus gegebenem Anlass wurden Ende Jänner 2017 dreißig ExpertInnen rund um Ebba-Karina Sander in die Indische Botschaft nach Berlin eingeladen. Die Fachleute erarbeiteten in einem Workshop eine Strategie, wie eine Verwurzelung von Ayurveda in Deutschland aussehen könnte. Ebba-Karina Sander veranschaulichte mit ihrem Referat, wie das deutsche Gesundheitswesen zurzeit beschaffen ist und würdigte die Verdienste und den hohen Standard der europäischen Akutmedizin. Die Expertin machte aber auch auf erhebliche Lücken bei der Versorgung chronischer Erkrankungen aufmerksam. Sie verwies darauf, dass die Ayurveda-Medizin eine sehr gute Möglichkeit sei, um diese Lücken zu schließen.

Ayurveda Utensilien wie Wickel, Öl und Gewürze stehen auf einem Tisch

Ernährung, Bewegung und spezielle Anwendungen als Erfolgsgarant

In Sachen Gesundheit könnte die traditionelle indische Heilmethode mit ihren umfassenden Konzepten gute Erfolge verzeichnen, meint Gesundheitsexpertin Ebba-Karina Sander. Der entscheidende Unterschied zur westlichen Medizin sei, dass jede Behandlung typgerecht und individuell unterschiedlich sei, anders als bei uns in den allgemeingültigen Leitlinien für jedermann. Noch sei es ein Problem, dass das medizinische Ayurveda-Angebot in Deutschland den Bedarf nicht deckt und durch den hohen Personal- und Materialeinsatz daher auch teuer sei. Daher können sich bisher eher gut Betuchte diese wunderbare Heilmethode ermöglichen. Neue Studien und bereits vorliegende Expertisen belegen den Krankenkassen die Wirksamkeit ayurvedischer Behandlungen und könnten damit zukünftig einem größeren Teil der Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Insbesondere bei folgenden Erkrankungen verzeichnet Ayurveda überzeugende Erfolge:

  • degenerative Erkrankungen wie Arthrose, Arthritis, Knie- und Rückenschmerzen
  • Hauterkrankungen, insbesondere Neurodermitis und Psoriasis
  • Sekundärprävention bei familiärer Disposition und Nachsorge bei Krebs-Erkrankungen 
  • Formen von Diabetes
  • Psychosomatische Erkrankungen wie Burn-out
Eine Frau bekommt eine ayurvedische Gesichtsbehandlung

Weitere Gespräche für März 2017 geplant

Ebba-Karina Sander ist nicht nur mit ihrem Referat bei dem Zusammentreffen in der Indischen Botschaft in Berlin auf großen Zuspruch gestoßen. Auch das Ayurveda-Zentrum in Bad Bocklet mit seinen indischen Ärzten und indischen Fachtherapeuten wurde in den höchsten Tönen gelobt. Für Ende März 2017 ist daher eine weitere Arbeitssitzung dieses Workshops angedacht, um Ayurveda eines Tages auch im Akutkrankenhaus, in der Reha sowie ambulant zu verankern.

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.

Der Experte dahinter
Ebba-Karina Sander von Ayurveda4u

Sander Ebba-Karina

Ebba-Karina Sander ist Geschäftsführerin des Ayurveda-Gesundheitszentrum Deutschland. 2014 holte sie gemeinsam mit Wolfgang Back die alternative Heilmethode Ayurveda nach Deutschland.