Warum es Sinn macht, sich bei der künstlichen Befruchtung seelisch-emotional begleiten zu lassen

Der Weg in die Kinderwunschklinik ist in vielen Fällen mit der letzten Hoffnung verbunden und oft sind viele Rückschläge vorangegangen. Die Leichtigkeit bei der Entscheidung ein Kind zu bekommen, die erste Aufregung den Eisprung festzustellen, der Gang zum Gynäkologen, das Einnehmen von Folsäure, alles noch in der Aufregung, bald Eltern zu sein. Dann zahlreiche Untersuchungen, Hoffnungen, vielleicht sogar positive Schwangerschaftstests, die dann aber in einer Fehlgeburt geendet haben. Viele Tränen, Enttäuschungen, oft ist auch die Beziehung schon angespannt. Dann der erste Termin in der Kinderwunschklinik, der oft mit vielen Statistiken, weiteren Untersuchungen und Aufregungen verbunden ist.

Eine Frau hält einen Schwangerschaftstest

Unerfüllter Kinderwunsch – Herausforderung auf allen Ebenen

Was an diesem Punkt den Frauen oft noch nicht klar ist: Es ist nicht nur eine körperliche Herausforderung aufgrund der vielfältigen Medikationen, sondern auch eine seelische, zeitliche und finanzielle. Da die Behandlung von der Ärzteschaft ausgeführt wird und diese die Experten des „Schwangerwerdens“ sind, fühlen sich betroffene Frauen oft einflusslos oder auch getrennt von der Vorgangsweise. Manchen Frauen wird auch ganz besonders bewusst, dass alles an ihrem Körper hängt, von ihrem Körper abhängt und fühlen sich komplett alleine verantwortlich für den Ausgang. Neben den zahlreichen Terminen in der Kinderwunschklinik, die einiger Koordination bedürfen, gilt es, auch noch ein Leben zu leben. Ein Berufsleben, eine Partnerschaft, ein Frauenleben usw.

Gar nicht selten ist die erste künstliche Befruchtung nicht von Erfolg getragen. Dann ist die emotionale Belastung oft schon sehr hoch und trotzdem versucht die betroffene Frau, wieder alles zu mobilisieren, um sich für den nächsten Versuch vorzubereiten.

Seelische Belastung Kinderwunsch

In der Zwischenzeit ist die klassische Kinderwunschfrau auch selbst zur Expertin geworden. Sie weiß, welche Wahrscheinlichkeit welche Methode hat, ist eine Expertin des medizinischen Fachjargons geworden, sie wird ständig vor weitere Entscheidungen gestellt und versucht, weiterhin stark zu sein.

In der Regel wird dieser herausfordernde Weg, um endlich zum Wunschkind zu kommen, mit niemandem besprochen. Vielleicht spricht man mit EINER Freundin, aber sicher nicht im Bekannten- und selten im Familienkreis, denn die quälenden Fragen des „wann denn nun endlich mit einem Enkel zu rechnen sei“ bzw. die zweite problemlose Schwangerschaft der Nachbarin, rauchend und Energydrinks trinkend, haben schon längst eine große Narbe auf der Seele der Frau hinterlassen.

Sich den Kinderwunsch über eine Klinik zu erfüllen, ist lange noch nicht so trendig, wie es von den wunderbar gestalteten Homepages mit emotionalen Baby- und Familienfotos vermittelt wird. Es ist ein großes, großes Tabu-Thema. So funktioniert die Frau weiterhin in ihrem Job und Leben und eilt von Eizellentnahme zur Akkupunktur und wieder retour zu einem Businessmeeting. Ihre Seele und ihre Aufregung und alles, was damit noch verbunden ist, bleiben oft auf der Strecke.

Eine Frau sieht nachdenklich aus

Künstliche Befruchtung entspannt erleben

Meist kommen Frauen in dieser Konstellation zu meinen Beratungen, weil sie bemerkt haben, dass sie so nicht weitermachen können. Die in manchen Kinderwunschzentren angebotene psychotherapeutische Begleitung lehnen sie oft ab, mit dem Satz: „Ich bin doch nicht krank“.

Aber gibt es dann überhaupt Möglichkeiten, die künstliche Befruchtung entspannt zu erleben? Ja, die gibt es. Sie werden mehr denn je gebraucht, denn was so oft vergessen wird: der positive Schwangerschaftstest ist der Beginn der lebenslangen Reise der Mutter bzw. Elternschaft. Da folgen die ersten 12 Wochen, die mit weiteren Wahrscheinlichkeiten für Fehlbildungen, Entscheidungen, Ultraschalluntersuchungen, weiteren Medikamenten und so weiter verbunden sind. Dann folgen die weitere Schwangerschaft und die Vorbereitung auf die Geburt.

Heute ist ja leider alles schon weit von der Natürlichkeit entfernt und so wird die Frau wieder vor Wahrscheinlichkeiten und Entscheidungen gestellt und es ist nur zu verständlich, dass sie kein Risiko eingehen möchte. Hat sie doch für dieses Kind so lange gekämpft.

Wenn das Baby erst auf der Welt ist, dann geht es weiter. Auf den ersten Glücksrausch folgt dann oft die Ernüchterung.

Seelisch-emotionale Unterstützung mit der Fertile Body Method

Die große Herausforderung der emotional-seelischen Begleitung ist es, dass einerseits der unerschütterliche Glaube an das Gelingen dieses Versuches da sein muss und parallel dazu an Ressourcen gearbeitet wird, welche die Frau braucht, um mit einem weiteren Fehlversuch umgehen zu können.

So beginnt die Begleitung idealerweise ein paar Wochen vor dem nächsten oder ersten Versuch, um anhand von systemischen Fragestellungen herauszufinden, wie sich die Frau im Laufe des Versuches fühlen möchte, wie denken, in welchem körperlichen Zustand. Ganz wichtig ist aus meiner Sicht die Aufarbeitung von bereits erlebten Fehlgeburten bzw. ein geschulter Blick auf mögliche bewusste oder unbewusste Blockaden und negative Glaubenssätze, um auch auf dieser Ebene ganz frei in den Versuch gehen zu können.

Die Arbeit mit der Fertile Body Method ermöglicht in der künstlichen Befruchtung eine Begleitung von Beginn der Behandlung (Stimulation) bis über die 2-wöchige Wartezeit hinaus, um die Frau auch zum Ergebnis des Schwangerschaftstests zu unterstützen. Der Hauptfokus liegt dabei auf sogenannten Mind-Body-Approaches und des Erlernens von Selbstypnose, um über das Unterbewusstsein auf den Körper in positiver Weise Einfluss zu nehmen.

So kann beispielsweise der Embryotransfer mit einer hypnotisch geführten Meditation begleitet werden, die Frau lernt, sich zu entspannen, ihre Gebärmutter wird besser durchblutet und so schafft sie die besten Voraussetzungen für eine Einnistung. Auf diese Weise hat sie es wieder in ihrer Hand und weiß, was sie ganz persönlich tun kann, um wieder ein bisschen mehr Herr des Prozesses zu werden. Sie lernt auch, wie sie mit negativen Gedanken während des Zyklus umgehen kann und bekommt so viele hilfreiche Werkzeuge an die Hand, die sie in ihrem Alltag ganz leicht anwenden kann.

Der herausfordernde Weg der künstlichen Befruchtung kann so weitgehend selbstbestimmt und aus einer inneren Balance und Stärke heraus begangen werden und führt so oft auch zum Erfolg. 

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.

Der Experte dahinter
Dr. Isabella Zamponi, alisa mind, Kinderwunsch

Zamponi Isabella

Kinderwunschexpertin Dr. Isabella Zamponi hat mit der „The Fertile Body Method“ eine effektive Möglichkeit gefunden, die natürlich gegebene Fruchtbarkeit zu unterstützen.