Darum ist es so wichtig, auf der Arbeit Grenzen zu setzen

Wenn du berufstätig bist, wirst du immer wieder Situationen erleben, in denen es wichtig ist, „Nein“ zu sagen – beispielsweise, wenn du überfordert oder überlastet bist, keine Zeit für eine bestimmte Aufgabe hast oder etwas schlichtweg nicht tun möchtest. Doch gerade auf der Arbeit fällt es vielen Menschen schwer, Grenzen zu setzen. Vor allem dem Vorgesetzten möchte man aus Angst vor Konsequenzen keinen Wunsch ausschlagen. Warum es trotzdem wichtig ist und wie du es am besten lernst, erklären wir dir im Folgenden.

Mann und Frau bei der Arbeit vor Konflikt

Warum fällt Nein-Sagen so schwer?

Das Problem, Grenzen zu setzen, kennen vermutlich mehr Menschen, als du es dir vorstellen kannst. Bei manchen betrifft es hauptsächlich die Arbeit, bei anderen das Privatleben. Insbesondere harmoniebedürftigen Menschen fällt das Nein-Sagen oft schwer. Das liegt daran, dass sie sich davor fürchten, in Konflikte zu geraten oder Unzufriedenheit auf sich zu ziehen. Sie möchten es jedem rechtmachen und stets hilfreich sein.

Manchmal haben Menschen auch einfach nie gelernt, dass es eine Option ist, eine Bitte auszuschlagen. Das Problem dabei ist: Wer sich nur nach anderen richtet, wird die eigenen Bedürfnisse und Wünsche immer weniger umsetzen können. Irgendwann stößt du so vermutlich an die Grenzen deiner Belastbarkeit. Das kann bis hin zu Burnout und Depressionen führen.

Grenzen setzen für mehr Selbstvertrauen

Jedes Mal, wenn du über deine eigene Grenze hinausgehst, gibst du dir selbst ein Zeichen. Nämlich, dass du es dir nicht wert bist, gut für dich und deine Gesundheit zu sorgen. Zwar kann es dem Selbstwertgefühl einen Push geben, wenn du dich als hilfreich empfindest und andere dir dankbar sind. Wird diese Haltung jedoch zum Zwang, bringt sie mehr Schaden als Nutzen. Die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu kennen und die Verantwortung dafür zu übernehmen, ist eine Grundlage dafür, selbstbewusst und zufrieden zu werden.

Dies verändert auch deine Ausstrahlung im Job und trägt dazu bei, dass du fokussierter und konzentrierter arbeiten kannst. Im Übrigen gehört zum Grenzen setzen auch dazu, dass du dir bewusst machst, nicht immer erreichbar sein zu müssen. Wer ständig auf Abruf ist, wird es schwer haben, nach der Arbeit zu regenerieren.

Stattdessen ist es wichtig, durch verschiedene Techniken und Methoden abschalten zu lernen – und am Abend auch das Smartphone einmal beiseitezulegen. Nur so wirst du neue Energie tanken und am nächsten Tag wieder ausgeruht und motiviert zur Arbeit erscheinen können.

Grenzen setzen kann man lernen

Viele Menschen, denen es schwerfällt, jemandem einen Gefallen auszuschlagen, haben die Befürchtung, dies würde sofort mit großer Enttäuschung oder Unwillen kommentiert werden. Oft ist das jedoch gar nicht der Fall. Tatsächlich kann dein Gegenüber es auch als hilfreich empfinden, ein ehrliches Feedback zu erhalten. Wie eine Absage aufgefasst wird, hat außerdem viel damit zu tun, wie du sie formulierst. Versuche, klar und deutlich zu sagen, was du möchtest, ohne dabei allzu forsch oder unhöflich zu werden. Wenn du unklar herumdruckst, kann das dazu führen, dass dein Gegenüber dich schlichtweg nicht versteht.

Zusätzlich kann es sinnvoll sein, kurz zu erklären, warum du etwas nicht möchtest: „Ich würde dir wirklich gern weiterhelfen, leider ist mein Terminkalender bereits voll und ich habe keine Kapazitäten, um Aufgabe XYZ zu übernehmen.“ Wenn es schwierig für dich ist, Grenzen zu setzen, solltest du dies üben und dich langsam herantasten. Fange mit unbedeutenden Kleinigkeiten an – dem gemeinsamen Mittagessen in der Cafeteria zum Beispiel. Mach es dir zur Gewohnheit, innerlich immer erst zu überprüfen, ob du etwas machen möchtest und kannst, bevor du antwortest. Mit der Zeit wird es dir immer leichter fallen, sodass du es irgendwann schaffst, dich auch vor deinem Vorgesetzten selbstbewusst zu behaupten.

Ein junger Mann wehrt mit der Hand ab und sagt symbolisch Nein