Fahr, wohin dein Herz dich führt!

So mancher Ruf der Seele ist so eindeutig, dass man ihn nicht überhören kann und man augenblicklich weiß, ihm folgen zu müssen. Mir erging es vielfach so, wenn ich Menschen mit Gleichklang auf meinen Reisen begegnete und ich das besondere Glück hatte, von ihnen eingeladen zu werden. Auf diese Weise habe ich Kanada besucht, Brasilien, Indien, die USA, Spanien, Italien, Schweden, Polen, und den Libanon. Mein Reisen war authentisch, umgeben von Einheimischen und abseits von jeglichem Mainstream. Ich liebte es.

Inhalt:

Ein großes Schiff begibt sich auf Herzensfahrt

Meine Reisebekanntschaft und Seelenverwandte

Eine dieser Reisen ist mir so lieb, dass ich sie mit dir heute teilen möchte. Es war eine ganz und gar überraschende Einladung, die einen unbewussten Herzenswunsch auf wunderschöne, fast magische Weise erfüllte. Wer weiß, vielleicht lässt sich deine Seele von dieser Geschichte inspirieren und zeigt dir schon sehr bald auf, was dein Herz so richtig zum Klingen bringt.

Ich habe Claudia in Indien kennen gelernt. In dem Ashram unweit von Mumbai, in dem ich eine Woche der Transformation erfuhr. Wochen später, zurück in Wien, begegnete ich ihr abermals. Es war Balsam für mich, mein inneres Erleben mit jemandem zu teilen, der ähnliche Erfahrungen gemacht hatte. Nie werde ich das Lachen vergessen, das mir Claudia dank ihrer wohltuenden Antwort auf einen meiner Kommentare entlockt hat. Ich glaube, es war jener Moment, da ich unsere Seelenverbindung gespürt habe und mit gutem Gefühl behaupten kann, eine Freundin gewonnen zu haben.

An dem Abend erfuhr ich vieles aus ihrem Leben, doch absolut verblüfft war ich, als sie mir erzählte, sie würde auf einer Insel leben. Ich kann schwerlich meine „Fische“ Natur leugnen, die alles Wasser liebt, und entsprechend neugierig wurde ich. Eine Insel mit Namen Föhr. Ich hatte keine Vorstellung, wo auf der Landkarte sie zu finden war. Google half aus und sobald ich das putzige Eiland entdeckt hatte, machte sich eine kindliche Aufregung in mir breit. Im hohen Norden Deutschlands also lag es, eingebettet in der Friesischen Karibik, ganz nah an der dänischen Grenze.

Wegzeiger stehen auf einer Kreuzung

Claudia erzählte, dass sie mit ihrer Familie seit 18 Jahren dort lebt. Gemeinsam mit ihrem Mann wählte sie einen 300 Jahre alten Bauernhof und verwandelte ihn in liebevoller Handarbeit in ein Kleinod der besonderen Art: in Sternhagens Landhaus. Als ich die Bilder im Internet sah, kam ich ins Träumen. Mein Gott, wie schön musste es dort sein.

Sternhagens Landhaus

Sternhagens Landhaus in Oevenum

Claudia war zurück in ihrer Heimat, als ich ihr via Mail für die so herzliche Begegnung in Wien dankte. Kurze Zeit später - ich war soeben von meiner Reise nach Paris heimgekehrt – fand ich ihre Einladung in Sternhagens Landhaus in meiner Mailbox. Jene Zeilen ließen mein Herz hüpfen. Ich fühlte ein glasklares Ja ohne den geringsten Zweifel und in dieser meiner Begeisterung war eine Flugverbindung in den Norden schnell gefunden. Mit Spannung und kindlicher Vorfreude erwartete ich frische Begegnungen mit einem mir unbekannten Teil dieser Erde und herzlichen Menschen.

Um von Wien aus auf die Insel zu gelangen, braucht es dreierlei Transportmittel. Einen Flug nach Hamburg, eine Fahrt mit der Nordostsee-Bahn nach Niebüll, eine kurze Fahrt mit einer Privatbahn nach Dagebüll und eine Überfahrt mit der Fähre nach Wyk. Eine aufregende Reise. Den ersten Blick auf die Nordsee erhaschte ich an diesem 8. März um zwei Uhr nachmittags. Ich konnte mich kaum sattsehen. Trotz der Kälte des Nordens wurde mir beim Anblick der See ganz warm ums Herz. Ein Teil von mir war hier zuhause. Eine Stunde später schloss mich Claudia in die Arme. Sie holte mich in ihrem rapsgelben Wagen ab, auf dem in zarten Lettern stand: „Fahr, wohin dein Herz dich führt.“

Sternhagens zauberhaftes Landhaus liegt in der entzückenden Ortschaft Oevenum. Lebhafte Details empfangen einen im gepflasterten Vorhof und spürbar gute Energien sind hier zuhause. Ich wurde in ein entzückendes Zimmer einquartiert. Ein heimeliges Gelb an den Wänden wog die Kälte im Freien auf. Der petrolfarbene Teppichboden lieferte einen hübschen Kontrast zu den Rottönen auf Tisch und Bett. Die Bettwäsche barg riesige, blutrote Kirschen, mein geliebtes Symbol aus Kindertagen. Ich liebte mein kleines Reich.

Während Claudia und Jörn beschäftigt waren, spazierte ich dick eingemummt durch die Ortschaft, bestaunte die entzückenden reetgedeckten Häuschen, die bunten Akzente in den Gärten, die die Krokusse setzten und den Puppenhauscharakter des Dorfes. Graupelschauer fielen plötzlich hernieder und verschwanden so rasch wie sie gekommen waren. In der angebrochenen Dunkelheit brach sich das Abendlicht Bahn und zauberte eine Atmosphäre von Milde und Güte in die Landschaft, wie es nur die Natur vermag. Es war ein märchenhafter Anblick.

Die Landschaft der Ortschaft Oevenum ist zu sehen

Meine Gastgeber taten alles für mein Wohlbefinden. Herzlichkeit war in dem Kleinod groß geschrieben. Das spürten auch die Gäste, die in den darauffolgenden Tagen begrüßt wurden. Ein reichliches Frühstücksbüffet lud in die freundliche Stube ein. Nach den Erkundungen eines langen Tages konnte zwischen drei Menüs gewählt werden.

Föhr zählt nicht mehr als 83 km² und ist Heimat von gut 8000 Seelen. Ein Drittel der Insel ist unbewohnt. Als fruchtbares Marschland beheimatet es die Felder, Wiesen und Weiden, auf denen Schafherden grasen, Korn angebaut wird und eine reiche Vogelwelt ein Zuhause gefunden hat. Föhr, die grüne Insel, ist eingebettet in das Wattenmeer, das alle sechs Stunden überspült wird. Eigene Wattführungen erlauben die Durchquerung bis zur Schwesterinsel Amrum. Allerdings muss die Jahreszeit stimmen.

Ich besuchte Amrum gemeinsam mit Claudia. Die kleine Insel trägt den Beinamen der großen Freiheit. Kein Wunder, dass es mich hinzog. Die Fähre benötigt eine knappe Stunde und je nach Wasserstand wird auch schon mal die Abfahrtszeit korrigiert. In Norddorf liefen wir lange über den weitläufigen Kniepsand und badeten das Auge in den großartigen Farbspielen von Sand und Meer. Über einen hölzernen Weg gelangten wir durch die hügelige Dünenlandschaft zurück ins Dorf, fanden ein Sonnenplätzchen am Strunwai 12 im Eiscafé Cappuccino und wählten ein paar Köstlichkeiten für die Jause. Es war ein lichtvoller Tag. Kaum ein Wölkchen trübte den Himmel und am Rückweg erwartete uns in Wittdün am Fähranleger eine reglos stille See. Es muss ein seltener Anblick auf dem Eiland gewesen sein.

Der Strand von Föhr ist zu sehen

Die Schönheiten der Insel Föhr

Ich liebte diese Tage auf Föhr und die Erkundung der Orte der Insel. Zwei Buslinien teilen sich die Arbeit und laufen in gegengleicher Richtung. Sie klappern die Dörfer ab, deren Namen sich wie ein Auszug aus einer geheimnisumwobenen Sagenwelt lesen: Oldsum, Nieblum, Witsum, Utersum, Dunsum, Wrixum, Borgsum … und wie sie alle heißen. Es lohnt, ein jedes zu erkunden, doch am schönsten fand ich den Strandspaziergang in Utersum mitsamt dem Sonnenuntergang, Stellys Hüüs, ein fabelhaftes Café mit angeschlossener Töpferei in Oldsum, das Dorf Nieblum mit der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche St. Johannis und den redenden Grabsteinen, die ganze Biografien der Verstorbenen beinhalten, sowie das Museum der Westküste in Alkersum. Eine erstklassige Austellung erfreut dort jeden Kunstliebhaber in einem wunderschönen Gebäude, das alt und neu in sich vereint.

Dieser Urlaub zählt zu den besten und schönsten Überraschungen meines Lebens. Ich verdanke ihn Claudia und Jörn. Alle Qualitäten, die mir lieb und teuer sind, habe ich in Sternhagens Landhaus und auf der Insel Föhr angetroffen: Herzlichkeit, Verbundenheit, Mitgefühl, Freude, Tiefgang, Weite, Genuss, Licht, Farben und Entspannung. Und auch das Wetter war mir so unglaublich hold, dass selbst die Einwohner der Insel staunten.

Noch immer fühle ich tiefe Dankbarkeit für diese Reise. Es sind Erfahrungen, Eindrücke und Erlebnisse, die sich in meine Seele gebrannt haben und von denen ich an manchen grauen Tagen liebend gerne zehre.

Erika Schuh bei einer Reise ist am Strand zu sehen

Wenn du still wirst und der zarten Stimme in dir lauschst, weißt du, wo dein Herz zuhause ist und was es braucht, um Glückseligkeit zu fühlen. Ich wünsche dir viele solche Momente in diesem Monat Oktober. Möge er dich mit der Stimme deiner Seele mehr und mehr verbinden und dir den Mut und die Offenheit schenken, so manche Gelegenheit am Schopf zu packen, um das zu leben, was Herz und Seele ersehnen.

Wenn du noch Hürden zu nehmen hast und dabei kraftvolle Unterstützung suchst, melde dich zu einem kostenlosen Erstgespräch in deiner Traumwerkstatt. Gerne gehe ich mit dir den Dingen auf den Grund und erschaffe mit dir gemeinsam Lösungen, die dich deinen Träumen näher bringen.

Der Experte dahinter

Schuh Erika

Erika Schuh ist Diplompädagogin, systemische Familienstellerin, spirituelle Begleiterin und Mediatorin. Sie begleitet ihre Klienten auf der "Reise zu sich Selbst" in ihre Kraft und Selbstliebe.