Schwangerschaft: Gefahren von „Pucken“

09.06.2016

Schon bei den alten Griechen angewendet erfreut sich „Pucken“ auch in den deutschsprachigen Breitengraden immer größerer Beliebtheit. Doch Ärzte warnen: Die enge Wickelmethode um quengelnde Babys zu beruhigen ist nicht nur höchst umstritten, sondern bringt auch Gefahren mit sich.

Ein regelrechter Wickel-Trend hält Einzug in Österreichs Haushalte. Die Rede ist vom sogenannten „Pucken“. Dabei handelt es sich um eine uralte Wickelmethode, bei der Säuglinge eng in ein Tuch oder eine Decke eingewickelt werden. Die dicht anliegenden Beinchen und Ärmchen an Babys Körper sollen eine beruhigende Wirkung haben und vor allem Schreihälse zum Schlafen bringen. Befürworter sagen, dass die wiederentdeckte Methode dem Säugling Geborgenheit gibt. Aber auch die Stimmen der Kritiker werden immer lauter. Besonders Kinderärzte warnen vor den Gefahren die „Pucken“ mit sich bringt.

Baby Kokon Pukken

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Die einen sagen so, die andern so. Wie man es dann macht ist es natürlich wieder falsch. Wir haben die Vor- und Nachteile von „Pucken“ recherchiert. So können Sie sich selbst ein Bild der umstrittenen Wickeltechnik machen, damit auch Ihr kleiner Liebling in Zukunft ruhig und gefahrlos Schlafen kann.

Was dafür spricht:

  • Bremst Moro Reflex (reflexartige, überschießende Bewegungen der Arme), Beinfreiheit sollte allerdings gewährleistet sein!
  • Erinnerung an Geborgenheit und Enge der Gebärmutter
  • Ruhigerer und längerer Schlaf
  • Schreibabys beruhigen sich schneller
  • Hilft Rückenlage statt Bauchlage zum Schlafen zu akzeptieren

Was dagegen spricht:

Immer mehr Kinder- und Jugendärzte raten von der engen Wickelmethode ab, weil:

  • Risiko für eine Hüftdysplasie
  • Gefahr Nerven abzuklemmen
  • Beeinträchtigung der Atmung
  • Abplattung des Hinterkopfes
  • Überhitzung und Dehydrierung
  • Starke Einschränkung der Bewegungsfreiheit
  • Weniger Schreien durch Frustration und Passivität des Babys

Alternativen zum „Pucken“

Wenn Sie sich noch immer unsicher mit „Pucken“ sind, können Sie alternativ auch auf einen Tragegurt zurückgreifen. Zudem werden spezielle Pucksäcke im Handel angeboten. Darin haben Babys die Arme fixiert, ohne die Beinfreiheit einzuschränken.

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.