Hund ja oder nein? Was sollte man vor der Anschaffung eines Hundes beachten?

Schlabberige Küsse. Hübsche Augen und jede Menge "Ohhh"-Momente. Jeden Tag ein freudiges Willkommen zu Hause. Dies sind nur einige wenige Highlights neben einer endlosen Liste von Vorteilen, die ein Hund mit sich bringt. Es ist leicht, allein die Vorzüge eines Haustieres zu erkennen, aber es gehört eine Menge mehr zu einer ehrlichen Antwort auf die Frage: Hund ja oder nein? Wirst du deinen Hund auch noch schätzen, wenn er sich schlecht benimmt, deine Ledercouch zerkaut oder in deine Schuhe pinkelt? Schauen wir uns einige der Vorteile und Nachteile an, die man bedenken sollte, bevor man sich einen Vierbeiner anschafft.  

Hund ja oder nein? Diese Frage hat das Paar, welches in diesem Bild mit seinem Hund auf der Couch schmust, eindeutig positiv beantwortet.

Möchte jeder in deiner Familie einen Hund - ja oder nein?

Je nach Arbeitsbelastung, Reisevorlieben und Familiendynamik kann die Betreuung eines Vierbeiners einiges an Aufwand verursachen. Ob du zu einem Hund ja oder nein sagst, kommt auf viel mehr Dinge an als eine spontane Laune.

  • Vergewissere dich zunächst, dass jeder Mensch - und jedes andere Tier - im Haushalt bereit ist, sich an der Betreuung des neuen Haustiers zu beteiligen!
  • Darüber hinaus ist es wichtig zu überlegen, ob deine Kinder, Besucher und derzeitigen Haustiere gut mit dem neuen Vierbeiner zurechtkommen.
  • Noch ein guter Tipp: Es ist sinnvoll, eine Bestandsaufnahme möglicher Allergiker in deiner Familie zu machen, die durch deinen Hund vielleicht beeinträchtigt werden könnten! Leider ist nicht jeder Mensch gesundheitlich dazu in der Lage, mit Hundehaaren umzugehen.

Ist die Umgebung für Tiere geeignet?

Betrachte deine derzeitige Wohnsituation, bevor du eine Entscheidung triffst! Ist dein Zuhause die ideale Umgebung für einen Hund? Die Tiere müssen nicht unbedingt ein großes Haus mit einem riesigen Garten haben. Aber es ist ein Nachteil, wenn Sie keinen Platz zum Spielen und Erkunden haben.

  • Wenn du in einer Wohnung lebst oder keinen Garten hast, gibt es in deiner Umgebung geeignete Parks und Spazierwege? Wenn nicht, hast du zuverlässige Transportmöglichkeiten, um deinen Hund in eine Gegend mit mehr geeigneten Einrichtungen zu bringen?
  • Das Leben in einer überfüllten städtischen Umgebung, vor allem, wenn sie viel alleine sind, ist nicht für jedes Tier ideal. Also stelle sicher, dass das Zuhause, das du anbieten kannst, gut zu deinem Hund passt! Ein Tipp: Ältere oder weniger aktive Tiere können sich besser an das Stadt- oder Wohnungsleben anpassen als eine energiegeladene Rasse oder ein junger Welpe.
  • Du musst auch bedenken, ob du deinen Hund in deiner Wohnung halten darfst! Wohnst du vielleicht zur Miete? Erkundige dich, ob du den Hund in deiner Mietwohnung halten darfst, bevor du deine Familie um ein vierbeiniges Mitglied erweiterst! 
Eine Familie spielt im Garten mit einem Golden Retriever.

Wie sieht es mit den Kosten und der Verantwortung aus?

Die Kosten für die Anschaffung deines Hundes hängen von der Rasse ab und davon, ob du ein Tier von einem Züchter kaufen oder eine Spende an ein Tierheim machen willst. Du musst natürlich auch die langfristigen Kosten für die Pflege einkalkulieren: 

  • Versicherung, 
  • qualitativ hochwertiges Futter, 
  • jährliche Impfungen, 
  • Kastration, 
  • regelmäßige Wurm- und Flohkuren und 
  • sonstige Tierarztkosten für den Hund. 

Hinzu kommen die grundlegenden Dinge wie Leinen, Geschirre, Hundeboxen für das Auto und eventuelle Kosten für die Hundepflege. Was viele Menschen auch nicht bedenken, bevor sie sich ein Haustier anschaffen, ist dass ihre zukünftigen Urlaube tierfreundlich sein müssen. Halter sind auch gesetzlich verpflichtet, ihre vierbeinigen Freunde mit einem Mikrochip zu kennzeichnen, ihn unter Kontrolle zu halten und Hundekot zu beseitigen.

Einige Rassen neigen zu bestimmten gesundheitlichen Problemen, die eine tierärztliche Behandlung, Medikamente oder eine Umstellung der Lebensweise oder der Ernährung erforderlich machen können. Dies kann schnell zu höheren Tierarztrechnungen oder Einschränkungen in der Lebensweise führen. Es ist immer besser, auf Komplikationen vorbereitet zu sein, indem man sich vorher informiert.

Spielt die Rasse eine Rolle?

Die Rasse(n) deines Hundes gibt dir einen Hinweis auf die Art der Aktivität und Routine, die er benötigt, sowie auf mögliche Gesundheits- oder Verhaltensprobleme, die bei bestimmten Rassen wie Berner Sennenhund, Border Collie oder Golden Retriever häufig auftreten. Einige Hunderassen sind beliebter als andere, aber das bedeutet nicht, dass sie auch für dich geeignet sind.

Wenn du dir nicht die Zeit nimmst, dich über Hunderassen zu informieren, kann es passieren, dass du genau den Hund bekommst, der nicht zu deinem Lebensstil passt. Eine energiegeladene Rasse wie ein Husky oder Golden Retriever ist möglicherweise nicht die richtige Wahl, wenn du dir nicht die Zeit nehmen kannst, ihm täglich stundenlang Bewegung zu bieten.  

Wenn du hingegen ein begeisterter Wanderer oder Outdoor-Fan bist, ist eine brachycephale, also kurznasige Rasse wie eine Bulldogge vielleicht nicht so gut mit deinen Lieblingsaktivitäten vereinbar.

eine Gruppe von Hunden unterschiedlicher Rassen achtet aufmerksam auf eine Hundetrainerin.

Wie unordentlich bist du?

Wie Kinder sind auch Hunde unordentlich, und manchmal machen sie Dinge kaputt. Falls du mit einem Unfall auf dem Teppich oder mit Kauspuren an deinen Tischbeinen nicht zurechtkommst, solltest du dir wirklich überlegen, ob du für einen haarigen - und gegebenenfalls auch haarenden - Freund bereit bist! Dein Zuhause hundesicher zu machen ist also ein guter Tipp. Das kann bedeuten, dass du 

  • deine Möbel umstellst,
  • Blumenarrangements und Pflanzgefäße entsorgst, 
  • eine hundefreie Zone für wertvolle Gegenstände einrichtest. 

Wenn du allerdings ein bisschen schlampig bist, solltest du bedenken, wie gefährlich ein unordentlicher Lebensstil für den Hund sein kann! Dein Hund lässt sich bei seinen Entscheidungen in der Regel von seiner Nase und seinem Magen leiten, daher ist es wichtig, dass du sein Umfeld ordentlich bewahrst, um ihn zu schützen. Überfüllte Mülleimer, loses Futter und allgemeines Durcheinander können Dinge sein, die den Hund vielleicht zum Erkunden oder gar Anknabbern inspirieren könnten. Ein aufgeräumtes Haus ist ein sicheres Haus. 

Eine Frau putzt den Boden ihrer Wohnung, nachdem ihr Hund ein kleines Malheur verursacht hat.

Bist du bereit, deine Geduld auf die Probe zu stellen? 

Ob dein neuer Hund nun ein Welpe oder ein ausgewachsenes Exemplar ist, die Aufnahme in dein Zuhause wird zweifellos stressig. Es braucht Zeit und Geduld, um den Hund an sein neues Leben zu gewöhnen. Du wirst es vielleicht nicht mögen, aber stell dich darauf ein, dass du viel trainieren und eine Menge Dreck wegräumen musst! Wenn du jähzornig bist oder leicht frustriert wirst, solltest du dir zweimal überlegen, ob du dir den Hund anschaffen solltest! Berücksichtige auch die Geduld der anderen Bewohner deines Hauses! Kinder und andere Haustiere sind in der Regel am schwierigsten zu behandeln, da sie die Routinen, Regeln und Verhaltensweisen eines neuen vierbeinigen Familienmitglieds nicht immer verstehen können. Das kann schnell ein Nachteil werden, der gewaltige Auswirkungen auf die heimische Harmonie hat. Finde also heraus, ob du bereit bist, mit allen Beteiligten zusammenzuarbeiten, um ein sicheres und geeignetes Zuhause für die ganze Familie zu schaffen!

Ein junger Mann bringt seinem Hund geduldig einen Trick bei.

Ist es nicht toll, wenn Babys und Welpen zusammen aufwachsen?

Ein neues Baby und einen Welpen zur gleichen Zeit zu bekommen, ist doch bestimmt ein guter Weg, um das Schwierige auf einmal hinter sich zu bringen, richtig? Falsch! Die Vorstellung, dass ein Hund und ein Kind zusammen aufwachsen, kann eine wunderbare Sache sein. Aber in Wirklichkeit brauchst du jedes Fitzelchen Schlaf, das du mit einem neuen Kind im Haus ergattern kannst. Das Allerletzte, was du brauchst, wenn du gerade ein Kind zum Schlafen gebracht hast, ist ein quengelnder, nicht stubenreiner Welpe, mit dem du dich herumschlagen musst. Das Kind muss an erster Stelle stehen und die traurige Wahrheit ist, dass die Bedürfnisse von Tieren, vor allem Jungtieren, beim besten Willen nicht befriedigt werden können, wenn ein kleines Baby im Haus ist. Viele Menschen finden, dass es viel einfacher ist, mit einem jungen Haustier zurechtzukommen, wenn sie warten, bis ihr jüngstes Kind über fünf Jahre alt ist. Und viele gute Züchter verkaufen aus diesem Grund auch keine Welpen an Haushalte mit kleinen Kindern.

Ein Golden Retriever wacht über ein schlafendes Baby.

Ist es nun der richtige Moment für meinen ersten Hund oder nicht?

Um einen glücklichen, gesunden Hund zu besitzen, musst du in der Lage sein, die Bedürfnisse des Tiers zu erfüllen! Fassen wir hier die wichtigsten Punkte noch einmal zusammen:

  1. Bist du in den nächsten Monaten von größeren Verpflichtungen befreit?
  2. Bist du bereit, dich über die Bedürfnisse deines Vierbeiners zu informieren?
  3. Reicht dein Gehalt aus, um die Kosten für die Pflege alleine zu decken?
  4. Bist du auf Unordnung, Schäden und andere Nachteile vorbereitet?
  5. Hast du ausreichend Zeit, um dich mit deinem Haustier zu beschäftigen - besonders in den ersten sechs Monaten?
  6. Sind deine Kinder alt genug, um die Bedürfnisse des tierischen Freunds zu verstehen und zu respektieren?
  7. Bist du bereit, täglich Zeit für das Training aufzubringen?

Aber wenn du all diese Fragen mit "Ja" beantworten kannst oder glaubst, dass du in naher Zukunft dazu in der Lage sein wirst, dann bist du wahrscheinlich bereit für den Hund! Falls du dir immer noch unsicher bist, kannst du es zunächst mit einer Pflegestelle versuchen. Viele Tierheime im ganzen Land bieten Schulungen, Ressourcen und Materialien an, um dich auf die Aufnahme eines Pflegetieres vorzubereiten. Je nach den Bedürfnissen des Tieres dauert eine Pflegestelle in der Regel zwischen ein paar Wochen und mehreren Monaten. Das ist genug Zeit, um vor der dauerhaften Anschaffung einen Eindruck von der bedingungslosen Liebe, den vielen Vorteilen, aber auch von den nicht zu ignorierenden Nachteilen zu bekommen, die so ein entzückendes Hündchen bieten kann.

Ein junges Paar liegt zusammen mit seinem Hund auf der Schlafbank eines Campingmobils.