Wie kann die Frau Wechseljahrs-Symptome lindern?

Die Wechseljahre werden von Frauen ganz unterschiedlich empfunden. Etwa ein Drittel leidet an starken Beschwerden während der hormonellen Umstellung. Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen sind typische Symptome. Die Häufigkeit und empfundene Intensität sind dabei individuell ganz unterschiedlich. Generell stellt die Menopause aber einen Wendepunkt im Leben einer Frau dar. Wir erklären dir, welche Veränderungen in deinem Körper stattfinden und was du gegen die Beschwerden tun kannst.

Eine Frau im mittleren Alter lächelt in die Kamera. Sie hält eine weiße Tasse in der Hand. Ihre Haare sind ergraut aber dennoch macht sie einen sehr glücklichen Eindruck.

Zu welchen hormonellen Veränderungen kommt es?

Die Wechseljahre – auch Klimakterium genannt – beginnen im Durchschnitt ab dem 45. Lebensjahr einer Frau. Häufig sind aber auch schon jüngere betroffen. Erste Symptome wie Schlafstörungen oder Zyklusstörungen werden im jüngeren Alter oftmals einer Überbelastung im Berufs- oder Privatleben zugeschrieben. Sie werden jedoch nicht als Beginn des Klimakteriums gedeutet. Dennoch solltest du wissen, dass auch schon Frauen ab 40 betroffen sein können. Das Durchschnittsalter der letzten Monatsblutung liegt bei etwa 51 Jahren. Damit du eine sichere Diagnose erhältst, ob du dich tatsächlich schon in den Wechseljahren befindest, solltest du vom Arzt eine Messung des Hormonspiegels machen lassen. Der Arzt wiederholt diese in gewissen Abständen, sodass eine sichere Aussage getroffen werden kann. 

In deinem Körper findet während dieser Zeit eine Reihe an Veränderungen statt. In den Eierstöcken werden weniger Östrogene produziert. Auch die Menge des Gelbkörperhormons Progesteron nimmt ab. Dadurch kommt es zu einer deutlichen Veränderung des Hormonhaushalts. Dieses Hormon-Ungleichgewicht löst die typischen Wechseljahrs-Beschwerden aus. Jedoch ist es von Frau zu Frau sehr unterschiedlich, wie diese wahrgenommen werden. So gibt es Frauen, die überhaupt keinen oder nur einen leichten Unterschied bemerken. Etwa ein Drittel ist von starken Symptomen betroffen. 

Der Oberkörper eines Arztes ist zu sehen. Er trägt türkise Kleidung.

Die wichtigsten Begriffe bezüglich Wechseljahre

  • Menopause: Die allerletzte Regelblutung wird als Menopause bezeichnet. Dieser Zeitpunkt kann nur im Nachhinein bestimmt werden und ist erst mit dem Ausbleiben der Monatsblutung nach einem Jahr gesichert. Wann genau dieser Zeitpunkt eintritt, bleibt individuell sehr unterschiedlich. Bei manchen Frauen setzt die Blutung schon mit 45 oder früher aus, bei manchen erst mit Mitte 50. Der Durchschnitt liegt bei 51/52 Jahren.
     
  • Perimenopause: Diese Zeitspanne umgibt den Zeitpunkt der letzten Regelblutung – etwa ein bis zwei Jahre davor und danach. Durch Änderung des Hormonhaushalts kommt es zu Störungen im Menstruationszyklus. Anfangs macht sich dies durch größere Abstände zwischen den Blutungen bemerkbar. Auch stärkere Monatsblutungen sind möglich.
     
  • Prämenopause: So werden die Jahre vor der Menopause bezeichnet. Meistens beginnt diese Phase zwischen dem 45. Und 50. Lebensjahr. Das hormonelle Gleichgewicht beginnt sich in dieser Zeit allmählich zu ändern. Der Eisprung findet nur mehr seltener statt.
     
  • Postmenopause: Diese Periode beginnt etwa ein bis zwei Jahre nach der letzten Monatsblutung und schließt der Perimenopause an. Sie dauert so lange, bis schließlich kein Gestagen und Östrogen mehr produziert werden. Dies ist etwa zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr der Fall.
Eine Frau mit braunen Haaren liegt im Bett und fühlt sich sichtlich unwohl. Eine Hand hält sie an die Stirn, eine an den Bauch.

Wechseljahre: Welche Symptome gibt es?

Als Ursache für viele Symptome sowie Wechseljahresbeschwerden gilt die Veränderung des Hormonhaushalts. Dadurch kommt es zu einer Regulationsstörung des vegetativen Nervensystems. Die Beschwerden sind sehr unterschiedlich und werden von jeder Frau anders empfunden.

Als häufigstes Symptom kann allerdings die Hitzewallung bezeichnet werden. Diese Wechseljahresbeschwerde tritt bereits vor der Menopause häufig auf. Hitzewallungen zeigen sich ganz plötzlich und gehen mit einem Schweißausbruch einher. Die Haut im Gesicht, Hals und Dekolletee kann erröten und starkes Herzklopfen kann sich breit machen. Das starke Schwitzen dauert normalerweise nicht mehr als ein paar Minuten. Dafür können Hitzewallungen mehrmals die Stunde auftreten. Außerdem erscheinen sie vermehrt in den Nachtstunden.

Als weitere häufige Beschwerde gilt die Schlafstörung. Frauen können die Nacht nicht richtig durchschlafen und haben Probleme beim Einschlafen. Als Ursache dafür soll auf die plötzlich auftretenden Hitzewallungen hingewiesen werden. Am Morgen fühlen sich die betroffenen Frauen müde, abgeschlagen und ganz und gar nicht erholt. Dies kann auf die Dauer als sehr belastend empfunden werden.

Weitere Symptome:

  • Psychische Beschwerden: Depression, Stimmungsschwankung, Reizbarkeit und Nervosität zählen zu dieser Gruppe. So kann sich der Mann oder die Familie über die plötzliche Launenhaftigkeit wundern. Von diesen Wechseljahresbeschwerden sind besonders jene Frauen betroffen, die nicht das erste Mal an psychischen Störungen leiden.
     
  • Gewichtszunahme: Das Klimakterium stellt eine Zeit der Umstellung dar. So auch im Bereich Fettverteilung am Körper und Energieverbrauch. Viele Frauen klagen über eine Gewichtszunahme – und das bei gleichbleibender oder verringerter Kalorienzufuhr. Besonders im Bauchbereich lagert sich vermehrt Körperfett an.
     
  • Trockene Haut und Schleimhäute: Schleimhäute im Mund-, Augen- und Scheidenbereich können als trockener empfunden werden. Dies ist auf das Hormon Östrogen zurückzuführen. Die trockene Scheidenschleimhaut kann sowohl Infektionen begünstigen als auch zu Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs führen.

Außerdem folgende Anzeichen:

  • Blasenschwäche
  • abnehmende Leistungsfähigkeit
  • Haarausfall
  • sexuelle Probleme
  • Spannungen in der Brust
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Erschöpfung
  • Übelkeit
  • usw.
Eine Frau und ein Mann im mittleren Alter liegen im Bett. Sie hat ihren Kopf auf seinen Schultern gelegt. Beide lächeln in die Kamera.

Wechseljahre Symptome: Was tun?

Die Beschwerden in den Wechseljahren werden von vielen Frauen als sehr belastend empfunden. Doch es gibt effektive Möglichkeiten, diese zu lindern bzw. ganz verschwinden zu lassen. Eine Hormonersatztherapie oder auch Hormontherapie (kurz HET) wird jedoch von vielen abgelehnt. Im Zuge der Behandlung werden jene Hormone verabreicht, die dem Körper fehlen. Da diese Therapie aber viele Risiken und Nebenwirkungen birgt, wird von vielen Betroffenen eine pflanzliche Alternative bevorzugt.

Besonders Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa), Traubenkerne und Yamswurzel können positiven Einfluss auf das Wohlbefinden der Frau nehmen. Auch Mönchspfeffer wird in diesem Zusammenhang gerne verabreicht. Das Geheimnis der pflanzlichen Wirkung sind Phytohormone, die den weiblichen Hormonhaushalt in Gleichgewicht bringen können. Die Wirkung ist den körpereigenen Hormonen sehr ähnlich.

Außerdem ist die richtige Kombination an Vitaminen sehr wichtig. Vor allem Vitamin B6 kann die hormonelle Ausgeglichenheit unterstützen. Mittlerweile werden Präparate angeboten, die sowohl die genannten pflanzlichen Wirkstoffe als auch Vitamine enthalten.

Um das seelische und körperliche Wohlbefinden positiv zu beeinflussen, kannst du zusätzlich noch einen weiteren Beitrag leisten. Zur Vorbeugung und Linderung können folgende Dinge helfen:

  • gesunde und ausgewogene Ernährung
  • ausreichend Bewegung
  • auf Nikotin und Alkohol verzichten
  • Stress abbauen
  • Übergewicht verringern
  • angepasste Hautpflege gegen Trockenheit