Patchwork und Quilten für Anfänger – Nähe deine eigene Patchworkdecke

Quilten begeistert die Menschen seit Jahrhunderten. Es ist ein Teilgebiet der Nähkunst, das auch heute noch sehr beliebt ist. Manche machen es aus purer Liebe zum Nähen, andere, um sich vollständig in kleinen Details zu verlieren und abzuschalten. Das soll nicht heißen, dass es keine praktischen Vorteile hat, wenn man seinen eigenen Quilt beziehungsweise eine Decke macht. Gibt es eine bessere Möglichkeit, um die kalten Monate des Jahres zu überstehen, als sich unter einer warmen, handgefertigten Decke einzukuscheln? Doch wenn du noch nie zuvor gequiltet hast, wo um alles in der Welt beginnst du dann? Dieser Artikel ist eine kleine Anleitung und bringt dir das Quilten für Änfänger näher. 

Wie funktioniert Quilten für Anfänger – die Grundlagen

Quilten ist eine Methode zum Zusammennähen von Materiallagen. Obwohl es einige Variationen gibt, ist ein Quilt in der Regel eine Decke aus zwei Stoffschichten mit einem dazwischen liegenden Vlies. Das Quilt-Top trägt das Hauptdesign, eine Schicht aus Volumenvlies wird als Polsterung verwendet und die Rückseite besteht normalerweise aus Baumwollgewebe. Das hört sich erstmal nach einem überschaubaren Aufwand an. Doch wie so oft sind auch beim Quilten für Anfänger die Schwierigkeiten in den vielen Details.

Quilten für Anfänger muss nicht schwierig sein. Das Bild zeigt eine farbenfrohe Patchwork Decke.

Material: Wenn das Quilten dich interessiert

Willst du dich selbst mal in der hohen Kunst des Patchwork und Quiltens versuchen, wirst du ein paar Dinge brauchen, darunter:

  • Werkzeuge, wie Rollschneider, Schneidematte und Patchworklineal
  • Stoff
  • eine Anleitung oder
  • einige Freunde, die schon einmal eine Decke genäht haben, 
  • Geduld
  • Sinn für Humor und 
  • die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen, während du lernst.

Es kann außerdem nicht schaden, den Unterschied zwischen Patchwork und Quilten zu kennen. Ersteres beschreibt die Struktur der Decke. Nachdem du mehrere Blöcke mit verschiedenen Mustern oder einzelnen Reihen von Streifen gemacht hast, werden sie genäht und bilden die obere Schicht deiner Decke. Alternativ kannst du die einzelnen Quadrate auch mit nur einem einzigen Design gestalten und dieses in deinem Schnittmuster so lange wiederholen, bis die fertige Decke die gewünschte Größe hat. Letzteres, also das Quilten, beschreibt den Prozess, bei dem alle drei Lagen zusammengefügt werden. Das Quilten kann übrigens sowohl mit einer Nähmaschine, als auch von Hand durchgeführt werden.

Diverse Nähmaterialien und Werkzeuge, die zum Quilten benötigt werden.

Tipps zum Handquilten

Das Handquilten ist eine Methode, bei der eine Decke mit Nadel und Faden von Hand abgesteppt wird. Mit einem sogenannten laufenden Stich durch die jeweiligen Lagen von Stoffen werden diese miteinander verbunden. In diesem Prozess wird häufig ein Stich verwendet, bei dem man die Nadel durch das Gewebe auf der rechten Seite eindrückt und dann wieder durch die linke Seite des Gewebes nach oben zieht, um den Stich zu sichern. Alternativ kannst du auch einen Schaukelstich verwenden. Leg dazu eine Hand auf die obere Schicht, um die Nadel nach unten zu führen und die andere Hand unter den Stoff, um die Nadel wieder nach oben zu drücken.

Eine Frau arbeitet an einem Patchwork-Quilt.

Anleitung zum maschinellen Quilten

Das maschinelle Quilten ist ein etwas schnellerer Prozess, bei dem die Lagen mit einer Nähmaschine zusammenfügt werden. Sobald Top, Vlies und Rückseite mithilfe eines speziellen Klebesprays zusammengefügt sind, näht man über die gesamten Lagen und verbindet so die Schichten sicher miteinander. Du kannst gerade Reihen nähen oder die Nähte als zusätzliches Gestaltungsmerkmal nutzen. Eine gute Idee ist es zum Beispiel, durch das Nähen komplementäre Muster in die Top-Schicht zu schneiden.

Longarm Quilting

Um es sich aber noch angenehmer zu machen, besteht zum einen die Möglichkeit, sich seinen Quilt professionell mit einer sogenannten Longarm Quiltmaschine quilten zu lassen, oder sich auch selber daran zu versuchen und sich stundenweise eine Longarm zum selber quilten zu mieten.

Eine Frau bearbeitet mit einer Nähmaschine ein Quilt.

Quilting und Patchwork-Blöcke

Ein traditioneller Patchwork-Quilt besteht aus Blöcken. Patchworkblöcke sind Quadrate, die aus sich wiederholenden Mustern und Formen mit je unterschiedlichen Farben bestehen. Die Blöcke können beliebig groß sein. Jeder Block besteht aus den sogenannten Patches – im Wesentlichen sind Blöcke also ein Gitter aus Quadraten. Eine kleine Anzahl der vielen existierenden Blockdesigns sind:

  • Nine Patch
  • Ohio Star
  • Pinwheel

Wenn du dich für eine Blockgröße entschieden hast, kannst du Muster und Designs innerhalb dieser Struktur erstellen. Sobald die Blöcke konstruiert sind, werden sie zusammengefügt, bis die gewünschte Größe für den Quilt erreicht ist.

Diverse Materialien zum Quilten sowie verschiedene Stoffe liegen auf einem Nähtisch.

Hab keine Angst, beim Quilten als Anfänger um Hilfe zu bitten

Erwarte nicht, beim ersten Mal gleich eine perfekte und tolle Decke zu erschaffen! Gönne dir viel Raum zum Wachsen! Patchworken ist etwas, das Zeit, Liebe und Hingabe braucht, bis man es meistert. Arbeite am besten zunächst mit erfahrenen Quiltern zusammen und verlass dich auf ihre Tipps.

Nun viel Spaß bei deinem Einstieg ins Patchwork und Quilten!

Eine Frau hilft einer anderen Frau beim Quilten an der Nähmaschine.
Der Experte dahinter
Juliane Beham von Stardust Quilts

Beham Juliane

Schon als Kind erlernte Juliane Beham den Umgang mit Nähmaschine, Stoffen, Nadel und Faden. Vor nunmehr zehn Jahren begann sie mit dem Patchworken und Quilten und bietet nun Kurse und Auftragsarbeiten an.