Liebesbeziehungen und weshalb sie so oft scheitern

„Wenn Deine Beziehung scheitert, dann bist immer Du selbst verantwortlich dafür.“

Ach wie schön es doch ist, wenn man verliebt ist! Die Hormone durchfluten unseren Körper und wir fühlen, sehen und erleben rundherum nur Gutes. Wir arbeiten, bewältigen den Alltag mit all seinen Pflichten, wir telefonieren mit unserem Schwarm, vergessen zu essen, schreiben Gedichte, singen Lieder und kriegen die ganze Nacht kein Auge zu. Trotzdem, trotzdem sind wir voller Energie. Ach, es ist einfach herrlich! Doch irgendwann lassen die Hormone wieder nach und der Alltag beginnt in unsere Beziehung einzudringen. Doch sind es wirklich nur die Hormone, die für all das verantwortlich sind? Nein, natürlich nicht. Ein Teil ja, aber der weit größere Teil davon liegt an uns selbst. Wenn wir die wesentlichen Punkte erkennen wollen, weshalb diese unbeschwerte Freude sich verflüchtigt, dann müssen wir uns folgende Frage stellen: Was hat sich in meiner inneren Haltung verändert?

Inhalt:

Ein Paar sitzt nebeneinander und macht den Eindruckt, dass die Beziehung scheitert

Warum scheitern Beziehungen?

Die ersten Tage und Monate haben wir eins nämlich nicht getan: Ansprüche gestellt! Wir trauten uns, als alles neu war, nicht, den anderen in irgendeiner Weise einzuschränken. Wir haben ihn einfach so genommen, wie er war. Da wir unsicher waren, ob der andere bei uns bleibt oder nicht, haben wir uns intuitiv so benommen, wie es eigentlich immer sein sollte. Wir waren einfach nur froh, den geliebten Schatz zu sehen, Zeit mit ihm zu verbringen. Einfach Da-Sein, gemeinsam Eins zu Sein.

Wir haben dem anderen weder gesagt, was er zu tun, noch was er zu lassen hat. Wir verlangten keine Treue und suchten keine Kontrolle. Die eigenen Ansprüche waren auf ein Minimum beschränkt und man kannte nur ein Ziel: den anderen glücklich zu machen.

Dann veränderten wir uns. Unser eigenes Glücklichsein stand plötzlich wieder im Vordergrund und somit erwachte die Angst. Die Angst vor Verlust, die Angst davor, nicht geliebt zu sein und letztlich die Angst, nicht gut genug zu sein. Da ging es los, respektive von da an ging es bergab. Wir begannen Ansprüche zu stellen und Erwartungen zu haben. Nun eröffneten wir also ein riesiges Feld der Verletzbarkeit. Weil man ja nicht verletzt werden will, begannen wir uns zu schützen. Dieser Schutz trennt. Die Angst verunsichert und unser Verlangen nach Liebesbeweisen wuchs. Bald wusste der andere nicht mehr, wie er uns von einer Liebe überzeugen kann. Nun wird es ernst. Nun regiert die Angst und beginnt mit dem Verkehrtesten, was man in einer Beziehung machen kann: Festhalten!

Ein Mann versucht die Liebe einer Frau festzuhalten

Warum sollten wir nicht festhalten?

Wenn das Gemeinsame-Sein vom Haben-wollen bedroht ist, verliert das Sein. Angst will nicht Sein, sondern besitzen. Das ist MEINE Freundin. Das ist MEIN Freund. Falsch! Zu Beginn haben wir nämlich so gefühlt: Ich bin der Freund von... Ich bin die Freundin von... und wir waren stolz darauf. Nicht der andere ist an meiner sondern ich an seiner Seite! Das ist ein kleiner aber wesentlicher Unterschied wie ich finde. Anyway, was ich sagen will ist folgendes: Sobald man – in welcher Art auch immer – anfängt festzuhalten, ist es vorbei. Denn dann regiert fortan die Angst.

Liebe muss frei sein. Liebe muss dem anderen einen Raum schaffen, indem alles sein darf. Sobald irgendwelche Ansprüche im Raum stehen, ist Freisein nicht mehr möglich. Liebe, die sich eingeengt fühlt, stirbt. Ganz zu Beginn der Beziehung liebte man sich einfach so, wie man ist. Ohne Ansprüche, ohne Erwartungen und ohne Besitzansprüche. Und da lief es phantastisch, oder? Fein, dann haben wir soeben die Lösung für eine beständige, glückliche und beidseitig erfüllende Beziehung entdeckt. Liebe blüht nur in Freiheit! Echte Freiheit verbindet und verpflichtet einander mehr als man es mit allen Ansprüchen je bekommen kann. Ich spreche von Liebe. Freie Liebe ist nicht gleichbedeutend mit freiem Sex! Das kann dazugehören, muss aber nicht. Aber eins ist sicher: Die Chancen auf echte Treue besteht nur dort, wo sie nicht verlangt wird.

Generell ist das Setzen von gegenseitigen Grenzen immer nahezu eine Garantie für zukünftige Grenzüberschreitungen. Wenn wir eines Tages raus finden, dass es nicht darum geht, geliebt zu werden, sondern zu lieben, dann kann unserer Beziehung nichts mehr im Wege stehen.

Eine solche erfüllende Beziehung wünsche ich allen Menschen.

Der Experte dahinter

Bruno Würtenberger

Bereits in jungen Jahren brachte Bruno Würtenberger dem menschlichen Bewusstsein eine außerordentliche Faszination entgegen. So entstand das Bewusstseins-Training Free Spirit® mit Sitz in Bäretswil.