UV-Nagellack entfernen: So wirst du Shellac wieder los

Shellac und anderer UV-Nagellack ist ganz besonders haltbar und macht wochenlang Freude. Um diese Haltbarkeit zu erreichen, wird der Nagellack unter der UV-Lampe gehärtet. Das bedeutet aber auch: Mit normalem Nagellackentferner kannst du ihn nicht mehr entfernen. Wenn du zum Entfernen nicht noch einmal ins Nagelstudio gehen möchtest, brauchst du ein bisschen Know-how. Wir erklären dir, wie du Shellac auch zu Hause entfernen kannst.

Fingernägel mit hellem UV-Nagellack

Nagellackentferner mit Aceton zum Entfernen von Shellac

Bei normalem Nagellack empfiehlt man acetonfreien Nagellackentferner, weil er Nägel und Nagelhaut weniger angreift. Damit kommst du bei UV-Lack allerdings nicht weit. Hier musst du schon ein wenig schärfere Mittel anwenden. Deshalb brauchst du zur Entfernung unbedingt einen Remover mit Aceton. Alternativ kannst du auch einen speziellen Remover für UV-Lack nutzen, dieser ist allerdings teurer. Außerdem brauchst du Wattepads, ein wenig Alufolie, ein Rosenholzstäbchen und zwei Nagelfeilen: eine gröbere mit einer Körnung ab 240 und eine feine zum Polieren mit einem Körnungsgrad von 400.

So gehst du vor, um den Shellac von den Nägeln zu entfernen:

  1. Zunächst musst du den Nagellack gründlich aufrauen. Dadurch dringt der Nagellackentferner später tiefer in den UV-Lack ein und löst ihn besser an. Nutze deshalb die gröbere Nagelfeile zum Aufrauen! Vorsicht, dass du deine Nägel dabei nicht beschädigst!
  2. Schneide Wattepads in der Mitte durch und tränke sie großzügig in Nagellackentferner mit Aceton!
  3. Wickle die getränkten Wattepads eng um die Nägel und befestige sie mit einem Stück Alufolie! Achte darauf, dass die Pads eng anliegen, sonst kann das Aceton nicht ausreichend in den Lack eindringen!
  4. Lass den Remover fünf bis zehn Minuten einwirken! Nach fünf Minuten kannst du mit dem Rosenholzstäbchen einen ersten Test machen: Lege einen Nagel frei und prüfe, ob du den Shellac mit dem Stäbchen problemlos entfernen kannst! Wenn nicht, solltest du noch ein wenig warten.
  5. Nach der Einwirkzeit solltest du den UV-Nagellack problemlos mit dem Rosenholzstäbchen abreiben können.
  6. Wenn noch Reste des Lacks übrig sind, die sich nicht entfernen lassen, kannst du zur feineren Nagelfeile greifen und sie vorsichtig abschleifen.
  7. Pflege anschließend Nägel und Nagelhaut mit einem guten Nagelöl!
Fingernägel sind in Alufolie gewickelt

UV-Nagellack im Nagelstudio entfernen lassen

Natürlich kannst du auch ins Studio gehen und den Lack dort abnehmen lassen. Wenn du direkt neuen Gel- oder UV-Lack möchtest, lohnt sich das meistens. Aber dieser "offizielle" Weg hat auch Nachteile:

  • Du musst zusätzliche Zeit investieren, um zum Nagelstudio zu fahren.
  • Natürlich kostet das Entfernen des Lacks dort auch wieder Geld.
  • Häufig wird der Lack im Studio abgeschliffen, was den Nägeln schaden kann.

Deshalb versuchen sich viele Nutzerinnen lieber an der Methode mit Aceton – meist mit gutem Erfolg.

Achtung: Methode funktioniert nicht bei jedem Shellac

Du bist nach unserer Methode vorgegangen, konntest den UV-Nagellack aber trotzdem nicht komplett loswerden? Dann handelt es sich vielleicht nicht um den Original Shellac. Manche Nagelstudios verwenden Mischungen aus gewöhnlichem Nagellack und Gellack oder greifen zu Billig-Shellacs. Diese Mischungen reagieren manchmal nicht so gut auf den Nagellackentferner. Sie lassen sich nur noch durch Abschleifen entfernen, mit den bekannten Nachteilen für deine Nägel. 

Deshalb solltest du dich vorher erkundigen, welchen UV-Nagellack dein Studio verwendet. Beim Kauf für die Heimanwendung solltest du ebenfalls auf gute Qualität deines UV-Nagellacks achten. Wenn es der echte Shellac ist, wirst du ihn später auch zu Hause wieder los. Bei manchen anderen Produkten kann es schwieriger werden.

Nägel unter der UV-Lampe

Vorteile und Nachteile von Shellac

UV-gehärteter Nagellack wird immer beliebter. Kein Wunder, er hat schließlich eine ganze Reihe an Vorteilen:

  • Wenn der Nagellack richtig aufgetragen wird, ist er extrem kratzfest und stoßfest.
  • Dadurch ist er sehr haltbar. Bis zu drei Wochen lang bleibt die Farbe auf deinen Nägeln.
  • Weil der Lack so robust ist, kannst du ihn auch nutzen, wenn deine Nägel bei der Arbeit oder im Hobby stärkeren Belastungen ausgesetzt sind.
  • UV-Nagellack trocknet durch die Nutzung der UV-Lampe extrem schnell.
  • Im Gegensatz zu Nägeln aus Gel ist der UV-Lack sehr viel dünner. Er sieht deshalb mehr aus wie gewöhnlicher Nagellack. Wer bunte Farben liebt, aber trotzdem einen eher natürlichen Look mag, wird Shellac lieben.
  • Nagellack mit UV-Härtung kann fast auf jedem Nagel genutzt werden. Die Fingernägel brauchen keine bestimmte Länge und auch keine Vorbehandlung.
  • Der Lack schützt die Nägel sogar und stärkt sie. Das natürliche Wachstum wird nicht eingeschränkt.
  • Wenn du dir eine UV-Lampe zulegst, kannst du Shellac auch leicht zu Hause auftragen. Dadurch sparst du im Vergleich zu Gelnägeln aus dem Nagelstudio sehr viel Geld.

Natürlich gibt es auch beim Shellac einige Nachteile:

  • Durch die lange Haltbarkeit ist ein kurzfristiger Wechsel der Farbe nur schwer möglich. Wenn du bei deinen Fingernägeln also gerne Abwechslung hast, ist gewöhnlicher Nagellack wahrscheinlich besser für dich geeignet.
  • Das Entfernen ist, wie du schon gesehen hast, aufwendiger und schwieriger als bei normalem Nagellack. Da du Aceton oder einen speziellen Remover verwenden musst, ist es auch weniger schonend für die Nägel und für die Haut an den Fingern.
  • UV-Lack ist teurer als normaler Nagellack, vor allem dann, wenn man eine UV-Lampe mit einberechnen muss.
  • Bei der Anwendung von UV kann theoretisch das Hautkrebsrisiko erhöht werden. Allerdings dauert die Härtung der Fingernägel unter dem UV-Licht nur wenige Minuten, daher ist diese Gefahr gering. Wenn du kein Risiko eingehen willst, kannst du auf die Haut an deinen Fingern vorher einen UV-Blocker auftragen.

Shellac besteht übrigens aus einem dickflüssigen UV-Gel und Farbpigmenten.