Wiederaufbau der Brust nach Mastektomie – Methoden und Behandlungen nach Brustkrebs

Die Diagnose Brustkrebs trifft Frauen ins Mark. Oft ist eine Mastektomie (Brustentfernung) für das eigene Überleben notwendig. Das stellt für viele neben der physischen auch eine schwere psychische Belastung dar. Frauen sollten sich aber bereits am Beginn der Therapie Gedanken zum Wiederaufbau der Brust nach der Operation machen. Dafür stehen mehrere Methoden zum Wiederaufbau der weiblichen Brust zur Verfügung.

Frau mit pink Ribbon, Symbol gegen Brustkrebs

Was ist eine Mastektomie?

Brustkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Derzeit erkrankt eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Allerdings gehört diese Krebserkrankung nicht zu den gefährlichsten. Frühzeitig erkannt und mit der entsprechenden Behandlung und anschließenden Therapie sind nach der Diagnose nach fünf Jahren mehr als 80 Prozent der Fälle noch am Leben. Die Behandlung dieser Krebsart wird heute schon mit weniger belastendenden Methoden durchgeführt als früher. Dennoch ist nach einer Brustkrebserkrankung oft eine Mastektomie nötig. Das bedeutet, dass die gesamte Brust entfernt wird, damit der Krebs im Idealfall nicht wiederkehrt.

Welche Methoden der Mastektomie gibt es?

Unter einer Mastektomie versteht man eine Entfernung der Brustdrüse, die entweder ein- oder beidseitig sein kann. Es gibt bei der Entfernung der Brust verschiedene Methoden:

  • einfache Mastektomie
  • radikale Mastektomie
  • subkutane Mastektomie
  • skin sparing Mastektomie

Welcher Eingriff vorgenommen wird, hängt von der Patientin und der nachfolgenden Brustrekonstruktion ab. In den meisten Fällen lässt sich noch im selben Eingriff die Brust mit Implantaten oder körpereigenem Gewebe wiederherstellen. Jede Patientin sollte sich deshalb bereits im Vorfeld einer Mastektomie Gedanken zum Brustaufbau machen. Auch bei Frauen, bei denen eine brusterhaltende Operation vorgenommen wird, kann es danach zu einem erheblichen Größenunterschied kommen, was wiederum einen Brustaufbau sinnvoll macht. Hier ist es oft möglich, die gesunde Brust in einer weiteren Operation anzugleichen und zu verkleinern oder einen Brustaufbau mittels Silikonimplantat vorzunehmen. Eventuell ist es auch hier notwendig, die Brustwarze mitzuentfernen. Auch in diesem Fall kann eine Operation zum Wiederaufbau für die Frau hilfreich sein.

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Warum sollte man sich bereits bei der Entfernung der Brust Gedanken über die Brustrekonstruktion machen?

"In vielen Fällen ist nach einer Erkrankung an Brustkrebs eine Mastektomie mit anschließendem Brustaufbau medizinisch notwendig", weiß Dr. med. Alexander Papp. Er hat sich auf plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie spezialisiert und zählt gemeinsam mit seinem Vater Univ. Prof. Dr. Christoph Papp zu den führenden Experten auf diesem Gebiet. Gemeinsam führen die beiden ihre Praxis in Salzburg. In ihrer 30-jährigen Erfahrung mit der Rekonstruktion der weiblichen Brust mit Eigenfett oder Implantaten haben sie selbst mehrere Methoden zur Operation entwickelt. "Unsere Erkenntnisse auf diesem Gebiet durften wir in vielen Vorträgen und Arbeiten weltweit präsentieren", so Dr. Papp. "Für Patientinnen ist die Entfernung der Brust nach einer Brustkrebserkrankung neben der physischen Einschränkung auch eine enorme psychische Belastung", erklärt Dr. Papp. Die Mastektomie stellt nicht nur den Verlust eines Organs dar, das eine wichtige Funktion erfüllt. Die Brust steht außerdem für Weiblichkeit. Wird sie nun durch eine Mastektomie ohne einen Brustaufbau entfernt, kann das zu einer enormen Belastung für die Patientin werden. 

Patientinnen sollten sich aber schon vor der Entfernung der Brust über eine Rekonstruktion Gedanken machen. Denn je nachdem, welche Methode verwendet wird, werden bereits während des Eingriffs erste Maßnahmen zur Brustrekonstruktion getroffen. Zur Wahl steht eine Rekonstruktion mit Implantaten oder ein Wiederaufbau mit Eigengewebe. Auch das Tragen einer Prothese ist eine Möglichkeit. Diese Prothesen bestehen meist aus Silikon und werden in den BH eingelegt. Nur wenn eine dauerhafte Rekonstruktion nicht möglich oder erwünscht ist, wird auf außenliegende Prothesen zurückgegriffen. In den meisten Fällen entscheiden sich die Patientinnen aber für eine Brustrekonstruktion mit Eigenfett oder Implantaten.

Wie funktioniert eine Brustrekonstruktion mit körpereigenem Gewebe?

Bei dieser Methode werden Lappen mit Haut vom Unterbauch, Rücken oder Gesäß verpflanzt. Dabei werden diese Hautlappen mit oder ohne Gefäß oder Muskulatur versetzt. Nach etwa drei bis sechs Monaten muss die zweite Brust angeglichen werden. Zu diesem Zeitpunkt wird auch die Brustwarze rekonstruiert.

Ein Vorteil der Brustrekonstruktion mit Eigengewebe ist, dass im Lauf der Zeit kaum mehr Korrekturen an der Brust durchzuführen sind. Außerdem verändert sich die Brust bei größeren Gewichtsschwankungen mit, was bei einer Rekonstruktion mit Implantaten nicht der Fall ist. Auch bei einer Strahlentherapie ergeben sich bei einem Brustaufbau mit Eigenfett oft weniger Probleme.

Der Nachteil dieser Operation liegt darin, dass am Körper an mehreren Stellen Narben entstehen, nämlich auch dort, von wo die Hautlappen entnommen werden. Der Erfolg von solchen rekonstruktiven Operationen hängt vor allem von der Erfahrung und der Routine des Chirurgen ab. "In jedem Fall sind ausführliche Gespräche mit der Patientin notwendig, um die richtige und vor allem individuell passende Behandlung zu finden", betont Dr. Alexander Papp.

Wie funktioniert die Brustrekonstruktion mit Implantaten?

Mehr als 70 % aller Brustrekonstruktionen nach einer Tumorentfernung geschehen mit Implantaten. Diese Implantate bestehen meist aus Silikon oder einer Hülle aus Silikon, die mit Kochsalzlösung, Silikongel, einer Mischung aus beidem oder anderen Materialien, gefüllt ist. Die Implantate werden entweder vor oder hinter dem Brustmuskel eingesetzt.

Im Zuge dieses Eingriffs werden auch Korrekturen durchgeführt und die Brustwarze gebildet. Der Aufwand zur Rekonstruktion mit Implantaten ist meist geringer als bei einem Wiederaufbau mit Eigengewebe. Allerdings ist die Lebensdauer von Implantaten begrenzt und das Ergebnis nicht immer dauerhaft.

Bei einer Therapie mit Strahlen können eher Probleme wie Wundheilungsstörungen oder Kapselfibrosen auftreten. Ob Strahlentherapie oder nicht – in jedem Fall ist eine ausführliche Beratung zur Brustrekonstruktion durch den Chirurgen unbedingt notwendig – und das bereits in einem frühen Stadium, im Vorfeld der Therapie.

Frau hält Implantate zum Wiederaufbau der Brust

Kann man das Risiko für eine Brustkrebserkrankung minimieren?

In manchen Fällen kann eine Operation zur Brustentfernung einer Krebserkrankung vorbeugen. Allerdings ist diese Methode mit Vorsicht zu genießen. Gab es in der Familie bereits Brustkrebs, kann ein Gentest Klarheit schaffen, ob die Erkrankung weitervererbt werden kann. Denn wenn das BRCA1 oder BRCA2 Gen in der DNA der Frau nachgewiesen wird, ist die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, um etwa 60 % höher als normalerweise.

Einige Frauen entscheiden sich in so einem Fall sogar für eine vorsorgliche Mastektomie mit anschließender Brustrekonstruktion. Im Zuge dieses Brustaufbaus werden auch die Brustwarzen entfernt und im Anschluss wieder rekonstruiert.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.

Der Experte dahinter
Dr. Alexander Papp, Salzburg

Papp Alexander, Dr.

Dr. med. Alexander Benedict Papp ist plastischer und ästhetischer Chirurg sowie Wiederherstellungschirurg in Salzburg und spezialisiert auf minimal-invasive Behandlungsmethoden.