Depression: Vitamin D3 Mangel als Ursache für schlechte Stimmung?

Fehlendes Sonnenlicht gilt als Hauptursache einer Depression mit Vitamin-D3-Mangel. Betroffen sind vor allem Mittel- und Nordeuropäer. Der Grund: 90 % des Sonnenvitamins werden bei direktem Kontakt mit Sonnenlicht über die Haut produziert. Im Winter steht die Sonne jedoch nicht hoch genug, um dringend benötigte UVB-Strahlen absorbieren zu können. Folge: Eine Depression aufgrund des Vitamin-D3-Mangels.

Eine Frau sitzt deprimiert auf einer Couch

Depression: Vitamin-D-Mangel betrifft viele

Ein Mangel an Vitamin-D3 und die damit verbundene Depression wird von vielen Leuten unterschätzt. In Österreich beispielsweise ist die Intensität der Sonnenbestrahlung nur in den Frühlings- und Sommermonaten hoch genug, um genügend Vitamin D3 (oder kurz: Vitamin D) produzieren zu können. Zusammengefasst sind das lediglich etwa sechs Monate. Das restliche Jahr geht mit einem Lichtmangel einher.

Ein moderner Lifestyle begünstigt diesen Mangel zusätzlich. Häufig verbringen wir unseren Arbeitsalltag im Büro, die freien Stunden ist man in Cafés oder Shopping-Centers und zum Trainieren geht man ins Fitness-Studio. Mit anderen Worten: Der Großteil unseres Lebens spielt sich in geschlossenen Räumen ab.

Dabei kann jede Altersgruppe, egal ob Säugling oder ältere Person, betroffen sein. Es gibt jedoch einen Zusammenhang zwischen zunehmendem Alter und der Häufigkeit einer Depression aufgrund des Mangels an Vitamin-D3. Ältere Leute sind häufiger betroffen.

Eine amerikanische Studie hat ergeben, dass etwa 40 Prozent der Gesamtbevölkerung der USA einen Vitamin-D-Mangel aufweisen. In Mitteleuropa dürfte es ähnlich sein. Bei den über 65-jährigen Frauen waren es sogar 75 Prozent. Die Tendenz ist in den Wintermonaten stark steigend. Man könnte also von einer wahren „Volkskrankheit“ sprechen.

Vor allem durch unseren Lifestyle und die lange Arbeit im Büro kann es zu Lichtmangel und somit Vitamin D3 Mangel kommen

Ist D3 ein Vitamin?

Streng genommen handelt es sich bei Vitamin D um kein echtes Vitamin. Denn als solches werden jene Substanzen bezeichnet, die der Körper nicht selbstständig produzieren kann. Sie müssen dem Körper von außen zugeführt werden. Vitamin D nimmt hier eine Sonderstellung ein, denn die Vorstufen zu diesem werden vom Körper selbst hergestellt. Zur endgültigen Produktion wird folgend Sonnenlicht benötigt. Es ist also eher ein „Prohormon“ als ein „Vitamin“, jedoch wird es aus historischen Gründen als Vitamin bezeichnet.

Da die Sonne einen wesentlichen Bestandteil zur Herstellung von Vitamin D leistet, wird es auch gerne als das „Sonnenvitamin“ bezeichnet. Entgegen aller hautärztlichen Ratschläge sind kurze Sonnenbäder ohne Sonnencreme für die Produktion des Sonnenvitamins und für einen ausgeglichenen Vitamin-D-Spiegel sehr wichtig. Denn schon ein Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 8 beeinträchtigt die Produktion erheblich, bei Lichtschutzfaktor 15 ist sie dann überhaupt nicht mehr gegeben.

Natürlich ist hier nicht von stundenlangem Sonnenbaden die Rede. Im Sommer genügen häufig schon wenige Minuten in der Sonne. Hellere Hauttypen benötigen dabei weniger Sonne als dunklere. Im Winter werden tägliche Spaziergänge im Freien empfohlen, wobei du auf dein Make-up achten solltest. Oftmals sind in Kosmetikprodukten Sonnenschutzmittel enthalten, die jedoch die Produktion des wichtigen Vitamins verhindern können. Es gibt jedoch bereits eine Menge an Kosmetika denen zusätzliche Vitamine beigesetzt sind. So wird die Vitamin-D-Versorgung unterstützt und einem Vitamin-D-Mangel vorgebeugt.

Wie wird Vitamin D gespeichert?

Hat man im Sommer genug Sonne getankt und Vitamin D3 produzieren können, so wird dieses im Körper für die dunklere Jahreszeit gespeichert. Es zählt zu den fettlöslichen Vitaminen und wird deshalb im Körperfett angesammelt. Übergewichtige Menschen leiden häufiger an der Mangelerscheinung Depression. Der Grund: Das Prohormon wird zwar im Körperfett eingelagert, es wird jedoch häufig nicht mehr ans Blut abgegeben.

Fühlst du dich gesund?

Vitamin D3 ist nicht nur für gute Stimmung verantwortlich. Auch der Kalzium- und Phosphatstoffwechsel wird wesentlich davon beeinflusst. Dies ist besonders wichtig für den Knochenaufbau und die Zahnentwicklung. Zusammen mit Kalzium spielt es eine wichtige Rolle bei der Osteoporose-Prophylaxe. Es trägt außerdem einen wesentlichen Beitrag zu unserem Immunsystem bei. Auch bei rheumatischen Erkrankungen kann das „Sonnenvitamin“ zu einer Verbesserung führen.

Da Vitamin D den Knochenaufbau, die Muskeln und Gelenke unterstützt, ist es für ältere Personen sehr wichtig. Das Risiko für Knochenbrüche wird reduziert, außerdem werden Gang und Haltung gestärkt. 

Der Weg zur Depression: Welche Ursachen kann Vitamin D3 Mangel haben?

Der empfohlene Richtwert für die Zufuhr liegt bei 20 Mikrogramm täglich. Jedoch wird dieser Wert von Wissenschaftlern ständig diskutiert, da er häufig als zu niedrig angesehen wird. Die Hauptursache eines Vitamin-D-Mangels liegt in unseren Breiten am fehlenden Sonnenlicht, was die Vitamin D Produktion erheblich erschwert. Vor allem die Herbst- und Wintermonate sind von Lichtmangel gekennzeichnet. In dieser Zeit werden unsere Vitamin-D-Speicher entleert. Ist der Vitamin-D-Spiegel zu niedrig, fühlen wir uns schnell depressiv. Die Folge ist eine saisonal abhängige Depression, nämlich die Winterdepression - auch bekannt unter Winterblues. Eine Vitamin-D-Therapie ist in diesem Fall genauso empfehlenswert wie eine Lichttherapie.

Weitere Ursachen:

  • Adipositas (Fettleibigkeit)
  • zunehmendes Alter: Reduktion der Vitamin-D-Synthese
  • Tumore
  • Hauterkrankungen, welche zu einer Reduktion der Vitamin-D-Synthese führen können
  • Nierenerkrankungen
  • Leber- oder Gallenerkrankungen
  • genetische Störungen
  • Erkrankungen der Nebenschilddrüse
  • bestimmte Medikamente

Welche Symptome kann ein Vitamin-D-Mangel haben?

Bei der Depression aufgrund eines Mangels an Vitamin D3 fühlen wir uns schlapp, energielos, müde und traurig. Nervosität, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme sind weitere Begleiterscheinungen.

Da das Prohormon ein wichtiger Vitalstoff für unseren gesamten Körper ist, kann sich ein Mangel in unterschiedlichster Form bemerkbar machen. Die Symptome sind vielfältig.

Hier sind einige Symptome aufgelistet:

  • Die Fingernägel sind brüchig oder haben weiße Flecken
  • ständige Kopfschmerzen
  • Skelettschmerzen
  • epileptische Anfälle
  • Herzrhythmusstörungen
  • Muskelschwäche
  • Knieschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Antriebslosigkeit
  • Hautprobleme
  • verlangsamtes Denken
  • dünnes Haar
  • u. v. m.
  • Eine Frau scheint Skelettschmerzen zu haben
  • Eine Frau scheint langsam zu denken
  • Eine Frau im Bett kämpft mit Abgeschlagenheit

Mangel an Vitamin D3: über Jahre sehr gefährlich

Liegt über mehrere Jahre hinweg ein Vitamin-D-Mangel beziehungsweise ein eher geringer Vitamin D Level vor, so kann die Gesundheit erheblichen Schaden davon tragen. Laut amerikanischen Studien kann der Mangel zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen, also Herzinfarkt, Herzversagen und Schlaganfall. Des Weiteren geht aus den Studien hervor, dass ein Zusammenhang zwischen einem erhöhten Risiko einer Depression und einem niedrigen Spiegel besteht. Je höher der Mangel, desto schwerer ist häufig die Depression. Auch soll es einen Zusammenhang zu bestimmten Krebs-Arten geben.

Wie kann man einen Vitamin D3 Mangel feststellen?

Da man selbst nur schwer feststellen kann, ob ein Vitamin-D-Mangel vorliegt, ist eine Untersuchung beim Arzt empfehlenswert. Natürlich weisen bestimmte Anzeichen auf ein Defizit des wichtigen Prohormons hin, Gewissheit bringt jedoch nur eine Blutuntersuchung.

Studien haben gezeigt, dass das Risiko einer Depression aufgrund eines Mangels an Vitamin D3 ab einem Blutspiegel von 30 ng/ml erkennbar abnimmt. Diesen Wert erreicht man normalerweise mit Dosen von 2000 - 3000 IE (Internationalen Einheiten) pro Tag. Der empfohlene Tagesbedarf liegt bei 20 Mikrogramm D3, was 800 IE entspricht. Wie bereits erwähnt, sehen viele Wissenschaftler den empfohlenen Wert als zu niedrig an. In Amerika ist es beispielsweise üblich, Lebensmittel mit D3 anzureichern, um den Mangel auszugleichen.

Was tun gegen die Depression? Hilft eine ausgewogene Ernährung?

In dunklen Wintermonaten ist die Sonnenintensität reduziert und Vitamin D3 kann nicht ausreichend über die Haut produziert werden. Kann durch Ernährung dieses Defizit wettgemacht werden? Nicht immer. Am besten geeignet sind Fettfische wie Lachs, Hering, Aal und Forelle, die einen hohen D3 Gehalt aufweisen. Bei Eiern oder Käse ist der Gehalt um einiges niedriger. Es müssten große Mengen verzehrt werden - wie fünf Eier/Tag oder 22 Liter Milch/Tag- um positive Wirkungen zu erzielen. Dies ist praktisch unmöglich.

Nahrungsmittel für eine ausgewogene Ernährung liegen auf einem Teller

Depression: Vitamin D3 Mangel durch Tabletten ausgleichen

Wissenschaftler und Forscher sind sich über die positive Wirkung von Vitamin D einig. Dennoch wird es noch einige Zeit benötigen, um klare statistische Auswertungen zu erhalten. Der Einsatz von Vitamin D zur Therapie von Depressionen scheint jedoch vielversprechend. Zum einen, weil das Sonnenvitamin in engem Zusammenhang mit dem Hirnbotenstoff Serotonin steht. Zum anderen, weil das Vitamin zahlreiche nervenschätzende Funktionen aufweist. 

Vorteile von Vitamin-D-Präparaten gegenüber Antidepressiva

Antidepressiva werden häufig von schweren Nebenwirkungen begleitet, die von Betroffenen als sehr belastend empfunden werden. Vitamin-D, beispielsweise in Form von Vitamin-D-Tropfen, kann zu einer Verbesserung der Depression und des Gesundheitszustandes beitragen. Depressive sollten daher zumindest über eine Behandlung mit Präparaten mit hoher Vitamin D Konzentration nachdenken.

Die Vorteile gegenüber Antidepressiva:

  • günstiger
  • frei von schweren Nebenwirkungen
  • Im Sommer ist Sonnenlicht zu Genüge vorhanden, sodass Vitamin-D-Präparate nicht immer notwendig sind. Tägliche kurze Sonnenbäder von wenigen Minuten sind oftmals schon ausreichend.
Eine Frau ist im Sonnenlicht Vitamin D tanken

Schwangerschaft: Viele Frauen weisen Vitamin-D-Mangelerscheinungen auf

Studien haben gezeigt, dass Schwangere im Durchschnitt zu wenig Vitamin D3 zu sich nehmen. Dabei ist dieses für die gesunde Entwicklung des Fötus enorm wichtig. Auch stillende Frauen sollten auf ausreichende Zufuhr des „Sonnenvitamins“ achten, da der Gehalt der Muttermilch vom Vitamin-D-Status der Mutter abhängt. Empfohlen wird daher ein Vitamin-D-Supplement mit hohem Vitamin D Gehalt.

Für nähere Informationen frag bitte deinen Arzt!

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.