Was ist eine Sucht und was kann man dagegen tun?

Computersucht, Alkoholsucht, Handysucht oder Sexsucht. Neben diesen Suchtarten gibt es noch eine Vielzahl von Süchten, die den menschlichen Körper und die Seele negativ beeinflussen.

Frau mit offener Geldbörse neben Einkaufstüten und Schachteln nagt nervös an ihren Fingernägeln

Was ist eine Sucht?

Handy, Social Media und Shopping – was haben diese drei Dinge gemeinsam? Sie können eine Sucht werden, weil die Betroffenen früher oder später abhängig werden.

Unter einer Sucht wird ein physisches oder psychisches Abhängigkeitsverhältnis zu einer Substanz oder einer Verhaltensweise verstanden. Deshalb können die Begriffe »Sucht« und »Abhängigkeit« synonym verwendet werden.

Süchtige Menschen müssen sich mit dem Vorurteil auseinandersetzen, dass die Sucht eine Schwäche ihres Charakters ist. Die Medizin sieht dies jedoch anders. Bei einer Sucht handelt es sich nicht um eine Charakterschwäche, sondern um eine ernstzunehmende Erkrankung. Verantwortlich für ihre Entstehung sind sowohl biologische als auch psychische oder soziale Faktoren. In einigen Fällen ist eine Sucht auch genetisch bedingt, die dadurch ausgelöst wird, dass das Belohnungssystem im Gehirn eines Süchtigen fehlgeleitet ist. Mit der Befriedigung seiner Sucht versucht ein Betroffener, dieses Belohnungssystem wieder wettzumachen. Dies nährt bei ihm die Hoffnung, Euphorie und Wohlbefinden zu empfinden.

Für den menschlichen Körper ist die ständige Befriedigung der Sucht gefährlich, weil der unkontrollierte Wunsch nach dem Suchtmittel mit gesundheitsgefährdenden Folgen oder einer Änderung der Verhaltensweise verbunden sein kann.

Ärzte wissen, dass eine Sucht im Gehirn eines Menschen nachgewiesen werden kann. Betroffenen Menschen kann heute geholfen werden. Diese Erkenntnis hat sich aber in der Gesellschaft noch nicht durchgesetzt. Viele Betroffene leiden unter dem Stigma, das ihnen durch die Sucht auferlegt wird.

Woran erkennt man eine Sucht?

Die Sucht eines Menschen nach Sex, Alkohol oder Drogen lässt sich an verschiedenen Anzeichen ausmachen. Denn die Betroffenen haben ein starkes Verlangen danach, eine Substanz einzunehmen oder eine bestimmte Handlung immer wieder zu tun. Das Verlangen ist so groß, dass ein süchtiger Mensch die Kontrolle über sich selbst verliert. Er muss die Handlung immer öfter wiederholen oder eine bestimmte Substanz immer wieder einnehmen, um seine Sucht zu befriedigen. Bekommt er nicht, wonach er süchtig ist, machen sich Entzugserscheinungen bemerkbar.

Wie entsteht eine Sucht?

Die Sucht nach einer Substanz oder einer bestimmten Verhaltensweise beginnt, wenn das Verlangen hiernach immer größer wird. Der Betroffene konsumiert z. B. Alkohol und merkt, dass er sich wohl damit fühlt. Damit er sich noch wohler fühlen, trinkt er noch mehr Alkohol. Bis zur vollständigen Abhängigkeit ist es dann nur noch ein kleiner Schritt. Bekommt ein Betroffener nicht mehr, wonach er verlangt, wird der Suchtdruck größer. Die süchtige Person kann nicht mehr kontrollieren, wie oft er die Substanz einnehmen oder wie oft er eine bestimmte Verhaltensweise ausführen muss, um seine Sucht zu befriedigen. Außerdem verkürzen sich die Zeiträume, in denen ein Süchtiger seine Sucht nicht befriedigen muss.

Eine Frau sitzt verdutzt auf einem Sofa, im Vordergrund eine Flasche und Weinglas

Welche Suchtarten gibt es?

Es gibt eine Vielzahl von Süchten. Im Folgenden werden einige Suchtarten detaillierter vorgestellt.

Alkoholsucht

Wer unter der Alkoholsucht leidet, sieht sich mit einer schweren seelischen Erkrankung konfrontiert. Es beginnt damit, dass ein übersteigender Konsum von Alkohol dazu führt, dass ein Abhängigkeitsverhältnis entsteht. Kennzeichnend ist, dass betroffene Menschen ein starkes Verlangen entwickeln und es schließlich nicht mehr schaffen, den Tag ohne Alkoholkonsum zu überstehen.

Internetsucht

Ob Handy, PC oder Tablet. Die Internetsucht ist eine schwerwiegende Folge unserer digitalen Welt. Sie kennzeichnet sich dadurch, dass die Betroffenen ohne das Internet nicht mehr auskommen. Die Verhaltensweise führt dazu, dass alle Faktoren der analogen Welt – z. B. ein persönliches Gespräch mit Freunden – nebensächlich werden. Die Auswirkungen sind aber nicht nur im sozialen Umfeld einer betroffenen Person zu sehen. Die Internetsucht hat auch negative Folgen für den Beruf oder die Gesundheit eines Betroffenen.

Frau liegt auf Sofa und surft am Smartphone

Spielsucht

Spielsucht bedeutet, dass die betroffenen Personen einen inneren Zwang zu Glücksspielen verspüren. Dabei ist es dem Betroffenen egal, ob er seiner Sucht in einem Kasino, an einem Spielautomaten oder beim Pferderennen nachgeht. Wichtig ist nur, dass er spielt. Die negativste Folge ist der Verlust des gesamten Vermögens.

Was kann man gegen eine Sucht tun?

Um eine Sucht wirksam zu bekämpfen, muss eine betroffene Person zunächst erkennen, dass sie süchtig ist. Erst dann kann eine Behandlung gegen die Sucht erfolgreich sein. Denn dafür ist es wichtig, dass der Betroffene die Abstinenz zu dem Suchtmittel oder der Verhaltensweise wahrt. Besteht die Sucht in einer unkontrollierten Verhaltensweise (wie z. B. bei der Handysucht oder der Einkaufsucht), kann es auch hilfreich sein, wenn das unkontrollierte Verhalten in ein kontrolliertes Verhalten geändert werden kann.

Für die weitere Behandlung kommt es darauf an, ob die Sucht durch eine bestimmte Substanz oder durch eine bestimmte Verhaltensweise ausgelöst wird.

Im ersten Fall wird der Betroffene entgiftet. Dies bedeutet, dass dem Betroffenen die Substanz entzogen wird. Da dies mit gesundheitsgefährdenden Folgen verbunden ist, muss eine Entgiftung immer unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Hat die Behandlung Erfolg gehabt, wird die betroffene Person entwöhnt.

Soll eine bestimmte Verhaltensweise geändert werden, setzt eine medizinische Behandlung erst bei der Entwöhnung an. Hier steht die Zerstörung der seelischen Abhängigkeit von einer bestimmten Verhaltensweise im Vordergrund.

Fazit

Sucht ist eine Erkrankung, die sich in gefährdender Weise auf den menschlichen Körper und die Seele auswirken kann. Für den Betroffenen bedeutet dies, dass er zu einer Substanz oder einer Verhaltensweise ein starkes Abhängigkeitsverhältnis entwickelt hat.

Eine Sucht lässt sich für die Außenwelt anhand deutlicher Anzeichen wahrnehmen. Diese Anzeichen sind ein starkes Verlangen, der Kontrollverlust und die Entzugserscheinungen. Das starke Verlangen entwickelt sich hierbei wie von selbst. Es entsteht dadurch, dass eine Substanz über den regulären Konsum hinaus eingenommen wird oder der Betroffene ohne das Ausführen einer bestimmten Verhaltensweise nicht mehr leben kann. Für den Betroffenen bedeutet dies, dass er seine Sucht immer häufiger befriedigen muss.

Neben der Sucht nach Alkohol und Drogen gibt es noch eine Reihe weiterer Süchte. Hierzu zählen die Internetsucht, die Einkaufssucht, die Sexsucht und die Spielsucht.

Wer seine Sucht besiegen möchte, muss erkennen, dass er ein starkes Abhängigkeitsverhältnis zu einer Substanz oder einer bestimmten Verhaltensweise hat. Diese Erkenntnis steigert die Motivation einer betroffenen Person, um sich von dem Abhängigkeitsverhältnis zu befreien. Dies ist die optimale Voraussetzung dafür, dass eine medizinische Behandlung gegen die Sucht Erfolg hat. Die medizinische Weiterbehandlung sieht entweder eine Entgiftung oder eine Entwöhnung vor.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.