Warum Biokosmetik?

Einer der größten Vorteile: im Gegensatz zu konventioneller Kosmetik kann Biokosmetik die Haut nachhaltig regenerieren. Warum Biokosmetik von immer mehr Herstellern bevorzugt wird und wie die Wirkung dieser ist, erfährst du hier.

Inhalt:

Eine Frau steht vor einem blühenden Baum

Warum wirkt Biokosmetik anders?

Mineralöle und viele der synthetischen Wirkstoffe in konventionellen Produkten erzielen zwar einen Soforteffekt und lassen die Haut oberflächlich schön und gesund aussehen, dieser Effekt ist aber dahin, sobald das entsprechende Produkt beziehungsweise die gewohnte Kosmetik nicht mehr angewendet wird. Der Hautzustand verschlechtert sich wieder, da der Körper künstliche Stoffe nicht verarbeiten und zur „Reparatur“ geschädigter Haut verwenden kann (böse Zungen behaupten, dass die Industrie gar nicht daran interessiert ist, einen langanhaltenden Effekt zu erzielen – schließlich sollen die Produkte ja möglichst oft nachgekauft werden). Mineralöle wirken überdies okklusiv (sie verschließen die Poren), wodurch die unteren Hautschichten regelrecht erstickt werden und ihre Tätigkeit einstellen. Die Haut produziert also nur noch sehr eingeschränkt wichtige Lipide und kann Feuchtigkeit nur schlecht binden. Mineralöle ersetzen scheinbar diese wichtigen Hautfunktionen, dabei versiegeln sie aber die Haut und gaukeln uns nur oberflächlich ein schönes Hautbild vor.

Das ist übrigens der Hauptgrund dafür, dass die Haut bei Umstellung auf Pflegeprodukte, die aus Inhaltsstoffen aus der Natur bestehen, häufig erst einmal scheinbar negativ reagiert und vermehrt Hautunreinheiten auftreten: Die Pflanzenöle und –extrakte aktivieren die Hauttätigkeit, die Haut kann wieder atmen und es findet ein natürlicher Reinigungsprozess statt, der meist nach wenigen Tagen abgeschlossen ist und die Haut danach umso schöner erscheinen lässt.

Viele in Biokosmetik enthaltene Pflanzenöle sind in ihrer Zusammensetzung hautaffin, das heißt, sie sind den Hautlipiden ähnlich, gehen mit diesen rasch eine Verbindung ein und können sie ergänzen bzw. die Haut dort, wo sie geschädigt ist, regenerieren. Da der Körper natürliche Wirkstoffe nicht als „Fremdkörper“ erkennt, kann er diese vollständig verwerten, der Pflegeeffekt ist effektiver und hält lange an. Dadurch wirst du im Laufe der Zeit bemerken, dass du immer kleinere Portionen deines Pflegeprodukts verwenden musst. 

Bio Kosmetik Produkte stehen nebeneinander

Warum nicht Naturkosmetik?

Mit Naturkosmetik ist man zwar auf einem guten Weg zu sinnvoller Hautpflege, aber Biokosmetik geht noch einen Schritt weiter

Während bei Naturkosmetik konventionelle Rohstoffe verwendet werden dürfen, müssen diese bei Biokosmetik kontrolliert biologischem Anbau entspringen. Auch sind die Anforderungen hinsichtlich Natürlichkeit von Wirk-, Farb- und Hilfsstoffen (wie Emulgatoren, Tenside) bei Naturkosmetik viel geringer.

Die wichtigsten Kriterien zertifizierter Biokosmetik:

Es dürfen keine Mineral- und Silikonöle enthalten sein, denn diese

  • werden aus Erdöl hergestellt (kein erneuerbarer Rohstoff) und chemisch gereinigt
  • gelangen über das Abwasser in die Umwelt und können dort nicht abgebaut werden
  • sind Neutralöle (haben keine Funktion für die Haut, außer als Wirkstoffträger)
  • wirken okklusiv (verschließen die Poren)
  • können vom Körper nicht verarbeitet und abgebaut werden („Schlackenbildung“)

Alle organischen Rohstoffe (also Pflanzenöle und –butter, etc.) müssen aus kontrolliert biologischer Produktion kommen.

  • frei von chemischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln
  • gentechnikfrei

Ätherische Öle und Pflanzenextrakte dürfen nur natürlich gewonnen werden, das Ausgangsmaterial muss aus kontrollierter Bio-Produktion stammen

  • Wasserdampfdestillation oder (bei Zitrusölen) Pressung
  • Extraktion mit natürlichen Lösungsmitteln (z.B. Bio-Alkohol)
  • CO2-Extraktion
  • Auszüge in Bio-Pflanzenölen („Mazerate“)

Wirkstoffe, Tenside und Emulgatoren dürfen nicht chemisch gewonnen oder behandelt sein.

  • Ausgansmaterialien müssen natürlichen Ursprungs und gentechnikfrei sein.
  • Erlaubt sind lediglich natürliche Gewinnungsmethoden wie Hydrolyse, Veresterung, enzymatische oder mikrobiologische Gewinnung.

Farbstoffe müssen mechanisch oder physikalisch gewonnen werden

  • Mineralische Farbstoffe (z. B. Tonerde, Ultramarine) dürfen nur mechanisch abgebaut, rein physikalisch vermahlen und nicht chemisch gereinigt werden.
  • pflanzliche Farbstoffe müssen aus kontrollierter Bio-Produktion stammen und dürfen ebenfalls nicht chemisch gereinigt und nur physikalisch bearbeitet (z. B. vermahlen) werden.

Werden anstelle von Wasser Pflanzenhydrolate verwendet, müssen die Pflanzen ebenfalls aus kontrollierter Bioproduktion kommen; dennoch dürfen die Hydrolate nicht dem organischen Anteil zugerechnet werden. Konservierungsstoffe unterliegen strengsten Kriterien (Parabene, Phenoxyethanol und viele weitere chemische Konservierungsstoffe sind verboten). Rohstoffe dürfen nicht von vom Aussterben bedrohten Pflanzen- oder Tierarten stammen (gemäß Genfer Artenschutzkonvention). Rohstoffe, die von toten Wirbeltieren gewonnen werden, sind verboten (z. B. tierisches Collagen). Rohstoffe von lebenden Tieren sind erlaubt, sofern die Tiere unter Einhaltung der tierschutzrechtlichen Bestimmungen gehalten und die Rohstoffe unter besonderer Kontrolle biologisch produziert werden (z. B. Milchprodukte, Bienenwachs)

Die Einhaltung all dieser Auflagen erschwert selbstverständlich die Formulierung hochwertiger, intensiv wirkender Hautpflegeprodukte. Unter dem Einfluss geschickten Marketings der Großkonzerne, welches immer neue High-Tech-Wirkstoffe propagiert, steht Biokosmetik noch dazu im Verruf, weniger wirkungsvoll zu sein. Wenn man sich aber intensiv mit der Materie der Pflanzenkunde beschäftigt, findet man für nahezu alle hochgepriesenen chemisch hergestellen Wirkstoffe eine natürliche, gesunde und langanhaltend wirksame Alternative.

Was sind also die Unterschiede zwischen Naturkosmetik und Biokosmetik?

Wir haben diese nochmals für Sie zusammengefasst:

  • Naturkosmetik besteht zu einem hohen Anteil aus pflanzlichen Inhaltsstoffen.
  • Bei Biokosmetik entspringt diese zusätzlich aus biologischem Anbau.
  • Nach der Zertifizierungsrichtlinie von Organic Cosmetic müssen bei Naturkosmetik mindestens 50 Prozent der pflanzlichen sowie mindestens fünf Prozent der gesamten Inhaltsstoffe aus ökologischem Anbau stammen.
  • Bei Biokosmetik hingegen müssen 95 Prozent der pflanzlichen und mindestens 10 Prozent der gesamten Inhaltsstoffe aus ökologischem Anbau sein.

Damit diese Kriterien eingehalten werden können, ist auch die ökologische Landwirtschaft, von der die pflanzlichen Rohstoffe stammen, gefordert. Ebenso wie bei der Lebensmittelerzeugung werden auch hier keine chemisch synthetischen Pflanzenschutzmittel und synthetische Düngemittel verwendet.

In Biokosmetik kommen folgende Inhaltsstoffe oft zur Verwendung:

  • Aloe Vera
  • Avokadoöl
  • Brennessel
  • Echinacea
  • Jojobaöl
  • Kamille
  • Kokosöl
  • Makadamianussöl
  • Nachtkerzenöl
  • Olivenöl
  • Rosenblüten und Rosenöl
  • Schwarzkümmelöl
  • Sheabutter
  • Traubenkernöl

Autorin: Sabine Morauf