Wie es gehen kann: Hund trotz Arbeit

Haustiere sind gut für das Wohlbefinden, das Sozialleben und die Gesundheit. Das Streicheln und Liebkosen von Tieren erzeugt Glücksgefühle und Geborgenheit. Spaziergänge an der frischen Luft sorgen für regelmäßige Bewegung und bieten die Möglichkeit, mit anderen Hundebesitzern in Kontakt zu kommen. Anders als Katzen, wollen Hunde aber keine acht Stunden am Tag alleine bleiben. Mit ein wenig Voraussicht und Disziplin ist es möglich, Deinen Hund in die Arbeit mitzubringen. Wir verraten, was dabei wichtig ist.

Hund mit Frau im Business-Look

Glückliches Leben mit Hund trotz Arbeit

Hunde sind Rudeltiere. Sie brauchen die Gesellschaft ihrer Artgenossen oder Besitzer. Verbringen sie zu viel Zeit allein, kann sich das auf ihre Psyche schlagen. Wer alleine und berufstätig ist, sollte das Tier in die Arbeit mitnehmen. In den letzten Jahren hat sich zum Glück viel in der Arbeitswelt verändert. Durch die Möglichkeiten von Homeoffice und Telearbeit ist es viel leichter geworden, Deinen Hund mit einem Vollzeitjob zu vereinbaren.

In bestimmten Berufen ist es durchaus möglich, den Hund auch bei einem Vollzeitjob mit in die Arbeit zu bringen. Je mehr Zeit Dein Hund mit Menschen verbringt, desto leichter und schneller lernt er, sich darauf einzustellen. Für Berufstätigkeit mit tierischer Begleitung braucht es aber Disziplin. Nur sehr gut erzogene Tiere haben in einem Büro etwas verloren.

Hund gibt Frau Pfötchen

Warum sind Haustiere gut für die Gesundheit?

Hunde sind wie ein vollwertiges Familienmitglied. Sie brauchen Zuspruch, Bewegung und Aufmerksamkeit. Das kostet Zeit, hat aber positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Eine schwedische Studie hat ergeben, dass Hundebesitzer ein geringeres Risiko tragen, an einem Herzinfarkt oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken.

  • Das Streicheln und Liebkosen eines Tieres erzeugt im Körper Oxytocin und Serotonin. Das steigert das Gefühl von Zufriedenheit und Glück.
  • Hunde müssen regelmäßig vor die Tür, um ihr Geschäft zu erledigen. Dadurch kommen auch ansonsten bequeme Menschen zu mehr frischer Luft und Bewegung. Es fördert auch soziale Kontakte.
  • Für sportliche Menschen kann ein Hund ein idealer Trainingspartner beim Laufen oder Radfahren sein.
  • Kinder lernen durch einen Familienhund Verantwortung zu übernehmen und sich um andere zu kümmern.

In der schwedischen Studie wurde auch beobachtet, dass vor allem Alleinstehende auf lange Zeit gesundheitlich von einem tierischen Mitbewohner profitieren. Laut der Studienergebnisse leben sie länger und werden weniger oft krank.

Kleiner Hund springt in die Luft.

Es kommt nicht auf die Größe an: Tiere für berufstätigen Menschen

Wer berufstätig ist und sich einen Hund anschaffen möchte, sollte sich vorher Gedanken darüber machen, welche Rasse dafür geeignet ist. Dabei ist die Größe nicht das wichtigste.

Kleine Hunde versuchen oft ihre Erscheinung durch ihr Verhalten zu kompensieren. Sie können  für Kollegen, Kunden oder Arbeitgeber sehr lästig werden, wenn sie den ganzen Tag kläffen oder um Aufmerksamkeit betteln. Bestimmte Rassen wie Windhunde, Huskys oder auch Border Collies brauchen viel Auslauf oder eine konkrete Arbeitsaufgabe. Bewegen sie sich nicht genug, kann das zu Frustration und schlechtem Benehmen führen.

Nichts verloren haben Hunde aus hygienischen Gründen in der Gastronomie, im Lebensmittelhandel oder in Gesundheitsberufen. In Großraumbüros oder im Handel können gut erzogene Hunde das Betriebsklima verbessern oder Kunden bezaubern. 

Hund gibt Pfote.

Welche Hunderassen passen ins Büro?

Hunde sind erstklassige Gefährten, aber kein Modeaccessoire. Ein durchschnittlicher Hund wird 15 Jahre alt. Das macht ihn zu einem Langzeitprojekt. Bestimmte Verhaltensmuster werden Hunden angezüchtet. Wachhunde wie Schäferhunde, Dobermann oder Boxer neigen dazu, ihr Revier zu verteidigen. Das kann beim Arbeiten stören und schnell anstrengend werden.

Ruhige Rassen für die Stadt sind:

  • Golden Retriever und Labrador. Diese Jagdhunde wurden dafür gezüchtet, stundenlang ruhig neben der erlegten Beute zu warten. Sie bellen nicht so viel und eignen sich für die Haltung im urbanen Raum.
  • Vorstehhunde sind ebenfalls unaufgeregt und gelehrig. Dazu gehören Münsterländer, Pudelpointer und Weimaraner.
  • Große Rassen wie der Irische Wolfshund, Bernhardiner oder Deutsche Doggen sind ruhig und sanft. Sie bellen wenig, brauchen aber viel Platz, Auslauf und Futter.
  • Schoßhunde wie der Mops oder der Chihuahua sind zwar klein und genügsam, brauchen aber sehr viel Aufmerksamkeit. Sie neigen zur Eifersucht.

Je wachsamer und aktiver ein Hund ist, desto mehr Erziehung braucht er. Ein Bürohund muss unbedingt kastriert sein. Auch das ist bei Mischlingen einfacher, da sie nicht für die Zucht gebraucht werden.

Welpe

Hundeerziehung: Was ist wichtig für berufstätige Besitzer?

Damit Du Arbeit und Hund miteinander vereinbaren kannst, muss Dein Liebling sehr gut erzogen sein. Dafür brauchst Du Konsequenz und Disziplin. Wenn Du Deinem Tier zu viel durchgehen lässt, tust Du ihm und Dir keinen Gefallen. Gerade die ersten vier Monate eines Hundes sind prägend. Lernt er in dieser Zeit zu gehorchen, spart Dir das viel Mühe mit dem erwachsenen Tier. Junge Hunde müssen lernen, stubenrein zu sein und sich allein zu beschäftigen. Es macht Sinn, einen kleinen Welpen im Urlaub ins Haus zu nehmen, da er rund um die Uhr Betreuung braucht. Eine Welpen- oder Hundeschule kann er erst besuchen, wenn er alle notwendigen Impfungen hat.

Tipps für die Erziehung eines Bürohundes sind:

  • Streichle Deinen Hund nicht ununterbrochen und lasse ihm Zeit für sich! Bringe ihm bei, auch wenn Du zuhause bist, allein in einem anderen Zimmer zu spielen oder zu schlafen!
  • Gewöhne ihn so früh wie möglich an andere Menschen! Lasse Freunde, Bekannte oder Kollegen mit ihm spazieren gehen! Wenn sich Deine Kollegen mit ihm gut vertragen, kann das den Arbeitsalltag und die Atmosphäre erleichtern.
  • Mach kein großes Drama aus Abschied und Ankunft! Gehe außer Haus, ohne Dich zu verabschieden und beachte den Vierbeiner nicht allzu sehr, wenn Du wieder in die Wohnung zurückkommst! Das macht Deinen Hund entspannter und ruhiger.

Dein Tier muss aufs Wort folgen, möchtest Du es in die Arbeit mitnehmen. Es muss ohne Leine bei Fuß gehen, längere Zeit an einem Ort bleiben können, darf kein Essen ohne Erlaubnis anrühren und niemanden bei der Begrüßung anspringen.

Hund vor Futterschüssel.

Hund im Büro: Kommunikation und Rücksicht sind Pflicht

Gehe solange in eine Hundeschule, bis alle diese Dinge funktionieren. Manche Schulen bieten auch extra Trainings für Bürohunde an. Auch wenn Dein Arbeitgeber kein Problem bei Hunden im Büro sieht, solltest Du alle Kollegen trotzdem einzeln um ihr Einverständnis fragen. Ein Tier im Büro sollte eine Bereicherung und auf keinen Fall Belastung für das Team sein.

  • Kläre ab, ob es in Ordnung ist, wenn Du alle zwei Stunden mit dem Hund weg gehst und ob es jemand mit einer Hundeallergie im Umfeld gibt!
  • Mit anderen Hunden oder Katzen sollte sich Dein Liebling gut vertragen.
  • Sauge Deinen Arbeitsplatz ungefragt und lüfte den Raum regelmäßig! Mit dem passenden Futter kannst Du schlechte Gerüche vermindern.
  • Trockne das Tier bei Regen unbedingt sorgfältig ab, wenn Ihr von draußen kommt!
Ein Hund liegt geduldig in einem Raum mit vielen Sesseln

Eigener Hund trotz Arbeit: Wer kann mich noch unterstützen?

Hundebesitz verspricht großes Glück, bedeutet aber auch eine große Verantwortung. Sei Dir darüber im Klaren, dass Du mit einem Hund manchmal auch auf die Hilfe von anderen Menschen angewiesen bist! Berufstätigkeit, Vollzeitjob und ein so großes Haustier funktionieren nur, wenn andere einspringen können. Hundesitter oder Hundepensionen kosten zwar Geld, sind aber eine praktische Möglichkeit, wenn Du wichtige Termine oder Geschäftsreisen wahrnehmen musst. Dennoch brauchst Du auch Hilfe von Freunden, Kollegen, Nachbarn oder Bekannten, wenn Du krank oder im Urlaub bist.