Ernährung in den Wechseljahren – ayurvedische Tipps für eine besondere Zeit

Die Wechseljahre sind für Frauen oft ein Wendepunkt in ihrem Leben. Wenn der Hormonspiegel sinkt, leidet in vielen Fällen neben der Psyche auch die physische Energie. Müdigkeit, Energielosigkeit, Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und sogar die Gewichtszunahme lassen sich mit ayurvedischen Mitteln und einer guten Ernährung in den Wechseljahren gut in den Griff bekommen, wie Ayurveda-Arzt Dr. Wolfgang Schachinger erklärt.

Wechseljahre: Probleme in der Mitte des Lebens?

Die Wechseljahre (Menopause, Klimakterium) sind ein natürlicher Prozess, den Frauen meist zwischen dem 40. und dem 55. Lebensjahr durchlaufen. Viele Frauen erleben die Zeit vor und während der Menopause aber leider weniger positiv.

Die Probleme sind oft vielfältig. Sie beginnen bereits, bevor die Menstruation aufhört. Diese Phase nennt man auch Perimenopause. Dazu gehören Schlafprobleme nach Mitternacht. Viele Frauen wachen nachts mit Unruhegefühlen oder gar Panik auf und können dann nur schwer oder gar nicht einschlafen. Auch Zyklusschwankungen sind möglich. Die Blutungen werden unregelmäßig und können teilweise sehr stark sein, sodass es in der Folge zu Anämien (Blutarmut) kommen kann. Nachdem die Blutungen aufhören, kommt die Trockenheit der Schleimhäute und die Gewichtszunahme. „Die Kombination von Schlaf- und Zyklusstörungen führt bei den Frauen oft zu einem enormen Leistungsknick“, weiß Ayurveda-Arzt und Allgemeinmediziner Dr. Wolfgang Schachinger. Mögliche Folgen sind:

  • Müdigkeit im Alltag
  • Stress
  • Stimmungsschwankungen und psychische Probleme

Viele Frauen setzen das Ende ihrer Fruchtbarkeit auch mit dem Ende ihrer Weiblichkeit und ihrer Sexualität gleich. Dazu suggerieren Medien und die Gesellschaft zusätzlichen Druck durch ein ewig junges, fittes und leistungsstarkes Frauenbild. Darunter kann die Libido leiden, wodurch es zu zusätzlichen Spannungen in der Partnerschaft kommen kann.  

Eine Frau in den Wechseljahren hat Stimmungsschwankungen

Wie kann ich sicher sein, dass ich in der Menopause bin?

Ayurveda-Arzt und Allgemeinmediziner Dr. Wolfgang Schachinger bietet in seiner Praxis in Ried im Innkreis in Oberösterreich gemeinsam mit seiner Tochter Dr. Valeria Schachinger Therapien und Hilfestellungen, die speziell auf die Wechseljahre abzielen.

Dabei geht es zuerst einmal um die Abklärung der hormonellen Situation. So weiß die Frau genau, in welcher Phase der Menopause sie sich befindet. Die renommierten Ayurveda-Ärzte analysieren dafür das Blut und den Hormonstatus genauestens und führen unter anderem mit der ayurvedischen Pulsdiagnose eine präzise Anamnese der Beschwerden durch.

Welche Ernährung ist in den Wechseljahren geeignet?

Da der Hormonspiegel sinkt und die Muskelmasse abnimmt, sinkt automatisch der Grundumsatz. Was du früher noch essen konntest, setzt also jetzt schneller an. Das bedeutet, du musst in den Wechseljahren besonders auf die Ernährung achten. Wichtig ist, dass du nährstoffreiche und kalorienarme Lebensmittel zu dir nimmst:

  • Komplexe Kohlenhydrate (Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Vollkornreis) halten lange satt und geben Energie.
  • Obst und Gemüse versorgen den Körper mit wichtigen Vitaminen und Nährstoffen.
  • Mageres Fleisch liefert wichtige Nährstoffe und Proteine für das Muskelwachstum.
  • Milchprodukte liefern wichtiges Vitamin D für deine Knochen.

Wusstest du eigentlich, dass Japanerinnen kaum an den Wechselbeschwerden leiden? Das dürfte unter anderem daran liegen, dass Soja zu den Grundnahrungsmitteln in Asien zählt. Hochwertiges Soja enthält Isoflavone, welche sich positiv auf den Hormonhaushalt auswirken können. Mit einer ausgewogenen Ernährung in den Wechseljahren kannst du deinen Hormonhaushalt tatsächlich stabilisieren.

Lebensmittel für Ernährung in den Wechseljahren

Was können Heilkräuter und Gewürze in den Wechseljahren bewirken?

„Bekannte Heilkräuter wie Ashwagandha oder Shatavari können wirkungsvoll eingesetzt werden, weil sie die Herzunruhe und die emotionalen Schwankungen gut beeinflussen.“ Einige Präparate aus dem Ayurveda besitzen außerdem positive Auswirkungen auf die Regelung des Zyklus.

Ayurveda kann aber auch bei den ungeliebten Kilos ansetzen, die in den Wechseljahren oft dazu kommen. Viele Frauen nehmen, obwohl sie sich kasteien, in und speziell nach der Menopause mehrere Kilos zu. Auch das kann zu Lasten der psychischen Gesundheit gehen. Im Ayurveda lässt sich das Verdauungsfeuer durch spezielle Gewürze und Lebensmittel anregen.

Bio-idente Hormone als Ergänzung zu ausgewogener Ernährung in den Wechseljahren

„Aus unserer Erfahrung reichen Ernährung und psychologische Betreuung oft nicht aus, um Frauen gut durch die Menopause zu begleiten. Hier kann eine Therapie mit bioidentischen Hormonen helfen“, so Dr. Schachinger. Die niedrige Dosierung mit den bioidentischen Hormonen hebt den körpereigenen Hormonspiegel, der mit der Menopause absinkt, gerade soweit an, dass die typischen Beschwerden nicht auftreten“, erklärt Dr. Schachinger. Dadurch entsteht allerdings keine Fruchtbarkeit. Der Hormonstatus lässt sich eher mit dem eines Kindes vergleichen.

Bio-idente Hormone stammen aus der modernen Medizin und sind identisch mit den körpereigenen weiblichen Geschlechtshormonen. Sie werden aus der Yams-Wurzel hergestellt und in Cremes oder Kapseln verabreicht.

„Durch die niedrige Dosierung mit körper-identen Hormonen kommen Frauen in einen Wohlfühl- und Energiezustand, den sie oft schon jahrelang nicht mehr gekannt haben“, ist Dr. Wolfgang Schachinger begeistert. Innerhalb weniger Wochen können Beschwerden wie Schlafprobleme, Hitzewallungen oder psychische Beschwerden der Vergangenheit angehören.

„Nachdem die Symptome von der Perimenopause bis in die tatsächliche Menopause ständig wechseln, ist die ärztliche Begleitung besonders wichtig“, betont Dr. Wolfgang Schachinger. „Die Therapie mit den bio-identen Hormonen muss hier ständig angepasst werden, um die auftretenden Symptome in den Griff zu bekommen.“

Wichtig ist dennoch eine ausgewogene Ernährung in den Wechseljahren, denn damit kannst du viel zu deinem eigenen Wohlbefinden beitragen.

Eine Frau in den Wechseljahren nimmt Phytohormone ein

Was kann ich noch in der Menopause tun?

Neben einer Ernährung mit vielen Nährstoffen können Bewegung und Sport die Symptome der Menopause und der Perimenopause lindern. „Es gibt in der Ayurveda-Lehre viele Ansätze bezüglich Ernährung und Kräuteranwendungen, um die Wechseljahre abzufedern“, weiß Dr. Schachinger.

Auch nach dem völligen Aussetzen der Blutungen gibt es viele ayurvedische Anwendungen, um die Trockenheit der Schleimhäute und die Hitzewallungen in den Griff zu bekommen. Ayurvedische Reinigungskuren, die man zuhause durchführen kann, gehören beispielsweise dazu.

Eine Frau in den Wechseljahren genießt Entspannung

Wie können Ayurveda und die richtige Ernährung in den Wechseljahren helfen?

Die Ansätze in der Praxis von Dr. Wolfgang und Dr. Valeria Schachinger sind ganzheitlich. Sie zielen auf die Balance der drei Doshas, Vata, Pitta und Kapha ab, die im Ayurveda die Basis für ein glückliches und langes Leben bilden. Entspannung, Meditation, Bewegung und die Nahrungsergänzungsmittel aus dem Ayurveda bringen diese Basis, die während der Wechseljahre durcheinanderkommen kann, ins Gleichgewicht. Die Frau wird mit allen ihren Facetten wahrgenommen und alle Behandlungen komplett auf die psychischen, physischen und energetischen Zustände abgestimmt.

Am besten ist es, mit diesen ganzheitlichen Ansätzen schon früh genug zu starten, optimalerweise in den Vierzigern, wenn sich Stoffwechsel und Hormonhaushalt bereits zu ändern beginnen. Hält man die Doshas schon in dieser Zeit in Balance, sind die Beschwerden in den Wechseljahren oft nicht mehr so schlimm. Viele Frauen nutzen diese Phase in ihrem Leben zur geistigen und körperlichen Klärung und als Weg zu einer neuen Lebenslust. Denn der hormonelle Umbruch kann für Frauen nach der Menopause eine große Chance auf einen Start in einen wunderbaren Lebensabschnitt sein.   

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.

Der Experte dahinter
Ayurvedaarzt Dr. Wolfgang Schachinger

Schachinger Wolfgang, Dr.

Mit Achtsamkeit die Gesundheit stärken lautet die Devise von Dr. med. Wolfgang Schachinger, Arzt für Allgemein- und Ayurvedamedizin sowie Leiter im „Haus der Gesundheit“ in Ried im Innkreis.