Was sind die Nebenwirkungen der Kontaktlinsen?

Kontaktlinsen sind aus mehreren Gründen verführerisch. Einmal hat man kein lästiges, schweres Gestell wie bei Brillen auf der Nase, zweitens lässt sich eine bestimmte Art starker Kurzsichtigkeit optisch leichter mit Kontaktlinsen korrigieren und sie schränken das Gesichtsfeld nicht ein. Natürlich ist es praktisch, dass Kontaktlinsen nicht beschlagen, ein freieres Blickfeld bieten, keine Druckstellen auf der Nase hinterlassen und mehr Freiheit bei vielen Sportarten gewähren.

Auf einem Finger ist eine Kontaktlinse

Welche möglichen Nachteile haben Kontaktlinsen?

Nachteilig ist jedoch, dass Kontaktlinsen unter Umständen die Nähr- und Sauerstoffzufuhr der Hornhaut behindern, dass man sie peinlich sauber halten muss (Infektionsgefahr) und dass man sie nicht so bequem wie Brillen auf- und absetzen kann.

Bei den harten Kontaktlinsen fällt es den meisten Fehlsichtigen schwer, sich an das Fremdkörpergefühl im Auge zu gewöhnen. Die weichen Kontaktlinsen lassen weniger Sauerstoff ins Auge als die harten, die Pflege ist aufwändiger und sie neigen dazu, Eiweiß einzulagern, was die Sauerstoffdurchlässigkeit weiter reduziert.

Zudem können auch noch weitere nachteilige Wirkungen vorkommen:

  • Kontaktlinsen führen womöglich die Augenmuskeln zu einem Zustand der Passivität und Stagnation und verhindern, dass man wieder zum natürlichen Sehen zurückfindet.
  • Die Kontaktlinsen schaffen Abhängigkeit, sie fesseln die Augen an die Fehlsichtigkeit und an den Grad der Korrektur.
  • Mit dem ständigen Tragen der Kontaktlinsen bessert sich keine Fehlsichtigkeit. Meistens geschieht gerade das Gegenteil: Die Sehkraft kann sich durch das Tragen der Kontaktlinsen möglicherweise verschlechtern, und nach einiger Zeit braucht man unter Umständen eine stärkere Korrektur.
Eine Frau gibt eine Kontaktlinse ins Auge
  • Es kann ein Sauerstoffmangel in der Hornhaut entstehen, denn Kontaktlinsen behindern zum Teil die Sauerstoffaufnahme. Die Hornhaut des Auges besitzt keine eigenen Blutgefäße. Sauerstoff wird direkt über den Tränenfilm aus der Luft bezogen und wird so in die Hornhaut transportiert.
  • Kontaktlinsen sind wie Gefängnisse für die Augen. Die Augen müssen sich ständig an den Grad der Korrektur anpassen. Die ideale Kontaktlinse wäre eine, die sich an die Augen anpasst – aber diese gibt es noch nicht.
  • Eine zu große weiche Linse kann Versorgung der Hornhaut stören: Ihre Versorgung, wie auch der Abtransport von Stoffwechselprodukten, läuft über die Tränenflüssigkeit. Wird dieses empfindliche Spülsystem durch eine große Linse gestört, drohen Schäden. Gefährlich ist, wenn man die Kontaktlinsen mehrere Tage und Nächte ununterbrochen, ohne sie herauszunehmen, trägt. Denn das Augenlid ist nachts zu, die Linse bekommt also keinen Sauerstoff.
  • Organisch betrachtet sind die Kontaktlinsen ein Fremdkörper für die Augen und können Störungen bewirken: Augenreizungen, Rötungen, Brennen, Allergien, Unbehagen.
  • Mögliche Infektionen, verursacht durch Bakterien, die sich hinter den Kontaktlinsen entwickeln.
  • Das permanente Tragen von Kontaktlinsen, vor allem von harten Linsen, kann zu einem allmählichen Verschleiß des Hornhautepithels führen.

Autor: Dr. Jordi Campos

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.