Schuppenflechte: Kopfhaut behandeln und Symptome lindern

Schuppenflechte (auch Psoriasis genannt) kommt an den unterschiedlichsten Stellen vor, nicht selten auch am Kopf. Doch wie behandelt man eine Kopfhaut, die durch Psoriasis in Mitleidenschaft gezogen ist? Wir geben dir Tipps und stellen vielversprechende Methoden vor, mit denen du das Problem in den Griff bekommst.

Frau kratzt an ihrem Kopf wegen Schuppenflechte

Schuppenflechte auf der Kopfhaut: ein weit verbreitetes Problem

Bei 50 bis 80 Prozent der Patienten tritt die Schuppenflechte auch oder vor allem am Kopf auf. Der Vorteil ist, dass die Schuppen hier zum großen Teil von den Haaren verdeckt sind. Dadurch ist die psychische Belastung, die viele Patienten empfinden, nicht ganz so groß. Der Nachteil ist jedoch, dass Psoriasis am Kopf gar nicht so leicht zu behandeln ist. Cremes, Salben und Co, können hier nur schwer aufgetragen werden. Dem passenden Shampoo kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu. Wichtig ist außerdem eine sehr sanfte Behandlung der Kopfhaut. Im Zweifel können Medikamente unterstützen.

Kopfhaut mit Psoriasis braucht Sanftheit ohne Reizungen

Jede Reizung auf der Kopfhaut kann dazu führen, dass sich die Schuppenflechte dort verstärkt. Deshalb solltest du darauf achten, dass du sehr sanft mit deinen Haaren und der Kopfhaut umgehst. Im Einzelnen bedeutet das:

  • Verzichte auf das Färben und Tönen deiner Haare! Auch eine Dauerwelle oder ähnliche Behandlungen sind nicht gut für Psoriasis-Patienten. Verzichte außerdem auf Haarspray!
  • Wasche die Haare nicht häufiger als nötig, um die Haut nicht auszutrocknen!
  • Rubble deine Haare nach dem Waschen nicht trocken, sondern gehe auch hier sanft vor!
  • Föhne die Haare nie auf höchster Stufe! Achte darauf, genügend Abstand zu halten, damit keine zu heiße Luft die Kopfhaut reizt!
  • Auch wenn es schwer ist: Kratze nicht an der Haut! Sonst kann sich die Psoriasis deutlich verschlechtern.
  • Trage eine Kopfbedeckung nur dann, wenn es nötig ist, und setze sie nach kurzer Zeit wieder ab! Dadurch reduzierst du den Juckreiz.

Haben Friseure Erfahrung mit Schuppenflechte?

Vielen Patienten ist ihre Schuppenflechte sehr unangenehm, weil sie unschön aussieht und sie oft von anderen Menschen deswegen Ablehnung erleben. Tritt die Psoriasis auf dem Kopf auf, kann das ein Problem beim Haareschneiden werden.

Am besten kannst du damit umgehen, indem du deine Psoriasis schon im Vorfeld offen ansprichst. Während ihrer Ausbildung lernen die meisten Friseure auch die wichtigsten Informationen über Erkrankungen der Haut. Frage nach, ob dein Friseur Erfahrung mit Psoriasis hat und weiß, wie damit umzugehen ist! Weise sicherheitshalber noch einmal darauf hin, was du gut verträgst und was der Friseur beachten sollte! 

Bei der Suche nach erfahrenen und sensiblen Friseuren hilft oft die Erfahrung von anderen Patienten. Frage in Selbsthilfegruppen oder Foren nach Tipps!

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Welches Shampoo eignet sich bei Schuppenflechte?

Wichtig ist vor allem, dass dein Shampoo sanft ist und die Kopfhaut nicht noch zusätzlich reizt oder austrocknet. Außerdem sollten möglichst natürliche Inhaltsstoffe zum Einsatz kommen. Wenn die Symptome schwerwiegend sind, können spezielle Shampoos mit Kortison, Vitamin A oder Vitamin D zum Einsatz kommen.

Um die individuell passenden Produkte für dich zu finden, kann die Methode Physiodermie hilfreich sein. Bei dieser Methode werden im Salon deine Haut- und Haarprobleme sowie dein körperlicher Typus genau analysiert und dann ein Produktsortiment für deine individuelle Situation zusammengestellt. Neben anderen Kopfhautproblemen ist die Methode Physiodermie auch auf Psoriasis spezialisiert, sodass du dich optimal beraten lassen kannst.

Frau wäscht ihre Haare

Schuppen auf der Kopfhaut lösen

Damit eine gezielte Behandlung auf der behaarten Kopfhaut möglich ist, müssen zunächst die bestehenden Schuppen sanft gelöst werden. So kannst du vorgehen:

  • Die sanfteste Methode zum Lösen der Schuppen ist Olivenöl. Verteile es abends auf der Kopfhaut und lass es unter einer Plastikfolie möglichst 12 Stunden lang einwirken! Morgens wäschst du es mit einem milden Shampoo aus. Nach einigen Tagen sollten die Schuppen gelöst sein.
  • Wenn das nicht reicht, kannst du es mit ein wenig Salicylsäure probieren, das du in das Olivenöl gibst oder dir in der Apotheke in Waschöl einmischen lässt.
  • Falls die Schuppen immer noch hartnäckig auf der Kopfhaut kleben, kannst du spezielle schuppenlösende Shampoos verwenden. Diese bekommst du üblicherweise rezeptfrei in der Apotheke.

Die Behandlung der Kopfhaut nach dem Lösen der Schuppen

Wenn die Schuppen sich gelöst haben, werden sie mit einem sanften Shampoo entfernt. Du kannst es vorsichtig einmassieren und ein paar Minuten einwirken lassen, um die Wirkung zu verstärken. 

Um die Entzündungen auf der Haut zu bekämpfen, können jetzt spezielle Schäume, Lotionen oder Gele eingesetzt werden. Diese trägst du auf die Haut am Kopf und bei Bedarf im Gesicht auf, um die Haut zu beruhigen.

Ebenfalls wirksam bei Psoriasis ist eine Lichttherapie. Die UV-Strahlen lindern die Symptome der Erkrankung und sorgen dafür, dass neue Schuppen nicht mehr so leicht entstehen können. Um die Lichttherapie auch am Kopf gut anwenden zu können, gibt es spezielle Lichtkämme.

Lichtkamm gegen Schuppenflechte

Die Therapie von Schuppenflechte ist individuell

Keine Schuppenflechte ist wie die andere. Du wirst sicher ein wenig herumprobieren müssen, um Behandlungen zu finden, die für dich gut funktionieren. Deshalb ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Arzt wichtig, um die Therapie immer wieder anzupassen. Aber auch die eigene Erfahrung ist wichtig. Beobachte, was dir hilft und was die Symptome eher verstärkt! Finde die Auslöser, die die Psoriasis immer wieder zum Ausbruch bringen! Und entwickle Strategien, um mit dem Juckreiz umzugehen!

Diese Tipps können dir helfen:

  1. Die meisten Patienten finden den Juckreiz besonders schlimm. Trotzdem solltest du das Kratzen so gut wie möglich vermeiden, weil es die Haut noch mehr verletzt und die Symptome der Erkrankung verschlimmert. Kühle Umschläge können helfen, das Jucken bei Schuppenflechte zu reduzieren.
  2. Auch Entspannungsübungen können sehr hilfreich sein. Zum einen reduzieren sie den Stress, der häufig die Symptome der Psoriasis verstärkt. Und zum anderen ist es im entspannten Zustand leichter, mit den Beschwerden der Erkrankung umzugehen.
  3. Pflege die Kopfhaut auch außerhalb der Schübe gut, um das Auftreten neuer Symptome zu reduzieren!
  4. Übergewicht ist ein Risikofaktor für Psoriasis und auch für die gefürchtete Psoriasis-Arthritis. Wenn es dir gelingt, Normalgewicht zu erreichen, kann dies deine Beschwerden deutlich verbessern.
  5. Vielen Patienten mit Schuppenflechte tun Saunagänge gut. Frage aber vor dem Saunieren deinen Arzt, was du beachten sollst!

Die Therapie von Psoriasis gehört in die Hand erfahrener Ärzte

Auch wenn du mit Hausmitteln und guter Pflege viel erreichen kannst, solltest du deine Schuppenflechte regelmäßig von einem Arzt untersuchen lassen. Er kann dir Tipps für die Pflege geben und die Behandlung überwachen. Je nach Schwere der Psoriasis können zusätzliche Medikamente zur Behandlung nötig sein, um die Beschwerden zu lindern. Außerdem erhöht die Schuppenflechte das Risiko für verschiedene Erkrankungen. Besonders häufig ist die Psoriasis-Arthritis, eine Gelenksentzündung, die bei einem Fünftel der Patienten mit Schuppenflechte auftritt. Aber auch andere Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Darmerkrankungen können vermehrt vorkommen. Dein Arzt behält diese Gefahren im Blick und reagiert, wenn nötig, mit einer Anpassung der Therapie und passenden Medikamenten.

Sprich deinen behandelnden Arzt auch an, wenn du psychische Probleme bei dir feststellst! Gerade wenn die Schuppenflechte auch im Gesicht oder an den Händen auftritt, fühlen sich viele Patienten dadurch stark belastet. Hier kann eine Psychotherapie sehr hilfreich sein.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.