Hautpflege mit Öl bei Neurodermitis – regenerierend, wohltuend und hilfreich

Neurodermitis (auch atopisches Ekzem genannt) ist eine weit verbreitete und sehr unangenehme Hauterkrankung, die mit sehr trockener Haut und starkem Juckreiz einhergeht. Bei der Behandlung ist neben spezifischen Medikamenten eine sehr gute Hautpflege entscheidend. Geeignete Cremes, Salben und Gele versorgen die Haut mit Fetten und Feuchtigkeit. Außerdem helfen sie dabei, die Barrierefunktion der Haut wiederherzustellen, die bei Neurodermitis gestört ist. Pflanzliche Öle können einen wertvollen Beitrag zur Pflege von Neurodermitishaut leisten. Wir erklären dir die Wirkung und Anwendung der verschiedenen Öle.

Frau ölt nach dem Duschen ihre Haut ein

Was können Öle bei Neurodermitis leisten?

Pflanzenöle sind sehr reichhaltig und versorgen die Haut gut mit Fetten und Feuchtigkeit. Das ist bei Neurodermitis sehr wichtig, weil die Haut eine deutlich beschädigte Schutzbarriere hat und deshalb Wasser und Fett sehr gut speichern kann. Auch weitere Faktoren sorgen dafür, dass die Haut bei Neurodermitis sehr trocken ist, spannt und juckt. Pflanzenöle enthalten viele einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Vitamine. Hinzu kommen Inhaltsstoffe, die die Haut beruhigen, Juckreiz lindern und Reizungen reduzieren können. Jedes Öl hat seine eigenen Eigenschaften, sodass sich für jeden Hauttyp passende Pflanzenöle finden lassen. Wir stellen dir einige wichtige Sorten vor, die gerne bei Neurodermitis angewendet werden.

Welche Öle eignen sich bei Neurodermitis?

Viele verschiedene Pflanzenöle haben gute Wirkung bei Neurodermitis. Besonders häufig verwendet man Jojobaöl, Nachtkerzenöl, Olivenöl und Sheabutter. Diese vier Öle stellen wir dir deshalb genauer vor.

  • Jojobaöl ist genau genommen gar kein Öl, sondern ein flüssiges Wachs. Für die Hautpflege macht das jedoch keinen Unterschied. Jojobaöl enthält unter anderem Vitamin E, Provitamin A und Vitamin B6. Es spendet der Haut intensive Feuchtigkeit, ohne einen unangenehmen Film zu hinterlassen. Jojobaöl hat eine entzündungshemmende Wirkung und kann verschiedenen Krankheitserregern die Nahrungsgrundlage entziehen. Es wirkt außerdem hautberuhigend und kann Juckreiz stillen. Häufig wird Jojobaöl mit Sheabutter kombiniert.
     
  • Nachtkerzenöl wird ebenfalls sehr häufig beim atopischen Ekzem verwendet. Das Öl der Nachtkerze enthält besonders viel Gamma-Linolensäure. Dabei handelt es sich um eine ungesättigte Fettsäure, die im menschlichen Körper von großer Bedeutung ist. Auf der Haut wirkt Gamma-Linolensäure entzündungshemmend und beruhigend. Außerdem versorgt Nachtkerzenöl die Haut sehr gut mit Feuchtigkeit und verbessert die Hautschutzbarriere. Auch die Regenerationsfähigkeit trockener Haut kann durch Nachtkerzenöl verbessert werden. Dadurch können sich die Symptome von Neurodermitis deutlich verbessern.
     
  • Sheabutter wirkt stark rückfettend und schützt die Haut. Außerdem enthält sie Inhaltsstoffe mit entzündungshemmender Wirkung. Sheabutter bleibt lange auf der Haut liegen, ohne sich fettig anzufühlen. Dadurch hilft sie, das Hautbild zu glätten, beruhigt und schützt. Häufig kombiniert man Sheabutter mit anderen Ölen, zum Beispiel Jojobaöl, Hanföl oder Nachtkerzenöl.
     
  • Olivenöl ist geeignet, wenn die Haut extrem trocken ist und schuppt. Es zieht nur langsam ein und bietet der Haut deshalb lange Schutz. Palmitinsäure und Ölsäure sorgen dafür, dass die Hautstruktur sich regenerieren und verbessern kann. 
Blüten und Öl der Nachtkerze

Tipp: Vor der Verwendung Allergietest durchführen!

Menschen mit Neurodermitis leiden sehr häufig auch an Allergien. Deshalb ist es sinnvoll, neue Produkte zur Hautpflege zunächst vorsichtig zu testen.

Bei reinen Pflanzenölen (ohne weitere Inhaltsstoffe) kannst du den sogenannten Lippentest durchführen: Gib einen Tropfen auf die Innenseite deiner Unterlippe und achte darauf, ob du Reaktionen spürst! Falls die Haut kribbelt oder juckt, solltest du sofort den Mund ausspülen und dieses Öl in Zukunft nicht mehr verwenden. Wichtig: Jojobaöl enthält einen giftigen Stoff und ist nicht zum Verzehr geeignet. Deshalb solltest du den Lippentest bei Jojobaöl lieber nicht durchführen.

Andere Produkte testest du in der Ellenbeuge, weil hier die Haut besonders dünn ist und du so die Reaktion sehr schnell bemerkst. Gib eine kleine Menge des Pflegeproduktes oder der Ölmischung in die Ellenbeuge und reibe sie dort ein! Beobachte die Stelle nun in den nächsten Stunden und achte auf Reaktionen! Falls die Haut sich rötet, juckt oder sich womöglich sogar Quaddeln bilden, wäschst du das Produkt sofort ab und verwendest es in Zukunft nicht mehr. Wenn sich innerhalb von 24 Stunden keine auffälligen Reaktionen zeigen, kannst du das Produkt verwenden.

Achtung: Falls du starke Allergien hast und zu intensiven Sofortreaktionen neigst, solltest du auf solche Selbsttests komplett verzichten. Verwende in diesem Fall lieber Produkte, von denen du weißt, dass du sie verträgst! Wenn du wechseln und etwas Neues ausprobieren möchtest, solltest du mit deinem Arzt sprechen.

Ayurveda-Produkte mit Ölen bei Neurodermitis

Ayurveda ist eine traditionelle indische Heilkunst, die auf eine Jahrtausende alte Tradition zurückblicken kann. Einige Aspekte der Ayurveda-Lehre werden inzwischen aber auch mit Studien belegt. Eine Säule der Ayurvedakunst ist die Pflanzenheilkunde, die auch wertvolle Hilfen bei der Pflege von Neurodermitishaut bietet. Sehr gute Erfahrungen gibt es zum Beispiel mit Ölzubereitungen, die auf der Basis von Kokosöl hergestellt werden und wertvolle Bestandteile aus Neem und der Färberwurzel enthalten. Viele von Neurodermitis Betroffene berichten von sehr guten Erfahrungen mit einer derartigen Ölmischung. Die Mischung soll die Symptome des Ekzems lindern und die Haut intensiv pflegen.

Um die Anwendung zu erleichtern, gibt es auch Pflegegele mit Ölen, die speziell für sehr trockene Haut und Neurodermitishaut entwickelt wurden. Sie werden zweimal täglich auf die besonders trockenen und pflegebedürftigen Hautstellen aufgetragen. 

Eine weitere Möglichkeit nach ayurvedischen Richtlinien ist eine wertvolle Körpersahne zur Pflege besonders trockener Haut. Inhaltsstoffe wie Sheabutter, Sonnenblumenöl, Kokosöl, Hanföl, Nachtkerzenöl, Neem und Färberoleander machen sie zu einer besonderen Bereicherung. Bei der Anwendung wirken außerdem die Düfte ausgleichend und harmonisierend.

Tipp: Achte bei Ayurveda-Produkten immer darauf, dass sie entsprechend der EU-Richtlinien überprüft und bewertet wurden!

Bei Neurodermitis immer einen Arzt aufsuchen!

Neurodermitis ist eine ernst zu nehmende Hauterkrankung, die in jedem Fall eine Behandlung durch einen Arzt braucht. Gemeinsam mit ihm können Betroffene die richtige Pflege und Therapie herausfinden, um die Symptome des Ekzems zu lindern. Er verschreibt zum Beispiel spezielle Salben und Cremes, die den Juckreiz abklingen lassen und die Haut beruhigen. Vor allem für akute Schübe sind eventuell zusätzliche Medikamente notwendig. Als Basis ist jedoch eine sehr gute Hautpflege von größter Bedeutung, auch in Zeiten ohne oder mit wenig Symptomen.

Übrigens: Häufig werden Schübe von sogenannten Triggern ausgelöst, zum Beispiel von bestimmten Nahrungsmitteln, Textilien oder auch von Stress. Wer seine persönlichen Trigger kennt und meidet, kann die Beschwerden der Neurodermitis deutlich verbessern. 

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.