Polyphenole: Wirkung mit Pflanzenpower

Polyphenole sollen antioxidativ, entzündungshemmend und blutregulierend wirken und das Immunsystem beeinflussen können. Zusätzlich sind sie natürliche Schutzschilder für unsere Haut. Was aber genau sind Polyphenole und wie wirken sie noch? Wir haben die Infos.

Molekülstruktur von Polyphenol

Wie wirken Polyphenole?

Der Begriff Polyphenole bezeichnet sekundäre Pflanzenstoffe, welche von Pflanzen gebildet werden um bestimmte Aufgaben zu erfüllen. In einigen Studien wurde bereits belegt, dass eine regelmäßige Zufuhr durch Ernährung von eben diesen positive Auswirkungen auf unseren Körper hat.

Nicht nur ihre entzündungshemmende und vor freien Radikalen schützende Eigenschaft macht diese Stoffe interessant, sie sollen sich auch auf unser Herz-Kreislauf-System und unsere allgemeine Gesundheit positiv auswirken:

  • Blutgefäße sollen gestärkt werden und gleichzeitig werden Fettablagerungen in den Blutgefäßen vermindert.
  • Lärchenextrakt und andere Polyphenole werden zur Behandlung von Hirninfarkt und dessen Folgeerscheinungen eingesetzt.
  • Altersbedingte Sehstörungen können reduziert werden.
  • Entzündungen werden gehemmt
  • Karies kann vorgebeugt werden.
  • Das Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung kann gesenkt werden.
  • Polyphenole können krebsvorbeugend wirken.

Ihre Wirkung für uns Menschen beschränkt sich nicht nur auf den Körper. Polyphenole können für die Haut ebenfalls so einiges tun:

  • unterstützen gegen Hautalterung
  • helfen gegen Faltenbildung
  • helfen, Lichtschäden zu reparieren
  • schützen vor freien Radikalen
  • lindern Symptome einer entzündeten oder gereizten Haut

Was genau sind Polyphenole?

Polyphenole kommen in fast allen Pflanzen vor. Zu diesen zählen viele Farb-, Geruchs- und Geschmacksstoffe, einige Ballaststoffe sowie Substanzen mit hormonähnlicher Wirkung, die auch Phytoöstrogene genannt werden. Zu den Polyphenolen gehören als Hauptgruppe Phenolsäure und die Flavonoide. Erstere sind meist als Gerbsäuren in Pflanzen enthalten, sie verleihen einigen den herben Geschmack, zum Beispiel dem schwarzen Tee. Flavonoide sind meist als Farbstoffe (Pigmente) in Früchten und Gemüsen enthalten. Sie schenken beispielsweise Kirschen, Weintrauben und Marillen ihre roten, blauen und gelben Farben.

In welchem Obst und Gemüse kommen Polyphenole vor?

Einen besonders hohen Gehalt der sekundären Pflanzenstoffe weisen beispielsweise Obst wie Weintrauben und Granatäpfel, grüner Tee oder auch Olivenöl auf. Vor allem das Öl ist daher bestens für unsere Haut und unsere Gesundheit geeignet.

Warum soll es helfen, täglich hoch polyphenolisches Olivenöl einzunehmen?

Olivenöl schmeckt nicht nur köstlich, es soll auch unter anderem helfen, den Cholesterinspiegel zu senken und  vorbeugend gegen Depressionen unterstützen. Beim Verzehr des Öls sollte jedoch auf die Qualität geachtet werden. Dafür ist sowohl die Wahl der Olivensorte entscheidend, aber auch das Alter der verwendeten Oliven. Je jünger diese sind, desto höher ist die Konzentration an Polyphenolen.

Olivenöl profitiert von den Eigenschaften der Polyphenole besonders. Das Öl reagiert weniger rasch mit Sauerstoff und ist daher länger haltbar als solches, mit einem geringen Anteil der Pflanzenstoffe.

  • Blaue Weintrauben sind reich an Polyphenolen
  • Granatapfel im Ganzen und zerlegt in einer Schüssel
  • Olivenöl fließt aus einer Flasche in eine Schüssel

Die neue Generation Olivenöle

Die Zeit, in der Olivenöle nur nach Qualitätskriterien wie Extra Natives Olivenöl klassifiziert wurden, ist vorbei. Inhaltsstoffe wie Oleocanthale, Oleacin, Oleuropein etc. (Polyphenole) sind wissenschaftlichen Studien zufolge wesentlich wichtiger für die Gesundheit des Menschen. Der tägliche Konsum von 20 g Olivenöl liefert mindestens 5 mg Hydroxytyrosol, Tyrosol oder deren Derivate (> 5 mg) und gehört somit in die Kategorie der Öle, die die Blutfette vor oxidativem Stress schützen, gemäß der Verordnung 432/2012 der Europäischen Union.

Was ist ein hoch polyphenolisches Olivenöl?

Ein sehr wichtiger Qualitätsfaktor des Olivenöls ist die Olivensorte selbst. Die Wahl der Olivensorte entscheidet über den potentiellen Gehalt an wertvollen Polyphenolen, Vitamin E und Sterinen. Der Gehalt der antioxidativ wirkenden Polyphenole, Vitamin E und Sterine ist entscheidend bei der Therapie von Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krebsprävention und Anti-Aging mit Olivenöl. Die Doppel-Blind-Studie von Perez Jimenez der Universität Cordoba zeigt, dass Polyphenol-reiches Olivenöl zu einer erheblichen Verbesserung der Herz-Kreislauf-Krankheiten führt. In konkreten Zahlen:

  • 40 ml täglich an Polyphenol-reichem Olivenöl (Polyphenol-Gehalt 398 ppm) wirken deutlich
  • 40 ml täglich an Polyphenol-armen Olivenöl (Polyphenol-Gehalt 70 ppm) – was einem durchschnittlichen Supermarkt-Olivenöl entspricht – sind nahezu wirkungslos.

Was ist bei der Zufuhr von Polyphenolen zu beachten?

Es sollte ein möglichst breites Spektrum an Flavonoiden und anderen Polyphenolen zugeführt werden. Zu den empfehlenswerten Lebensmitten gehören hier vor allem Beerenfrüchte, Walnüsse, dunkle Schokolade mit mindestens 70 Prozent Kakaoanteil, Rotkohl, rote Beete, Granatapfel, Hibiskustee und grüner Tee.

Damit Polyphenole optimal wirken, benötigen wir eine gesunde Darmflora. Die von Natur aus in unserem Darm lebenden Bakterien verändern die Struktur der Favonoide und optimieren ihren Resorption. Unterschiede in der Darmflora können also zu einer veränderten Resorption führen.

Damit diese Vitalstoffe ihre Wirkung entfalten und aufgenommen werden können, müssen sie durch die Milchsäurebakterien einer gesunden Darmflora von ihren Zuckermolekülen befreit werden. Deswegen verbessert der Verzehr von milchsauer vergorenen Lebensmitteln und entsprechenden probiotischen Bakterienkulturen die Resorption dieser Vitalstoffe aus entsprechenden Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungen.

Fazit der Wirkung von Polyphenolen

Die sekundären Pflanzenstoffe wirken nicht nur auf unsere Gesundheit, auch auf unsere Haut haben sie einen besonders positiven Einfluss. Sie schützen vor freien Radikalen, helfen, Falten vorzubeugen und der Hautalterung entgegen zu wirken. Besonders hoch ist das Vorkommen der sekundären Pflanzenstoffe im Olivenöl. Eben deshalb ist die Olive auch so gesund. Das Öl hat eine antimikrobielle Wirkung und soll sogar vor Krebs schützen. 

Zahlreiche weitere Obst- und Gemüsesorten, sowie Genussmittel und Heilpflanzen sind ebenfalls voll mit dem Kraftstoff aus der Natur und sollten daher auch in jedem Speiseplan nicht fehlen. 

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.