Ejakulation - ein Thema für Mann und Frau?

Die Ejakulation des Mannes beim Orgasmus ist die normalste Sache der Welt und dient der Fortpflanzung. Ursache ist ein Reflex, der den Samenerguss auslöst. Während die Rolle des Samenergusses für die menschliche Fortpflanzung schon seit Jahrhunderten kein Geheimnis ist, gibt es doch spannende Informationen zu dem Thema, die nur den wenigsten bekannt sind. Wusstest du zum Beispiel, dass es auch eine weibliche Ejakulation gibt oder dass Männer ihren Samenerguss beeinflussen können?

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Weiße Fontänen spritzen vor einem blauen Hintergrund

Was genau passiert bei der Ejakulation?

Bei hoher sexueller Erregung aktiviert sich das Erektionszentrum im Rückenmark. Die Muskeln rund um den Penis erhalten die Information sich zu entspannen. Die Adern dehnen sich aus und mehr Blut strömt hinein. Es kommt zur Erektion. Bei weiterer Erregung wird das Ejakulationszentrum im Lendenmark aktiviert. Die Flüssigkeit, bestehend aus Spermien und Sekreten, wird in die hintere Harnröhre transportiert während sich die Öffnung zur Blase verschließt. Muskelkontraktionen beim Höhepunkt schleudern das Ejakulat mit hoher Geschwindigkeit durch die Harnröhre hinaus. Manche Männer leiden unter sexuellen Störungen, die sich auf die Ejakulation auswirken:

  • Ejaculatio praecox (vorzeitiger Samenerguss): Er kommt zu früh (weniger als zwei Minuten nach der Penetration) 
  • Ejaculatio retarda (verspäteter Samenerguss)
  • Ejaculatio defiziens (ausbleibender Samenerguss)
  • Retrograde Ejakulation (häufig bei entfernter Prostata): Der Blasenhals wird beim Orgasmus nur unzureichend verschlossen und das Ejakulat gelangt über die Harnröhre in die Harnblase. Die Flüssigkeit wird mit dem Urin ausgeschieden. Auf die Gesundheit gibt es eigentlich keinen Einfluss. Bei Kinderwunsch kann eine Behandlung erforderlich sein. 

Erkrankungen, die einen Besuch beim Urologen erfordern, liegen nur in seltenen Fällen vor. Die häufigste Störung stellt der vorzeitige Samenerguss dar (25 % der Männer leiden darunter). Im Gegensatz zur Erektionsstörung erscheint den betroffenen Männern das Problem eigentlich gering.

Vorzeitige Ejakulation - was sind die Gründe?

Ein vorzeitiger Samenerguss ist nicht nur ein männliches Problem. Frauen leiden ähnlich stark darunter, wenn die Lust durch einen vorzeitigen Orgasmus ein frühes Ende findet. Die gute Nachricht für Betroffene: meist ist keine medizinische Therapie nötig, um einen vorzeitigen Samenerguss zu verhindern und die Ejakulation vielleicht sogar bis zum weiblichen Höhepunkt hinauszuzögern. Regelmäßiges Training ist die einfachste Methode damit Männer die Kontrolle über ihre Ejakulation erlangen. Auch Frauen können handeln und mittels richtiger Technik eine vorzeitige Ejakulation verhindern. So erleben wir schnell wieder gemeinsam den sexuellen Höhepunkt der Lust und das ganz ohne Medikamente. Gründe für eine vorzeitige Ejakulation können sein:

  • fehlende sexuelle Erfahrung und Unsicherheit: Hinauszögern erfordert Erfahrung und wird ab dem ersten Samenerguss trainiert.
  • längere Zeit ohne Geschlechtsverkehr mit Orgasmus erhöht das Risiko auf einen vorzeitigen Samenerguss.
  • Fokussierung auf die Partnerin: Es ist zwar schön, wenn der weibliche Körper die volle Aufmerksamkeit des Mannes bekommt. Es kann aber auch dazu führen, dass der Spaß schnell wieder vorbei ist. 
  • Serotoninmangel: Eichel reagiert besonders sensibel auf Stimulation
  • Nicht nur Frauen brauchen Liebe und Geborgenheit. Oft sind fehlende Gefühle oder Spannungen innerhalb der Beziehung Grund für Ejakulationsstörungen. 
  • Druck die Frau sexuell zu befriedigen und zum Orgasmus zu bringen ist zu groß und führt zu vorzeitigem ejakulieren. 

Was kann man gegen vorzeitigen Samenerguss machen? So sagen wir ihm den Kampf an!

  • Ablenkung: Auch beim Mann ist Sexualität Kopfsache. Spürt er, dass er zu früh kommt, kann er an etwas anderes denken und so den Orgasmus hinauszögern. Kleiner Hinweis: Die Lust sollte ihm nur für ein paar Sekunden und nicht gleich ganz vergehen.
  • Start-Stopp-Technik: spürt er den Höhepunkt kommen, bevor die Partnerin soweit ist kann eine kurze Unterbrechung (Stellenwechsel, Rhythmusänderung) die Dauer bis zur Ejakulation verlängern. Tipp: Bei genauer Beobachtung des Mannes wissen auch wir Frauen, wann es bald soweit ist und können die Initiative ergreifen. 
  • Beim Mastubieren lernt man den männlichen Körper kennen und lernt so, wie das Verzögern funktioniert. 
  • Kondome verringern die Reibung auf den Penis. Manche enthalten spezielle Cremen, welche den Penis leicht betäuben und die Erektion länger erhalten sollen. 
  • Hinunterziehen der Hoden durch Daumen und Zeigefinger
  • Squeeze-Technik: beim nahenden Orgasmus kneift die Frau den Penis vorsichtig knapp unter der Eichel und nimmt den Drang zur Ejakulation.
  • Creme die den Penis leicht betäubt lässt das Liebesspiel länger dauern. 
  • Ist der vorzeitige Samenerguss besonders stark, kann der Arzt Medikamente verschreiben.

Die Methoden der Behandlung sind demnach recht einfach und klappen meist (auch wenn die Squeeze-Technik für den Mann nicht ganz so angenehm ist). Deshalb raten wir sowohl Männern und Frauen, sich die Tipps zu Herzen zu nehmen und einmal zu probieren, ob sich die Sexualität im Leben nicht noch steigern lässt. Nochmal ein guter Tipp für die Männer: Diese Hinweise helfen nicht nur, das Problem des vorzeitigen Samenergusses zu lösen. Sie können dir auch zu einem trockenen Orgasmus verhelfen, der die Vorstufe zu einem multiplen Orgasmus ist!

Eine Frau ist auf einem Mann und will die vorzeitige Ejakulation verhindern

Wie funktioniert die weibliche Ejakulation? 

Zugegeben, es ist nicht ganz einfach, aber auch wir Frauen können ejakulieren. Zwar dient unser Ejakulat nicht der Befruchtung, dafür enthält es kein Spermia und keine Samenflüssigkeit. Früher ging man davon aus, dass es sich bei der Flüssigkeit um Urin handelt, was Studien jedoch widerlegt haben. Produziert wird das Sekret in der Nähe des G-Punktes. Die verantwortliche Drüse ähnelt der männlichen Prostata und ist demnach unter dem Begriff weibliche Prostata bekannt. Ausgelöst wird die weibliche Ejakulation durch eine starke Stimulation der Klitoris. Dadurch wird ein intensiver Orgasmus ausgelöst, während dem das weibliche Ejakulat aus der Vagina herausgeschleudert wird. Nicht nur Männer kommen also in den Genuss einer Ejakulation.