Wie kann man Spiritualität im Alltag (er)leben?

Die geistige Welt begleitet den Menschen schon seitdem er denken kann. Was man unter Spiritualität versteht und wie man Spiritualität im Alltag leben kann, erfährst du hier.

Ein Mann sitzt im Schneidersitz auf einem Berg und meditiert

Warum kann Spiritualität im Alltag als Chance begriffen werden?

Spiritualität sind jene geistigen Fähigkeiten, die verkümmern, wie Muskeln, wenn man sie nicht regelmäßig trainiert. Der Geist kann zwar durch spirituelle Bücher geschult werden, jedoch geht es im Kern darum, das eigene Leben verstehen zu lernen. Um den Weg einer persönlichen Entwicklung gehen zu können, muss man Herausforderungen annehmen und den tieferen Sinn darin entdecken.

Nur wer an sich selbst glaubt, kann zum ICH BIN gelangen und die inneren Werte und Tugenden entwickeln. Das geschieht allerdings nicht von heute auf morgen, sondern braucht vor allen Dingen eines: Zeit, Mut und Beharrlichkeit. Dabei hat gelebte Spiritualität im Alltag nichts mit Abgehobenem oder Realitätsfernem zu tun. Sie nimmt ihre Kraft aus dem Licht, das für sie den wahren Sinn des Lebens widerspiegelt. Spirituelle Wege zu gehen kann unser tägliches Leben maßgeblich bereichern. Wer die spirituelle Praxis aktiv in seinem Alltag lebt, kann nicht nur den Sinn des Lebens entdecken, sondern auch die Aufgabe in seinem Sein erkennen.

Spirituell leben in Liebe zu Gott und den Menschen

Auf der einen Seite können die göttlichen Tugenden und geistigen Helfer uns dabei unterstützen, den wahren menschlichen Charakter im Außen zu formen. Auf der anderen Seite kann durch spirituelle Übungen eine Charakterveredelung der Seele stattfinden, die zu einem erfüllten Leben im Hier und Jetzt beitragen kann. Zentral ist dabei, auf die Stimme seines Herzens zu hören. Denn Spiritualität kann nur dann verwirklicht werden, wenn der Mensch seine inneren Gaben erkennt. Sie ist das fundamentale Werkzeug, um Licht, Liebe und Energie zu erhalten und auch in die Welt hinauszutragen. Da Spiritualität nichts anderes als „sich bewusst sein“ bedeutet, kann sie im Alltag in jeder Bewegung, Emotion, Erfahrung, Offenheit oder Verschlossenheit gelebt werden. Spiritualität ist mehr als ein Gefühl oder bloßes Wissen. Ein spiritueller Mensch findet zu sich selbst, in dem er sich vom Göttlichen, einer höheren Macht, einer starken Energie, seinen positiven Gedanken und seinem Herzen leiten lässt.

Zwei Hände halten die Sonne fest

Spiritualität kann religiös oder frei gelebt werden

Egal ob im Christentum, Islam, Buddhismus oder Hinduismus, Spiritualität ist ein fester Bestandteil der verschiedensten Religionen und Konfessionen.

Doch nicht nur in der Religion kommt Spiritualität vor, sondern sie kann auch unabhängig und frei von religiösen Traditionen auftreten. Im Drama Faust formulierte Johann Wolfgang Goethe bereits im Jahr 1808 eine zutreffende Beschreibung von Spiritualität fernab der Kirche: „Kein persönlicher Gott mehr, keine Konfession, keine Glaubensgemeinschaft, keine Kirche, keine damit verbundene sittliche Weltordnung - aber das Gefühl einer Allheit und Allverbundenheit, emotionale Übereinstimmung mit dem Weltganzen, das Absolute als Chiffre für die Liebe.“

Ein Mann betet auf einem Berggipfel

Wie kann man Spiritualität im Alltag leben?

Die Verbindung mit der spirituellen Welt wird zunehmend zu einem festen Bestandteil eines modernen Lebensstils. Dieser orientiert sich an Nachhaltigkeit und Qualität und stellt auch das persönliche Lebensgefühl und die eigene Identität in den Mittelpunkt. Spiritualität im Alltag kann sich auf verschiedene Weisen ausdrücken:

  • Gottvertrauen und Geborgenheit fühlen
  • Erkenntnis, Weisheit und Einsicht zeigen
  • an Transzendenz glauben
  • Mitfühlen, großzügig und tolerant sein
  • bewusst mit anderen, sich selbst und der Umwelt umgehen
  • Ehrfurcht und Dankbarkeit zeigen
  • Gleichmut, Meditation und Yoga ausüben

Sinn- und Wertfragen des Daseins sowie auch das Hinterfragen der eigenen Existenz und die Selbstverwirklichung im Leben sind zentrale Elemente in der geistig-spirituellen Welt. Eine spirituelle Entwicklung kann sich durch eine Verbindung mit der Natur, dem Göttlichen oder Glauben vollziehen. Meist handelt es sich um eine spezielle Lebenspraxis des Menschen, der bestimmte Rituale durchführt und sein Bewusstsein durch Achtsamkeit, Zuwendung und Hingabe schult.

Ein Mann befindet sich auf einem Berggipfel und möchte die Welt umarmen

Finde dich selbst und du wirst glücklich!

Das Streben nach dem Glück und dem Lebenssinn ist für den Menschen meist mit materiellen Dingen im Außen verknüpft. Die spirituelle Bedeutung von Glücklichsein ist aber eine ganz andere, die man nur im tiefsten Inneren finden kann. Geld zu besitzen, in einem gesunden Körper zu leben oder sich ständig mit anderen zu vergleichen, kann also niemals das wahre Glück sein.

Da Spiritualität für viele nichts anderes als „sich bewusst sein“ bedeutet, könne sie im Alltag in jeder Bewegung, Emotion, Erfahrung, Offenheit oder Verschlossenheit gelebt werden. Spiritualität ist also demnach mehr als ein Gefühl oder bloßes Wissen. Ein spiritueller Mensch findet zu sich selbst, in dem er sich vom Göttlichen, einer höheren Macht, starken Energie, positiven Gedanken und seinem Herzen leiten lässt. Es geht um jene Art und Weise, wie er Mutter Erde und all ihren Geschöpfen und auch sich selbst begegnet. Glücklich wird also nur der, der sich selbst und andere liebt, die eigenen Talente erkennt und sich der spirituellen Entwicklung offen hingibt.