Wechseljahre in anderen Kulturen – andere Völker, andere Sitten

Die Wechseljahre – medizinisch Klimakterium genannt – stellen für viele Frauen einen schwierigen Lebensabschnitt dar. Viele klagen über Wechselbeschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Schlafprobleme. Auch psychisch gestalten sich die Wechseljahre oftmals problematisch. Doch wie stehen andere Kulturen und Völker dem weiblichen Veränderungsprozess gegenüber? 

Zwei weise Frauen in Asien

Wechseljahre: Symptome in Europa und Nordamerika

Viele Frauen haben während des Wechsels mit Wechseljahresbeschwerden zu kämpfen. Dabei sind es nicht immer körperliche Beschwerden von denen hier die Rede ist. Frauen in Europa und in Nordamerika leiden häufig an psychischen Erkrankungen. Sie haben Angst davor, älter zu werden, ihre Weiblichkeit zu verlieren und "weniger wert" zu sein.

Dass nicht-europäische Völker den Wechsel meistens mit anderen Augen sehen, haben mehrere Studien gezeigt. Auch über die typischen körperlichen Wechselbeschwerden wird weniger berichtet.

Klimakterium – eine weitere Stufe im Leben der Frau

Besonders offensichtlich wird diese Tatsache, wenn man sich näher mit der Namensherkunft des Klimakteriums beschäftigt. Das Wort "Klimakterium" stammt ursprünglich aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt so viel wie Lebensstufe oder Leitersprosse. Sich in den Wechseljahren zu befinden, bedeutet demnach, einen wichtigen Schritt nach oben – oder anders ausgedrückt, in die Zukunft – zu machen. Frauen steigen im Wechsel auf und erlangen Reife und Weisheit.

Beeinflussung der Frauen durch kulturelle Faktoren

Es ist das Umfeld, in dem wir aufwachsen, und der kulturelle Einfluss, der uns stark prägt. Die Wechseljahre, der Übergang in die neue Lebensphase, wird in anderen Kulturen häufig als ein sehr positives Ereignis bewertet. Frauen wird nach dem Wechsel eine bestimmte Reife und Weisheit zugesprochen und genießen deshalb höheres Ansehen. 

Diese starke, positive Sicht einer Kultur wirkt sich natürlich auch auf die Psyche von Frauen aus. Die Wechseljahre werden nicht als etwas Bedrohliches und Negatives gesehen, sondern Frauen begrüßen den nächsten biologischen Schritt in ihrem Leben. Ja, sie freuen sich sogar darauf. Das ist sicherlich auch Grund dafür, warum von Wechselbeschwerden in anderen Kulturen kaum berichtet wird.

Zwei Frauen in Asien nach den Wechseljahren

Indien und Afrika: Junge Frauen unter Druck

Für einige Frauen bedeuten die Wechseljahre Jahre der Befreiung. In manchen Regionen Indiens oder Afrikas ist die Hauptaufgabe einer jungen Frau, so viele Kinder wie möglich zu gebären. Sie steht deshalb unter Druck, ist körperlich auslaugt und zudem meistens ihrem Mann unterworfen. Kommt sie aber in den Wechsel, so fallen diese Pflichten von ihr ab und sie kann ein eigenständigeres Leben genießen.

Höherer gesellschaftlicher Status

So auch beispielsweise bei den Rajput-Frauen in Nordindien. Erst während der Menopause dürfen sie sich frei und ohne Schleier im Dorf bewegen. Zuvor müssen die Frauen die meiste Zeit in ihren Häusern verbringen. In manchen Teilen Afrikas werden Frauen, die den Lebensabschnitt der Menopause erreicht haben, als gleichwertiges Gegenstück zum Mann betrachtet. Jetzt, in ihrer "männlichen Phase" ist es ihnen erlaubt, wichtige gesellschaftliche Positionen einzunehmen, sie gewinnen an Autorität und einem hohen sozialen Status steht nichts mehr im Wege.

Wechseljahre in Asien: Japaner haben keinen Begriff für Hitzewallung

Neben den kulturellen Einflüssen tragen auch Ernährungsgewohnheiten einen wichtigen Teil zum Verständnis der Wechseljahre und deren Beschwerden bei. Asiatinnen klagen offensichtlich weniger oft über Wechselbeschwerden als Europäerinnen oder Nordamerikanerinnen. Der mögliche Grund dafür: Die sojareiche Ernährung. In Studien konnte gezeigt werden, dass Asiatinnen, die in den USA leben und sich westlich ernähren, genauso an den typischen Erscheinungen des Wechsels leiden. Anders in Japan: Hier kennt man nicht einmal einen Ausdruck für "Hitzewallung".

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.