Migräne: Was hilft und welche Ursachen gibt es?

Hämmern, Pochen, Ziehen – Kopfschmerzen können auf unterschiedlichste Arten auftreten. Besonders schlimm wird die Migräne empfunden, von der Frauen dreimal häufiger betroffen sind als Männer. Was viele nicht wissen: Treten die Schmerzen zeitnah mit der Menstruation auf, handelt es sich dabei oft um eine menstruelle Migräne.

Eine Frau hat hormonelle Migräne und greift ihren Kopf an

Anzeichen: Was ist eine hormonelle Migräne?

Nackenkopfschmerz, Schläfenkopfschmerz, Spannungskopfschmerz oder neuralgische Kopfschmerzen – zu den schlimmsten Kopfschmerzen zählen mit Sicherheit Migräne-Kopfschmerzen. Laut Statistik leiden etwa 10 Millionen Menschen an Migräneattacken.

Als Migräne bezeichnet man anfallsartige Kopfschmerzen, die meist halbseitig auftreten. Dazu können unangenehme Begleiterscheinungen wie Lichtempfindlichkeit, Übelkeit oder das sogenannte Aurasehen kommen.

Bereits vor mehr als 6000 Jahren gab es Migräne. Die Sumerer hielten die Kopfschmerzattacken für böse Geister und beteten zu ihrem Gott Horus um Hilfe. Im 17. Jahrhundert erkannte der britische Arzt Thomas Willis erstmals die Beteiligung von Blutgefäßen bei Migräneattacken.

Die Ursachen für eine Migräne sind noch nicht ausreichend geklärt. Man vermutet eine Störung der Botenstoffe im Gehirn in Kombination mit einer verminderten Durchblutung. Wenn die Migräne bei Frauen im Zusammenhang mit der Menstruation auftritt, spricht man von einer hormonellen oder menstruellen Migräne.

Was kann gegen die Attacken helfen?

Die Behandlung von Migräne beschränkt sich in vielen Fällen auf Medikamente, die die Schmerzen und somit die Beschwerden lindern. In vielen Fällen werden Triptane und Serotonin in Medikamenten gegen die Migräne verwendet. Aber auch homöopathische Mittel und Reduktion von Stress können Linderung bringen.

Als Folge von verschiedensten Vorgängen im Körper ist bei einer Migräneattacke am Ende der Serotoninhaushalt im Gehirn gestört. Dadurch werden Blutgefäße im Gehirn erweitert, sie entzünden sich und die Nerven aktivieren sich. Triptane ähneln dem Serotonin sehr. Sie verengen die erweiterten Blutgefäße und die Entzündung bildet sich zurück. Dazu verhindern die Triptane die Schmerzweiterleitung ins Gehirn. Zusätzlich unterdrücken die Triptane auch die Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit. 

Eine Frau nimmt ein homöopatisches Mittel statt einem Medikament

Welche Ursachen gibt es für hormonelle Kopfschmerzen?

Von einer hormonellen oder menstruellen Migräne spricht man dann, wenn Hormone Auslöser der typischen Kopfschmerzen sind. Eine menstruelle Migräne ist dann naheliegend, wenn ein zeitlicher Zusammenhang zwischen den Schmerzattacken und der Menstruation besteht. Allerdings können nicht nur bestimmte hormonelle Dysbalancen eine Migräne bedingen. Allgemein haben 90 % aller Migränepatienten einen sogenannten "Trigger" oder Auslöser für die Migräne. Zu diesen Auslösern zählen:

  • psychische und körperliche Belastungen,
  • verschiedenste Umweltfaktoren,
  • Alkohol, Nikotin oder Drogen,
  • Nahrungsmittel,
  • Medikamente,
  • aber auch Gerüche
  • und Hormone.

Stress ist oft ein Auslöser für besonders schwere Attacken. Deshalb sollte man zwischendurch immer für eine aktive Entspannung sorgen.

Unser Tipp: Ein sogenanntes Migränetagebuch kann helfen, die Trigger für die Migräneattacken herauszufinden. Trage dazu an Tagen mit Migräne ein, welche Umstände an diesem Tag vorlagen (z. B. Stress, Probleme beim Schlafen, Wetter, ...), wie lange bzw. wie heftig die Kopfschmerzen waren bzw. auch, welche Medikamente du zu dir genommen hast.

Wann kann Progesteronmangel Ursache für Kopfweh sein?

In vielen Fällen ist ein niedriger Spiegel des Hormons Progesteron schuld an der Migräne, was wiederum verschiedenste Ursachen haben kann. Denn dieser niedrige Progesteronspiegel kann einerseits durch eine mangelnde Produktion des Hormons, aber auch durch einen erhöhten Östrogenspiegel ausgelöst werden. Zu den typischen Erkennungsmerkmalen für einen Progesteronmangel zählen

  • das Prämenstruelle Syndrom (PMS),
  • eine starke Periode,
  • Müdigkeit und Schlafstörungen,
  • Schwindel,
  • Reizbarkeit,
  • Unruhe,
  • Angststörungen,
  • Fehlgeburtsneigung oder
  • sogar Unfruchtbarkeit
  • und eben Migräne, die als zyklische Kopfschmerzen immer wiederkehrt.

Ein Verdacht auf einen Progesteronmangel besteht dann, wenn die Migräne vor der Monatsblutung, während der Menstruation oder in der Zyklusmitte eintritt. In vielen Fällen sind die Migräneattacken während der Schwangerschaft deutlich verbessert. Ganz oft bleiben die Schmerzen während der letzten beiden Drittel der Schwangerschaft ganz aus. Außerdem nimmt bei einem Progesteronmangel die Zahl der Migräneanfälle in den Jahren vor dem Klimakterium zu. Meist treten die Schmerzen auch in den Wechseljahren vermehrt auf.

Eine Frau scheint wegen Stress Kopfschmerzen zu haben

Welche Rolle spielt Östrogen für die Migräne?

Ganz ähnliche Anzeichen zeigen sich aber auch bei einem hohen Östrogenspiegel, der wiederum der Auslöser für einen Progesteronmangel sein kann. So können auf einen zu hohen Östrogenspiel folgende Umstände zurückzuführen sein:

  • eine sehr heftige und verlängerte Periode,
  • Müdigkeit,
  • Schlaflosigkeit
  • sowie depressive Verstimmungen

Die Frauen haben oft vermehrte Wassereinlagerungen in der Brust und an den Oberschenkeln. Dazu kann ein Konturverlust an Taille und Hüfte durch vermehrte Fetteinlagerungen kommen.

Wie erkennt man hormonell bedingte Migräne?

Um ganz sicher zu sein, dass die Kopfschmerzen hormonell bedingt sind, sollten die Betroffenen ihren Hormonspiegel vom Arzt überprüfen lassen. In der Behandlung können dann neben Medikamenten auch ausgleichende Hormonpräparate eingesetzt werden.

Übrigens sollten Migräne-Patientinnen, die die Pille nehmen wollen, ihrem Frauenarzt unbedingt von der Migräne erzählen. Denn eine normale Pille mit Östrogen und Gestagen ist nicht ratsam, da sie zusätzliche Dysbalancen im Hormonhaushalt hervorrufen kann. Hier ist eher eine Pille, die kein Östrogen, sondern nur Gestagen enthält, also eine östrogenfreie Minipille, ratsam. Auch kann an hormonfreie Verhütungsmittel gedacht werden.

Wer im Kampf gegen die hartnäckigen Kopfschmerzen nicht gleich auf Medikamente zurückgreifen möchte, dem lässt die Naturheilkunde, und hier vor allem die Homöopathie, sehr viel Spielraum.

Welche Behandlungen gibt es für Migräneattacken?

Sind Hormone als Ursache für den Kopfschmerz identifiziert, kann man sehr gut eingreifen. In der Naturheilkunde zielt die Behandlung vor allem auf ein Vorbeugen gegen neuerliche Migräneanfälle ab.

Erfahrene Homöopathen beginnen in einer Basistherapie, Leber- und Darmfunktion zu stabilisieren. Eine Entgiftung und Ausleitung stellt grundsätzlich eine Grundlage für jede weitere Behandlung dar. Dazu sollte eine Histaminintoleranz oder eine Abbaustörung von Histamin im Darm ausgeschlossen werden. Denn Histamin kann, ebenso wie die Abbauprodukte Ammoniak und Tryptamin, Migräneanfälle auslösen. Außerdem können diese Stoffe die Psyche destabilisieren. Angststörungen und depressive Verstimmungen könnten die Folge sein.

Im Falle eines Hormonmangels bietet sich die Konsultation eines Arztes oder Therapeuten an. Hier kann nach Rücksprache begonnen werden, mit geeigneten Mitteln die körpereigene Produktion der Hormone wieder anzuregen. Für diese komplexen Behandlungen können sich Betroffene an erfahrene Homöopathen wenden. 

Homöopathie kann bei Migräne gute Erfolge erzielen.

Welche homöopathischen Mittel können bei Kopfschmerzen helfen?

In der Naturheilkunde ist das Ziel, mit den Behandlungen nicht nur Beschwerden und Schmerzen zu bekämpfen, sondern die individuellen Ursachen und mögliche Auslöser aufzuspüren. Die meisten homöopathischen Mittel sollen nicht nur im Akutfall die Probleme beseitigen, sondern vorbeugend helfen. Die Einnahme sollte so angepasst wie möglich erfolgen.

Handelt es sich bei den immer wiederkehrenden Kopfschmerzen tatsächlich um eine menstruelle Migräne, kann sie in vielen Fällen mit einem homöopathischen Komplexmittel sehr gut bekämpft werden kann.

Mittlerweile wurden homöopathische Mittel auf den Markt gebracht, die Frauen und Männer, die an den verschiedenen Arten von Migräne, unter anderem an hormonell bedingter Migräne, unterstützend verwenden können. Erfahrungsgemäß ist eine präventive Verwendung ebenfalls erfolgsversprechend.

In Tropfenform sind sie zum Beispiel mit drei starken homöopathischen Einzelmitteln genau auf diese oft durch Hormone bedingte Migräne abgestimmt. Allerdings sollten diese individuell dosiert werden und die Anwendung mit einem Arzt oder Apotheker besprochen werden. Zwar sind Nebenwirkungen nicht bekannt, bei der Einnahme kann es aber anfangs zu einer Erstverschlimmerung kommen.

Für Nervenschmerzen, wie Ischiasschmerzen oder Schmerzen zwischen den Rippen, gibt es ebenfalls Tropfen. Strahlen diese in den Kopf aus und verursachen dadurch unangenehme Schmerzen, können die Tropfen zur Linderung beitragen. Auch hier gilt: Die Dosierung sollte individuell vom Arzt festgelegt werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.