Zu große Schamlippen – Verkleinerung als sinnvolle Maßnahme

Schamlippenverkleinerungen gehören zu den häufigsten Eingriffen im Intimbereich. Viele Frauen leiden nicht nur psychisch sondern auch physisch unter diesem Problem. Die Operation selbst ist relativ unkompliziert, bringt aber Frauen Freiheiten auf vielen Ebenen zurück.

Eine Frau mit Händen am Intimbereich als Symbol für Schamlippenverkleinerung

Was sind möglich Gründe für eine Schamlippenverkleinerung?

Vergrößerte Schamlippen haben für betroffene Frauen oft enorme Einschränkungen zur Folge. Dabei treten die inneren Schamlippen deutlich über die äußeren Schamlippen hinaus Das verursacht im Alltag für die Frauen oft erhebliche Probleme. Dazu zählen Probleme beim Sport wie etwa beim Radfahren oder Reiten, aber auch Probleme in sexuellen Beziehungen.

Die Schamlippenverkleinerung gehört zu den häufigsten Eingriffen in der Intimkorrektur. Es gibt tatsächlich objektive medizinische Gründe für die Verkleinerung der inneren Schamlippen. Neben der verbesserten Sportfähigkeit, gehört auch das problemlose Tragen enger Kleidung, aber auch die verminderte Reibung und weniger Schmerzen beim Geschlechtsverkehr dazu. Betroffene Frauen sprechen auch von einem psychologischen Effekt nach einem solchen ästhetischen Eingriff im Intimbereich. Viele Patientinnen fühlen sich nach einer Operation aufgrund der neuen Optik beim Sex viel freier.

Wann sind die Schamlippen vergrößert?

Grundsätzlich sind Schamlippen gänzlich unterschiedlich und individuell gewachsen. Im Durchschnitt haben innere Schamlippen eine Länge von 2,5 bis 3 cm. Bei verschiedensten Untersuchungen wurden allerdings innere Schamlippen von einer Länge von 7 mm bis 5 cm gemessen. Die meisten Patientinnen, die sich zu einer Schamlippenverkleinerung entschließen, schätzen ihre Situation meist richtig ein. In der Regel ist eine Korrektur der Schamlippen notwendig, um physischen und psychischen Einschränkungen entgegen zu wirken. In vielen Fällen treten dabei die inneren Schamlippen deutlich über die äußeren Schamlippen hinaus. Weil die Schleimhäute der inneren Schamlippen sehr empfindlich sind, kommt es dadurch häufig zu Reibungen und Reizungen. Rein medizinisch gibt es eine Klassifikation der Hypertrophie der inneren Schamlippen:

  • 1. Grad: Innere und äußere Schamlippen sind gleich lang.
  • 2. Grad: Die inneren Schamlippen sind länger als die äußeren.
  • 3. Grad: Die Vergrößerung der Schamlippen betrifft auch die Klitoris.
  • 4. Grad: Die Vergrößerung der Schamlippen reicht bis zum Damm.

Eine milde Schamlippenvergrößerung ist dann gegeben, wenn die Differenz zwischen innerer und äußerer Schamlippe bis zu 4 cm beträgt. Alles darüber ist eine starke Vergrößerung.

Eine Grafik zeigt die weiblichen Genitalien mit Schamlippen

Warum sind die Schamlippen vergrößert?

"Bei einigen Patientinnen ist eine Schamlippenvergrößerung angeboren. Auch kann eine Schamlippenvergrößerung in der Pubertät entstehen. Durch die Hormone kommt es immer zu einer Vergrößerung der Vulvaform. Dabei können die inneren Schamlippen manchmal stärker wachsen als die äußeren, was zu einer dauerhaften Änderung der Proportionen führen kann. "Hier kann oft ein psychologisches Gespräch Hilfe bieten, damit das junge Mädchen oder die junge Frau lernt, ihren Körper mit allen seinen Veränderungen zu akzeptieren", weiß Dr. Susanne Aschauer.

Die Ästhetische Chirurgin mit Ordination in Bad Schallerbach und Wels in Oberösterreich legt im Vorfeld einer solchen Behandlung besonderen Wert auf das persönliche Gespräch. Es kann aber auch vorkommen, dass sich die Vulva soweit verändert, dass es medizinische Probleme nach sich zieht, was meist der Grund für eine Schamlippenkorrektur ist. Durch Übergewicht oder eine Schwangerschaft können sich in den Schamlippen Fetteinlagerungen bilden, die die Labien vergrößern. Erfolgt dann eine Gewichtsreduktion, kann das im Intimbereich ein erweitertes, schlaffes Gewebe zurücklassen. Eine Schamlippenvergrößerung kann auch mit einem zunehmend erschlaffenden Beckenboden zusammenhängen. Nach Geburten oder mit zunehmendem Alter erschlafft der Tonus der Beckenbodenmuskulatur. Damit ändert sich auch der Tonus der Schamlippen, weshalb im Vorfeld einer Korrektur auch ein entsprechendes Training der Beckenbodenmuskulatur helfen kann, so einen Eingriff zumindest für eine Zeit lang zu umgehen.

Wann ist eine Schamlippenkorrektur sinnvoll?

"Operationen und Eingriffe im Intimbereich, vor allem die Schamlippenverkleinerung oder die Schamlippenkorrektur, haben in den letzten Jahren stark zugenommen", erklärt Dr. Susanne Aschauer. Viele Patientinnen haben vorwiegend ein ästhetisches Motiv für ihre Schamlippenverkleinerung, wobei auch mehr als die Hälfte der Frauen über unangenehme Begleiterscheinungen beim Sport, Sex oder beim Tragen enger Kleidung klagt. "Für eine Verkleinerung oder Schamlippenkorrektur spricht, wenn die Patientinnen die Schamlippenvergrößerung subjektiv als unangenehm und störend empfinden." Die Beweggründe sind meist mehrere Faktoren wie

  • Schmerzen und Entzündungen im Schamlippenbereich
  • Schmerzen und Störungen beim Geschlechtsverkehr
  • unangenehmes Gefühl der Vulva beim Tragen enger Kleidung
  • ästhetische Verbesserung für mehr Selbstvertrauen

Meistens ist das mittlere Drittel der inneren Schamlippen von einer Schamlippenvergrößerung betroffen.

Wann soll eine Schamlippenverkleinerung oder Korrektur nicht durchgeführt werden?

"Wie vor jedem Eingriff oder jeder Operation sind ein oder mehrere ausführliche Gespräche notwendig," erklärt Dr. Aschauer. Dabei wird die Patientin nicht nur über das Risiko der Schamlippen-OP aufgeklärt, sondern auch über mögliche Kontraindikationen. So sollte etwa eine Gewichtsreduktion vor der Operation stattfinden. Auch sollte die Patientin vollständig sexuell gereift sein. Außerdem gibt es verschiedenste medizinische Risiken, die vor einem Eingriff bedacht werden müssen. So müssen etwa Kondylome oder sogenannte "Feigwarzen" völlig ausgeheilt sein, bevor eine Schamlippenverkleinerung stattfinden kann. Bei bestehenden Infekten oder Entzündungen im Intimbereich sollte die Operation ebenfalls verschoben werden. In vielen Fällen empfiehlt der Ästhetische Chirurg eine begleitende gynäkologische Untersuchung, um eventuelle Risiken zusätzlich auszuschließen. Außerdem gibt es weitere Faktoren, die man bei einer Schamlippenverkleinerung beachten sollte:

  • Der Zeitpunkt der Operation sollte möglichst weit von der Periode entfernt sein.
  • Einige Wochen nach dem Eingriff sind Stress oder zu langes Sitzen zu vermeiden.
  • Etwa vier Wochen nach der OP sollte die Patientin keinen Geschlechtsverkehr haben.
Eine Frau fährt mit Freude mit dem Rad

Wie verläuft die Operation zur Schamlippenverkleinerung?

Wenn alle Risiken abgeklärt sind, erfordert dieser Eingriff keinen stationären Aufenthalt in einer Klinik. In den meisten Fällen kann die Behandlung ambulant und unter örtlicher Betäubung oder im Dämmerschlaf durchgeführt werden. Es kommt aber auch vor, dass sich Patientinnen für eine Vollnarkose entscheiden. Bei einer Lokalanästhesie können die Frauen selbst zum OP-Ort kommen und – sofern sie keine weite Anreise haben – auch selbst wieder nach Hause fahren.

Beim Eingriff selbst wird in den häufigsten Fällen das überschüssige Gewebe im inneren und äußeren Blatt der Labie abgetrennt. Die neuen Ränder müssen vernäht werden, wobei der Knoten der selbstauflösenden Fäden auf dem äußeren Blatt der Labie zu liegen kommt. Die Sensibilität der Labien bleibt dabei vollständig erhalten. In der Regel wird das überschüssige Gewebe von oben her abgenommen, was zu keiner Unterbrechung der Nervenversorgung führt. Bei einigen Frauen ist auch die Klitorisvorhaut betroffen, weshalb man zur Labienreduktion oft auch eine Klitorisstraffung durchführt.

Etwa 48 Stunden nach der OP sollte körperliche Anstrengung vermieden werden. Nach etwa drei Wochen dürfen wieder leichte Sportarten ausgeführt werden. Volle Belastung und Geschlechtsverkehr sind erst nach vier bis sechs Wochen möglich. Etwa zehn bis vierzehn Tage nach dem Eingriff erfolgt die Kontrolle. Verlaufskontrollen sind dann nach sechs und zwölf Wochen zu empfehlen.

Die Kosten werden leider nicht von der Krankenkasse übernommen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.

Der Experte dahinter
Dr. Susanne Aschauer, Bad Schallerbach

Aschauer Susanne, Dr.

Dr. Susanne Aschauer ist plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgin in Oberösterreich. Sie bietet in ihrer modernen Ordination viele Möglichkeiten an, um natürlich schönes Aussehen zu fördern.