Auch wir haben Bedürfnisse - die Sexualität der Frau

Dass Männer mehrmals täglich an Sex denken, gilt als Tatsache. Aber auch für uns Frauen spielt das Thema Sexualität eine wichtige Rolle. Auch wir empfinden Begehren und sexuelle Erregung. Wie Studien gezeigt haben, ist die weibliche Lust vielleicht sogar stärker ausgeprägt als die männliche Sexualität. In der Gesellschaft wird die weibliche Erregung jedoch nur selten offen behandelt. Um dies zu ändern sind wir alle aufgefordert, unsere Erfahrungen in Sachen Liebe und Beziehung zu teilen und besonders die Bedürfnisse des weiblichen Geschlechts zu artikulieren. Ein Sexualleben zu haben ist nichts, wofür man sich schämen müsste. 

Inhalt:

Eine Frau will ihre Sexualität ausleben und lehnt an einem Mann

Weibliche Sexualität im Detail

Nicht nur Männer haben Lust auf Sex. Auch der weibliche Körper reagiert empfindlich auf sexuelle Berührungen, die einen wichtigen Stellenwert im Leben einnehmen. Sie sind ein menschliches Bedürfnis. Es stimmt zwar, dass eine intakte Partnerschaft für viele Frauen Voraussetzung für sexuelle Begierde ist. Es gibt aber sehr wohl welche, die ein erfülltes Sexualleben genießen, ohne tiefere Gefühle für den Mann zu haben. Andere wiederum bevorzugen, in Ermangelung eines Partners, die Selbstbefriedigung. In der Praxis sind die Möglichkeiten als Frau Befriedigung zu erlangen grenzenlos. Wichtig ist nur, die eigene Sexualität zu kennen und sich darauf einzulassen. 

Sexuelle Vorlieben

Abgesehen von Fetischen, Stellungen und erogenen Zonen lassen sich auch allgemeinere Vorlieben in Sachen Sexualität unterscheiden. Wie bereits angesprochen, spielen Gefühle für die meisten eine wichtige Rolle. Manche können sich nur in einer intakten Beziehung fallen lassen. Die Kontrolle abzugeben und den eigenen Körper einem anderen Menschen vollkommen hinzugeben, erfordert viel Vertrauen. Außerdem seien wir mal ehrlich: jede von uns genießt es, den eigenen Mann auch nach langer Zeit immer noch verrückt zu machen. Dadurch fühlen wir uns körperlich attraktiv und steigern unser Selbstbewusstsein. Dadurch fühlen wir uns wohler in unserer Haut. Defacto verbessern wir also unsere Lebensqualität und auch unsere Gesundheit wird positiv beeinflusst. 

Je nach Geschlecht variieren Jahres- und Tageszeit der sexuellen Aktivität. Während Männer im Sommer und in der Früh sexuell erregbar sind, bevorzugen Frauen eher den Frühling sowie die Abendstunden. Gerade am Abend, wenn uns nicht mehr die Probleme des Tages im Nacken sitzen, fällt es besonders leicht, sich dem Anderen körperlich hinzugeben. Hier erreichen wir auch eher einen Orgasmus. Männern fällt es leichter, bei einer Stimulation ihrer erogenen Zonen abzuschalten und sich voll und ganz der Sache hinzugeben.
Tipp für alle Frauen: besonders im Urlaub (wo wir vollkommen entspannt sind), fällt es uns leichter, die Erregung bis zum Orgasmus zu erhöhen. 

Auch der Zyklus beeinflusst die Bedürfnisse des weiblichen Körpers. Besonders hohe Begierde verspüren wir hormonbedingt kurz vor dem Eisprung. Nach der Geburt eines Kindes hingegen hemmt das Hormon Prolaktin unser Verlangen. 

Ein Paar küsst sich im Sonnenschein am Meer und will Sex im Urlaub

Weibliche Sexualität in der Gesellschaft

Während dem Mann mittlerweile Geschlechtsverkehr aus Lust zugestanden wird, sind manche immer noch der Ansicht, dass unsere Sexualität auf die Funktion der Fortpflanzung beschränkt sei. Wie jeder Mensch sehnen sich aber auch Frauen nach körperlicher Nähe. Ein Autor schreibt in seinem Buch, dass sich Frauen von mehr Dingen erregen lassen als Männer. Oft wollen Frauen sogar mehr Sex als ihr Partner, trauen sich jedoch nicht, dieses Thema anzusprechen. Fühlen sie sich zurückgewiesen und nicht begehrenswert, kann die Lust für längere Zeit verloren gehen.

Welche Gründe gibt es für sexuelle Unlust?

Sexuelle Probleme können viele Ursachen haben. Oft sind Komplexe in Bezug auf den eigenen Körper ausschlaggebend. Studien zufolge hat ein Drittel aller Frauen keine Lust auf Sex. Dies wirkt sich nicht nur auf die Sexualität, sondern auch auf die Beziehung aus.

Insgesamt lässt sich sexuelle Unlust sowohl auf körperliche (hormonelle und organische), psychische und partnerschaftliche Ursachen zurückführen.

Keine Lust auf Sex - das ist schuld:

  • zu wenig Testosteron (männliche Sexualhormon): ausgelöst durch eine Entfernung der Eierstöcke, Wechseljahre oder auch durch Einnahme der Pille.
  • Sensibilitätsverlust (Operationen an Bandscheibe oder Dickdarm)
  • Krankheiten (Diabetes, Arteriosklerose, Schilddrüsenunterfunktion)
  • Nebenwirkung von Medikamenten
  • Depressionen
  • Beziehungsprobleme
  • Stress

Ab und zu keine Lust zu verspüren ist vollkommen normal. Ist dies jedoch dauerhaft der Fall, sollte man der Sache schnell auf den Grund gehen und das Problem lösen. Immerhin ist Sexualität ein Thema, dass uns unser gesamtes Leben begleitet und Freude bereiten soll. 

Sex im Alter

Die Sexualität entwickelt sich durch Erfahrung. Das Ende der Entwicklung und sozusagen die Blüte unserer Sexualität erreichen wir mit etwa 35 Jahren. Mit der Menopause nimmt der Testosteronhaushalt zwar ab, jedoch bleibt das sexuelle Verlangen meist unverändert und die Frau will sexuell aktiv bleiben. Im Gegenteil fühlen sich viele Frauen durch das Wegfallen der Blutungen und des Risikos einer Schwangerschaft regelrecht befreit. Auch hierauf reagieren alle Menschen unterschiedlich (manche Frauen fühlen sich beispielsweise zu jüngeren Männern hingezogen). Vulva und Vagina werden zwar etwas dünner und langsamer feucht, im Großen und Ganzen bleiben uns unsere erogenen Zonen jedoch erhalten. 

Eine Frau und ein Mann genießen die Sexualität im Wechsel

Die erogenen Zonen Frauen jeden Alters 

Wie und wo wir berührt werden hat einen hohen Einfluss auf das Erregungspotential. Nicht alle Stellen sind gleich empfindlich. Als besonders erregbar gelten die sogenannten erogenen Zonen:

  • Lippen (aufgrund zahlreicher Nervenenden reagieren sie sensibel auf Berührungen)
  • Ohren (sanftes Knabbern an ihnen kann hocherotisch sein)
  • Kniekehlen, Handgelenke sowie Knöcheln (sanfte Berührungen, nicht kitzeln!)
  • Nacken, Hals, Wirbelsäule (sanftes Küssen und Streicheln können eine Gänsehaut auslösen)
  • Brust, Brustwarzen
  • Unterbauch, Nabel
  • Po
  • Streicheln im Gesicht symbolisiert Zärtlichkeit
  • Innenseite der Beine, Oberschenkel
  • auch die Haut selbst gilt als erogene Zone

Neben diesen Stellen dürfen natürlich auch die Hot Spots der erogenen Zone nicht vergessen werden:

Klitoris (auch C-Punkt): sanfter Druck durch Finger und Zunge steigert nicht nur die Erregung, sondern kann sogar einen Orgasmus mit sich bringen.
G-Punkt (Region in der vorderen Scheidenwand): verspricht besonders intensive Orgasmen

Wichtig ist für die Frau selbst zu wissen, welche Berührungen sie liebt und auf welche erogenen Zonen sie besonders anspricht. Unser Tipp: Alles einmal ausprobieren, die individuellen Vorlieben herausfinden und die Erkenntnisse reden. Der Partnerschaft wird es gut tun.