Botox gegen Schwitzen – so funktioniert die Behandlung von Hyperhidrosis

Riesige Schweißflecken unter den Achseln, unangenehmer Geruch – übermäßiges Schwitzen oder Hyperhidrose im Achselbereich ist oft eine psychische Belastung. Dass Botox gegen Schwitzen und nicht nur bei der Behandlung von Falten hochwirksam ist, weiß man bereits. Wie das Ganze funktioniert, das erklären wir dir hier. 

Wie wirkt Botox gegen Schwitzen?

Ursprünglich kommt Botox aus der Neurologie. Hier wird es vor allem zur Stilllegung verkrampfter Muskulatur verwendet. Diesen Effekt hat man sich schließlich bei Schönheitsbehandlungen zunutze gemacht. Heute gehört Botox zu den beliebtesten Anti-Aging-Mitteln, weil es  die Gesichts-Muskeln glättet und somit Falten verhindert. Aber auch immer mehr Patienten nehmen diese Methode bei übermäßigem Schwitzen unter den Achseln in Anspruch. 

Das hochwirksame Botulinumtoxin wird von Bakterien produziert. Es blockiert die Signalübertragung vom Nerv auf den Muskel, der sich damit nicht mehr zusammenziehen kann. Seit mehr als 20 Jahren wird Botox in der Faltenbehandlung eingesetzt. Noch länger verwendet man es in der Neurologie, um verkrampfte Muskeln zu entspannen. Auch wenn Botulinumtoxin als eines der stärksten Nervengifte gilt, besteht bei einer korrekten Handhabung durch den Arzt keine Vergiftungsgefahr. "In den Dosierungen, wie wir es verwenden, hat Botox ein hohes Sicherheitsprofil", bestätigt Dr. Susanne Aschauer. Die erfahrene plastische Chirurgin bietet in ihrer Ordination in Bad Schallerbach in Oberösterreich die Behandlung von Hyperhidrosis mit Botulinumtoxin an. 

Bei einer Hyperhidrose schwitzt man an bestimmten Stellen des Körpers übermäßig.

Wie funktioniert eine Behandlung mit Botox?

Starkes Schwitzen unter den Achseln kann aber mit Botox sehr gut behandelt werden. "Ein eingehendes Beratungsgespräch im Vorfeld ist natürlich unerlässlich", so Dr. Susanne Aschauer. Indem sie ihren Patienten die Behandlung genauestens erklärt, nimmt sie ihnen schon im Vorfeld etwaige Ängste. Und so geht's: Kleine Botox-Injektionen in die Haut der Achselhöhlen reichen schon, um das Schwitzen zu stoppen. "Das Botulinumtoxin blockiert die Signalübertragung vom Nerv auf die Muskeln rund um die Schweißdrüsen." Die Ausschüttung von Schweiß wird gestoppt. Erste Erleichterung verspüren Betroffene bereits zwei bis drei Tage nach der Behandlung. Das Wirkungsmaximum dieser Therapie ist nach sechs Wochen erreicht. "Während bei Falten eine Behandlung etwa drei bis vier Monate anhält, kann bei solchen Erkrankungen eine Wirkung von bis zu neun bis zwölf Monaten erreicht werden", weiß Dr. Susanne Aschauer.

Übrigens, die Schweißdrüsen unter den Achseln machen nur etwa ein Prozent der Schweißdrüsen des Körpers aus. Wir schwitzen an vielen anderen Stellen unserer Haut, wenn auch nicht so sichtbar. Durch eine Botox-Behandlung im Achselbereich muss also niemand Angst haben, dass er bei sommerlichen Temperaturen oder sportlichen Aktivitäten nicht mehr schwitzen kann.

Schwitzen im Achselbereich - nach einer Botox-Behandlung kein Thema mehr.

Was ist Hyperhidrose?

Unter Hyperhidrosis versteht man ein krankhaft vermehrtes Schwitzen. Die Betroffenen schwitzen so stark, dass es nicht nur für sie selbst unangenehm ist. Für eine primäre Hyperhidrose können oft gar keine Ursachen gefunden werden. Man glaubt, dass das Schweißzentrum im Gehirn einfach sensibler auf Reize von außen reagiert. Manchmal ist so eine Hyperhidrosis aber ein erstes Anzeichen einer Erkrankung. Die Ursache von übermäßigem Schwitzen sollte deshalb immer mit einer genaue Anamnese und Diagnose vom Arzt herausgefunden werden.

Nur in den seltensten Fällen betrifft dieses Schwitzen den ganzen Körper. Meist ist die Hyperhidrose lokal begrenzt. Das heißt, Schweiß tritt vermehrt am Kopf, an den Händen, an den Fußsohlen oder unter den Achselhöhlen aus. Für die Betroffenen ergeben sich durch das starke Schwitzen nicht nur körperliche, sondern auch psychische Belastungen. Oft kommen bei der Behandlung von Hyperhidrose Medikamente zum Einsatz. Sogenannte Anticholinergika verhindern die Übertragung von Botenstoffen, welche die Schweißdrüsen zur Produktion anregen. Je nach Ursache der Hyperhidrose können aber auch andere Medikamente wie Betablocker oder blutdrucksenkende Mittel zur Therapie verschrieben werden. 

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine Behandlung mit Botox nur bei schwerer axillärer Hyperhydrose. Zuvor müssen alle anderen Therapieformen von übermäßigem Schwitzen ausgeschöpft sein. Ob die Krankenkasse zahlt, ist meist eine individuelle Entscheidung. Die Anfrage erfolgt in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt. 

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.

Der Experte dahinter
Dr. Susanne Aschauer, Bad Schallerbach

Aschauer Susanne, Dr.

Dr. Susanne Aschauer ist plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgin in Oberösterreich. Sie bietet in ihrer modernen Ordination viele Möglichkeiten an, um natürlich schönes Aussehen zu fördern.



Du willst noch weitere Podcasts entdecken?

Hier findest du weitere interessante Experten-Podcasts

Mehr hören