Stress durch Lärm? Tipps zum Schutz vor störenden Lärmquellen

Ob im Verkehr, auf der Arbeit oder auch im Urlaub: Lärm ist überall. Tag für Tag sind wir Lärm ausgesetzt, der auf Dauer krank machen kann. Wir erklären dir, welche möglichen Auswirkungen Lärm auf die Gesundheit hat. Außerdem geben wir dir Tipps, die dir helfen sollen, Stress durch Lärm zu vermeiden.

Ein junger Mann sitzt am Balkon und hält sich die Ohren zu

Stress durch Lärm: Warum ist Lärm schädlich?

Vielen ist gar nicht bewusst, dass unser Gehör im Alltag gefährdet ist. Ob beim Feiern, bei Heimwerkarbeiten, in der Stadt oder beim Einkaufen: Dauerhafter Lärm ist schädigend. So leiden immer mehr Leute an lärmbedingter Schwerhörigkeit oder Tinnitus. Andauernder Lärm ist nicht nur für das Gehör eine Belastung, sondern für den ganzen Körper.

Jedes störende Geräusch versetzt den Menschen in Alarmbereitschaft. Dadurch werden Stresshormone ausgeschüttet. Lärm erzeugt also Stress, der auf Dauer zu psychischen Problemen führen kann.

Welche Folgen kann ein dauerhafter Lärmpegel haben?

Dauerhafte Lärmeinwirkung sorgt des Weiteren für schnelleren Herzschlag, gesteigerten Blutdruck und erhöhte Atemfrequenz. All diese Faktoren belasten das Wohlbefinden und die Gesundheit. Weitere mögliche Folgen sind:

  • Starke Belastung für die Psyche: Nervosität, Gereiztheit, Unzufriedenheit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • geringere Leistungsfähigkeit
  • Bluthochdruck
  • weniger oder kaum Schlaf
  • Herz-Kreislaufprobleme
  • erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall

Chronischer Stress ist eine große Gefahr für Herz und Kreislauf. Körper und Geist kommen nie ganz zu Ruhe, das innere Gleichgewicht ist gestört. Um lärmbedingte gesundheitliche Folgen zu verhindern, muss dauerhafter Lärm in erster Linie als etwas Schädliches erkannt werden.

Was versteht man unter Lärm?

Als Lärm bezeichnet man Geräusche, die meist wegen ihrer hohen Lautstärke als störend empfunden werden. Lärm ist also für Menschen unerwünschter bzw. störender Schall. Das menschliche Ohr nimmt Geräusche auf und verarbeitet diese. Da jeder Mensch anders auf bestimmte Geräusche reagiert, wird Lärm subjektiv wahrgenommen. Während die einen beispielsweise Heavy Metal genießen können, fühlen sich manch andere von derselben Musik belästigt und in ihrem Wohlempfinden gestört. Was als unangenehmer Lärm wahrgenommen wird, ist von folgenden Faktoren abhängig:

  • Lautstärke und Tonhöhe vom Geräusch
  • Geräuschpegel der Umgebung
  • subjektives Empfinden

Je stärker ein Geräusch ist, desto eher wird es als unangenehm empfunden. Auch hier kommt es allerdings auf die subjektive Wahrnehmung der Situation an. So kann auch schon ein leises Uhrenticken in der Nacht einen in den Wahnsinn treiben und nicht einschlafen lassen. So schaden laut wissenschaftlichen Studien bereits leise Alltagsgeräusche dem Herz-Kreislauf-System. Starke Lärmeinwirkungen oder dauerhafter Lärm beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit und sind gesundheitsschädlich.

Unterscheiden lassen sich hierbei kontinuierlicher monotoner Lärm wie das Verkehrstreiben in einer Großstadt und intermittierender Lärm z. B. der Start eines Flugzeuges.

Stadtverkehr mit vielen Autos

Wie wird Lärm gemessen? Ab wann ist Lärm schädigend?

Die Lautstärke eines Geräusches wird als Schalldruckpegel in Dezibel gemessen. Je höher der Schalldruckpegel ist, desto lauter ist das Geräusch. Der leiseste für uns wahrnehmbare Ton liegt bei 0 Dezibel. Menschliche Gespräche in normaler Lautstärke erreichen ungefähr 40-65 Dezibel. Ein vorbeifahrendes Auto hingegen umfasst 65-80 Dezibel. Ab einem Wert von 120 Dezibel nimmt das Ohr ein Geräusch als schmerzhaft wahr. Ab diesem Wert können irreparable Schäden des Gehörs auftreten. Aber schon ein länger anhaltender Lärmpegel von 85 Dezibel stellt ein gesundheitliches Risiko dar. Daher ist in Situationen, in denen man viel Lärm ausgesetzt ist, ein geeigneter Gehörschutz wie z. B. Ohrstöpsel von großem Nutzen.

Wo ist man besonders viel Lärm ausgesetzt? Welche Menschen sind am meisten davon betroffen?

Die Welt wird immer lauter, schneller und hektischer: Straßen-, Bahn- und Flugverkehr, Baustellen, Industrie- und Musikanlagen, Freizeiteinrichtungen, Diskotheken, Maschinen und Geräte sind riesige Lärmquellen, die alle auf uns einprasseln. Der WHO zufolge gehen europaweit jährlich 903.000 gesunde Lebensjahre durch lärmbedingte Schlafprobleme verloren.

Der Einfluss von permanent hohem Lärmpegel auf die Gesundheit ist immens. Anders als die Augen, kann man die Ohren nicht einfach so schließen, um nur das Gewünschte zu hören. Laut diversen Umfragen wird vor allem der Verkehrslärm als besonders unangenehm empfunden. Der Lärm von vorbeifahrenden Autos und geschäftigen Fußgängern ist allgegenwärtig.

Betroffene, die in der Nähe von einer stark befahrenen Straße wohnen, haben es besonders schwer, da sie vor allem in Großstädten auch nachts mit Lärm konfrontiert werden. Menschen, die in einer lauten Umgebung wohnen, sind einem ständigen Lärmpegel ausgesetzt. Daher ist es ratsam, sich hin und wieder eine Auszeit von der lauten Umgebung zu nehmen, um den Kopf frei zu kriegen und das Gehör zu entlasten.

Neben dem Verkehr ist auch die Arbeit meist ein Ort hoher Lärmbelastung. Insbesondere in Großraumbüros kann der erhöhte Schallpegel die Gesundheit der Arbeitgeber wie Arbeitnehmer negativ beeinflussen. Menschen, die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit (Bauarbeiter, Büroarbeiter, Berufsmusiker, etc.) hohen Lärmpegeln ausgesetzt sind, laufen Gefahr, mit zunehmendem Alter von einer Höreinschränkung betroffen zu sein. Daher ist sehr wichtig, das Gehirn und die Ohren so früh wie möglich vor einer Dauerbelastung zu schützen. 

Ein älterer Mann ruht auf der Couch

Was kann man tun, um lärmbedingten Stress zu vermindern?

Lärmquellen lassen sich in den meisten Fällen nicht vollständig eliminieren. Deshalb sollte man das eigene Nervenkostüm stärken, um weniger anfällig für chronischen Stress zu sein. Der richtige Umgang mit Stress, gepaart mit der nötigen inneren Ruhe, ist hier der befreiende Schlüssel zur geistigen wie körperlichen Entspannung. Wir geben dir grundlegende Tipps, um lärmbedingten Stress zu vermindern:

  • Vermeide unnötige Geräusche wie z. B. den im Hintergrund laufenden Fernseher! Schalte die Geräte aus, die du gerade nicht benutzt!
  • Schütze dein Gehör! Halte dir bei kurzzeitigem Lärm die Ohren zu! Achte, wenn du Musik hörst oder Fernsehen schaust, auf eine adäquate Lautstärke! Benutze bei lauten Konzerten einen Gehörschutz! Auf der Arbeit kannst du es mit Ohrstöpsel probieren. Versuche, dich so gut du kannst, vor Lärmquellen zu schützen!
  • Schaff dir Ruhepausen! Verlasse den lärmenden Ort und gönne dir eine Pause! Erhole dich an einem Platz, wo du auch mal die Stille genießen kannst! Leg alles weg, befrei dich gedanklich von deinen Pflichten und versuche, dich zu entspannen!
  • Sorge in deiner Wohnung für einen ausreichenden Schutz vor unerwünschter Lärmbelästigung! Schließe nachts dein Fenster oder bring schalldämmende Rollläden an!
  • Vermeide überflüssige Autofahrten! Gehe kurze Strecken zu Fuß oder fahr mit dem Fahrrad! Das ist sowohl umweltschonend als auch lärmschützend!
  • Probiere autogenes Training zur Stressbewältigung! Weitere Möglichkeiten sind Sport oder Yoga. Wichtig ist nur, dass du regelmäßig übst. Das Erlangen von innerer Balance ist ein stetiger Prozess! Sei geduldig, lass dir Zeit und überstürze nichts! 
  • Falls du von Lärmbelastung am Arbeitsplatz betroffen bist, wäre es sinnvoll, offen darüber mit deinen Kollegen und deinem Chef oder deiner Chefin zu reden. Gemeinsam könnt ihr nach Lösungen suchen, um störende Lärmquellen im Job zu beseitigen. Hilfreiche Maßnahmen zur Lärmbekämpfung sind z. B. Trennwände im Büro.