Erfolg und Erfüllung folgen, wenn du deinem Herzen folgst

Millionen Menschen hätten gerne das, was wir Erfolg nennen und leben mehr oder weniger dafür. Diese Art von Erfolg besteht darin, dass man anderen möglichst viel vorzeigen kann, damit sie applaudieren und uns Anerkennung schenken. Dieser Erfolg besteht im Haben. Menschen wollen zunächst einmal Erfolg haben statt erfolgreich zu sein und dieser Erfolg besteht zunächst in den äußeren Zeichen des Wohlstands, also Haus oder Eigentumswohnung, Autos und Motorrad, alle Arten von technischem Komfort usw. Vor allem unsere Kleidung soll signalisieren, ob wir zu den Erfolgreichen gehören bzw. gehören wollen, je cooler, desto erfolgreicher. Die Welt ähnelt einer großen Casting-Show.

Dann wollen wir einen Partner haben, wer einen hat, gilt als erfolgreicher als der, der keinen hat. Wir wollen einen Beruf haben und einen Körper, der gut aussieht. Der Mensch mit gebräuntem, schlank-trainiertem Körper wähnt sich als erfolgreicher als der ohne. Unser Erfolg besteht in den Augen der meisten in dem, worum uns andere beneiden könnten und das ist in erster Linie das Vorzeigbare und Anfassbare. Der Normal-Mensch strebt nach Anerkennung und einem guten Image.

Ein Haus, ein Auto und ein Sack mit Geld stehen als Zeichen für Erfolg nebeneinander

Höchste Zeit, unsere Vorstellung vom Erfolg zu hinterfragen

Mehr und mehr Menschen erleiden mit diesem Konzept, das aus der Zeit nach dem Krieg stammt, jedoch Schiffbruch. Äußerem Wohlstand und Glanz steht immer mehr das innere Elend gegenüber, sei es in Form von Depression, Ängsten, Verlassenheit, Süchten aller Art und einem gequälten, kranken Körper. Die Gesundheits- und Wellness-Industrie boomt und die Pharmaindustrie erfreut sich des Massenkonsums von Pillen. Wir leben in Westeuropa in materiellem Wohlstand, der in starkem Kontrast zu psychischem und physischem Leiden auf breiter Basis besteht.

Darum ist es höchste Zeit, unsere Vorstellung von Erfolg zu hinterfragen und neu zu bestimmen. Jeder Mensch hat in meinen Augen einen Anspruch auf ein Leben in der Fülle. Nur kann diese Fülle völlig unterschiedlich aussehen. Wer es seiner Umwelt überlässt zu definieren, was er selbst zu einem glücklichen, erfolgreichen Leben benötigt, der wird unglücklich bleiben. Wer sich an dem orientiert, was der Nachbar, die Kollegin, die anderen haben und leben, der wird ein geborgtes, aber nicht sein eigenes Leben führen. Das führt zu einem Gefühl der Leere, der inneren Hohlheit, die wiederum gefüllt werden will, sei es mit süßen Dingen, mit Drogen oder mit anderen Körpern beim Sex, mit ununterbrochenen medialen Reizen von Bildern und Tönen oder gleich allem zusammen. Der coole Mensch von heute geht nicht mehr "unplugged" durchs Leben, sondern verkabelt mit "Ohrschnuller". Das soll Erfolg sein?

Diesem merkwürdigen Erfolgskonzept kehren mehr und mehr Menschen in den letzten Jahren den Rücken zu. Sie suchen, wie vielleicht auch du selbst, nach einem Leben, das vor allem im Innern als höchst erfüllend, beglückend und zutiefst befriedigend empfunden wird. Von diesem Erfolg soll hier die Rede sein. Diese Menschen machen nicht mehr die Anerkennung der anderen zum Maßstab ihres Erfolgs, sondern den täglich erlebten Genuss eines glücklichen, singenden Herzens in einem gesunden Körper, zusammen mit gleichgesinnten Menschen, die sich gegenseitig wertschätzen und unterstützen.

Der Stimme des Herzens lauschen

Unser Herz hat eine Schlüsselrolle, wenn es um ein erfolgreiches Leben geht. Wer auf sein Herz setzt, der kann den Erfolg seines Lebens nicht verpassen. Hierzu ist es notwendig zu beginnen, der Stimme des eigenen Herzens zu lauschen.

Vielen Kopfmenschen, die bisher versuchten, denkend glücklich zu werden, scheint das eigene Herz ein Buch mit sieben Siegeln zu sein. Das ist nicht verwunderlich, da wir doch alle in unserer Kindheit einmal dieses Herz verschlossen haben, als es zu weh tat, wenn wir zurückgewiesen, kritisiert, domestiziert, missbraucht oder ignoriert wurden. Irgendwann zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr treffen bei uns alle Kinder diese Entscheidung: "Ich will nicht mehr, dass es so weh tut, ich muss mich schützen." Und sie verschließen ihr neugieriges, liebendes Herz und gehen von da an strategisch-denkend durch ihr Leben. Sie beginnen Gedanken zu denken, die es in den meisten Erwachsenen später immer noch denkt, Gedanken wie: "Ich muss es anderen recht machen und ihre Erwartungen erfüllen. Ich muss dafür sorgen, dass mich andere mögen. Ich muss mir Liebe und Anerkennung durch Leistung und Anpassung verdienen. Von nichts kommt nichts. Im Leben bekommst du nichts geschenkt. So wie ich bin, werde ich nicht geliebt, bin ich nicht in Ordnung, usw."

Dieses Denken gepaart mit Gefühlen des Nicht-Genügens, der Kleinheit, Minderwertigkeit und des Getrenntseins von anderen, der Scham und Schuld, prägt das Bewusstsein der meisten Menschen, die sich im Leben Erfolg wünschen. Mit den genannten Gedanken und Gefühlen müssen sie – zunächst – jedoch scheitern.

Jeder von uns hat eine innere Instanz, die wir Herz oder Innere Stimme oder Innere Führung nennen können. Sie sagt uns in jedem Moment, wo es lang geht auf dem Weg zum Glück. Sie signalisiert uns immer, was sich "stimmig" und was sich "unstimmig" anfühlt. Du brauchst keine drei Sekunden, um die Antwort deines Herzens auf die Fragen zu hören: „Sag mal, fühlt sich das stimmig, rund und mit Freude verbunden an, wie du deine Tage lebst, wie du deine Beziehung lebst oder wie du die Zeit mit deiner Arbeit verbringst?“

"Gehst du nicht nach innen, gehst du leer aus."

Um die Stimme deines Herzens für ein erfolgreiches Leben zu nutzen, bedarf es des nach innen Gehens. Unsere so extrem außenorientierte, aktions- und reizüberflutete Welt führt und verführt uns jedoch dazu, im Außen unser Glück zu suchen. Wer in seinem Leben erfolgreich sein, und das heißt für mich auch glücklich, sein will, der darf sich entscheiden, immer wieder nach innen zu gehen und still zu werden. Das heißt, Zeit mit sich selbst – ohne jede Aktion – in der Stille zu verbringen, ob bei Meditation, QiGong, Yoga, TaiChi oder anderen inneren Übungen, bei Kontemplation oder Gebet. Nur in der Stille finden wir den Weg zu unserem Innersten, von dem die meisten Menschen nicht einmal wissen, dass es so etwas gibt. Gehst du nicht nach innen, dann gehst du leer aus.

Eine Frau meditiert

Selbstzentriertheit statt Du-Sucht

Nur im Stillen nach innen gehen kann ich die Signale meiner Seele bzw. meines Herzens erspüren und erlauschen. Mit dieser Hinwendung zu deiner Innenwelt verbunden ist die Haltung der Selbst-Zentriertheit, die wir wieder einüben dürfen, nachdem wir von unseren Müttern und Vätern das Gegenteil vorgelebt bekamen: das sich ständig um andere Kümmern, das sich Aufopfern, das sich Einmischen in anderer Angelegenheiten und das sich Sorgen machen. Nur wer seine liebevolle Aufmerksamkeit zunächst sich selbst schenkt und sich gut um sich selbst kümmert, sowohl um seinen Körper wie um seine bisher meist verdrängten Gefühle, um seine Herzenswünsche wie um seine "Baustellen" im Außen, anstatt sich in der traditionellen Du-Sucht zu verlieren, der hat Aussicht auf ein zutiefst erfolgreich-beglückendes Leben. Der selbstzentrierte Mensch übernimmt seine Verantwortung für alle eigenen Belange sowie für sein gesamtes Lebensglück und erwartet nicht von anderen, dass sie ihn glücklich machen sollen, eine Täuschung, die immer noch zu viel Leid und Enttäuschung führt.

Wer Erfolg in seinem Leben haben will, darf selbst als Mensch ein Erfolg sein und sich als solchen empfinden. Frage an dich: Bist du in deinen Augen ein Erfolg und fühlst du dich entsprechend? Betrachtest du deine gesamte bisherige Lebensleistung als eine erfolgreiche Geschichte? Du kannst nur dann für dich ein Erfolg sein und dich als solchen fühlen, wenn du dein Herz öffnest für die Liebe zu dir selbst und zu allem, was du bisher erschaffen hast in deinem Leben. Wer mit sich hadert und grollt, wer sich Vorwürfe macht und sich verurteilt für seine sogenannten Fehler, der stellt die Weichen auf Misserfolg. Ich lade dich ein, dir alles zu vergeben, was auf deiner persönlichen Minus-Liste steht, denn alle "Fehler" waren ausschließlich wertvollste Erfahrungen auf deinem Weg. Du hast es jederzeit so gut gemacht, wie du konntest. Das heißt, deine gesamte Vergangenheit wünscht sich Würdigung, Anerkennung und Wertschätzung. Erst wer mit seiner Vergangenheit inklusive seiner vielleicht unglücklichen Kindheit bei Vater und Mutter in den Frieden kommt, der lässt seine Vergangenheit los und hat die Hände frei, um die Geschenke des Lebens heute zu empfangen.

Was will ich eigentlich hier in diesem Leben?

Wer Erfolg in seinem Leben haben will, der darf sich erst einmal der Unklarheit in seinem Geist bewusst werden, wenn es um die Antwort auf die Frage geht: Was will ich eigentlich hier in diesem Leben? Wer will ich sein? Was soll mir das allerwichtigste sein? Dies sind die Grundfragen nach dem Sinn des Lebens, auf die jeder für sich kristallklare Antworten finden darf. "Die meisten Menschen wissen nicht, was sie wollen und die anderen glauben nicht dran", sagt Paul Ferrini so schön in seinem herrlichen Buch "Stille im Herzens".

Jeder Tag ist ein neues Leben, um es zu gestalten

Alles, was du zu einem erfolgreichen Leben benötigst, ist schon in dir vorhanden. Nur sind der Lärm der Außenwelt und der innere Müll der Vergangenheit meist so gewaltig, dass wir die stillere Stimme unseres Herzens kaum wahrnehmen können. Geh zu diesem deinem Herzen in regelmäßigen Stunden der Stille, z. B. am Morgen und am Abend jeweils 10 bis 20 Minuten und sei einfach still! Setze dich morgens an einen schönen Platz, mach eine Kerze an und feiere auf diese Weise den Beginn des neuen Tages!

Mach dir dabei bewusst, dass du gerade ein Riesengeschenk erhalten hast: einen ganzen neuen Tag, heißt: ein neues Leben, das darauf wartet, von dir gestaltet zu werden wie ein Kunstwerk, durch dein Denken, Fühlen, Sprechen und Handeln. Mach dir jeden Tag bewusster, dass du die Künstlerin/der Künstler bist, der die unbeschriebene Leinwand des neuen Tages bemalt.

Die erste Stunde jeden neuen Tages ist sehr wichtig für das Endprodukt des gelebten 17-Stunden-Tages, weil ich mich hier grundlegend ausrichte und eine Wahl treffen zwischen Unbewusstheit oder Bewusstheit, Klarheit oder Unklarheit, Liebe oder Angst, Freude oder Depression, Krieg oder Frieden in mir und mit meinem Umfeld.

Wenn ich mich am Abend wieder nach innen wende, kann ich sehr genau spüren und anschauen, was ich an diesem Tag erschaffen habe und kann mir die Geschenke des Tages genau betrachten und dafür danken. Ich kann Frieden schließen, wo Unfrieden war, aufräumen, wo Unordnung war, würdigen, was ich erschuf und diesen gelebten Tag auf diese Weise in Besitz nehmen und rund machen.

Eine Frau hat Freude an der Arbeit

"Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe"

Das Herz führt immer zum Erfolg. Erfolg ist immer das, was mich zutiefst glücklich macht und erfüllt, nicht der Oberflächenreiz unserer „Ha-Ha-Ha“-Spaßgesellschaft. Um diesen Erfolg zu ernten, brauchst du weder Rhetorik-Kurse noch Farb- und Stilberatung noch aufputschende Motivationskurse. Was Not tut, ist das Verstehen deiner Herzensstimme und deine Entscheidung für die Liebe zu dir selbst und zu allem, was du tust. So will auch unsere Arbeit mit Liebe getan sein, denn "Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe". Wer aber ohne Liebe und ohne Freude und nur mit Widerwillen arbeitet, dem ruft Khalil Gibran in seinem "Propheten" zu: „...dann lasst besser eure Arbeit und setzt euch ans Tor des Tempels und nehmt Almosen von denen, die mit Freude arbeiten. Denn wenn ihr mit Gleichgültigkeit Brot backt, backt ihr ein bitteres Brot, das nicht einmal den halben Hunger des Menschen stillt. Und wenn ihr die Trauben mit Widerwillen keltert, träufelt eure Abneigung ein Gift in den Wein..." Dasselbe gilt auch für unsere Arbeit von heute, die meist nur noch "Job" genannt wird. Was für eine Arbeit du ausübst und ob eine Tätigkeit dich mit Freude erfüllt, hängt nicht von den Managern der Wirtschaft ab, sondern von deiner Entschlossenheit, dein Herz zum Singen zu bringen und dein Leben zu einem Erfolg zu machen.

Der Experte dahinter
Robert Betz, Psychologe, Seminarleiter und Autor

Betz Robert

Der Psychologe, Seminarleiter und Autor Robert Betz wurde 1953 im Rheinland geboren. Nach seinem Studium der Psychologie und Sozialpädagogik, welches er übrigens als Jahrgangsbester abschließt.

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