Konflikte im Team lösen: Tipps für ein gelungenes Konfliktmanagement

Ob Beschwerden, Gerüchte oder Streitigkeiten: In jedem Team kommt es hin und wieder mal zu Konfliktsituationen. Wo mehrere Menschen auf lange Zeit aufeinandertreffen, sind Konflikte geradezu unvermeidbar. Mit dem richtigen Konfliktmanagement kann man aber Konflikteskalationen verhindern und die Harmonie in der Gruppe wiederherstellen. Wir verraten dir, wie sich Konflikte im Team lösen lassen. Außerdem geben wir Tipps, die Führungskräften helfen, für Harmonie am Arbeitsplatz zu sorgen.

Ein Mann schlichtet zwischen zwei streitenden Arbeitskollegen

Warum ist Kommunikation wichtig, um Konflikte im Team zu lösen?

In einem Team treffen unterschiedliche Charaktere aufeinander, die wiederum unterschiedliche Ansichten und Wertvorstellungen vertreten. Da ist es natürlich vorprogrammiert, dass es auch zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Natürlich führt nicht jede Meinungsverschiedenheit gleich zu einer Reiberei bzw. einem Konflikt. Vor allem in Gruppen, in denen die Personen viel Zeit miteinander verbringen, wie z. B. in einem Unternehmen, können sich die Gemüter jedoch aufhitzen, sodass es zu einer Auseinandersetzung kommt. Konflikte sind völlig menschlich und sollten auch zugelassen werden. Allerdings ist es wichtig, über Ungereimtheiten offen zu sprechen, um Unstimmigkeiten wieder aus der Welt schaffen zu können. Nur mithilfe ehrlicher, offener Kommunikation kann ein harmonisches Zusammenarbeiten zwischen verschiedenen Individuen funktionieren.

Wie kommt es zu einem Konflikt und wie kann man ihn vermeiden?

Grundsätzlich entsteht ein Konflikt, wenn zwei gegensätzliche Interessen, Motive oder Gefühle aufeinandertreffen. Die starke Emotionalität der Beteiligten führt dazu, dass eine hitzige oder angespannte Situation entsteht, die in einer Auseinandersetzung oder Konfrontation münden kann. Emotionen verursachen also Konflikte.

Ob ein Konflikt überhaupt entsteht, ist von der emotionalen Verfassung und dem Gemütszustand der beteiligten Personen abhängig. An manchen Tagen ist man nicht ausgeschlafen, schlecht gelaunt, gereizt und leicht zu provozieren. So kommt es dazu, dass man konfliktbereiter auftritt und partout keine Kompromisse eingehen will.

Generell solltest du dich bemühen, negative Gefühle nicht an deinen Arbeitskollegen und Arbeitskolleginnen auszulassen. Wenn du mal einen schlechten Tag hast und es dir nicht gut geht, kannst du das deinem Chef oder deinen Kollegen ruhig mitteilen. So können sie mehr Verständnis für dich aufbringen und dir gegebenfalls sogar helfen. Wer es schafft, seine Gefühle richtig wahrzunehmen, einzuordnen und zu kontrollieren, kann das Entstehen von Konfliktsituationen von vornherein vermeiden.

Wie werden Teamkonflikte verursacht?

Ein Teamkonflikt ist ein Streit zwischen zwei oder mehreren Mitarbeitern. Die Ursachen für einen Teamkonflikt können unterschiedlicher Natur sein, z. B. wenn ein Teammitglied hinter dem Rücken über einen Arbeitskollegen lästert. Neben Lästereien sind weitere Gründe:

  • verschiedene Ansichten bezüglich Sachfragen
  • abweichende Wertevorstellungen
  • unterschiedliche Ziele
  • Leistungsdifferenzen
  • Konkurrenzdenken
  • persönliche Diskrepanzen
  • Missverständnisse

Missverständnisse entstehen durch fehlende Kommunikation!

Missverständnisse führen ganz oft zu Streitereien. Daher sollte man sich nicht daran beteiligen, Gerüchte über andere Personen zu verbreiten. Das sorgt mit dafür, dass hinter dem Rücken getratscht wird. Wenn du mal wütend oder enttäuscht bist, solltet du dich am besten direkt an die betroffene Person wenden und ein klärendes Gespräch mit ihm oder ihr suchen. So können Missverständnise aus der Welt geschaffen werden, bevor sie zu einem Konflikt führen.

Sind Konflikte immer etwas Negatives?

Konflikte sind in erster Linie natürlich nichts Angenehmes. Trotzdem sind sie wichtig für die Entwicklung eines Individuums und einer Gruppe. Ein Team wächst, indem es durch Höhen und Tiefen geht. Eine positive Streitkultur tut jeder Gemeinschaft gut, da sie Raum zur Weiterentwicklung schafft. Es kann nicht immer alles harmonisch sein.

Wenn man anderer Meinung ist, sollte man sich trauen, dies zu äußern. Du solltest in deinem Leben Konflikten nicht dauerhaft aus dem Weg gehen. Merke dir, dass Auseinandersetzungen nicht unbedingt etwas Negatives sind! Sie erweitern unseren Horizont und verändern möglicherweise die Sicht auf gewisse Dinge. Ein bewusster Umgang mit Teamkonflikten stärkt das Miteinander. Wenn man gemeinsam nach Lösungen sucht, entwickelt man Vertrauen zueinander, was wiederum den Teamgeist fördert.

Eine Frau und ihre Mitarbeiter sind genervt am Arbeitsplatz

Wie erkennt man Konflikte im Team?

Wenn in einem Team angespannte Stimmung herrscht, lässt es sich meist sofort spüren. Fehlende Harmonie sorgt nämlich dafür, dass Arbeitskräfte nicht ihre Bestleistung erbringen können. Unter Teamkonflikten leidet somit das ganze Unternehmen! Folgende Anzeichen deuten auf Reibereien und Ungereimtheiten im Team hin:

  • Es findet keine offene Kommunikation statt. Statt mit den Kollegen direkt zu reden, wird hinter dem Rücken getuschelt und getratscht.
  • Es herrscht Desinteresse zwischen den Mitarbeitern. Statt Harmonie herrscht gähnendes Desinteresse. Jeder geht seinen Weg oder es kommt zu Grüppchenbildungen. Einzelne Personen ziehen sich immer mehr zurück.
  • Es häufen sich immer mehr Fehler, Krankschreibungen und Unpünktlichkeiten. Das geladene Klima im Team sorgt dafür, dass man sich am Arbeitsplatz nicht mehr so wohl fühlt.
  • Es kommt ständig zu Sticheleien oder spitzen Bemerkungen unter den Arbeitskollegen.

Wie können Konflikte im Team konstruktiv gelöst werden?

Wenn Konflikte im Team erkannt wurden, geht es im nächsten Schritt darum, sie konstruktiv zu lösen. Um den Ursachen der Spannungen auf den Grund zu gehen, muss man sich Zeit nehmen. Es sollte herausgefunden werden, ob der Konflikt sachlicher oder emotionaler Natur ist.

Bei emotionalen Problemen in einer Gruppe ist eine Aussprache unvermeidbar. Die Beteiligten müssen über ihre Gefühle reden. Wichtig ist, dass ganze Team einzubinden und daran zu appellieren, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Schlechte Stimmung bringt im Endeffekt niemandem etwas. Daher sollte jeder Beteiligte daran interessiert sein, die Atmosphäre auf der Arbeit zu verbessern.

Ein großes Teammeeting kann den Anfang zur Konfliktlösung machen. Jeder im Team sollte seine Meinung äußern können und die Gelegenheit bekommen, offen über Probleme zu sprechen. Der Austausch sollte auf sachlicher, respektvoller und objektiver Ebene stattfinden. Denkt daran, dass ein Team im besten Fall ein harmonisches Ganzes bilden soll! Jedes Mitglied soll gleichwertig behandelt und in die Gruppe miteinbezogen werden.

Es gibt nicht immer eine perfekte Lösung!

Zum Wohle des Teams sollte eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Teammitglieder sollten nicht mit dem Finger aufeinander zeigen, sondern versuchen, neutral an Krisen heranzugehen. Schuldzuweisungen und Vorwürfe bringen gar nichts.

Sprecht die Punkte, die falschlaufen, klar an, ohne jemanden absichtlich zu kränken! Oftmals gibt es nicht die eine perfekte Lösung! Jedes Team lernt aus Konfliktsituationen. Wichtig ist, dass man Verständnis wie Geduld aufbringt und nicht gleich aufgibt, wenn gerade keine ideale Konfliktlösung in Sicht ist.

Mehrere Arbeitskollegen sprechen miteinander und lachen

Welche Rolle spielt die Führungskraft in Konfliktsituationen?

Konfliktmanagement ist ein wichtiger Bestandteil der Führungsarbeit. Daher spielt die Führungskraft eine enorm wichtige Rolle bei Konflikten in Teams. Führungskräfte sollten sich nicht nur auf die Deeskalation und Schlichtung von Konflikten beschränken. Auch Konfliktprävention gehört zu den wesentlichen Aufgaben der Führungsarbeit.

Menschen in Führungspositionen sollten stets bemüht sein, ein angenehmes Arbeitsklima zu ermöglichen.

  • Dies kann gelingen, indem allen Mitarbeitern vermittelt wird, ein essentieller Teil des großen Ganzen zu sein.
  • Natürliche Autorität statt despotisches Herumkommandieren sollte dabei die Devise sein.
  • Auch wenn ein Konflikt zwischen Vorgesetzten und Mitarbeiter entstanden ist, muss eine Atmosphäre hergestellt werden, in der beide Parteien offen miteinander reden können. Dazu sollte man als Führungskraft darauf achten, Mitarbeiter auf Augenhöhe zu begegnen.

Was kann man als Führungskraft tun, um Teamkonflikte aus der Welt zu schaffen?

Um in einem Unternehmen ein angenehmes Klima zwischen den Arbeitskräften zu wahren, ist eine gute Führungsarbeit von Nöten. Folgende Schritte helfen Führungskräften dabei, Konflikte im Team schnell wieder aus der Welt zu schaffen:

  1. Sei wachsam und interessiere dich für deine Arbeitskollegen! Besonders als Führungskraft sollte man sich bemühen, einen guten Draht zum Team zu haben. Je näher du dran bist, desto schneller bekommst du mit, wenn der Haussegen schief hängt.
  2. Führe regelmäßig Einzelgespräche mit deinen Mitarbeitern! Veranstalte öfter Teammeetings, in denen du jeden zu Wort kommen lässt!
  3. Stoppe Gerüchte, bevor sie sich verbreiten können! Lasse nicht zu, dass schlecht über deine Angestellten gesprochen wird! Setze klare Grenzen, indem du deinen Angestellten klarmachst, dass Lästereien nicht an den Arbeitsplatz gehören!
  4. Gehe bei Problemen direkt auf deine Mitarbeiter zu und mache ihnen keine Vorwürfe! Höre ihne zu und versuche, herauszufinden, warum Spannungen im Team herrschen! Was sind die Gründe? Wie fühlen sich die Beteiligten? Was kann man gemeinsam als Team machen, um die Stimmung zu verbessern?
  5. Finde heraus, wo der Konflikt verortet ist! Ist das ganze Team betroffen oder doch nur zwei Mitarbeiter? Überlege dir, was zum Konflikt geführt hat! Auch da helfen konstruktive Gespräche.
  6. Bleibe neutral und stell dich auf keine Seite! Versuche, als Vermittler zu agieren und beide Seiten nachzuvollziehen! Arbeitet daraufhin gemeinsam an einer Lösung!

Wie schützt man als Vorgesetzter seine Mitarbeiter vor Anfeindungen?

Wenn du mitbekommst, dass jemand dauerhaft Sticheleien, Beleidigungen oder gar Mobbing ausgesetzt ist, solltest du sofort einschreiten und den Betroffenen oder die Betroffene schützen!

Grenze beide Konfliktparteien ab, indem du als Beispiel eine räumliche Trennung der Beteiligten verordnest! Auch eine Abmahnung ist eine Möglichkeit, despektierliches Verhalten am Arbeitsplatz zu unterbinden.