Unterforderung: Anzeichen für Boreout und was man dagegen tun kann

Ganz im Gegenteil zu dem weit verbreiteten Burnout-Syndrom beschreibt das Boreout-Syndrom eine starke Unterforderung am Arbeitsplatz, die negative Auswirkungen auf die Gesundheit zur Folge haben kann. Wir verraten dir, welche Anzeichen auf eine Unterforderung hinweisen und was du tun kannst, wenn du dich in deinem Job unterfordert fühlst.

Ein junger Mann auf der Arbeit schaut gestresst auf seinen PC-Bildschirm

Boreout – Was sind die Anzeichen für Unterforderung am Arbeitsplatz?

Unterforderung im Beruf kann sich unterschiedlich bemerkbar machen und sowohl körperlicher als auch geistiger Natur sein. Grundlegende Anzeichen, die darauf schließen, dass man nicht glücklich im Job ist sind:

  • häufiges Unwohlsein
  • regelmäßige Langeweile 
  • schlechte Leistungen
  • Unkonzentriertheit und leichtsinnige Fehler 
  • Gefühl der Nutzlosigkeit
  • Desinteresse 
  • Lustlosigkeit
  • keine Freude an der Arbeit 
  • Minderwertigkeitsgefühl
  • innere Leere
  • Gereiztheit und Aggressionen

Die Betroffenen bekommen keine Bestätigung aus ihrer beruflichen Tätigkeit und können ihre Fähigkeiten nicht einbringen. Die Arbeit hat für sie keinen Sinn. Das Gefühl der Hilflosigkeit dominiert und führt dazu, dass man innerlich resigniert.

Welche Faktoren begünstigen die Entwicklung von Boreout?

Die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung eines Boreouts variiert je nach Persönlichkeit. Leistungsorientierte, ehrgeizige Menschen neigen eher dazu, einen Boreout zu erleiden als Menschen mit geringen Ambitionen.

Allgemein entsteht Boreout, wenn Arbeitsdrang und Aufgabenbereich nicht übereinstimmen. Betroffene bleiben weit unter ihren Fähigkeiten. Der anfängliche Tatendrang kann durch die Monotonie des Arbeitslebens in Verbitterung und Enttäuschung übergehen. Das eigene Potenzial kann nie ausgeschöpft werden. So findet keine Weiterentwicklung statt, was ziemlich frustrierend ist.

Viele machen dabei den Fehler, aus Angst vor einem Jobverlust, ihr Schicksal einfach so hinzunehmen und nichts an ihrer deprimierenden Lage zu verändern. Statt schweigend den Frust in sich hineinzufressen, ist es wichtig, aktiv zu werden und seine Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Monotone Arbeit ist eine mögliche Ursache für das Boreout-Syndrom. Herausfordernde und abwechslungsreiche Arbeit ist wichtig für das eigene Wohlempfinden. Menschen sind dafür gemacht, ihre Ziele und Wünsche zu verfolgen und in die Tat umzusetzen. Solltest du merken, dass deine Träume nichts mit der tatsächlichen Realität zu tun haben, ist es eventuell an der Zeit für eine Veränderung. 

Warum sind hochbegabte Kinder in der Schule oft unterfordert?

Wie in der Arbeitswelt, gilt auch in der Schule: Unterforderung kann krank machen! Daher ist es als Elternteil ungemein bedeutend, zu erkennen, wenn das eigene Kind den Mitschülern voraus ist.

Paradoxerweise sind hochbegabte Kinder oftmals leistungsschwache Schüler, welche nicht die besten Noten haben. Der Grund ist, dass sie ihr Potential durch die geringe Anforderung nie ausschöpfen können. Für die Entwicklung des Kindes ist es essentiell, eine Hochbegabung frühzeitig zu fördern. Dabei sollte das Kind von den Eltern nicht unter Druck gesetzt werden. Auch hochbegabte Kinder wollen die Freuden des Kindseins unbeschwert genießen können.

Wie erkennt man, dass Kinder hochbegabt sind?

Viele Eltern, Erzieher und Lehrkräfte suchen oftmals Hinweise auf eine Hochbegabung bei ihren Kindern bzw. Schülern. Dabei gibt es folgende Anzeichen, die darauf hinheuten könnten, dass das Kind hochbegabt ist.

  • schnelle Auffassungsgabe
  • schnelles Lernen
  • hohe Intelligenz
  • Langeweile in der Schule 
  • frühzeitiges Erlernen von Lesen und Schreiben 
  • hohe Verknüpfungsfähigkeit
  • ausgeprägtes logisches Denkvermögen
  • Wissen kann schnell angeeignet werden 
  • wenig ähnliche Interessen mit Gleichaltrigen 
  • außergewöhnliches Talent in einem bestimmten Bereich (Musik, Mathematik, etc.)

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Ein Mädchen erledigt mathematische Aufgaben an der Tafel

Wie unterscheidet sich Boreout von Burnout?

Boreout gilt als Gegenstück zum Burnout, welches Überforderung am Arbeitsplatz und den dadurch entstehenden Stress beschreibt. Das Boreout-Syndrom bedeutet auf Deutsch übersetzt „Ausgelangweilt-Sein”.

Ausgelöst wird Boreout durch das Gefühl der starken Langeweile sowie der Unterforderung. Betroffene fühlen sich in ihren Job so stark unterfordert, dass sie Stress entwickeln. Seele und Körper geraten in Ungleichgewicht. Eine langwierige Unterforderung kann somit krank machen.

Ein grundlegender Unterschied zwischen dem Gegensatzpaar Boreout und Burnout liegt in ihrer gesellschaftlichen Wahrnehmung. Während Burnout als ernstzunehmende Gefährdung der psychischen Gesundheit mittlerweile anerkannt ist, kämpfen Betroffene des Boreout-Syndroms heute noch um Beachtung. Wichtig ist es, Boreout nicht mit Langeweile gleichzusetzen. Langweile im Beruf kann schon mal vorkommen, chronische Unterforderung hingeben kann die eigene Gesundheit gefährden. Boreout entsteht durch dauerhafte Unterforderung. Der oder die Betroffene ergibt sich mit dem Schicksal und arbeitet nur noch mechanisch wie gefühllos, ohne Spaß am Job. Darunter leiden das Selbstbewusstsein sowie das Selbstwertgefühl.

Die Arbeitnehmer fühlen sich wertlos, austauschbar und nicht wirklich gebraucht. Auch Faulheit sollte nicht mit Boreout in Verbindung gebracht werden. Faule Menschen wollen nur so viel wie nötig arbeiten. Unterforderte Arbeitnehmer hingehen möchten mehr bzw. effizienter arbeiten, aber die Umstände ihrer Arbeitsumgebung lassen das nicht zu. Das Hauptproblem liegt meistens in der Kommunikation zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Daher sollte man sofort offen kommunizieren, wenn man sich im Beruf unwohl fühlt. 

Welche Symptome können aufgrund dauerhafter Unterforderung entstehen?

Chronische Unterforderung führt dazu, dass die Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens verloren geht. Wer sich im Job nicht nützlich fühlt, kann durch die herrschende Langeweile Motivation und Lebensfreude verlieren. Die innerliche Enttäuschung kann unter anderem folgende Probleme hervorrufen:

  • Stress,
  • Depressionen,
  • Antriebslosigkeit,
  • Schlafstörungen,
  • Tinnitus,
  • Magenbeschwerden,
  • Kopfschmerzen oder
  • Schwindelgefühl.

So betrifft Boreout ähnlich wie Burnout sowohl Körper als auch Geist. Das Leiden drückt sich häufig durch Müdigkeit aus. Die Betroffenen berichten darüber, dass sie trotz Unterforderung am Arbeitsplatz, erschöpft sind. Daher kommt es häufig vor, dass Boreout mit Burnout verwechselt wird. Entscheidend ist, Boreout als ernsthafte psychische Krankheit wahrzunehmen und nicht zu verharmlosen.

Eine Frau ist als Anzeichen für Unterforderung antriebslos

Was kann man gegen Unterforderung am Arbeitsplatz tun?

Um Boreout zu bekämpfen bzw. vorzubeugen, kannst du Folgendes tun. 

  • Erkenne das Problem! Gestehe dir ein, wenn du dich unterfordert fühlst und scheue dich nicht davor, es offen anzusprechen! 
  • Vertraue dich deinem Arbeitgeber an! Wende dich an deinen Chef und erkläre ihm oder ihr deine Gefühlslage! Bitte um eine Aufgabenstellung, welche dich beansprucht und deine Fähigkeiten zum Vorschein bringt! Du solltest keine Furcht vor einem Gespräch haben, denn auch dein Chef wünscht sich motivierte und glückliche Mitarbeiter.
  • Suche das Gespräch mit deinen Mitarbeitern! Ein angenehmes Arbeitsklima ist die Grundlage für ein Abseitsumfeld, in dem du dich wohlfühlen kannst.
  • Habe keine Angst vor Veränderungen! Falls du immer unglücklicher in deinem Job wirst, solltest du einen Jobwechsel in Erwägung ziehen. Oftmals wirken Veränderungen beflügelnd und befreiend.
  • Gestalte deine Freizeit sinnstiftend! Erfüllende Hobbys machen Spaß, bringen Genuss und verleihen deinem Leben Sinn! Die aus der Freizeit gewonnene Energie, kann sich auf die Arbeit übertragen.
  • Trau dir etwas zu und vertraue in deine Fähigkeiten! Verliere deine Ambitionen nicht aus den Augen! Um dich beruflich wie persönlich weiterzuentwickeln, musst du aktiv nach neuen Herausforderungen suchen.