Schwedenbitter und Hausmittel Magenbitter: Wirkung auf Verdauung oder bloß Mythos?

Nach gutem Essen wird häufig der Ruf nach verdauungsanregenden Mitteln laut. Nicht nur in unseren Breiten, auch in anderen Regionen rund um den Globus reicht diese Tradition lange Zeit zurück. Besonders beliebt sind Kräuterliköre, da ihnen durch enthaltene Bitterstoffe eine fördernde Wirkung auf die Gesundheit und Verdauung zugesprochen wird. Doch was ist dran an der Magenbitter-Wirkung? Ist die Tradition ein weit verbreiteter Irrglaube oder gibt es tatsächlich gesundheitsfördernde Effekte?

Eine Frau hat Magenschmerzen

Bittere Kräutermischung: Warum hat Magenbitter Wirkung auf Magen und Gesundheit?

Viele Magenbitter haben eine lange Geschichte. Namhafte Doktoren, Apotheker und Klosterbrüder entwickelten schon vor Jahrhunderten Kräuterliköre, deren Rezepte teilweise bis heute überliefert sind. Dabei wird ihnen eine wohltuende Wirkung auf den Verdauungstrakt nachgesagt. Sie sollen die Verdauung anregen und ein Völlegefühl lindern. Doch ist das wirklich so?

Die Magenbitter-Wirkung lässt sich aufgrund der enthaltenen Bitterstoffe erklären. Meist ist eine Kombination aus verschiedensten bitterstoffhaltigen Kräutern enthalten. Die Spirituosen weisen einen eher geringen Zuckeranteil auf, bei Kräuterlikören hingegen kann der Zuckergehalt bei mehr als 100 Gramm pro Liter liegen.

Der Alkoholgehalt liegt üblicherweise bei etwa 30 Prozent. Bei Kräuterlikören sind es etwa 15 Prozent Alkohol.

Vorsicht: Nach dem Essen ist Kräuterbitter durchaus empfehlenswert, ein übertriebener Genuss – beispielsweise als Bar-Mixgetränk – ist jedoch nicht anzuraten.

Wie wirken Magenbitter oder Schwedenbitter auf unser Wohlbefinden?

Unbestritten ist, dass Bitterstoffe die Verdauung anregen. Sobald der bittere Geschmack im Mund wahrgenommen wird, werden sowohl Magen als auch Gallenblasen, Bauchspeicheldrüse und Leber stimuliert. Auf diese Weise wird die Produktion von Verdauungssäften angekurbelt. Ein gesundes Verdauungssystem ist wiederum Voraussetzung für gute Gesundheit. Nicht nur kurzfristige Probleme wie Sodbrennen, Magenverstimmungen oder Verdauungsprobleme lassen sich auf ein schlecht funktionierendes Verdauungssystem zurückführen. Auch langfristige gesundheitliche Probleme können hier ihren Ursprung nehmen.

Drei Flaschen Der echte Schwedenbitter stehen auf einem Regal und haben eine Magenbitter Wirkung

Echter Schwedenbitter: Medizin oder nur Kräuterlikör?

Nach altbewährtem pharmazeutischem wird heute noch der "Echte Schwedenbitter" hergestellt. Zur Anwendung kommt er innerlich bei Magenverstimmungen, Völlegefühl sowie gegen Aufstoßen. Er ist nicht nur nach dem Essen ein willkommener Abschluss, sondern auch auf Reisen ein verlässlicher Begleiter.

Der „echte“ Schwedenbitter ist beliebtes Hausmittel der österreichischen Volksmedizin. Er gilt als „Lebenselixier“ und „Wunderbalsam“. Das Rezept ist auf Maria Treben zurückzuführen. Gerne wird er auch zur äußerlichen Anwendung zum Einreiben oder Auflegen verwendet. Damit sich die Wirkstoffe bei der Anwendung besser im Körper verteilen, kann er mit Wasser verdünnt getrunken werden.

Eine Flasche Schwedenbitter ist in einer Holzkiste

Welche Kräuter werden für den Schwedenbitter verwendet?

Für die Herstellung des echten Schwedenbitters sind verschiedene Kräuter nötig. Dies sind bei der kleinen Rezeptur 

  • Wermutpulver (oder Aloe oder Enzianwurzel)
  • Angelikawurzel,
  • Manna,
  • Theriak venzian (o. Meereszwiebel),
  • Zittwerwurzel,
  • Sennesblätter,
  • Rhabarberwurzel,
  • Eberwurzel,
  • Myrrhe,
  • Naturkampfer,
  • Safran

Diese werden nach traditionellem Verfahren in einem dunklen Raum angesetzt. Nach drei Monaten werden diese dann abgepresst und filtriert. Es werden nur auserlesene Pflanzen verwendet, deren Ernteverfahren und Herkunft streng kontrolliert werden. Natürlich kann der Kräuterlikör auch zuhause angesetzt werden.

Eine hohe Qualität von Schwedenbitter zeichnet sich durch die Einzigartigkeit im Geschmack, die Undurchsichtigkeit und die dunkelbraune Farbe aus. Mittlerweile ist Schwedenbitter auch zuckerfrei erhältlich – und somit für Diabetiker geeignet.

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.