Warum ist Silizium für den Darm so wichtig? Podcast-Interview mit dem Kristallographen Dr. Bruno Kugel

Der Tod sitzt im Darm, sagt man. Oder auch umgekehrt: Die Gesundheit sitzt im Darm! Gemeint ist, dass der Darm eine wichtige Rolle für ganz unterschiedliche Vorgänge im Körper spielt. In der Darmflora sitzt zum Beispiel ein großer Teil des Immunsystems. Silizium als wichtiger Nährstoff kann zu einer gesunden Darmfunktion und damit auch zur Gesundheit des ganzen Körpers beitragen.

Funktionen: Was leistet der Darm für unsere Gesundheit und was hat Silizium damit zu tun?

Von der Darmflora haben die meisten Menschen schon einmal gehört. Von der großen Bedeutung der Darmflora für den ganzen Körper wissen aber viele Menschen nichts. Hier im Darm leben unzählige Bakterien und andere Mikroorganismen. Der Chemiker und Kristallograph Dr. Bruno Kugel sagt im Expertentalk mit Balance Beauty Time: „Wir haben zehnmal mehr Bakterien als eigene Körperzellen.“ Eine beeindruckende Zahl! Wir leben in Symbiose mit diesen Bakterien. Das bedeutet: Wir können ohne sie nicht leben, und sie ohne uns ebenfalls nicht. Hier in der Darmflora sitzt ein großer Teil unseres Immunsystems. Doch das ist längst nicht alles:

  • Die Darmflora bestimmt mit, wie leistungsfähig wir sind und wie fit wir uns fühlen.
  • Wenn im Darm etwas nicht stimmt, zeigt sich das bald auch auf der Haut. Dr. Kugel erklärt: „Krankheiten auf der Haut wie Neurodermitis, Psoriasis, aber auch Rheuma, haben immer eine Verbindung zum Darm.“
  • Die Darmflora ist dafür zuständig, den Körper mit Vitaminen zu versorgen. Wenn das nicht möglich ist, kann es zu Mängeln kommen, die wiederum der Gesundheit schaden.
  • Auch bei anderen Erkrankungen kann der Darm eine Rolle spielen, zum Beispiel bei Allergien, Autoimmunerkrankungen, Depressionen oder auch Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfällen.

Es ist also von enormer Bedeutung, den Darm zu unterstützen. Und hier kommt Silizium ins Spiel …

Frau legt die Arme an ihren Bauch,

Wie unterstützt Silizium den Darm?

Silizium ist ein Halbmetall und das zweithäufigste Element in der Erdkruste. In fast allen Gesteinen und Mineralien ist Silizium enthalten. Alleine daran sieht man schon die große Bedeutung dieses Stoffes. Im menschlichen Körper sorgt Silizium für Stabilität, aber auch für Flexibilität. Es ist also wichtig für Knochen, Haare, Haut und Zähne, aber auch für die Blutgefäße und das Bindegewebe.

Hinzu kommen weitere wichtige Eigenschaften, die vor allem im Darm wirken:

  • Silizium kann enorm viel Wasser speichern und dadurch die Verdauung und die Entgiftung verbessern.
  • Silizium ist lebenswichtig für die Bakterien, die in unserem Körper leben.
  • Es fungiert als Transportmittel und Regulativ für viele andere Stoffe. Silizium ist also dafür mit-verantwortlich, wie viele Vitamine und Mineralien der Darm aufnehmen kann.

„Ausreichende Siliziumzufuhr“, sagt Dr. Kugel, „kann viele Darmprobleme lösen oder verbessern.“

Lachende Frau mit ausreichend Silizium

Woran erkennt man einen Siliziummangel?

Dr. Kugel erklärt: „Es gibt keinen validen Test für einen Siliziummangel, der von der Schulmedizin anerkannt wäre.“ Der Grund: Ein Siliziummangel wird fast immer von anderen Mängeln begleitet. Es gibt allerdings einige alternativmedizinische Verfahren, die einen Mangel an Silizium erkennbar machen. Außerdem, erklärt Dr. Bruno Kugel weiter, ist es wichtig, sehr „wach hinzusehen“ und eine gute Anamnese zu erheben, die auch die Umweltbedingungen mit berücksichtigt.

Ein guter Ansprechpartner für Probleme dieser Art ist immer der Hausarzt. Das gilt vor allem dann, wenn dieser eine eher ganzheitliche Sicht hat und auch umweltmedizinisch ausgebildet ist. Auch Ernährungsberater, Physiotherapeuten oder Gastroenterologen können je nach Beschwerdebild wichtige Ansprechpartner sein.

Welche Nahrungsmittel enthalten Silizium?

Silizium (auch bekannt als Kieselsäure) ist in unterschiedlichen Nahrungsmitteln und Heilpflanzen enthalten. Dazu gehören zum Beispiel diese:

  • Brennnessel
  • Ackerschachtelhalm
  • Bambus
  • Gartenkresse
  • Braunhirse
  • Hafer
  • Gerste
  • Kartoffeln

Wenn du diese Lebensmittel verstärkt in deinen Speiseplan einbaust, versorgst du also deinen Körper schon besser mit Silizium. Allerdings ist auf diese Weise nur schwer einzuschätzen, wie viel Kieselsäure tatsächlich in den Körper gelangt. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der Bodenqualität bei der Produktion der Lebensmittel. Aber auch die Zubereitungsart spielt eine Rolle. Eine bessere Kontrolle über die Siliziumzufuhr hast du, wenn du Nahrungsergänzungsmittel einsetzt.

Kapseln als Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel mit Silizium für den Darm

Experte Dr. Kugel empfiehlt Nahrungsergänzungsmittel, die ein Silizium-Depot im Körper bilden, aus dem der wertvolle Stoff nur nach und nach abgegeben wird. So wird der Darm die ganze Zeit über mit Silizium versorgt.

Vorsicht: Für wen ist die Einnahme von Silizium nicht geeignet?

Generell kann man Silizium kaum überdosieren, sofern man es in löslicher, kollodialer Form einnimmt, erklärt Dr. Kugel. Aber es gibt Ausnahmen: „Ganz genau aufpassen sollte man bei immungeschwächten Menschen oder Menschen, die einen Nierenschaden haben. Bei diesen Menschen kann sich Silizium anreichern.“ Auch bei sehr umweltbelasteten Menschen rät er zu Vorsicht bei der Dosierung.

Generell gilt: Frage deinen Arzt um Rat, bevor du Silizium als Nahrungsergänzungsmittel einnimmst!

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.



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