Ayurvedische Küche: Wo Safran Wirkung und Geschmack vereint

Nur wenige Gewürze können dem roten Gold aus Kaschmir das Wasser reichen: Der köstliche Safran soll den Geist beruhigen, die Stimmung aufhellen und für Ausdauer und Spaß an der körperlichen Liebe sorgen. Außerdem soll er beim Abnehmen helfen, den Stoffwechsel in Schwung bringen und das Immunsystem stärken. Vor allem die ayurvedische Küche findet großen Gefallen an den kostbaren, gelben Fäden. Welche Wirkung Safran hat und wie du ihn verwenden kannst, erfährst du hier.

Safranfäden in einer Tonschale

Goldfäden aus dem Mittelmeerraum: Was macht Safranfäden so wertvoll?

Safran ist ein kostbares und raffiniertes Gewürz, dem zahlreiche positiven Eigenschaften zugeschrieben werden. Der Ursprung der Pflanze liegt in Persien und Kaschmir. Kreuzritter brachten die Safranzwiebel nach Europa, wo er heute vor allem in Spanien angebaut wird. Die Ernte passiert im Herbst, im November wenn der Krokus hellblau bis violett blüht. Verarbeitet werden die dunkelroten Stempelfäden.

Safran wird auch "rotes Gold" genannt. Das liegt daran, dass es als das teuerste Gewürz der Welt gilt. Dabei tritt die kleine, violett blühende Krokuspflanze sehr bescheiden und genügsam auf. Die aufwendige Ernte von Hand macht die roten Fäden so kostspielig. Pro Blüte fallen nur drei Safranfäden an. Für ein Kilogramm werden aber 250.000 bis 300.000 Stück gebraucht.

Hände verlesen Safranblüten

Kleiner Krokus große Wirkung: Wie wirkt Safran?

In der ayurvedischen Philosophie wird dem Safran Stärkung des Verdauungsfeuers nachgesagt. Das gelbe Gewürz soll Liebe, Mitgefühl und Hingabe verleihen. Es wirkt beruhigend auf alle drei Doshas (Vata, Pittha, Kapha), die Elemente-Typen der indischen Heilslehre.

Safranfäden enthalten ungefähr 300 verschiedene, wertvolle Inhaltsstoffe die in der Naturheilkunde eingesetzt werden. Sekundäre Pflanzenstoffe (Carotinoide) wirken stark antioxidierend und kurbeln Stoffwechsel und Verdauung an. Safran beschleunigt die Fließgeschwindigkeit des Blutes und hilft gegen Asthma, Fieber und Husten. Die enthaltenen Bitterstoffe unterstützen die Leber.

Es gilt zudem als:

  • natürliches Antibiotikum
  • Antidepressivum
  • starkes Aphrodisiakum
Paar im Bett mit verschränkten Händen

Gute Laune und mehr Spaß im Bett

Die ägyptische Königin Kleopatra soll sich vor einem Schäferstündchen mit einem Bad aus Milch und Safran-Extrakt in Stimmung gebracht haben. Studien haben die potenzsteigernde Wirkung inzwischen wissenschaftlich untermauert. Das im Safran-Gewürz enthaltene Crocin sorgt für die sonnige Farbe, die in der Küche gerne zum Einfärben von Gerichten verwendet wird. Der Wirkstoff steigert bei Männern wie Frauen die Lust auf Sex. Männer sollen ihre Erektion durch das Crocin länger behalten können. Frauen kann es bei menstruationsbedingte Verstimmungen (PMS) und Zyklusunregelmäßigkeiten helfen.

Safran hat eine antidepressive Wirkung und lindert Schmerzen. Obwohl das Gewürz leicht appetitanregend wirkt, wird es durch seine gemütsaufhellende Wirkung auch gerne zum Abnehmen eingesetzt. Das Aroma der ätherischen Öle soll den Geist beruhigen und Heißhungerattacken unterdrücken. Der Eigenantrieb wird gestärkt und so soll es leichter fallen, mehr Lust an Bewegung zu finden.

Frau vor Computer mit Schmerzen

Mit Safran den Durchblick behalten

Crocus sativus, wie der botanische Name der Pflanze lautet, kann auch erfolgreich gegen aktuelle Zivilisationsbeschwerden eingesetzt werden. Das lange Sitzen vor dem Computerbildschirm lässt die Augen schnell müde werden und beeinträchtigt auf Dauer die Sehkraft. Die empfindlichen Netzhaut-Zellen sterben schneller ab und die Durchblutung der feinen Gefäße am Auge wird schlechter. Eine italienische Studie hat ergeben, dass Safranextrakt diesen Prozess aufhalten kann.

  • Crocetin optimiert den Transport von Sauerstoff im Blut und
  • Antioxidantien binden freie Radikale und unterstützen die Zellerneuerung

Kurkuma enthält ebenfalls viele Antioxidantien. Es unterstützt und verstärkt, gleichzeitig eingenommen, die positive Wirkung von Safran.

Safranrisotto

Safran macht den Kuchen gelb: Kochen mit Safranfäden

Für die wohlschmeckende und positive Wirkung von Safran braucht es gar nicht viel davon. Wenige Fäden davon können in einen fertigen Tee oder in die Mischung vor dem Ziehen gemischt werden. Der leicht bittere Geschmack lässt sich hervorragend mit Mandeln, Orange, Anis und Muskat kombinieren. Zur Zubereitung von Huhn-, Fisch- und Lammgerichten wird das Gewürz gerne verwendet. Das Auge isst mit: Reis, Kartoffeln und Karfiol und Süßspeisen verleiht es eine appetitliche, anregende Farbe.

In Spanien wird die traditionelle Paella damit abgeschmeckt. Inzwischen wird aber oft billiger Safranersatz dafür verwendet. Wegen der Wirkung und dem feinen Geschmack werden die roten Fäden in der ayurvedischen Küche hoch geschätzt und finden Verwendung in vielen Rezepten. Eine große Auswahl an Gerichten, die sorgfältig nach ayurvedischen Rezepten zubereitet werden, bietet das Restaurant des Kunzmann's Hotel in Bad Bocklet.

Da das edle Gewürz sehr teuer ist, sollte man es fachgerecht verwenden, damit sich der einzigartige Geschmack und die medizinische Wirkung entfalten können. Es ist wasserlöslich und hitzeempfindlich. Vor dem Kochen sollte man es wenige Minuten bei 40° Grad in den Backofen geben. Danach in lauwarmes Wasser einlegen und für eine Stunde darin ziehen lassen.

Wie kann ich guten Safran von einer billigen Fälschung unterscheiden?

Um die Wirkung optimal auszunutzen, sollten die Safranfäden vor der Verwendung frisch im Mörser zerstoßen werden. Kauft man Pulver, ist es auch fast unmöglich, echte Gewürze von gefälschtem Safran zu unterscheiden. Weil er so teuer ist, wird er gerne mit Kurkuma oder Chilifasern gestreckt.

Das Original lässt sich am Geschmack erkennen: Echte Safranfäden schmecken leicht bitter und riechen süß. Billiger Ersatz riecht und schmeckt süß. Beim Aussehen gilt die Regel: Je röter desto besser. In einem Glas warmem Wasser sollten echte Safranfäden aufquellen und für eine Gelbfärbung sorgen. Gibt man ganze Fäden in Natronlauge, färbt sich die Flüssigkeit bei Echtheit gelb und bei Fälschungen rötlich.

Die Dosis macht das Gift: Vorsicht vor Überdosierung

Safran hat auch eine stark berauschende Wirkung und sollte nicht in Übermengen verzehrt werden. In einem Gericht werden ein bis eineinhalb Gramm davon verwendet. Ab einer Menge von fünf bis zehn Gramm kann es zu Rauschzuständen, Durchfällen, Erbrechen und Blutungen in der Gebärmutter kommen. 20 Gramm gelten, wie bei Kochsalz oder Petersilie, als tödliche Dosis. Früher wurden Vergiftungen durch das gelbe Gewürz auch "der lachende Tod" genannt.

Ein Löffel mit gemahlenem Safranpulver auf blauem Grund

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.

Der Experte dahinter
Ebba-Karina Sander von Ayurveda4u

Sander Ebba-Karina

Ebba-Karina Sander ist Geschäftsführerin des Ayurveda-Gesundheitszentrum Deutschland. 2014 holte sie gemeinsam mit Wolfgang Back die alternative Heilmethode Ayurveda nach Deutschland.