Kein Stuhlgang oder chronische Verstopfung - was tun?

Über fehlenden Stuhlgang wird vielleicht nicht gerne gesprochen, trotzdem leiden viele Menschen unter chronischer Verstopfung. Das Thema sollte aber unbedingt ernst genommen werden. Hinter fehlendem Stuhlgang können sich Unverträglichkeiten, ein ungesunder Lebensstil oder auch Stress verbergen. Was genau der Grund für akute oder chronische Verstopfung sein kann und was Du dagegen tun kannst, wenn du unregelmäßigen oder keinen Stuhlgang hast, erfährst Du hier.

Bauch einer Frau

Kein Stuhlgang oder träger Darm: Was sind Ursachen für Verstopfung?

Gesunde Menschen haben mindestens einmal pro Tag Stuhlgang. Gesunder, fester Stuhl (Kot) hat eine Konsistenz, die keine Rückstände auf der Haut hinterlässt. Das hat viel mit der Qualität der Nahrung zu tun. Fehlt ballaststoffreiche Ernährung, ist das eine der häufigsten Ursachen für Probleme mit der Verdauung. Von einer Verstopfung (Obstipation) spricht man, wenn Du weniger als drei Mal pro Woche Stuhl hast.

Mögliche Ursachen dafür können sein:

  • einseitige oder unregelmäßige Ernährung
  • Flüssigkeitsmangel
  • fehlende Bewegung

Der Speisebrei muss durch den insgesamt sechs Meter langen Darm bewegt werden. Bist Du nicht so fit, sind das auch Deine Verdauungsorgane nicht. Bei älteren Menschen kann es deswegen zu Beschwerden durch harten Stuhl kommen. Fehlen in der Nahrung Fett oder Ballaststoffe, rutscht der Kot schlechter und das Erledigen des großen Geschäfts wird schmerzhaft. Trinken wir zu wenig, kommt es zu hartem Stuhl.

Weitere Ursachen für langsamen Stuhlgang oder Verstopfung sind:

  • Medikamenteneinnahme (vor allem entwässernde Medikamente)
  • Psychische Probleme
  • häufiges Verschieben und Unterdrücken des Stuhlgangs
  • Erkrankungen (Reizdarm, Immunerkrankungen, Unverträglichkeiten) und Störungen in der Darmflora
  • Schwangerschaft oder die monatliche Regelblutung

Warum ist eine gut funktionierende Ausscheidung so wichtig?

Die Verdauung beginnt im Mund. Wichtige Enzyme werden dem Nahrungsbrei schon dort zugefügt. Im Magen führt die Magensäure zur weiteren Aufspaltung. Im Dünndarm holt sich der Körper dann alles, was er für einen gut funktionierenden Organismus braucht. Hier werden Nährstoffe aus der Nahrung gelöst. Durch das Blut gelangen sie in die Körperzellen. Ein träger Darm kann deshalb Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Energielosigkeit verursachen.

Die Aufgabe des Darms

Im Dickdarm wird dem verbleibenden Speisebrei Wasser und Salz entzogen. Schleim macht den Stuhl gleitfähig und bereit zum Abtransport. Bei chronischer oder akuter Obstipation bleibt der Stuhl zu lange dort liegen und trocknet aus. Das macht ihn langsam und hart. Neben der Verdauung hat der Darm noch eine andere wichtige Aufgabe. Er ist ein wichtiger Teil des Immunsystems. Im Darm werden Krankheitserreger abgetötet und Giftstoffe neutralisiert. Zuständig dafür ist eine riesige Menge an Mikroorganismen – die Darmflora.

Ballaststoffreiche Ernährung

Welche Aufgaben hat die Darmflora?

Im Verdauungstrakt, allein im Dickdarm, leben Billionen von Bakterien, die sehr wichtig für die Gesundheit sind. Ein neugeborenes Baby verfügt noch über keine starke Darmflora, wie dieses Ökosystem im Magen-Darm Bereich genannt wird. Erst durch eigenständige Ernährung siedeln sich die Mikroorganismen dort an. Deswegen hat ein Baby anfangs oft Verstopfungen, Durchfall oder Bauchschmerzen. Es muss sich erst an die neue Nahrung gewöhnen. Bei Erwachsenen kann Verstopfung auch bei Reisen auftreten, wenn sie ungewohnte Nahrung zu sich nehmen. Die wichtigsten Aufgaben der Darmflora sind:

  • Bildung von Vitamin K für die Blutgerinnung
  • Energieversorgung der Darmschleimhaut
  • Infektionen und Krankheiten verhindern, indem Erreger abgetötet werden
  • Schadstoffe abbauen

Gerät die Darmflora aus der natürlichen Balance, kann es zu Bauchschmerzen, Durchfall und Verstopfung kommen. Manchmal folgt die Obstipation dem unangenehmen Durchfall, der wichtige Nährstoffe, Mineralien und Flüssigkeit aus dem Körper leitet. Musst Du Medikamente wie Antibiotika nehmen, kann sich das ebenfalls stark auf Deine Darmflora auswirken.

Baby

Was hilft, wenn Verstopfung krank macht?

Die Ärztin und Diplom-Psychologin Dr. Bärbel Kullik hat sich in ihrer Praxis in Baden bei Wien auf ganzheitliche Medizin spezialisiert. Bei Verstopfung werden die Patienten zuerst von ihr gründlich untersucht und auf Lebensmittelunverträglichkeiten getestet. Die Ursachen für einen entzündeten Reizdarm können in einer

  • Fructose-
  • Lactose-
  • Histamin- oder
  • Glutenunverträglichkeit liegen.

Bei einer Untersuchung des Stuhls wird von Dr. Kullik festgestellt, ob und welche Darmbakterien im Magen-Darm-Trakt fehlen. Auch die Ernährung der Patienten wird genauer unter die Lupe genommen. Obstipation kann durch falsche Ernährung (Fast Food, zu viel Zucker, zu wenig Flüssigkeit oder Fett), unregelmäßige Nahrungsaufnahme oder einfach durch ballaststoffarme Ernährung verursacht werden. Kurzzeitige Verstopfung, seltener Stuhlgang oder chronische Obstipation wirken sich immer auf den gesamten Körper und sein empfindliches Gleichgewicht aus.

Deswegen ist hier ein ganzheitlicher Ansatz wie der von Dr. Bärbel Kullik sehr nützlich, um die Gesundheit zu erhalten und die innere Balance im Körper wiederherzustellen. Weitere Untersuchungen können eine Darmspiegelung sein, die ab dem 55. Lebensjahr zur Vorsorgeuntersuchung gehört.

Symptome für eine Verstopfung sind weitere Beschwerden wie:

  • Bauchschmerzen
  • seltener als drei Mal pro Woche Stuhlgang, wenig Volumen
  • harter Stuhlgang, der starkes Pressen notwendig macht
  • Völlegefühl und Blähungen
Frau auf der Toilette

Schnelle Hilfe bei Verstopfung

Ausbleibender Stuhlgang kann dies mit einem Abführmittel aus der Apotheke behandeln. Im Urlaub, in neuer Umgebung und bei ungewohntem Essen, kann der Stuhlgang streiken. Bei Kindern eignen sich natürliche Abführmittel. Bewährte Hausmittel bei akuter Verstopfung sind getrocknete Pflaumen, Leinsamen oder ein Einlauf mit warmen Wasser. Ein guter Tipp sind auch Chia-Samen oder ein Glas lauwarmes Wasser auf nüchternen Magen.

Auf die leichte Schulter nehmen sollte man Probleme mit der Verdauung aber auf gar keinen Fall. Leidet man längere Zeit unter Obstipation und Schmerzen, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Eine Verstopfung ist keine Indikation an sich, meist ist sie ein Symptom für andere gesundheitliche Probleme. Sie kann auch ein Anzeichen für einen gefährlichen Darmverschluss oder andere entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn sein.

Frau mit Wasserglas

Kein Stuhlgang - die Basis für eine gesunde Verdauung ohne Beschwerden schaffen

Für eine gute Verdauung und einen idealen Stuhlgang kannst Du folgendes tun:

  • Auf gesunde Ernährung achten. Ballaststoffreiche Lebensmittel (viel frisches Gemüse, Obst und Vollkornprodukte) essen. Gesundes Fett ist ebenfalls sehr wichtig für einen festen Stuhlgang.
  • Dich viel bewegen. Das kurbelt auch die Darmtätigkeit an.
  • Entspannung. Stress kann auch die Verdauungsorgane beeinflussen. Für die Psyche ist es wichtig, sich für einen entspannten, regelmäßigen Stuhlgang ausreichend Zeit auf der Toilette zu nehmen. Ist der Stuhl normal und gesund, musst Du gar nicht stark pressen und der ganze Vorgang ist sehr schnell erledigt.
  • Täglich viel trinken. Ausreichend Flüssigkeit ist essentiell. Zum Beispiel Wasser oder ungesüßte Tees.
  • Einmal im Jahr den Magen-Darm-Trakt entgiften. Das ist ein wichtiger Beitrag für eine gesunde Darmflora.
  • Den Bauch zwischendurch sanft im Uhrzeigersinn massieren.
  • Lieber kleinere Portionen essen. Sonst sind die Verdauungsorgane schnell überlastet.
Frau beim Joggen

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.