Gedankenkontrolle - Wie werde ich negative Gedanken los?

Lerne positive von negativen Gedanken zu unterscheiden! Der erste Schritt, um die Gedanken zu kontrollieren, ist unterscheiden zu lernen, was positive und negative Gedanken und Worte sind und die letzteren stoppen und nicht nähren. Wir können uns vorstellen, dass wir Zuschauer unseres Gedanken-Kinos sind. Wir beobachten, was sich in unserem Gehirn, der Fabrik unserer Gedanken, bewegt. Die „Gedanken-Vagabunden” sind flüchtig, kommen und gehen. Manche Gedanken, die sich wiederholen, haben oft eine Botschaft an uns. Diese sollten aufgeschrieben und zu einem späteren Zeitpunkt interpretiert werden. Wenn wir von negativen Gedanken, Sorgen oder Ängsten „gequält werden” hilft es, sie in ein Tagebuch oder in den PC zu schreiben, um sie besser analysieren zu können. Das lässt uns klarer denken und auch besser schlafen.

Wir können uns immer wieder die Fragen stellen:

  • Sind meine Gedanken göttlich oder materiebezogen?
  • Entsprechen meine Gedanken dem Gesetz der Liebe?
  • Oder bewegen sie sich im Kausalgesetz, dem Gesetz von Ursache und Wirkung?

Durch diese Übung gelingt uns immer besser, positive, edle und göttliche Gedanken zu pflegen.

Eine Frau übt über ihre Gedanken Kontrolle aus und trinkt Tee

Denke und sprich nichts Negatives über deinen Nächsten - Werde frei von Vorurteilen

»Sei frei in deinen Gedanken.
Befreie dich aus der Sklaverei des Vorurteils,
das den Verstand täuscht und die Gedanken dumpf macht.«

Swami Sivananda (1887-1963), Arzt

Wir Menschen sind oft in Gedanken negativ gepolt. Das Richten, Urteilen, Beurteilen, Bewerten, Abwerten ist fast eine automatische Reaktion. Wir sehen zu sehr das Negative in unserem Nächsten und denken oder reden zu viel und zu lange über das, was uns an ihm stört. Im Gedankenkino führen wir mit grüblerischen Gedanken Selbstgespräche, Streit oder Krieg mit dem Nächsten, z. B. wie sich der andere unmöglich verhält, oder das, was er tut, nicht in Ordnung ist uvm.

Eigentlich sind Vorurteile bewusste oder unbewusste Denkreaktionen mit falschen Meinungen über andere. Damit stecken wir unseren Nächsten in eine Schublade und denken dabei, dass diese Vorurteile der Wahrheit entsprechen. Dabei ist es nur unsere Wahrheit, die Projektion unserer eigenen Fehlhaltungen. Statt die Einheit mit anderen zu finden oder zu pflegen, trennen wir uns von ihnen durch Vorurteile und grüblerische Gedanken. Dadurch verlieren wir viel seelische und körperliche Energie und werden krank.

Indem unsere Gedanken zu Worten werden, wird die negative Energie verstärkt. Wenn wir über andere schlecht sprechen, verstärken wir dabei die eigene falsche Meinung und Vorurteile und verhindern die Selbsterkenntnis. Richten und Urteilen deutet darauf hin, dass wir unfrei sind und die gleichen oder ähnliche Fehler oder Fehlhaltungen haben, wie die Menschen, die wir kritisieren: Das negative Verhalten unseres Nächsten hat Entsprechungen oder Resonanzen in uns geweckt. Letzten Endes haben wir uns selbst beurteilt und über uns schlecht geredet, somit uns selbst geschadet. Es sind Projektionen unserer eigenen Fehlhaltungen:

»So wie wir über andere denken und sprechen, so sind wir.«

Außerdem zeigt es, dass es uns an Selbsterkenntnis mangelt und dass wir keinen edlen Charakter haben.

Du sollst - mit Worten - nicht töten!

Wenn wir an unserem Nächsten kein gutes Haar lassen oder schlecht über ihn mit Dritten sprechen, ist das wie „töten“. Wir werden zu Meinungsbildnern und beeinflussen andere mit unserer Negativität, z. B. Familienangehörige, Partner, Kinder, Nachbarn, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen etc. Wir haben seinen Ruf „getötet“, er steht vor anderen schlecht da.

Die Essenz der Zehn Gebote – Die Gesetze des Lebens – ist das Gesetz der Liebe. Zwei von den Geboten lauten: „Du sollst nicht töten.“ „Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen wider deinen Nächsten.“ Wenn wir also über Dritte sprechen, verstoßen wir gegen diese zwei Gebote, durch negative Kommentare, symbolisch gesehen, „töten“ wir.  Das geschieht tagtäglich in unserem kleinen Umfeld, in Familie und Arbeitsplatz, genauso wie in der Politik: Die regierenden Parteien machen sich ständig gegenseitig schlecht, sie führen eine Schlammschlacht mit ausgeklügelter Rhetorik und Wortgefechten, anstatt am gleichen Strang zu ziehen.

Kein Mensch will Krieg. Dennoch gibt es ständig neue Kriege. Warum? Weil durch die Feindseligkeit vieler Menschen, in Gefühlen, Gedanken, Worten und Taten, negative Energien in die Atmosphäre gesendet werden, die „Wolken-Komplexe bilden, die andere beeinflussen und später Auseinandersetzungen oder Kriege auslösen.

Tränen laufen über eine Wange

Krank durch negatives Denken und Sprechen

Alles, was wir senden, kommt auf uns zurück und kann uns krank machen. Was wir intensiv senden, wird von unseren Körperzellen und von unserer Seele gespeichert. Die Ursache der Krankheit sind wir selbst durch das, was wir in negativen Gefühlen, Gedanken, Worten und Handlungen gegen das Gesetz der Liebe, in diesem oder in vorherigen Inkarnationen gesendet haben.

Leider sehen Kranke, aber auch Ärzte, keinen Zusammenhang zwischen den Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz, Diabetes, Lungenentzündung, Hepatitis uvm. und der Gedanken- und Gefühlswelt, der ungesunden Ernährungs- und Lebensweise. Die Folge von negativem Denken und Reden können u. a. Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Tinnitus, Lungen- und Atemwegsprobleme, Allergien und Hautkrankheiten bis zu Depressionen oder Psychosen sein.

Jede Art von Disharmonien, in Form von negativem Sprechen über andere, Schreien, Schimpfen, verletzende Worte, uvm. kann zu Mund-, Zungen, Zahn- oder Halskrankheiten führen; oder zu vielen anderen Symptomen und Krankheitsbildern. Wir leiden auch auf Grund dessen, was wir mit negativen Gedanken gesendet haben oder was wir durch negative Gespräche über Dritte ausgelöst oder verursacht haben.

Wenn Menschen auf Grund unserer falschen Aussagen leiden müssen, alles verlieren, im Gefängnis landen, Gewalt erleiden oder hingerichtet werden, wird all das auch auf uns zukommen. Umgekehrt, wenn wir ungerecht behandelt werden, Mobbing, Verletzungen erleiden, ist das auch eine Botschaft an uns: Wir sollen etwas erkennen, ändern, und evtl. vergeben oder um Vergebung bitten.

»Nichts kann uns treffen, was wir nicht selbst vorher verursacht haben.«

Eine Frau liegt krank (ev. seelische Ursache) im Bett

Sich ärgern oder Selbsterkenntnis?

Was uns ärgert, verletzt, trifft oder beschäftigt sind oft Projektionen oder Entsprechungen, die zeigen uns, wie wir sind und dass wir ähnliche Aspekte in uns haben. Dahinter verstecken sich die eigenen Charakterschwächen, Ichbezogenheit, Intoleranz, Ungeduld, Besserwisserei, Rechthaberei, Neid, Zwistigkeit und Feindschaft.

Die eigenen Schwächen werden zuerst in Gedanken ausgetragen, später in Wortgefechten und Tätlichkeiten. Wir haben oft ein falsches Bild von unserem Nächsten, da wir dazu neigen, Menschen mit unserer eigenen kurzsichtigen Brille, mit dem engen Verstand zu sehen. Wir sind überzeugt, dass unsere Meinung die richtige ist. Das ist eine weit verbreitete ichbezogene Haltung.

Ein Aspekt oder Sinn unseres Erdenlebens ist, unser Ego abzubauen

Durch Selbsterkenntnis, Selbstanalyse, Selbstbeobachtung können wir uns aus diesen Verstrickungen lösen. Und selbstverständlich durch Reue, Vergeben oder um Vergebung bitten, Versöhnung, Wiedergutmachung und die erkannte Fehlhaltung nicht mehr tun. Eine Hilfe zur Selbsterkenntnis und um Klarheit im Kopf zu finden ist es, sich im Tagebuch oder im PC mit dem Problem oder der Situation zu beschäftigen. Durch das Aufschreiben schaffen wir einen Abstand und können klarer zu Selbsterkenntnis und Lösungen finden.

Finde das Positive in deinem Nächsten und in Problemen

Jeder Mensch hat positive Seiten in sich. Welche positiven Seiten hat der Mensch, den wir mit unseren Gedanken ablehnen, abwerten, gegen den wir feindselig und gehässig gestimmt sind?

  1. Die positiven Seiten unseres Nächsten in einem Tagebuch, einem Heft oder im PC aufschreiben. Am Anfang ist unser Kopf leer, weil das Negative mehr Gewicht hat. Jedoch, wenn wir beginnen, die Liste der positiven Seiten unseres Nächsten aufzunotieren, dann wird sie plötzlich immer länger. Wir suchen die positiven Seiten der Menschen, über die wir Negatives denken, über die wir nachgrübeln, nachsinnen und negative Gespräche geführt haben. Die Notizen über das Positive öfters durchlesen, im Bewusstsein festhalten, bis sie im Herzen eingraviert sind: Jeder hat positive Seiten!
     
  2. Sich vornehmen, nicht mehr über die negativen Seiten des Nächsten nachzugrübeln, sondern die positiven Seiten zu finden und bejahen: „Auch das Familienmitglied, der Mensch, Arbeitskollege, Nachbar, alle haben positive Seiten.“ „Es ist nicht alles schlecht am Nächsten.“ „Jeder hat etwas Positives in sich.“
     
  3. Immer wieder dran bleiben bis es klappt. Wenn das Grübeln beginnt, sich besinnen und denken: Ich habe mir vorgenommen, die positiven Seiten meines Nächsten zu bejahen. Wenn wir in das Negative fallen, sich fragen: Will ich meinen Nächsten annehmen? Will ich mich umgestalten in dem Bewusstsein, das Gott Liebe, Freiheit, Friede und Einheit ist? Der gute Wille ist wichtig. Gott, die Kraft der Liebe in uns, hilft uns dabei.
     
  4. Wir können Liebe senden zu den Menschen, die uns nicht wohl gesonnen sind.
Zwei Hände reichen sich

Die Einheit mit dem Nächsten als Ziel haben

Egal, was für Probleme wir mit anderen Menschen haben, sollten wir immer wieder die Einheit mit ihnen bejahen. Auch, wenn es im Moment noch nicht der Fall ist. Wichtig ist, dass von uns aus, nichts Negatives gesendet wird. Wir finden und bejahen das Positive in uns und in anderen Menschen. Jede Erkenntnis hilft uns zur inneren Reife und unser inneres Leben zu erwecken.

Was wir in uns erarbeitet haben, strahlen wir aus und helfen somit, dass Friede in diese Welt kommt. Liebe bedeutet Toleranz, Respekt und Verständnis. Die Essenz vieler Religionen ist Gottes- und Nächstenliebe, jedoch wenige leben danach. Liebe bedeutet Toleranz, Respekt, nicht richten und urteilen, Vorurteile gegenüber anderen abbauen, nicht mehr über andere negativ denken und sprechen, denn all das trennt uns vom Nächsten.

Liebe beinhaltet Einheit mit unseren Nächsten, uns zu veredeln und zu verfeinern. Dazu gehören auch bewusstes Sprechen und Ordnung in unseren Gedanken anstreben.

»Denke an Gott, pflege reine und edle Gedanken«
Swami Sivananda (1887-1963), Arzt

Autor: Dr. Jordi Campos