Was kannst du gegen gereizte Augenlider tun?

Gerötete, brennende und trockene Augenlider können auf eine Entzündung am Lidrand hindeuten. Eine solche Lidrandentzündung, oder auch Blepharitis genannt, kann durch Viren und Bakterien ausgelöst werden, dessen Beschwerden einer gestörten Talgdrüsenfunktion zugrundeliegen können. Aber auch zu trockene Haut kann Augenlidreizungen verursachen. Alle Informationen über Ursachen, Anzeichen sowie Pflege- und Behandlungsmethoden bei gereizten Augenlidern erfährst du hier.

Ein Auge mit einem Augenlid, das gereizt sein könnte

Pflege- und Behandlungsmöglichkeiten: Was kann ich gegen gereizte Augenlider tun?

Die Behandlung bei trockenen Augenlidern ist hauptsächlich von der Ursache abhängig. Ist eine Allergie der Hintergrund, kann es notwendig sein, spezielle Arzneimittel einzunehmen. Antihistaminika können zwar die allergische Reaktion mindern, doch eine gründliche Reinigung der Oberlider ist zusätzlich sehr wichtig.

Besonders ratsam sind die Reinigung und das Befreien von Make-up am Abend, mit sanften Wattepads und einem milden Waschgel. Anschließend solltest du deiner Haut mit einer geeigneten Augencreme die nötige Feuchtigkeit geben, die über Nacht für Erholung sorgt.

Ist dein Augenlid sehr schuppig, kann eine fetthaltige Creme zur Linderung beitragen. Generell gilt in einem entzündeten Bereich absolutes Make-up-Verbot, bis die Körperstelle völlig ausgeheilt ist. Denn Beauty-Produkte können eine zusätzliche Hautreizung auslösen und die Beschwerden dadurch verschlimmern. Mit Hausmitteln wie Kamillentee konnten bereits gute Erfolge gegen Juckreiz und Schwellungen erzielt werden, da Kamille beruhigend und entzündungshemmend agiert.

Welche Beschwerden können bei einer Augenlidentzündung auftreten?

Gereizte Augenlider machen sich häufig am Morgen bemerkbar. Dabei zeigt sich, je nach Ursache, am oberen Augenlid eine trockene Hautoberfläche. Die Anzeichen einer Blepharitis sind vielfältig, gehen aber meist mit folgenden Beschwerden einher.

  • Brennen
  • Juckreiz
  • Rötung am Lid
  • gerötete Lidränder
  • trockene Augen
  • Schwellung am Lid
  • gereizte Augen
  • Schuppenbildung auf den Wimpern
  • geschwollene Augenlider
  • Wimpern sind verklebt und verkrustet
Eine Frau scheint gesunde Augen zu haben

Welche Ursachen sind für gereizte Augenlider verantwortlich?

Trockene Augenpartien können durch unzureichende oder falsche Pflege entstehen, besonders wenn das falsche Produkt der Haut Feuchtigkeit entzieht. Denn die tägliche Anwendung von Seife und Co. kann deine Haut an den empfindlichen Lidrändern schnell reizen.

Das Augenlid leidet auch, wenn alltäglicher Schmutz oder Make-up nicht gründlich entfernt werden. Auch können Rötungen am Lid durch zu starke Reibung entstehen. Denn häufig wischen wir uns am Tag über die Augen, besonders wenn wir müde sind oder unsere Augen vor dem PC beansprucht wurden. Auch allergische Reaktionen gegen Beauty-Produkte, Gräser oder Pollen, sowie spezielle Lebensmittel kommen als Ursache in Frage. Infolgedessen werden die Augen nicht genügend mit Tränenflüssigkeit versorgt und trocken dadurch aus. Wir haben hier noch weitere mögliche Ursachen aufgeführt:

  • Neurodermitis: Neurodermitis ist eine chronische Hauterkrankung, die sich schubweise mit Entzündungen an bevorzugten Hautpartien zeigt. Ursache ist eine gestörte Schutzfunktion der Haut und ein fehlgesteuertes Immunsystem. Die Haut bei Neurodermitis schuppt ab, ist gerötet sowie stark juckend und reizbar. Neben der Mundpartie sind im Gesicht auch die Augenlider oft stark betroffen. Im Falle einer diagnostizierten Neurodermitis können spezielle kortisonhaltige Präparate vom Hautarzt verordnet werden.
  • Erkrankung der Schilddrüse: Die Schilddrüse kann unter Umständen auch dazu beitragen, dass deine Augenlider jucken und trocken sind. Wenn die Schilddrüse erkrankt, produziert sie entweder zu viele oder zu wenige Schilddrüsenhormone. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion zeigen sich oftmals gereizte Augenlider, die auch eine Schwellung aufweisen können. 
  • Allergien: Trockene Augenpartien können auch bei Allergien vorkommen, die meist durch eine Überempfindlichkeit von Pollen, Gräsern, Bäume oder Pflegeprodukte auftreten. Die Anzeichen zeichnen sich durch schmerzempfindlichen Juckreiz oder eine leichte schuppige Schwellung am Lid aus. 
  • Reaktion durch Kosmetika: Trockene Augenlider können eine Überempfindlichkeitsreaktion auf bestimmte Stoffe in Kosmetikartikeln sein, wie Duft- oder Konservierungsstoffe. Diese Bestandteile können die Haut reizen, was sich durch trockene bis zu entzündlich brennenden und juckenden Hautstellen bemerkbar machen kann.
  • Bindehautentzündung: Eine Bindehautentzündung äußert sich durch eine gerötete und geschwollene Bindehaut sowie Augenbrennen, starke Lichtempfindlichkeit und verklebte Augen. In diesem Fall solltest du unbedingt zum Arzt gehen. Eine Entzündung der Bindehaut kann entweder durch Bakterien, Viren, Parasiten oder äußere Reize hervorgerufen werden. Während der Augenerkrankung solltest du auf Kontaktlinsen verzichten und stattdessen eine Brille tragen. Mit antiallergischen und abschwellenden Augentropfen lassen sich meist die Beschwerden einer Bindehautentzündung lindern.
  • Pilzinfektion: Wenn dein Lid eine Schwellung aufweist und gereizt ist, dann kann dies im Zusammenhang mit einer Pilzinfektion stehen. Gerade im Bereich der Wimpern und des Lidrandes ist eine Hautpilzinfektion möglich. Der Pilz befällt die Wimpernhärchen und durch das Auftreten kleiner Bläschen ist auch ein Juckreiz keinesfalls selten.
  • Gerstenkorn: Menschen, bei denen plötzlich ein Gerstenkorn auftritt, klagen häufig über Schmerzen und Druckempfindlichkeit im unteren oder oberen Lidbereich. Es ist nicht nur deutlich sichtbar, sondern führt auch zu einer starken Rötung und Schwellung des Augenlids. Bei einem Gerstenkorn ist die Anwendung von wärmenden Kompressen oder Rotlicht zu empfehlen.

Gereizte Augen durch Entzündung des Lidrandes

Sind deine Augenlider gerötet und brennen oder jucken sie, dann steckt vielleicht eine Entzündung des Lidrandes (Blepharitis) dahinter. Bestätigung bringt ein Besuch beim Augenarzt, der Untersuchungen der Lidinnenseite und einen Abstrich am Lidrand vornimmt. Anschließend wird der Abstrich im Labor auf Keime oder Viren untersucht. Die Behandlung der Blepharitis erfolgt meist mit einer antibiotischen Augensalbe, die deine Beschwerden lindern kann. Zusätzlich solltest du auf eine gründliche Hygiene der Augen achten, damit die Erkrankung nicht chronisch verläuft. Diese Lidrandhygiene kann bei der Genesung unterstützen und sollte täglich durchgeführt werden. Dazu gehören drei Schritte:

  1. Feucht-warme Kompressen: Nimm dafür ein sauberes Tuch und befeuchte es mit warmem Wasser! Lege die Kompressen für fünf bis zehn Minuten auf deine Augen, damit sich das zähe Sekret, das die Drüsen verstopft, verflüssigt. Wichtig ist, dass du das Tuch nur einmal benutzt.
  2. Lidrandmassage: Anschließend solltest du eine Lidrandmassage durchführen, um den Talg zu entfernen. Streiche dafür mit sauberen Fingern am Oberlid von oben nach unten und am unteren Lid von unten nach oben zu den Wimpern.
  3. Lidrandreinigung: Dafür benötigst du eine spezielle Reinigungslösung. Tauche ein Wattepad in die Lösung und wische damit vorsichtig über dein Lid, um es vor Verkrustungen zu befreien! Benutze die Wattepads immer nur einmal, damit du keine Bakterien verschleppst!
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