Conditioner selber machen, Locken und Haarpracht stärken - mit diesen Rezepten gelingt es

Glänzende Locken und seidig weiche Haare verlangen manchmal nach einer Portion Extrapflege. Haarspülungen sind dafür das perfekte Hilfsmittel, solange sie aus natürlichen und schonenden Inhaltsstoffen bestehen. In diesem Artikel verraten wir dir, wie du den perfekten Conditioner für deinen Haartyp ganz einfach selber machen kannst. Neben tollen Rezepten verraten wir dir außerdem, wie du die Haarkur am besten verwendest.

Frau mit selbst gemachten Conditioner im Haar

Conditioner selber machen - Was sind die Vorteile?

Conditioner, Haarspülungen oder Haarkuren haben vor allem eine Aufgabe: Sie schließen die Schuppenschicht deiner Haare, die sich durch das vorherige Waschen mit Shampoo geöffnet hat und neutralisieren den pH-Wert. Dadurch verleihen sie dem Haar Glanz und Leichtigkeit und machen es schön geschmeidig. Gleichzeitig pflegen sie die Kopfhaut. Auch wenn du gar kein Shampoo verwendest (No Po), sind regelmäßige Haarkuren mit Haarspülung oder Conditioner unerlässlich. Je nach Inhaltsstoffen können Haarspülungen:

  • Kopfhaut und Haare pflegen und besser kämmbar machen,  
  • bei Spliss helfen, 
  • die Talgproduktion regulieren,  
  • Locken mehr Schwung verleihen 
  • und Haarausfall und anderen Haarproblemen vorbeugen.

Herkömmliche und vor allem billige Haarkuren enthalten leider oft jede Menge künstlicher Zutaten, die deinen Haaren eher schaden. Zusätze wie Silikone und Mineralöle überdecken lediglich die Probleme, anstatt die Ursachen zu beseitigen.

Mit einem selbst hergestellten Conditioner aus natürlichen Zutaten kannst du deine Haare und deine Kopfhaut schonend pflegen und bei der Regeneration unterstützen. Das Beste daran: Selbstgemachte Haarspülungen sind meist preiswerter und lassen sich superschnell und einfach herstellen - egal ob die Spülung mit saurer Rinse oder der selbst produzierte Conditioner. Wir haben die besten Rezepte für dich gesammelt. Wenn du auf die synthetischen Inhaltsstoffe verzichtest, tust du nicht nur dir selbst, sondern auch der Umwelt etwas Gutes.

Welche Zutaten brauchst du für Spülungen zur Haarpflege?

Mit nur wenigen Zutaten und Schritten kannst du im Handumdrehen dein eigenes Haarpflegeprodukt machen. Am einfachsten ist es, zu Beginn eine Haarspülung herzustellen. Dafür eignet sich besonders die bekannte saure Rinse. Sie lässt sich einfach herstellen und die meisten Zutaten wirst du sowieso zu Hause haben. 

Für eine saure Rinse brauchst du:

  • Wasser 
  • Säure (wie beispielsweise Apfelessig oder Zitronensaft)
  • und Kräuterauszug (beispielsweise ätherische Öle oder frische Kräuter aufgekocht in Wasser).

Die Säure in dieser klassischen Haarspülung bewirkt, dass sie die schuppige Haarschicht schneller verschließt. Dadurch kannst du Spliss verringern und glanzloses Haar zum Strahlen bringen. Die Spülung entfernt Rückstände von Shampoo, wenn du sie regelmäßig anwendest und kann so auch gegen fettiges Haar helfen. Ätherische Öle und Kräuterauszüge aus Heilpflanzen können zudem weitere positive Wirkungen haben. Rosmarin, Teebaum und Kamille wirken beispielsweise beruhigend auf deine Kopfhaut und können Schuppen lindern und das Haarwachstum anregen. Besonders strapaziertes und trockenes Haar kann von den extra Zutaten in der Spülung profitieren

Für einen flüssigen Conditioner brauchst du:

  • Fett (beispielsweise Kokosöl, Kakaobutter, Shea Butter oder Mango Butter)
  • und pflegende Wirkstoffe (ätherische Öle, Kräuterauszüge).

Für einen festen Conditioner brauchst du:

  • Fett, 
  • Formgeber (beispielsweise Cetylalkohol), 
  • Emulgator (Kurquat oder Emulsan)
  • und pflegende Wirkstoffe.

Kurquat ist ein wichtiger Emulgator für Haarkuren und Conditioner. Neben Kurquat solltest du unbedingt einen Formgeber wie Cetylalkohol verwenden. Kurquat kann die äußere Keratinschicht deiner Haare glätten. So lassen sich die Haare leichter kämmen und laden sich weniger statisch auf. Kurquat wirkt ein ähnlich wie die Silikone in Shampoo, lässt die Haare und die Kopfhaut aber gleichzeitig noch atmen. Eine ähnliche Wirkung hat auch Brokkoliöl. Das feine Öl wird aus den Samen des Brokkolis gewonnen und erfreut sich gerade in der Haarpflege immer größerer Beliebtheit.

Conditioner Bar (feste Haarspülung)

Saure Rinse deluxe: Schnelles Rezept für mehr Glanz und Leichtigkeit

Die Basis für saure Rinse bildet Wasser und Essig. Du kannst anstelle von Apfelessig auch einen anderen natürlich hergestellten Essig oder frisch gepressten Zitronensaft verwenden. Du brauchst:

  • Zwei Teelöffel Apfelessig, 
  • einen Liter Wasser,
  • einige Tropfen ätherisches Öl (Melissa, Minze, Rosmarin oder Thymian) 
  • oder etwas Aloe-Vera-Gel.

Vermenge einfach Säure und Wasser miteinander und gibt je nach Wirkungsabsicht ein paar Tropfen Öl oder Aloe Vera Gel dazu! Die ätherischen Öle wirken anregend auf Haut und Haare. Aloe Vera Gel eignet sich besonders für sprödes und trockenes Haar, denn es verleiht dir eine Extraportion Feuchtigkeit. Unser Tipp: verwende am besten eine Trinkflasche und gibt alle Zutaten hinein. Danach verschließt du sie und musst das Ganze nur noch schütteln. So kannst du die Spülung auch ganz einfach auf deinen Kopf geben. Diese milde saure Rinse brauchst du abschließend nicht wieder auszuspülen, sondern kannst sie einfach auf dem Haar lassen. Der Essiggeruch verfliegt von ganz alleine, wenn die Haare trocknen. 

Ein weiterer Tipp: Statt reinem Wasser kannst du auch kalten Tee aus Brennnesseln, Kamille oder Hibiskusblüten verwenden. Brennnessel und Hibiskus enthalten viele gesunde Wirkstoffe. Sie eignen sich vor allem bei dunklen Haaren. Kamille wirkt beruhigend und ist besonders für helles Haar geeignet. Auch die Teerinse musst du anschließend nicht ausspülen. Wenn du sehr feines Haar hast, kannst du anstelle der sauren Rinse auch fermentiertes Reiswasser als Spülung verwenden. >Es gibt deinen Haaren mehr Volumen und lässt sie voll und gesund aussehen.

Soforthilfe bei Spliss und Haarausfall: Einfaches Rezept für flüssigen Conditioner

Mit diesem einfachen und schnellen Rezept kannst du deinen Haaren im Nu eine Extraportion Pflege geben und Haarausfall vorbeugen. Das enthaltene Rosmarinöl kann zudem anregend auf dein Haarwachstum wirken. Dieser Conditioner ist für alle Haartypen geeignet, egal ob glattes Haar oder Locken. Du brauchst: 

  • zwei Teelöffel Kokosöl
  • einen Teelöffel Honig
  • eine Prise Zimt
  • fünf Tropfen Rosmarinöl
  • zwei Tropfen Brokkoliöl

Erwärme langsam das Kokosöl, bis es flüssig ist! Rühre dann den Honig ein und gib ein bisschen Zimt dazu! Anschließend fühlst du das Ganze in ein sauberes Glas. Achte am besten auf eine weite Öffnung und gibt Rosmarin- und Brokkoli-Öl dazu. Je nach Haarbeschaffenheit kannst du entweder nur eine haselnussgroße Menge nach dem Waschen in deine Spitzen einmassieren und für einige Minuten einwirken lassen oder du gibst den Conditioner in das ganze Haar. Bei sehr feinem Haar solltest du ihn am besten nur in den Spitzen anwenden, da das Öl die Haare sonst zu sehr beschwert und schnell hängend und fettig aussehen lässt. Das gleiche gilt auch für fettiges Haar.

Danach spülst du deine Haare mit Wasser wieder aus und lässt sie am besten an der Luft trocknen da dein Haar einige Zeit braucht, um das Kokosöl vorkommen aufzunehmen.

Eine Frau mit schönen Locken durch selbst gemachten Conditioner
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Rezept für DIY fester Conditioner für gesundes Haar und schöne Locken

Conditioner Bars sehen nicht nur schön aus, sie eignen sich auch perfekt als Geschenke oder fürs Reisen. Wir haben ein leichtes Rezept für dich: 

  • 30 Gramm Kakaobutter
  • 6 Gramm Kokosöl
  • 20 Gramm Cetylalkohol
  • 30 Gramm Kurquat
  • 14 Gramm kaltgepresstes Bio Broccoliöl
  •  wahlweise: duftende Parfumöle, Seidenprotein, Weizenprotein oder Aloe Vera.

Angefangen von Fetten über Emulgatoren bis hin zu den Ölen findest du alle Zutaten im Shop der Kosmetikmacherei, ebenso wie alles andere, was das Selbermacher-Herz begehrt.

Für den festen Conditioner gib Kakaobutter, Kokosöl, Cetylalkohol und Kurquat in einen Topf und erwärme sie langsam, bis alle Zutaten flüssig sind! Danach lässt du die Masse leicht abkühlen. Jetzt kannst du auch das Brokkoliöl und weitere Zusätze dazugeben. Zuletzt gießt du die flüssige Masse in kleine Förmchen und lässt sie im Kühlschrank abkühlen. Neben Cupcake-Formen eignen sich hier auch Eiswürfel-Förmchen.

Statt Kakaobutter kannst du auch Sheabutter verwenden und statt Kokosöl Mandelöl oder Arganöl. Kurquat und Cetylalkohol sind als Emulgatoren allerdings unersetzlich. Sie sorgen dafür, dass sich die einzelnen Inhaltsstoffe miteinander verbinden. Seidenprotein oder Aloe Vera pflegen kaputtes und sprödes Haar zusätzlich und machen es schön geschmeidig. Hochwertige Parfümöle machen deine Haarwäsche zu einem wunderbaren Dufterlebnis.