Kaputte Haare durch Blondierung? Nützliche Tipps und Tricks

Blondes Haar ist immer in Mode. Egal, ob in jungen Jahren, mit einem frechen Schnitt, mit einer langen Meerjungfrauenfrisur oder als praktische Kaschierung, wenn sich vermehrt graue Strähnen zeigen. Blondierte Haare sind aber sehr empfindlich und können glanzlos und brüchig aussehen. Auch Unfälle beim Blondieren können passieren und einen Trümmerhaufen am Kopf hinterlassen. Wir verraten, wie du deine Haare trotzdem normal stylen kannst und welche Regeln Menschen mit kaputtem Haar durch Blondierung unbedingt befolgen sollten

Frau mit blondem Bob

Gibt es eine Rettung für kaputte Haare durch Blondieren?

Es gibt Situationen im Leben, in denen ist eine neue Haarfarbe quasi ein Muss. Egal, ob neuer Lebensabschnitt, eine Trennung oder ein Umzug – viele Frauen wollen eine innere Veränderung auch äußerlich sichtbar machen und greifen dann gerne zu einer neuen Haarfarbe. Wenn es blond sein soll, kann das aber für geschädigtes Haar sorgen.

Zu starkes Blondieren kann die Haare kaputt machen. Gesundes, glänzendes Haar entsteht in den Haarwurzeln. Je mehr Nährstoffe und Mineralien dort hingelangen, desto schöner werden deine Haare. Sind sie aber schon draußen, kannst du blondiertes Haar nur schön erhalten, aber nicht reparieren. Allerdings kannst du mit der richtigen Pflege und Achtsamkeit deine Haare bis zu Rauswachsen gut in Schuss halten. Sogar dann, wenn eine richtige Katastrophe passiert ist. Richtig gesund werden sie aber erst wieder, wenn die blonden Haare völlig entwachsen und abgeschnitten worden sind. 

Frau beim Haare Färben

Warum werden deine Haare beim Blondieren kaputt?

Der Grund dafür liegt im Prozess des Färbens. Im Inneren der Haare befindet sich ein Pigment namens Melanin. Es gibt dem Haar seine natürliche Farbe. Der Haarschaft ist von einer schützenden Schicht aus Proteinschuppen (Cuticula) bedeckt. Wenn du dein Haar bleichst, öffnet das Bleichmittel diese Schuppenschicht, um das Melanin im Inneren des Haares zu verändern. Dabei entzieht die Bleiche dem Haar jedoch seine natürlichen Schutzfasern und pflegende Öle. Eine Blondierung verhindert das Zusammenschließen dieser Schuppenschicht. Deswegen ist blondiertes Haar oft viel dicker und voluminöser als vorher. Dadurch kann Feuchtigkeit nach außen entweichen. Es wird trocken, krause und bruchanfällig.

Gesundes, unbehandeltes Haar enthält durch die Substanz Keratin Disulfidbrücken, die sie von innen zusammenhalten. Durch Färben oder Hitze werden diese Brücken zerstört. Bei kaputtem Haar ist es deswegen essentiell, dem Haar durch Shampoo und Pflege so viel Feuchtigkeit wie möglich zuzuführen.

Blondiertes Haar, das zu viel Chemie erwischt hat, fühlt sich rau und wie Gummi an. Es hat seine natürliche Spannkraft verloren und neigt zum Ausfallen. Anzeichen für geschädigtes Haar durch exzessives Färben sind:

  • Sie sind glanzlos.
  • Sie sind sehr kraftlos und brechen schnell ab. Dadurch entsteht Frizz, Flyaways (kurze, abstehende Härchen) und Spliss.
  • Die Haare sind anfällig für Knoten.
  • Geschädigte Haare wirken spröde und trocken.
Frau wäscht Haare

Was repariert, rettet oder pflegt kaputte Haare nach einer Blondierung?

Haare wachsen im Schnitt rund 1 bis 1,5 Zentimeter pro Monat. Um kaputte Haare wieder in gesunder Pracht nach einem Färbe-Unfall zu erleben, kann es daher ein gutes Jahr dauern, bis der letzte Spliss herausgewachsen ist. In dieser Zeit ist es besonders wichtig, sehr vorsichtig mit den Haaren umzugehen und sie sorgfältig zu pflegen. Folgende Tipps helfen dir dabei, diese Monate gut zu überstehen und trotzdem gepflegt auszusehen. Du kannst sie aber auch bei gesundem Haar anwenden, um Glanz und Geschmeidigkeit zu erhalten. 

  • Haarwäsche. Wasche deine Haare so selten wie möglich! Blondierte Haare sind ohnehin extrem trocken und fetten nicht so leicht nach. Eine Haarwäsche kann eine zusätzliche Strapaze bedeuten und Feuchtigkeit entziehen. Verwende unbedingt ein hochwertiges Shampoo dafür! Verzichte dabei auf Inhaltsstoffe wie Silikon, Isopropyl-Alkohol, Formaldehyd und Propylen-Glykol. Diese Inhaltsstoffe trocknen deine Haare aus, spalten gesunde Haarproteine auf und machen sie noch anfälliger für weitere Schäden in der Zukunft. Nützliche Inhaltsstoffe im Shampoo sind Glycerin und Panthenol und Natriumverbindungen. Sie helfen deinem Haar dabei, eine natürliche Barriere aufzubauen, halten es feucht und sind sehr sanft. 
     
  • Pflege und mehr. Pflege deine blondierten Haare mit einem Conditioner! Verzichte auch hier auf Sulfate und Silikone und greife lieber zu Produkten mit Kokosöl oder Hyaluron! Einmal pro Woche kannst du eine nährende Haarmaske oder eine Haarkur auftragen und für zehn bis 15 Minuten einwirken lassen. Trage bei der Haarpflege immer den Conditioner nach der Kur oder Maske auf! Er versiegelt deine Haarstruktur und bietet deinem Haar auf diese Weise Schutz. Du solltest kaputtes, blondiertes Haar aber auch nicht zu sehr pflegen. Das kann es leicht matt aussehen lassen. 
     
  • Tupfen statt rubbeln. Tupfe deine Haare nur ganz leicht nach dem Waschen mit einem Handtuch ab. Noch besser ist es, wenn du statt Frottee ein T-Shirt um den Kopf wickelst. Das kann durch die glatte Oberfläche Haarbruch besser vermeiden.
     
  • Hitzeschutz. Verbanne deinen Föhn und dein Glätteisen! Lasse dein blondiertes Haar lieber an der Luft trocknen! Falls du doch einen Föhn verwenden möchtest, ist nur die kalte Stufe erlaubt. Hitze trocknet die Haarstruktur noch mehr aus und macht sie anfällig für Haarbruch. 
     
  • UV-Schutz. Schütze deine Haarpracht mit einer Kopfbedeckung vor der Sonne und bleichenden UV-Strahlen! Im Sommer kannst du Shampoo mit integriertem Schutz vor UV-Strahlen verwenden. Achte aber auch hier darauf, dass kein Silikon darin enthalten ist!
     
  • Bruchschutz in der Nacht. Wenn es die Länge zulässt, flechte nachts einen Zopf, bevor du zu Bett gehst. So kannst du Haarbruch und Knoten vermeiden.
     
  • Massage. Wenn du die Kopfhaut regelmäßig massierst, regt das die Durchblutung und das Haarwachstum an. Du kannst dafür einfach deine Finger verwenden. Ein guter Tipp ist hier auch eine Massagespinne aus Metall. Das geht einfach und fühlt sich sehr angenehm an.
     
  • Frisieren. Verwende Haarbürsten mit unterschiedlichen Borstenlängen, die die Haare sanft entwirren und nicht kaputt machen! Kämme dein blondiertes Haar vorsichtig von unten nach oben, um Knoten und Verfilzungen zu vermeiden!
     
  • Schere. Schneide deine blondierten Haare regelmäßig nach! Das entfernt kaputten Spliss, der sich leider ohnehin nicht mehr reparieren lässt. So verhinderst du auch, dass sich Spliss immer weiter nach oben fortsetzt.
Frau mit Sonnenhut von oben am Strand.

Pflege, die repariert: neuer Wirkstoff aus Amerika

Kaputte Haare lassen sich zwar nicht mehr reparieren. Es gibt aber ein Mittel aus Kalifornien, das auch blondierte Haare, die durch eine chemische Behandlung sehr leiden mussten, vor weiteren Schäden schützt und trotzdem schön aussehen lässt. Olaplex heißt ein neuer Wirkstoffkomplex, der kaputte Haare wieder aufbauen soll, indem er gebrochene Schwefelbrücken in der Haarstruktur schließt. Das konnte bislang kein anderes Produkt für Haarpflege. Mit Olaplex soll es sogar möglich sein, brünettes Haar schonend in eine blonde Mähne zu verwandeln. Entwickelt wurde die Wunderkur für gepflegtes Haar von den beiden amerikanischen Wissenschaftlern Dr. Craig Hawker und Dr. Eric Pressly, die sich den Wirkstoffkomplex bereits achtfach patentieren ließen. Verwendest du diese innovative Haarpflege für deine kaputten Haare, solltest du aber alle zwei Monate eine Pause einlegen.

  • Aloe Vera Gel in einer Schüssel und Blätter von Aloe Vera daneben
  • Avocados geschnitten in einer Schüssel
  • Olivenöl fließt aus einer Kanne in eine Schüssel
Aloe Vera, Avocado oder Olivenöl sind Mittel für natürliche Pflege bei kaputtem Haar.

Haare reparieren mit der Natur: Hausmittel für schwache und brüchige Haare

Nicht nur für kaputte Haare gilt: Je weniger künstliche Stoffe, desto besser. Zum Pflegen von blondem Haar, das zu sehr gebleicht wurde, eignen sich:

  • Olivenöl,
  • Avocado,
  • Honig,
  • Mandelöl,
  • Aloe Vera
  • Eigelb oder 
  • Kokosöl.

Du kannst dir daraus eine Kur oder Maske mixen. Öle können kaputte Spitzen zwar nicht reparieren, aber sie glänzend und gesünder aussehen lassen. Außerdem schützen sie die Haarstruktur vor Sonne, Hitze und Co.

Apfelessig oder schwarzer Tee sorgen als Spülung für Glanz, da die Schuppenschicht geschlossen wird. Schwarzer Tee ist sogar ein guter Schutz gegen schädliche UV-Strahlen. Koffein aus Kaffee regt die Durchblutung in der Kopfhaut an. Ein Tipp: Wer Kaffeesatz nicht direkt auf die Kopfhaut auftragen möchte, kann sich auch mit Koffein-Präparaten abhelfen.