Fingernägel kauen – Abgewöhnen leicht gemacht

Nägelkauen ist eine Angewohnheit, die große Nachteile hat: Abgekaute Nägel sehen nicht schön aus und Menschen, die an ihren Nägeln knabbern, gelten außerdem als willensschwach. Zudem kann das Kauen auch noch die Fingernägel und das Nagelbett beschädigen und Entzündungen verursachen. Es gibt also gute Gründe, endlich mit dem Nägelkauen aufzuhören. Wir geben dir Tipps, wie du es dir abgewöhnen kannst.

Frau kaut an ihrem Fingernagel

Fingernägel kauen: Abgewöhnen ist gar nicht so einfach

Wenn du selbst zum Nägelkauen neigst, hast du sicher schon einmal versucht, es dir abzugewöhnen. Vermutlich hast du dann festgestellt, dass das gar nicht so leicht ist. Besonders häufig kauen Kinder und Jugendliche an ihren Fingernägeln. Die Gründe sind häufig Langeweile oder Stress. Das Knabbern an den Nägeln baut Anspannung ab und reduziert die empfundene Belastung. Sehr häufig passiert das unbewusst. Das ist einer der Gründe, warum das Abgewöhnen so schwer ist. Bis man bewusst wahrnimmt, dass man schon wieder mit Nägelkauen beschäftigt ist, ist es schon passiert. 

In den meisten Fällen ist das Kauen und Zupfen an den Fingernägeln einfach eine schlechte Angewohnheit, die du dir mit den richtigen Tricks wieder abgewöhnen kannst. In einigen Fällen können aber auch psychische Probleme dahinterstecken. Wenn es dir trotz aller Tipps und Bemühungen nicht gelingt, mit dem Nägelkauen aufzuhören, dann solltest du sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen. Das gilt auch dann, wenn die Nägel oder die Haut an den Fingern schon stark beschädigt oder entzündet sind. In solchen Fällen sollte ein Arzt einen Blick darauf werfen und mögliche Behandlungen beginnen.

Bitterer Nagellack gegen Nägelkauen

Ein Nagellack oder eine Tinktur mit sehr unangenehmem Geschmack hilft oft dabei, das Nägelkauen loszuwerden. Dahinter stecken zwei verschiedene Mechanismen:

Zum einen wird dir dein Handeln bewusst, sobald du den Finger in den Mund steckst und den bitteren Geschmack bemerkst. Du holst die Angewohnheit also aus dem Unterbewusstsein heraus in den Bereich, in dem du aktiv handeln kannst.

Und zum anderen wird die Gewohnheit des Nägelkauens durch die bittere Tinktur oder den Nagellack unangenehmer. Damit erfüllt sie nicht mehr ihren Zweck und du kannst das Knabbern leichter sein lassen.

Eine Mutter trägt ihrem Kind bitteren Nagellack auf.

Ist bitterer Nagellack für Kinder geeignet?

Auch bei Kindern kann ein bitterer Nagellack Wunder wirken. Allerdings solltest du diesen nicht bei Kindern unter drei Jahren anwenden. Diese können sich nämlich an den bitteren Geschmack gewöhnen, weil die Geschmacksnerven noch nicht fertig entwickelt sind.

Ebenfalls wichtig: Bei Kindern solltest du generell auf Freiwilligkeit setzen. Wenn du gegen ihren Willen die Nägel mit bitterem Lack bestreichst, kann das dem Vertrauen schaden und mögliche Probleme wie Stress und Ängste noch weiter verstärken. Sprich deshalb mit deinem Kind über das Nägelkauen und biete ihm den Nagellack als Möglichkeit an! Dann ist die Erfolgswahrscheinlichkeit am höchsten.

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Tipp: Bittere Lösung mit pflegenden Inhaltsstoffen

Die Haut an den Nägeln ist durch das Knabbern und Zupfen oft gereizt und geschädigt. Um mit dem Nägelkauen aufzuhören und gleichzeitig Nägel und Nagelhaut zu pflegen, wurde der MAVALA STOP-PEN entwickelt. Es handelt sich dabei um eine wässrige Lösung mit bitterem Geschmack. Gleichzeitig enthält die Lösung aber nährende pflanzliche Extrakte, die deine Nagelhaut stärken und beruhigen. 

Die Lösung befindet sich in einem Pen, der an einen Filzstift erinnert. Die Spitze ist mit der bitteren Lösung getränkt. Diese kann ganz leicht aufgetragen werden. Streiche mit dem Applikator einfach über die Nagelkontur und die Nagelspitze! Die Anwendung ist sowohl auf unlackierten als auch auf lackierten Nägeln möglich. Du kannst die Lösung zwei- bis dreimal täglich anwenden, bis du die Angewohnheit des Nägelkauens losgeworden bist.

Alternative zum Kauen an den Fingernägeln: Anti-Stress-Spielzeug

Viele Menschen, Erwachsene und Kinder, kauen an ihren Fingernägeln, weil sie Langeweile oder Stress empfinden. Das Kauen ist einerseits Beschäftigung und baut andererseits körperlichen Druck ab. Es kann deshalb helfen, die Hände anders zu beschäftigen und so eine neue Gewohnheit aufzubauen.

Eine Möglichkeit dafür ist Anti-Stress-Spielzeug, zum Beispiel Knautschbälle, Fidget Spinner oder Fidget Pop Toys. Die Auswahl solcher Anti-Stress-Spielzeuge ist inzwischen gigantisch, sodass ganz sicher für jeden Geschmack etwas dabei ist. Gerade Kinder haben oft großen Spaß an den Spielzeugen und finden darin Entspannung. Aber auch für Erwachsene sind sie oft eine große Hilfe. Sie lenken ab, beschäftigen die Hände und bauen Stress ab. Dadurch wird das Kauen an den Nägeln weniger notwendig.

Tipps für Anti-Stress-Spielzeuge im Alltag:

  • Falls Anti-Stress-Spielzeuge deinem Kind gegen das Kauen an den Fingernägeln helfen, solltest du mit den Lehrern sprechen. Wenn du die Ursache erklärst und die Spielzeuge nicht stören, darf dein Kind sie vielleicht auch im Unterricht benutzen. Ein Knautschball eignet sich hier zum Beispiel gut.
  • Es gibt Anti-Stress-Gadgets, die völlig unauffällig genutzt werden können. Diese eignen sich auch fürs Büro oder die Schule. Dazu gehören zum Beispiel Ringe oder Armbänder, die man in sich drehen kann
  • Manche Gadgets üben zusätzlich einen intensiven körperlichen Reiz aus. Dazu gehören zum Beispiel Spiralringe, die man über die Finger schieben kann. Auch das kann helfen, um nicht mehr an den Fingernägeln kauen zu müssen.
  • Achtung: In den letzten Jahren waren Squieshies sehr beliebt, diese sind aber nicht ungefährlich. Es handelt sich dabei um kleine Tiere und Figürchen aus weichem Kunststoff, die man quetschen und ziehen kann. Diese enthalten allerdings ziemlich häufig gefährliche Giftstoffe. Sie können deshalb gerade für kleine Kinder ein Risiko darstellen.
Anti-Stress-Spielzeug

Trick gegen Nägelkauen: Gewohnheit umlenken

Wenn die bisherigen Tipps nicht helfen, kann die sogenannte Entkopplungsmethode hilfreich für dich sein. Bei dieser Technik lässt man nicht die komplette Gewohnheit weg, sondern nur den schädlichen Teil: das eigentliche Kauen an den Fingernägeln oder das Zupfen an der Nagelhaut. Diesen letzten Schritt der Angewohnheit ersetzt du durch ein neues Verhalten.

Beispiele für die Entkopplung:

  • Statt an der Haut an deinen Nägeln herumzuzupfen, reibst du mit der Daumenkuppe über die Nagelspitze. 
  • Statt die Fingernägel in den Mund zu nehmen, lenkst du die Bewegung im letzten Moment ab und fasst dir stattdessen ans Ohrläppchen.

Die Bewegungs- und Handlungsmuster bleiben also fast vollständig erhalten und werden im letzten Moment durch unschädliche Alternativen ersetzt.

Damit die Entkopplung gegen das Kauen an den Fingernägeln funktioniert, musst du das neue Verhalten ganz bewusst üben. Schau dir genau an, welche Bewegungen du beim Nägelkauen oder Zupfen an der Nagelhaut machst! Finde die zentrale Bewegung heraus, die dich zum Kauen oder Pulen bringt! Und dann suche dir eine Möglichkeit, diese Bewegung umzulenken!

Besonders wirksam ist die Entkopplung, wenn du bei der Ablenkbewegung an Tempo zulegst. Du startest also wie gewohnt und beschleunigst dann nur die neue Teilbewegung. Übe diese Technik aktiv ein, bis sie zu einer neuen Gewohnheit wird!

Kauen an den Fingernägeln: Wann ist ein Arzt gefragt?

In den meisten Fällen wirst du das Knabbern an den Nägeln mit ein bisschen Mühe los oder kannst es zumindest so weit reduzieren, dass es nicht mehr besonders stört. Es kann aber auch Situationen geben, die einen Arztbesuch nötig machen:

  • Wenn weitere psychische Probleme vorliegen, solltest du einen Arzt oder Therapeuten aufsuchen. Dazu gehören zum Beispiel starke Nervosität, Unruhe, depressive Verstimmungen oder intensive Ängste. In solchen Fällen sollte eine psychische Erkrankung ausgeschlossen oder behandelt werden.
  • Auch dann, wenn Entzündungen am Nagel oder Nagelbett entstehen, ist ein Arztbesuch wichtig.
  • Wenn alle Tipps und Tricks nicht helfen, kannst du dir Hilfe bei einem Therapeuten suchen, um das Nägelkauen endlich loszuwerden.