Baby ohne Mann für lesbische Paare – Kinderwunsch durch IVF

Liebe und Partnerschaft hängen nicht von Geschlechtern ab. Dasselbe gilt für den Kinderwunsch: Mutter, Vater, Kind – das ist längst nicht mehr das einzige Familienbild in unserer Zeit. Immer mehr homosexuelle Paare wünschen sich ein Kind. Ob zwei Männer oder zwei Frauen – für gleichgeschlechtliche Paare ist der Weg zum Familienglück oft nicht einfach. Der Kinderwunsch bei lesbischen Frauen kann aber durch mehrere Möglichkeiten erfüllt werden.

Hände umfassen Babyfüße
Anzeige

Gesetzeslage: Schwule und lesbische Paare mit Kinderwunsch

In Österreich ist es möglich, bei lesbischen Paaren, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben oder verheiratet sind, eine Insemination oder künstliche Befruchtung durchzuführen. Weil dabei auf eine Samenspende zurückgegriffen werden muss, arbeitet das Kinderwunschzentrum Döbling in Wien mit einer Samenbank in Kopenhagen zusammen. Der Spender bleibt anonym und hat keinerlei Rechte am Kind. Dadurch soll verhindert werden, dass gegenüber dem Spender ein Anspruch auf Unterhaltszahlungen geltend gemacht werden kann.

Es ist auch möglich, einen ausgesuchten "Wunschspender" in das Institut mitzubringen. In jedem Fall sollten alle eventuellen (rechtlichen, familiären und medizinischen) Aspekte für den Mann abgeklärt werden. Auch dazu beraten die Experten des Kinderwunschzentrums Döbling in Wien die Frauen gerne.

Eine Grafik zeigt, wie eine Invitrofertilisation (IVF) funktioniert

Wie bekommen zwei Frauen ein Baby ohne Mann?

Entscheiden sich lesbische Paare für eine Befruchtung mit einem Fremdsamen, wird in vielen Fällen eine Insemination ohne eine künstliche Befruchtung durchgeführt. Bei der Insemination bedeutet das, dass der extra aufbereitete Samen in die Gebärmutter der Frau gespült wird. Das kann mit einer begleitenden Hormontherapie geschehen oder auch ohne. Selbstverständlich wird im Vorfeld in einem eingehenden Beratungsgespräch sichergestellt, dass der Mann, der für die Samenspende in Frage kommt, sämtliche Gesundheits- und Qualitätskontrollen nach den WHO- und EU-Kriterien durchlaufen hat.

Übrigens gilt immer die Frau als Mutter des Kindes, die mit dem Kind schwanger war und es geboren hat. Sobald die Partnerin das Kind adoptiert, gelten beide Mütter auch offiziell als Eltern. Sollten die beiden Partnerinnen später noch ein Kind vom selben Spender haben wollen, sollte das bereits bei der ersten Behandlung in Betracht gezogen werden. Sowohl über die Identität des Spenders als auch über die Identität der Mutter herrscht von Seiten des Kinderwunschzentrums strengste Schweigepflicht.

Das Kind, das durch eine Samenspende gezeugt wurde, hat nach seinem 14. Lebensjahr das Recht, den Namen des Spenders, also des biologischen Vaters, zu erfahren. Es darf dann Einsicht in die Aufzeichnungen des Kinderwunschzentrums nehmen. Allerdings ist der "Vater" nach der Offenlegung seiner Identität nicht verpflichtet, mit dem Kind Kontakt aufzunehmen. 

Eine Frau ist schwanger

Methoden: Wie funktioniert die künstliche Befruchtung?

Bei den meisten Frauen reicht eine IVF (In Vitro Fertilisation) nach dem Naturzyklus aus, um schwanger zu werden. Sie erfolgt ohne große Hormontherapie und kann in jedem aufeinanderfolgenden Zyklus angewendet werden. Im Idealfall ist die Frau nach kurzer Zeit schwanger. Ist eine einfache Insemination wegen Einschränkungen in der Fruchtbarkeit nicht möglich, sind Frauen im Kinderwunschzentrum Döbling ebenfalls an der richtigen Adresse.

Künstliche Befruchtung (IVF) mit hormoneller Stimulation: Hat die Befruchtung stattgefunden, wird die befruchtete Eizelle nach einigen Tagen in einer Nährlösung schmerzlos in die Gebärmutter der zukünftigen Mutter transferiert. Nistet sich die Eizelle dann in die Gebärmutter ein, kommt es zu einer Schwangerschaft und ein neues Leben entsteht.

Anzeige

Wo gibt es Beratung und Information für lesbische Paare mit Kinderwunsch?

Die Ärzte des Kinderwunschzentrums Döbling besitzen jahrelange Expertise für die verschiedensten Ursachen von unerfülltem Kinderwunsch bei Frauen. Neben PCO-Syndrom und Endometriose finden Frauen unter anderem wegen eileiterbedingten Fruchtbarkeitsstörungen, hormonellen Störungen, Störungen des Immunsystems oder strukturellen Veränderungen der Gebärmutter oder Gebärmutterschleimhaut Hilfe.

Im ganz persönlichen Beratungsgespräch wird in solchen Fällen ein individueller Weg der Therapie für die Partnerinnen und die zukünftige Familie geplant. Für lesbische Paare, die Eltern werden möchten, gibt es im Kinderwunschzentrum Döbling regelmäßig Informationsveranstaltungen zum Thema "Kinderwunsch bei lesbischen Paaren".

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.

Der Experte dahinter
Univ.-Prof. Dr. Stefan Jirecek, Wien

Jirecek Stefan, Univ.-Prof. Dr.

Univ.-Prof. Dr. Stefan Jirecek, Leiter des Kinderwunschzentrums Döbling in Wien, hat sich auf die Kinderwunschbegleitung (Beratung, Diagnostik, Therapie) spezialisiert.