Seifen herstellen: mit diesen Tipps gelingt's

Selbst gemachte natürliche Seifen sind einzigartige und individuelle Reinigungsprodukte, die frei von chemischen Inhaltsstoffen sind. Egal, ob für dich oder als persönliches Präsent: Mit selbstgemachten Seifen und Badezusätzen kann man die Haut mit natürlichen Substanzen verwöhnen. Bevor du damit beginnst, handgemachte Seifen herzustellen, solltest du dir jedoch ein paar Tipps nicht entgehen lassen.

verschiedenste Seifen

Einfach Seifen herstellen: weniger Aufwand dank der richtigen Vorbereitung

Kinder und Haustiere sollten außer Reichweite gebracht werden. Aufgrund der Spritzgefahr der Lauge könnten Kinder oder Tiere verletzt werden. Decke die Arbeitsfläche mit Zeitungspapier ab und bereite folgende Hilfsmittel für die Herstellung der Seife vor:

  • ein hoher Topf aus Edelstahl für zirka 3 bis 4 Liter (keine Aluminiumutensilien verwenden)
  • ein zweiter Topf zum Schmelzen der Fette
  • ein Holzkochlöffel zum Umrühren
  • ein Mixstab mit Stahlmesser
  • Behälter oder stabile Form zum Abfüllen der Seife 
  • elektronische Küchenwaage
  • Schutzbrille
  • Gummihandschuhe

Welche Zutaten werden bei der Herstellung von Seife benötigt?

Seine eigene Seife selbst zu machen erfordert kein umfassendes und langjähriges Fachwissen. Man sollte aber einige Faktoren dabei berücksichtigen. Hier findest du ein Basis-Rezept für eine Seifenherstellung, wobei du die Duftstoffe ganz individuell verwenden kannst.

Zutaten für das Rezept:

Anleitung zum Seifen selbst herstellen

Der Duft dieser Seife wird dir garantiert gefallen, denn die Inhaltsstoffe bestimmst du je nach Belieben ganz allein. Hat man das Grund-Herstellungsverfahren erlernt, sind der Kreativität keine Grenzen mehr gesetzt. Mit diesem Rezept und der genauen Anleitung, kannst du dir ganz einfach deine Seife für die tägliche Reinigung selbst herstellen. Folgende Schritte sind notwendig:

Natronlauge zubereiten

Zur Seifenherstellung mit der so genannten Kaltmethode wird Lauge benötigt. Diese wandelt die Öle letztlich in Seife um. 

  1. Ziehe zuerst die Schutzkleidung an, denn jetzt wird es „ätzend“ im wahrsten Sinne des Wortes.
  2. Wiege vorsichtig die NaOH-Perlen in einem separaten Becher ab und wische verschüttetes Ätznatron sofort mit einem feuchten Schwamm weg!
  3. In einem hitzebeständigen Gefäß wiegst du nun das Wasser ein.
  4. Begib dich zu einem offenen Fenster oder einem Dunstabzug und lasse die NaOH-Perlen langsam unter ständigem Rühren in die Flüssigkeit rieseln! Aber Achtung: Immer die Lauge in das Wasser geben, NIEMALS umgekehrt! Sonst kommt es zu einer gewaltigen Explosion, die starke Verätzungen auslösen kann.
  5. Nicht auf das Umrühren vergessen, sonst kleben die Perlen am Boden zusammen und lösen sich nicht mehr auf.
  6. Wende das Gesicht ab, um keine Dämpfe einzuatmen und stelle das Laugengefäß in ein Wasserbad, um die Kühlung zu beschleunigen.

Lauge und Fettgemisch

Wiege die festen Fette ab, gib sie in den großen Topf und stelle ihn bei mittlerer Hitze auf den Herd! In einem separaten Gefäß die Öle abwiegen und noch ein wenig stehen lassen. Als nächstes werden die geschmolzenen Fette langsam und ohne zu spritzen vollständig in die Lauge gegossen und die Mischung ausgiebig mit einem Mixstab gerührt. Nach etwa zwei bis drei Minuten wird die Mischung deutlich dicker und es entsteht der sogenannte Seifenleim. Jetzt heißt es schnell sein – diese Masse wird recht schnell zäh und lässt sich dann nur schwer weiter verarbeiten.

Individuelle Zutat hinzugeben

Nun nach Belieben die gewünschten Pflege- und Duftstoffe, hinzugeben. Sie sollten hochwertig, rein pflanzlich und hautpflegend sein, z. B. ätherische Öle wie Olivenöl, Kokosöl, Rapsöl, Sesamöl, Avocadoöl, Jojobaöl – alle in Bio-Qualität, naturrein und nicht raffiniert. Ebenso kannst du Sheabutter, Kakaobutter, Honig, Kräuter, verschiedene Düfte oder natürliche Farbstoffe dazugeben. 

Duftstoffe und Kräuter

Seife in Form bringen

Die Form kann eine große Schüssel darstellen aber auch kleine Formen, die gleich die spätere Seifen-Form ergeben. Nach dem Eingießen wird die Seife mit Frischhaltefolie abgedeckt und mit einem Handtuch umwickelt. Das fördert die Verseifung.

Nach 24 Stunden wird die Seife aus den kleinen Formen herausgenommen und an einem sicheren Platz für vier Wochen ausgehärtet. Das macht die Seife auch milder zur Haut. Ist die Seife in einer großen Schüssel, dann wird die Seife mit einem scharfen Messer in die gewünschten Stücke geschnitten. 

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Seifenherstellung vom Experten lernen

Wenn du die Seifenherstellung mit einem echten Profi erlernen möchtest, dann besuche doch das Seminar der Kosmetikmacherei. Hier wird den Teilnehmern ein genauer Überblick über die wichtigsten Rohstoffe und Zutaten vermittelt. Zudem lernt man alles über das Seifensieden im Kaltverfahren. Die Tatsache zu wissen, was in einem Stück Seife tatsächlich enthalten ist, tut nicht nur der Haut gut, sondern schenkt einem auch ein beruhigendes Gefühl. Der Ablauf bei der Herstellung einer Seife wird anhand einer genauen Anleitung in der Kosmetikmacherei Schritt für Schritt erklärt. Die verwendeten Zutaten sind natürlich im Preis inkludiert.

Frau bei der Seifenherstellung

Gesunde Seifen im Handel kaum erhältlich

Gesunde Seifen sind leider nicht die Regel. Stattdessen bietet der herkömmliche Handel oft Seifen mit billigen Rohstoffen und schädlichen Inhaltsstoffen an. Verwendete Fette auf Erdölbasis oder synthetische Duftstoffe und Konservierungsmittel machen aus der Hautpflege meist ein riskantes Unterfangen, das nicht selten mit Hautproblemen und Allergien endet. 

Der Vorteil einer selbst gemachten Seife

Wer gerne auf synthetische Zusatzstoffe verzichtet und ganz genau wissen will, was sich in seinen Reinigungsprodukten befindet, für den ist die Herstellung einer eigenen Seife eine echte Alternative. Da weiß man immer zu 100 Prozent, was drinnen ist und was man beim Waschen verwendet.

Der Vorteil von selbst hergestellter Seife ist, dass pflanzliche Öle wie Olivenöl oder Kokosöl in Lebensmittelqualität verwendet werden. Höchste Qualität ist also garantiert. Die Öle versorgen die Haut mit der Extraportion Feuchtigkeit und pflegen sie. Selbst gemachte Seifen enthalten noch Glycerin, das bei der industriellen Herstellung oft entfernt wird. Glycerin bindet Wasser und verwandelt unsere Naturseifen in ein hochwertiges Pflegeprodukt. Dazu kommt, dass man bei der Wahl der Duftnote völlig freie Hand hat. Man kann also eine Seife machen, die so duftet, wie man es sich immer schon gewünscht hat. Selbst hergestellte Seifen reinigen nicht nur, sondern pflegen die Haut und verwöhnen mit natürlichen Düften und Ölen.