Sex gegen Kopfschmerzen – hilft das wirklich?

„Ich habe Kopfschmerzen!“ Früher galt diese Aussage als klischeehafte Ausrede von Frauen, wenn sie keine Lust auf Sex hatten. Heute dürfte diese Ausrede wohl nicht mehr so leicht ziehen, denn inzwischen ist klar: Sex kann gegen Kopfschmerzen und sogar Migräne helfen.

Eine Frau mit Kopfschmerzen im Bett wartet auf Sex

Wie kann Sex gegen Kopfschmerzen wirken?

Wenn die Schmerzen zu stark sind, denken die meisten Menschen eher nicht an Sex. Dabei kann ein Orgasmus sehr hilfreich sein: Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Sex die Kopfschmerzen lindern oder sogar ganz verschwinden lassen kann. Entscheidend ist dabei nicht die Art der sexuellen Aktivität. Der Orgasmus scheint jedoch eine wichtige Rolle zu spielen.

Was genau beim Sex gegen die Kopfschmerzen wirkt, ist noch nicht geklärt. Es gibt allerdings einige Vermutungen:

  • Sex entspannt den Körper und kann dadurch Verspannungen als Auslöser reduzieren. In der Folge können sich die Kopfschmerzen verbessern.
  • Beim Sex werden Endorphine ausgeschüttet, also sogenannte Glückshormone. Diese könnten einen Einfluss auf die Kopfschmerzen haben. Auch über weitere Hormone und ihre Auswirkungen wird diskutiert.
  • Blutdruckveränderungen beim Sex könnten ebenfalls eine Rolle spielen.

Bisher handelt es sich bei diesen Erklärungen jedoch nur um Theorien. Warum Sex gegen Kopfschmerzen wirkt, muss noch genauer untersucht werden. Klar ist jedoch: Vielen Menschen hilft er.

Eine Frau hat Sex gegen Kopfschmerzen

Hilft Sex allen Menschen gegen Kopfschmerzen?

Nein. Ein Allheilmittel bei Kopfschmerzen ist Sex definitiv nicht. Bei einem guten Teil der Betroffenen stellt sich durch Sex keine Änderung ein. Und bei manchen kann sexuelle Aktivität sogar als Trigger fungieren und eine Kopfschmerzattacke erst auslösen. Aber: Bei einem großen Teil der Menschen mit Migräne und Cluster-Kopfschmerz wirkt diese Art der „Therapie“.

Besonders bei Männern scheint der Effekt groß zu sein, aber auch viele Frauen profitieren davon. Ob Sex auch bei dir gegen Kopfschmerzen wirkt, kann dir vorher niemand sagen. Aber es lohnt sich, bei der nächsten Schmerzattacke einfach mal einen Versuch zu starten. Wenn kein Partner/keine Partnerin zur Verfügung steht, hilft übrigens in vielen Fällen auch Selbstbefriedigung. Probiere es doch einfach mal!

Weitere Tipps gegen Kopfschmerzen

Sex ist natürlich nur eine von vielen Möglichkeiten, um gegen Kopfschmerzen vorzugehen. Welche Mittel helfen, ist individuell sehr unterschiedlich. Da hilft nur ausprobieren.

Wenn du sehr häufig mit Kopfschmerzen zu kämpfen hast, kann dir ein Symptomtagebuch gute Dienste leisten. Dort trägst du ein, wann und unter welchen Umständen die Kopfschmerzen aufgetreten sind, was du als Gegenmaßnahme versucht hast und wie die Wirkung war. Auf diese Weise lernst du, deinen Kopfschmerz besser zu verstehen, Auslöser zu meiden und hilfreiche Maßnahmen herauszufinden.

Diese Tipps können helfen:

  • Eine (Selbst-)Massage des Nackens und der Schultern kann die Kopfschmerzen deutlich verbessern.
  • Bei Spannungskopfschmerzen kann es außerdem helfen, die Nackenmuskulatur zu erwärmen. Nutze dafür zum Beispiel eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen oder nimm ein angenehm warmes Bad! Manche Menschen schwören auch auf ein Erwärmen der Muskulatur mit dem Föhn. Der warme Luftstrom wirkt dabei gleichzeitig wie eine sanfte Massage. Zu heiß sollte der Föhn dabei jedoch nicht sein.
  • Umgekehrt tut es häufig gut, den Kopf zu kühlen. Probiere es mit einem kühlen Tuch auf der Stirn oder an den Schläfen!
  • Manchmal haben Kopfschmerzen mit Flüssigkeitsmangel zu tun. Trinke deshalb in der nächsten Stunde ordentlich Wasser und beobachte, ob sich die Schmerzen dadurch verbessern!
  • Pfefferminzöl gilt als wirksames Hausmittel gegen Kopfschmerzen. Trage das verdünnte Öl großzügig auf Stirn und Schläfen auf und lasse es einige Minuten wirken! Wichtig: Die Augen sollten nicht mit dem Pfefferminzöl in Kontakt kommen.
  • Bewegung verbessert in vielen Fällen die Kopfschmerzen. Probiere es mit leichten Dehn- und Lockerungsübungen oder mit einem Spaziergang aus!
  • Frische Luft verbessert viele Arten von Kopfschmerzen. Öffne das Fenster oder gehe für einige Minuten nach draußen!

Welche Tipps wirken bei dir besonders gut? Finde es heraus, damit du deine Kopfschmerzen in Zukunft besser kontrollieren kannst! Vielleicht ist ja tatsächlich Sex eine Lösung bei deinen Kopfschmerzen?

Frau massiert sich den Nacken

Verschiedene Arten: Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz

Die Medizin unterscheidet über 200 verschiedene Arten von Kopfschmerzen, die alle verschiedene Ursachen und Ausprägungen haben können. Deshalb lassen sich allgemeine Aussagen über Kopfschmerzen kaum treffen. Aber es hat sich gezeigt, dass Sex eine positive Auswirkungen auf einige der häufigsten Kopfschmerzarten haben kann: Migräne, Clusterkopfschmerz und eventuell auch Spannungskopfschmerzen. Das sind die Unterschiede:

  • Migräne tritt anfallsartig und oft einseitig auf. Der Kopfschmerz kann sehr stark sein und mit weiteren Beschwerden einhergehen, zum Beispiel Lichtempfindlichkeit oder Übelkeit. Die Veranlagung zu Migräne ist erblich bedingt. Ob und wann die Erkrankung auftritt, hängt jedoch auch von äußeren Umständen ab.
  • Clusterkopfschmerz ist eine eher seltene Form von Kopfschmerzen. Typisch sind Zeiten, in denen die Kopfschmerzen in kurzer Folge immer wieder auftreten, bis zu achtmal am Tag. Dazwischen gibt es längere Phasen ohne Probleme. Die Clusterkopfschmerzen treten einseitig an der Schläfe und hinter dem Auge auf und können sehr quälend sein.
  • Spannungskopfschmerz ist die häufigste Art. Die Betroffenen beschreiben ihn als leichten bis mittelstarken Druck, der sich oft über den ganzen Kopf zieht. Die häufigsten Ursachen für Spannungskopfschmerz sind Stress und Nackenverspannungen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.