Können aphrodisierende Mittel sexuelle Lust steigern?

Die Suche nach einem Liebestrunk ist etwa so alt wie die Menschheit selbst. Öle, Kräuter oder Tierbestandteile sollten einen luststeigernden Effekt ausüben. Auch heutzutage ist der Mythos Aphrodisiakum so aktuell wie eh und je. Gibt es wirklich aphrodisierende Mittel für eine gesteigerte Libido? Oder erreicht man in sachen sexueller Lust mit einem romantischen Candle-light-Dinner genauso viel?

Inhalt:

Eine Frau steht aphrodisierend bei einem Mann

Was sind aphrodisierende Mittel?

Wenn Flaute im Bett herrscht, stößt man schnell auf das Wörtchen „Aphrodisiakum“. Dieses leitet sich von der griechischen Liebesgöttin Aphrodite ab, die ja bekanntlich die Göttin der Liebe war. Konkret haben Aphrodisiaka das Ziel, die Libido – die sexuelle Lust – zu steigern und zu beleben. Sie wirken anregend auf das sexuelle Verlangen, helfen damit dem Vorspiel auf die Sprünge, das sexuelle Lustempfinden oder auf den Körper, genauer gesagt, die Geschlechtsorgane selbst. Oder anders formuliert: Aphrodisiaka sollen es zumindest versuchen. Denn sind manche Kräuter und Gewürze schon seit Jahrhunderten als Potenzmittel bekannt, ist deren Wirkung aus wissenschaftlicher Sicht manchmal etwas fragwürdig. Doch was das Thema Sexualität anbelangt, gelten oft alle Wege und Mittel, die - auch wenn nur mit geringer Wirkung auf den Menschen - zum Ziel führen könnten, als sinnvoll.

Die luststeigernden Mittelchen sollen konkret das limbische System im Gehirn beeinflussen. Diese Region ist verantwortlich für die Ausschüttung von Endorphinen und Verarbeitung von Informationen. Außerdem steuert es auch das Triebverhalten des Menschen. Potenzsteigernde Substanzen sollen genau hier ansetzen und wieder Schwung ins Sexualleben bringen, sowohl beim Mann als auch bei der Frau. Schon die Ägypter und Griechen nutzten beispielsweise ätherische Öle als Lustmacher. Auch aphrodisierende Pflanzen werden schon seit Jahrhunderten verwendet und im Volksmund weitergegeben. 

Eine Frau gibt sich aphrodisierende Düfte auf Ihren Arm

Sind Aphrodisiaka wirklich wirksam? Wie wirken sie auf unseren Körper?

Das ist die Frage aller Fragen. Kanadische Wissenschaftler haben dazu eine Vielzahl an Studien angefertigt, in denen sie der Frage auf den Grund gingen. Die Ergebnisse zeigen ein kontroverses Bild: Können manche Mittelchen das Liebesleben und die Libido wirklich positiv beeinflussen, handelt es sich bei anderen um reinen Mythos. Nicht empfehlenswert sind: Ingwer, Knoblauch, Gewürznelken und Muskat.

Absolut abzuraten ist vom „Klassiker“ Spanische Fliege. Die Durchblutung des Urogenitaltraktes wird angeregt und somit wird auch der Penis besser durchblutet. Dieses Potenzmittel wurde lange Zeit in großen Teilen Europas vertrieben. Heute weiß man jedoch, dass das Pulver – das aus dem Käfer Lytta vesicatoria gewonnen wird – die hochgiftige Substanz Kantharidin enthält. Dies kann als Nebenwirkung bei Überdosierung nicht nur zu Magen-Darm-Beschwerden sondern auch zum Tod führen. Mittlerweile wurde das Lustmittel in vielen Ländern verboten.

Weiters sollen auch Begleitumstände betrachtet werden. Hormonelle Störungen, psychische Belastungen, Stress, falsche Ernährung und Durchblutungsstörungen können sich negativ auf die sexuelle Lust auswirken. In diesen Fällen scheint ein Aphrodisiakum wenig sinnvoll. Besser ist es, mit einem Arzt über die vorhandene Unlust zu sprechen. So können körperliche Ursachen ausgeschlossen werden.

Eine Frau liegt unter einem Mann und hat keine Lust

Natürliche Potenzmittel für gesteigerte Libido

Wir haben dir hier die gängigsten natürlichen Potenzmittelchen und aphrodisierenden Präparate aufgelistet. Ob und wie sie tatsächlich wirken, ist stark von der einzelnen Person abhängig. Du darfst dir bei der Wirkung keine Wunder erwarten, dennoch können manche durchaus hilfreich sein!

  • Safran und Ginseng: Die Wirkung von Safran und Ginseng wurde von kanadischen Wissenschaftlern bestätigt. Sie wirken luststeigernd sowohl für Frauen als auch Männer. Die Einnahme von Ginseng hilft nicht nur Männern bei Erektionsstörungen zur verbesserten Erektionsfähigkeit, sondern kann auch bei Frauen unterstützend wirken.
     
  • Kakao: Kakao ist die Basis jeder Schokolade und enthält das Aphrodisiakum Phenylethylamin. In Zentralamerika ist die Kakaobohne schon lange ein wahrer Geheimtipp zur pflanzlichen Luststeigerung.
     
  • Ambra: Dies wird eigentlich für die Herstellung von Parfum verwendet, kann jedoch auch die Ausschüttung von Sexualhormonen stimulieren. Ambra wird häufig in der Homöopathie verwendet.
     
  • Scharfe Gewürze: Chilli und Pfeffer bringen nicht nur Würze ins Essen sondern auch ins Bett – oder anders ausgedrückt: sie sollen es zumindest.
     
  • Ätherische Öle und aphrodisierende Düfte: Besonders dem Duft von Sandelholz, Rose, Muskatellersalbei und Jasmin wird eine berauschende Wirkung nachgesagt.
     
  • Cordyceps sinensis: Dem chinesischen Raupenpilz (Cordyceps sinensis) konnten Effekte auf die Sexualorgane nachgewiesen werden. Auch das Immunsystem kann gestärkt werden.
     
  • Marulaöl: Das Öl des Marulabaumes pflegt nicht nur das Haar, sondern ihm werden auch anregende Eigenschaften nachgesagt.