Glückliche und gesunde Welpen: Ernährung für einen perfekten Start – Interview mit Tierärztin Stefanie Krukemeyer

Frauchen und Herrchen wissen, dass die Ernährung von Hunden ganz schön kompliziert und herausfordernd sein kann. Manche Hunde scheinen selbst das hochwertigste Futter nicht zu mögen. Andere wiederum reagieren sogar mit Allergien oder Unverträglichkeiten auf bestimmte Inhaltsstoffe im Hundefutter. Doch gerade bei der Fütterung von Welpen muss die Nahrung besondere Ansprüche erfüllen, um den heranwachsenden Hund bestens unterstützen zu können. Worauf du bei der Welpen-Ernährung achten solltest und welche Fütterung eine gesunde Entwicklung deines Welpen fördern kann, erfährst du hier.

Worauf kommt es bei der Welpen-Ernährung wirklich an?

Welpen und erwachsene Hunde fressen für gewöhnlich sehr unterschiedliches Futter. Was jedoch sowohl für kleine Welpen als auch ausgewachsene Hunde gilt, ist, dass eine ausgewogene Ernährung stets die oberste Priorität sein sollte. Schließlich soll das neue Familienmitglied im Welpenkostüm gerade in den ersten Lebenswochen und -monaten mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt sein, die es für ein gesundes Wachstum braucht.

Für die unterschiedlichen Lebens- und Wachstums-Phasen eines jungen Hundes ist jeweils eine spezielle Welpenernährung vorgesehen. Das Ziel einer solchen altersgemäßen und artgerechten Fütterung ist es, deinen kleinen Liebling in seiner Entwicklung bestmöglich zu fördern. Im Folgenden möchten wir dir näherbringen, wie du deinen wachsenden Hund mit dem richtigen Welpenfutter versorgen kannst und warum du dem Tier zu Liebe vom falschen Futter besser die Finger lassen solltest. 

Die Schnauzen von einem Welpen und seiner Mutter sind nahe beieinander

Wie sieht die richtige Welpennahrung in den ersten Lebenswochen aus?

In den ersten Wochen müssen sich frischgebackene Hundeeltern für gewöhnlich keine Gedanken über die Welpen-Fütterung machen. Denn noch brauchen die kleinen Racker kein spezielles Welpenfutter, sondern sie werden für gewöhnlich ausschließlich vom Muttertier gesäugt. Deren Milch ist ideal auf den besonderen Nährstoffbedarf der Hundewelpen abgestimmt.

Gibt es einen Ersatz für Muttermilch?

Ja, den gibt es und das ist auch gut so. Denn es kann durchaus vorkommen, dass die Hündin einen oder mehrere ihrer Welpen in den ersten Tagen nach der Geburt verstößt, sie zu wenig Muttermilch hat oder sie aus anderen Gründen ihre Kleinen nicht richtig versorgen kann.

Für so einen Fall gibt es eine spezielle Welpenmilch. Dabei handelt es sich um ein Alleinfuttermittel für Hunde, das mit vielen wertvollen biologischen Aufbaustoffen angereichert ist. Mit dieser Trockennährmilch können selbst jene Welpen, die einen schwierigen Start ins Leben hatten, mit allen wichtigen Vitaminen, Mineral- und Nährstoffen versorgt werden, die sie für ein gesundes und schnelles Wachstum brauchen. Da in der Welpenmilch kaum Laktose vorhanden ist, ist sie mit der natürlichen Muttermilch vergleichbar und verursacht somit weder Durchfall noch Erbrechen.

Unser Tipp: Spezialwelpenmilch kann ab dem ersten Lebenstag als Muttermilchersatz zugefüttert werden oder auch als vollwertiges Alleinfuttermittel für mutterlose Welpen fungieren.

Ein kleiner Welpe trinkt Milch aus einer Flasche

Was fressen Hundewelpen ab dem ersten Lebensmonat?

Erst, wenn die Jungtiere zirka einen Monat alt sind, sollten sie in kleinen Schritten an feste Nahrung gewöhnt werden.

  • Für die allmähliche Umstellung auf festes Welpenfutter wird in der ersten Zeit meist ein Brei aus Welpenfutter und lauwarmem Wasser gefüttert.
  • Zusätzlich werden die Kleinen weiterhin von der Mutterhündin gesäugt.
  • Ein Welpenbrei kann schon ab der dritten bis vierten Lebenswoche zugefüttert werden. Dank einer optimalen Zusammensetzung von Nähr- und Ballaststoffen kann auf diese Weise die Aufzucht der Hundewelpen hervorragend unterstützt werden.

Warum ist eine falsche Welpen-Fütterung fatal?

In der Entwicklungsphase deines Welpen ist es überaus wichtig, dass die kleinen Hunde hochwertiges Welpenfutter zu fressen bekommen. Eine falsche Fütterung könnte ansonsten Durchfall und Erbrechen verursachen.

Sobald sich die Welpen an das neue Futter gewöhnt haben, kann der Wasseranteil im Hundefutter langsam reduziert werden. Im Idealfall sollten die Welpen auch noch nach dem Absetzen jenes Welpenfutter bekommen, mit dem sie sich bereits vertraut gemacht haben. So können Verdauungsprobleme weitestgehend verhindert werden. Damit sich die Zähne und das Skelett der Hundebabys gesund entwickeln, kann ab der sechsten Lebenswoche täglich Welpenkalk-Pulver zugefüttert werden. 

Goldene Regeln der Welpenfütterung

Die meisten Hunde ziehen in einem Alter von rund acht bis neun Wochen in ihr neues Zuhause ein. Gerade im ersten Lebensjahr des vierbeinigen Neuzugangs kommen auf Hundehalter und Hundehalterinnen viele Herausforderungen zu. Folgende Fragen zur Welpenernährung sorgen besonders häufig für Kopfzerbrechen:

  • Was zeichnet ein gutes Welpenfutter aus?
  • Wie lange sollte man die Hunde mit speziellem Welpenfutter füttern und wann kann man sie an normales Hundefutter heranführen?
  • Welche Futtermenge braucht dein tierischer Nachwuchs überhaupt?

Hier findest du alle Antworten auf die brennendsten Fragen und nützliche Tipps zur Welpenernährung ab dem zweiten Lebensmonat:

1. Welches Futter ist für Hundewelpen ideal?

Ein hochwertiges Welpenfutter zeichnet sich insbesondere durch einen ausreichend hohen Eiweiß- und Energieanteil sowie auch durch ein ausgewogenes Calcium-Phosphor-Verhältnis aus. Letzteres ist vor allem für mittelgroße Rassen und größere Hunde wichtig, damit die Knochen optimal wachsen können. Zusätzlich können die Welpenkalk-Tabletten gefüttert werden, um den wachsenden Organismus optimal zu unterstützen.

Aber Vorsicht: Damit Hunde großer Rassen nicht zu schnell wachsen, womit Erkrankungen wie Hüftgelenk- und/oder Ellbogen-Dysplasie einhergehen könnten, sollte energiereiches Welpenfutter nicht zu lange gefüttert werden.

Ein Welpe kaut an einem Kauknochen

2. Woran erkennt man gutes Junior-Futter?

Kommerzielles Welpenfutter aus dem Handel muss den Bedürfnissen von kleinen Hundekindern entsprechen. Das heißt: Jenes Hundefutter, das als Welpennahrung gekennzeichnet ist, muss alle wichtigen Nährstoffe enthalten, die dein Hundewelpe in den ersten Wochen und Monaten seines Lebens braucht.

Achte allerdings darauf, dass das Futter für deinen Junior keinen Zucker sowie auch keine unnötigen Zusatz- und Füllstoffe enthält. Stattdessen sollte ein hoher Fleischanteil als hochwertige Energiequelle vorhanden sein. Außerdem sollte, schon bevor der kleine Vierbeiner einzieht, feststehen, ob er Trockenfutter oder Nassfutter bekommen soll. Der Vorteil von gutem Trockenfutter ist, dass es auch perfekt als Leckerchen beim Welpentraining eingesetzt und auch beim Spaziergang leicht mitgenommen werden kann.

Selbstverständlich kannst du deinen Welpen auch barfen beziehungsweise das Hundefutter selbst zubereiten. Hierfür wird aber eine umfassende Kenntnis über die richtige Ernährung von Welpen und Hunden vorausgesetzt, da es sonst zu gefährlichen Mangelerscheinungen kommen kann.

3. Warum sollten Hundewelpen lieber mehrere kleine Mahlzeiten bekommen?

Für gewöhnlich ist es besser, wenn der Welpe nur kleine Portionen über den ganzen Tag verteilt zu fressen bekommt, um seinen noch schwachen Magen zu schonen. Im Laufe der Zeit können die Mahlzeiten allmählich größer werden, wobei der Hund dann nicht mehr ganz so häufig gefüttert werden sollte. Das Ziel sollte es sein, dass der heranwachsende Hund später nur mehr eine bis maximal zwei Mahlzeiten am Tag bekommt, die seinen individuellen Bedürfnissen entsprechen sollten.

Ein Welpe liegt im Gras

4. Ab wann kann man normales Hundefutter füttern?

Bevor du deinen kleinen pelzigen Schatz vom Junior- auf das Adult-Futter, also Hundefutter für erwachsene Hunde, umstellst, sollte er bereits sein Erwachsenengewicht beziehungsweise seine ausgewachsene Größe erreicht haben. Kleinere Rassen können schon nach etwa sechs bis zehn Monaten ihr ideales Gewicht haben. Bei großen Rassen dauert das im Normalfall etwas länger, nämlich ein bis zwei Jahre.

Unser Tipp: Falls du merkst, dass dein Hund das eine oder andere Hundefutter lieber mag oder vielleicht sogar besser verträgt, kannst du das Futter noch immer schrittweise umstellen. Unabhängig davon, ob dein Hundewelpe trockenes, nasses oder selbstgekochtes Futter frisst, sollte jedenfalls immer eine Schüssel mit frischem Wasser bereitstehen.

Ein Welpe streckt seine Zunge heraus

Fazit zur Welpenernährung: Lieber nachfragen statt falsch füttern

Wie du siehst, braucht dein Hund je nach Lebensphase ein anderes Futter, um sich fit und gesund von einem tapsigen Hundewelpen zu einem stattlichen erwachsenen Hund entwickeln zu können. Wer noch unsicher ist, wann die kleine Fellnase welches Futter braucht, der sollte sich von einem Tierarzt oder Ernährungsexperten beraten lassen.  

Außerdem ist es wichtig, den Kot, das Fell und das generelle Verhalten des Hundewelpen stets im Auge zu behalten. Nur so kann verhindert werden, dass der Hund beispielsweise ungewollt übergewichtig wird. Zudem ist dies die einzige Möglichkeit, um Unverträglichkeiten, Allergien und andere Erkrankungen frühzeitig erkennen und behandeln zu können.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.



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