Wie falsche Entscheidungen die Wohnqualität vermindern können...

Wer beim Wohnen eine falsche Entscheidung trifft, wird möglicherweise gravierende Auswirkungen auf die Lebensqualität verspüren. Daher solltest du einen Blick für Wohnqualität entwickeln, um falsche Wohnentscheidungen zu vermeiden. 

Was Wohnqualität bedeutet, liegt wohl im Auge des Betrachters. Eine Definition wird hier auch von Fachleuten durch eher subjektive Formulierungen ersetzt. Kriterien für Wohnqualität, welche für jede Wohnentscheidung wichtig sind, findet man jedoch in der Wohnpsychologie.

Eine Frau will eine Entscheidung treffen

Wann entsteht schlechte Wohnqualität?

Schlechte Wohn- und somit auch Lebensqualität entsteht vorwiegend dann, wenn bei der Planung von Wohnräumen die Bedürfnisse der Menschen zu wenig berücksichtigt werden. Kennt man seine Wünsche und Wohnbedürfnisse, fallen Entscheidungen bei der Planung eines Neubaus leichter. Auch bei der Umgestaltung seines Heimes oder beim Kauf einer Immobilie werden Wohnentscheidungen getroffen. Fehlentscheidungen beruhen dabei auf einer Unkenntnis der Wohnbedüfnisse. 

Was hilft mir dabei, richtige Entscheidungen für eine höhere Lebensqualität zu treffen?

Ein Überblick über Qualitätskriterien hilft dir dabei, beim Bauen, Kaufen oder Mieten die richtigen Entscheidungen zu treffen. Für dein subjektives Wohlbefinden solltest du dir dabei im Klaren sein, welche Kriterien für dich relevant sind. 

Drei wichtige Aspekte helfen dir dabei, die richtigen Wohnentscheidungen zu treffen:

  1. System zur Vereinfachung: Nachdem es fast unzählige Wohnbedürfnisse gibt, ist es notwendig, diese in ein System zu packen. Nur dann kann man einen Überblick bekommen und schafft es auch, vor dieser Komplexität nicht zu resignieren.
  2. Kommunikation: Wohnbedürfnisse sollten gut kommuniziert werden, sowohl zum Partner als auch zu einem Planer bzw. einem Verkäufer oder Vermieter. Dies ist natürlich sehr schwierig, wenn der Verkäufer (bzw. Vermieter) nicht mehrere Wohnungen im Angebot hat und damit auch keine Auswahl zur Verfügung stellt.
  3. Authentische Entscheidungen: In einer Verkaufssituation ist es sehr schwierig, authentische Entscheidungen zu treffen, weil Verkaufsargumente und Qualitätsargumente schwer zu trennen sind. Es kann sogar sein, dass ein Verkäufer eine Immobilie aufgeputzt hat, um hier mehr Qualität vorzutäuschen als wirklich besteht.

Um authentische Entscheidungen zu treffen, sollte man einen kühlen Kopf bewahren und sich immer wieder auf die eigenen Bedürfnisse rückbesinnen. Dies geht jedoch nur, wenn man diese ausreichend überdacht und ausreichend formuliert hat.

Wie lässt sich Wohnqualität bewerten?

Die Wohnpsychologie kann eine Unterstützung darstellen. Mit Hilfe einer Wohnqualitätsanalyse können Fragen sehr individuell beantwortet werden, wodurch authentische Entscheidungen leichter fallen. Solche Fragen können etwa sein:  

  • Welche Wohnbedürfnisse gibt es?
  • Wie kann man bei Gebäuden erkennen, ob die jeweiligen Wohnbedürfnisse umgesetzt sind?
  • Wie kann man eine gesamthafte Bewertung von Häusern und Wohnungen treffen, um diese dann auch vergleichen zu können?

Einen Überblick, welche Wohnbedürfnisse angesprochen werden, findest du hier, denn bei allen Bedürfnissen dürfen die vielen Details nicht außer Acht gelassen werden.  

Persönliche Wohnbedürfnisse

Ein unversehrtes Leben zu ermöglichen ist Zweck des Wohnens. Dabei werden alle basalen Bedürfnisse (z. B. Schutz vor Witterung) sowie die Möglichkeit, den alltäglichen Bedürfnissen wie Nahrungsaufnahme oder Hygiene betrachtet. Diese Themen sind meist nicht in Frage gestellt, sehr wohl jedoch andere Bedürfnisse wie etwa

Soziale und kommunikative Wohnbedürfnisse

Das Zusammenleben mit anderen ist ein wichtiger Faktor für uns Menschen als soziale Wesen. Wir haben also auch die Bedürfnisse nach

  • einem konfliktfreien und harmonischen Zusammenleben mit unserer Familie
  • der Möglichkeit, soziale Kontakte zu pflegen und aufrecht zu halten

Entwicklungsbedürfnisse

Ein ständiger Veränderungsprozess, dem wir unterliegen, und damit einhergehende Entwicklungen, bedingen die richtige Umgebung. Unsere Immobilie sollte daher 

  • einen optimalen Entwicklungsraum für Kinder bereitstellen
  • die Möglichkeit bieten, aktiv und gesund älter zu werden
  • Selbstbestimmung und Persönlichkeitsentfaltung fördern
Drei Menschen klären die Wohnungsplanung ab

Wie funktioniert die Wohnqualitätsanalyse?

Die Wohnqualitätsanalyse gliedert die Wohnbedürfnisse systematisch auf und gibt Antworten zu folgenden Themen: 

  • Möglichkeit für Erholung und Regeneration in der Wohnung und auch außerhalb
  • Auswirkung der Wahrnehmung auf das Befinden
  • das harmonische Zusammenleben für Familien
  • So entsteht Sicherheit, Schutz und Geborgenheit.
  • Besteht die Möglichkeit von Selbstbestimmung und Persönlichkeitsentfaltung?
  • Wie gut sind die Entwicklungsmöglichkeiten für Kinder?
  • oder wie gut eignet sich der Lebensraum (Wohnung und Umfeld) für das Leben im Alter?

Die Wohnqualitätsanalyse kann in verschiedenen Situationen angewendet werden. Um bei der Planung eines Hauses die richtigen Entscheidungen zu treffen, kann zudem im Vorfeld eine Bedürfnisanalyse erarbeitet werden, um daraus ein Planungskonzept abzuleiten. Damit erreicht man eine Optimierung vor der Planung und ist sicherlich am effizientesten.
Doch auch mit einem Entwurf oder fertigen Plan, kann man noch wohnpsychologische Optimierungsmaßnahmen treffen.

Planungsfehler vermeiden und die richtigen Kaufentscheidungen treffen

Die Qualitätsfaktoren des Wohnraumes aus wohnpsychologischer Sicht gegenüberzustellen ist eine solide Basis für deine Kaufentscheidungen. Die Entscheidungshilfen, die vor allem auf der Systematik der Wohnqualitätsanalyse beruhen, können auch ohne direkte Begleitung durch einen Wohnpsychologen angewendet werden. Sorgfältig aufbereitete Checklisten ermöglichen es dir zudem, wesentliche Punkte zu durchdenken und vergleichende Bewertungen anzustellen.

Autor: Herbert Reichl