Vitamin Kosmetik: Das Geheimnis gesunder und straffer Haut

Weshalb Vitamin Kosmetik? Reicht es nicht, wenn ich mich ausgewogen ernähre? Die Antwort ist ein klares Nein. Gesunde und schöne Haut benötigt Vitamine und Mineralstoffe von innen sowie auch von außen.

Pflanzen und Honig mit Vitamine für Kosmetik

Vitamin A, B, C, D, E und K: Buchstabensalat für unsere Haut

Sie stärken unser Immunsystem, steuern Stoffwechselvorgänge und schützen unsere Zellen: Die Multitalente Vitamine. Doch nicht nur in unserer Ernährung, auch in der Kosmetik sind Vitamine wichtige Bestandteile. Genauso wie in unserer Nahrung ist auch in der Vitamin Kosmetik jedes Vitamin mit bestimmten Eigenschaften und Wirkungsweisen auf unsere Haut ausgestattet. Je nach Anwendungsgebiet der Kosmetika kommen verschiedene Wirkstoffe zum Einsatz. Hauptsächlich dienen die Vitamine in den Cremes dem Schutz und der Regeneration der Zellen sowie dem Vorbeugen der Hautalterung. Am wichtigsten sind dabei die Vitamine A, E, C, B3 und Provitamin B5, das Panthenol. Aber auch die Vitamine D und K dürfen nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen in ihrer Wirkung nicht unterschätzt werden.

Retinol als wichtigstes A-Vitamin in der Kosmetik

Vitamin A steckt vor allem in Form von Retinol in der Kosmetik. Besonders im Zusammenhang mit Anti-Aging ist Retinol für viele ein Begriff. Es unterstützt die Hautregeneration und Kollagenneubildung und spielt somit eine wichtige Rolle beim Aufbau der Hautstruktur. Kollagen bildet in den unteren Hautschichten das Gerüst der Haut. Vitamin A kann damit zu einer glatteren, geschmeidigeren und flexibleren Haut beitragen und langfristig Falten verhindern. Provitamin A oder auch Beta-Carotin genannt wird in Cremes als natürlicher Farbstoff für einen sommerlichen Teint eingesetzt.

Vitamin B3 und B5: Spendet Feuchtigkeit und hilft gegen unreine Haut

Vitamin B3 unterstützt die Regeneration der zelleigenen Energiesysteme und fördert die Hauterneuerung. Eingesetzt wird es vor allem gegen Pigmentstörungen und bei fettiger und unreiner Haut. In höheren Dosierungen kann es bei der Anwendung von Vitamin B3 in der Kosmetik jedoch zu Hautreizungen kommen, weshalb es oft mit Provitamin B5 kombiniert wird. Provitamin B5 (D-Panthenol) kann nicht nur unseren Haaren, sondern auch unserer Haut Gutes tun. Es beruhigt, spendet Feuchtigkeit und soll die Zellneubildung nach Verletzungen unterstützen und Juckreiz hemmen.

Frau mit schönem Teint im Gesicht

Die Schutzpatrone Vitamin C und Vitamin E

Vitamin C wird in Cremes als Konservierungsstoff eingesetzt, hat aber auch für die Haut positive Eigenschaften. Es kann vor Hautalterung und vor freien Radikalen schützen. Letzteres sind aggressive Sauerstoffmoleküle, die unsere Zellen schädigen. Auch Vitamin C kann Pigmentstörungen vorbeugen und in Form von 'Ascorbyl Phosphate' oder 'Ascorbyl Stearate' die Produktion von Kollagen anregen.

Ebenso schützt Vitamin E die Hautzellen vor freien Radikalen. Durch Stress, Rauchen oder UV-Strahlung können diese in der Haut entstehen und vorzeitige Hautalterung hervorrufen. Zudem unterstützt Vitamin E die Haut bei der Neubildung von Zellen, dem Speichern von Feuchtigkeit und kann die Haut dehnbarer machen, wodurch Schwangerschaftsstreifen gemindert werden können.

Die unterschätzten Vitamine D und K

Vitamin D2 und D3 dürfen innerhalb der EU nicht in der Kosmetik eingesetzt werden. Die Vorstufen der Vitamine, die sogenannten Provitamine jedoch schon. Provitamine von Vitamin D wirken in der Kosmetik besonders als UV-Schutz der Haut und werden bei Infekten in Zusammenhang mit Neurodermitis eingesetzt.

Vitamin K soll die Heilung von Unterhautschäden unterstützen und kann Schwellungen und Blutergüsse mindern. Dazu wird das Vitamin K jedoch durch die Haut zu den beschädigten Geweben geschleust, um dort das Durchsickern des Blutes zu verhindern, den Heilungsprozess zu fördern und die Narbenbildung zu verringern. Aber auch in Form von Cremes wird dem Vitamin K positive Wirkung nachgesagt. Vor allem bei Wunden, Rötungen, Besenreisern, blauen Flecken und geplatzten Äderchen, Prellungen oder Hautentzündungen kann Vitamin K in der Kosmetik eingesetzt werden. Zudem kann Vitamin K in Cremes auch bei Akne, Altersflecken, Narben und Augenringen verwendet werden.

Granatapfel mit vielen Vitaminen aufgebrochen

Superfood und Superfruits: Die natürlichen Quellen der Vitamin Kosmetik

Woher kommen die Vitamine in der Kosmetik? Meist leider nicht aus der Natur, denn in vielen Kosmetika werden synthetisch hergestellte Vitamine verwendet. Doch zum Glück nicht in allen! Superfruits und Superfood sind eine wirkungsvolle Alternative aus der Natur. Hersteller von Naturkosmetik haben die pflanzlichen Vitaminquellen für sich entdeckt und verarbeiten die Nährstoff-Bomben in ihren Cremes.

Doch welche Superkräfte stecken nun für die Haut dahinter? Superfood und Superfruits wie Noni, Acerola oder Kiwi enthalten eine Vielzahl an Vitaminen, Nährstoffen und Enzymen, die die Haut regenerieren und die Zellneubildung anregen. Sie wirken gegen freie Radikale, straffend und beugen frühzeitige Hautalterung vor. Superfoods werden in Cremes überwiegend in Form von Ölen eingesetzt und haben eine glättende und stärkende Funktion für die Haut. Zudem helfen sie, Feuchtigkeit zu speichern. In Kosmetikprodukten stecken unter anderem folgende Superfoods drin:

  • Baobab: Enthält Magnesium und Vitamin C, wirkt Feuchtigkeit spendend, bewahrend und nährend.
     
  • Amaranth: Enthält Squalan, mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Omega 3, Omega 6), die Vitamine B1, B2, D und E. Es wirkt glättend, beruhigend, die Hautbarriere stärkend, spendet und bewahrt Feuchtigkeit und ist photoprotectiv.
     
  • Avocado: Enthält einfach gesättigte Fettsäuren und Phytosterole. Avocado regeneriert die Barriereschicht der Haut, ist feuchtigkeitsbindend, mildert Irritationen durch UV-Licht-Belastung und Tenside und wirkt verhornungsregulierend und restrukturierend
     
  • Chia: Enthält Proteine, Vitamine A und B1-3, Eisen, Mineralien, Omega 3 und Niacin. Es wird als Radikalefänger eingesetzt, verleiht Elastizität, ist antioxidativ, zellerneuernd, heilend und schützt und regeneriert die Barriereschicht
     
  • Moringa: Enthält Phytohormon Zeatin. Wirkt antioxidativ, emollient und als Jungbrunnen.

Neben den Superfoods findet sich auch oft eine Vielzahl an Superfruits:

  • Acerola mit höchstem natürlichen Anteil an Vitamin C,  Flavonoide: Radikalefänger, verfeinert das Hautbild, verlangsamt die Zellalterung und steigert die Kollagenproduktion.
     
  • Cranberry mit zwei- und dreifach ungesättigten Fettsäuren, Tocopherole: Fördert hauteigene Regenerations- und Stoffwechselprozesse, schützt hauteigene Lipide und Zellmembrane vor oxidativen Schäden und verzögert umweltbedingte Hautalterungsprozesse, wirkt zellschützend, als Radikalefänger, antioxidativ, antiage und entzündungshemmend
     
  • Dattel mit Eisen, Kalzium, Vitamin A, E, B5 und C sowie Magnesium: Anti-aging, Schutz vor vorzeitiger Hautalterung, Anti-Falten, glättend, regeneriert das Zellgewebe, heilend, Feuchtigkeit spendend, konditionierend, anti-oxidativ
     
  • Feige mit Magnesium, Kalium, Eisen, Phosphor: TEWL (transepidermaler Wasserverlust) regulierend, Feuchtigkeit spendend, emollient (weich machend), regeneriert das Zellgewebe
     
  • Granatapfel mit Punicin-Säure (Omega 5-Fettsäure), Phytohormon, Flavonoide, Polyphenole, Phytosterole: stark antioxidativ, regenerierend, fördert die Zellproliferation (Neubildung von Zellen), erhöht die Hautelastizität und regeneriert das Gewebe
     
  • Guarana mit stärkster natürlicher Koffeinquelle (Guarin ist dem Koffein sehr ähnlich, wirkt aber nicht "auf einmal" sondern gibt die Wirkstoffe nach und nach ab), Proteine: steigern die Fettverbrennung, straffend, durchblutungsfördernd, viralisierend, belebend, anti Cellulite.
     
  • Himbeere mit Vitamin C, Eisen, Kalzium, sekundären Pflanzenstoffen: Anti-aging, anti-oxidativ, durchblutungsfördernd, Sebum regulierend 

Abseits der Vitamin Kosmetik: Was die Haut sonst noch zum Leben braucht

Vitamin Kosmetik aus natürlichen Quellen kann die Haut schützen und frühzeitige Hautalterung vorbeugen. Doch damit die Haut als größtes Organ unseres Körpers ihre Funktionen als Schutzschicht, Regulator des Wasserhaushalts und der Temperatur, sowie der Sinneswahrnehmung und Kommunikation erfüllen kann, braucht sie auch von innen unsere Unterstützung. Oft werden die Folgen von falscher Ernährung, Schlafmangel oder schlechten Gewohnheiten wie Rauchen für unsere Haut unterschätzt. Doch dies kann unser Hautbild drastisch verschlechtern, die Haut in ihren Funktionen hemmen und die Zellen schneller altern lassen.

Wichtig ist neben der richtigen Pflege und Reinigung der Haut besonders auch ein gesunder Lebensstil. Die Ernährung spielt darin eine zentrale Rolle. Wir haben die wichtigsten Ernährungs-Tipps für schöne Haut für euch zusammengestellt.

Lebensmittel für vitaminreiche Ernährung

Ernährungs-Tipps für einen strahlenden Teint

Zu gesunder und schöner Haut trägt vor allem basische Ernährung bei. Frisches Obst und Gemüse sollte den Speiseplan anführen, denn es enthält wichtige Vitamine, Mineralien und Antioxidantien, die unser Hautbild verfeinern und die Bildung von Falten mindern können. Zudem benötigt unser größtes Organ Fettsäuren, Protein und viel Wasser – mindestens 1,5 Liter pro Tag. Ungesüßter Tee oder stilles Wasser dient als Medium für chemische Reaktionen und Stoffwechselvorgänge, reinigt den Körper und hilft der Haut, schädliche Stoffe auszuscheiden.

Um die Haut ausreichend mit den genannten Nährstoffen zu versorgen, sollten sich besonders diese Nährstoffe und Produkte in Ihren Mahlzeiten wiederfinden:

  • Vollkornprodukte, Nüsse und Samen: Darin findet sich viel Vitamin E und essentielle Fettsäuren. Das schützt die Zellmembranen, beugt UV-Schäden der Haut vor und schleust wichtige Nährstoffe ins Innere der Zelle und Schadstoffe wieder hinaus.
     
  • Obst und Gemüse: Besonders Vitamin-C-haltig sind Grapefruits, Kiwis, Pflaumen, roter Paprika, Brokkoli und alle Arten von Beeren. Beta Carotin ist in Karotten, Süßkartoffeln, Kürbis, Spinat, Aprikosen und grünem Paprika enthalten und unterstützt von innen die Gewebebildung und -reparatur sowie den natürlichen Sonnenschutz.
     
  • Gesunde Fette: Essentielle Fettsäuren sind auch in Avocados oder Fischen wie Lachs und Sardinen sowie in pflanzlichen Ölen wie Raps- oder Olivenöl enthalten.
     
  • Sparsam mit Zucker und Weißmehlprodukten: Beides kann die Hautfasern angreifen und damit zum Verlust von Spannkraft und zu Falten führen. Besser zu etwas Honig und Vollkornprodukten greifen.
     
  • 0,8 – 1 Gramm Eiweiß pro Körpergewicht: Proteine sind sowohl in Fisch, Fleisch und Milchprodukten als auch in pflanzlichen Lebensmitteln wie Linsen oder Soja enthalten. Protein ist ein wichtiger Bestandteil unserer Haut. 
     
  • Grüner Tee: Kann der Haut bei der Entgiftung helfen.
     
  • Mineralstoffe: Wichtige Mineralstoffe wie Silizium, Zink und Schwefel bilden unter anderem die Basis für eine gesunde, funktionierende Haut. Silizium ist wichtig für das Bindegewebe und findet sich beispielsweise in Salatgurken wieder. Radieschen, Rettich und Kohlgemüse enthalten viel Zink, Vitamin C, Phosphor, viele B-Vitamine und vor allem viele Schwefelverbindungen wie beispielsweise die Aminosäuren Zystein und Methionin. Schwefel ist für seine entgiftenden Eigenschaften bekannt, welche die Ausleitungsorgane unterstützt und so die Haut entlastet. Zink reguliert die Talgproduktion der Haut und fördert die Bildung von Kollagen.
     
  • Das indische Gewürz Kurkuma: Es enthält viele antioxidative Inhaltsstoffe, die die Haut vor freien Radikalen schützen.
     
  • Spinat: Spinat ist reich an Wasser, Vitamin C, Magnesium, Folaten und Chlorophyll, das die Entgiftung ankurbelt. Außerdem ist Spinat reich an Antioxidantien wie Lutein, Zeaxanthin, oder Coenzym Q10, die die Haut vor oxidativem Stress durch freie Radikale schützen. Coenzym Q10 ist vor allem in Jungspinat enthalten und findet sich auch in Nüssen, Zwiebeln oder Sesamöl wieder.