Grippe oder grippaler Infekt? So erkennst du den Unterschied

Husten, Kopf- und Gliederschmerzen – Symptome einer Influenza sind von der einer Erkältung kaum zu unterscheiden. Doch es gibt einige Unterschiede. Wir verraten dir hier, wie du eine echte Grippe von einem grippalen Infekt unterscheiden kannst und stellen dir einige Komplexhomöopathika vor, die deine Beschwerden lindern können.

Eine Frau hat Grippe oder Erkältung

Grippe oder Erkältung – was ist der Auslöser?

Wer einer Grippe oder Erkältung vorbeugen möchte, dem bleibt nichts anderes übrig, als sein Immunsystem zu stärken. Denn wenn man sich, wie der Volksmund schon sagt, einen "Schnupfen holt", ist man als Mensch aktiv daran beteiligt. Eine gute psychische Verfassung und ein stärkendes Ernährungsverhalten sind wirkungsvolle Prophylaxen gegen Erkältung, grippalen Infekt oder Grippe.

Für beide Arten sind Viren verantwortlich, doch unterscheiden sich die Viren eines grippalen Infekts von einer Influenza.

  • Auslöser für einen grippalen Infekt oder eine Erkältung sind meist verschiedene Arten von Rhino-, Entero- oder Coronaviren. Sie breiten sich auf unterkühlten Schleimhäuten innerhalb weniger Stunden aus. Dieser Virus beginnt bereits nach fünf bis sieben Stunden mit der Virusproduktion. Rhinoviren sind weltweit am häufigsten verbreitet und machen mehr als 60 % aller Erkältungen aus. Die Übertragung dieser Viren erfolgt durch Tröpfcheninfektion und Kontakt mit anderen Personen. Weil erst im Erwachsenenalter eine Teilimmunität entsteht, sind Kinder besonders häufig davon betroffen.
  • Auslöser für die Grippe ist der Influenzavirus, deshalb wird die Krankheit auch Influenza genannt. Im Gegensatz zu Erkältungsauslösern ist der Auslöser der Grippe ein behüllter Virus. Weil diese schwerer zu bekämpfen sind, ist die Erkrankung mit ihren Symptomen oft sehr ausgeprägt.
Influenzavirus

Wie unterscheiden sich die Symptome von Grippe und Erkältung?

Wie erkennt man den Unterschied, ob man jetzt an einer vergleichsweise harmlosen Erkältung leidet oder sich tatsächlich eine Grippe (Influenza) eingefangen hat?

  • Die Symptome einer Erkältung sind nicht zu unterschätzen. Ein bis zwei Tage nach dem Kontakt mit dem Erreger ist eine Infektion bereits nachweisbar. Weil die Hauptvermehrungsorte die Nase und Luftröhre sind, kommt es dort zu Schwellungen und Sekretion von Schleim. Nach einer Inkubationszeit von ein bis zwei Tagen setzen die ersten Symptome ein, diese treten jedoch meist schleichender und weniger ausgeprägt als bei der Grippe auf: Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, rauer und trockener Hals, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, verstopfte Nase, Kopfschmerzen, Fieber oder eine leichte Bronchitis können mit dieser Infektion einhergehen. Patienten, deren Immunsystem gut ist, leiden oft an leichten Beschwerden. Wenn aber das Immunsystem schwach ist, kann selbst ein grippaler Infekt Komplikationen verursachen. Sogenannte bakterielle Superinfektionen, wie eitrige Nasennebenhöhlenentzündung, Mittelohrentzündung oder andere Viruserkrankungen, können die Folge sein.
  • Während sich die Erkältung langsam über die Atemwege ausbreitet, befällt die echte Grippe Patienten schlagartig. Die Beschwerden betreffen den ganzen Körper und sind meist stärker ausgeprägt als bei einer Erkältung. Außerdem haben die meisten Menschen bei einer echten Grippe hohes Fieber, das bei einem grippalen Infekt oft nicht vorkommt.
Grippe- und Erkältungssymptome

Verlauf und Symptome von Grippe und grippalem Infekt kurz zusammengefasst

Unterschied der Symptome von Grippe und grippalem Infekt:

Grippe:

  • schlagartiger Krankheitsbeginn mit hohem Fieber (39 bis 40 Grad Celsius)
  • starke Abgeschlagenheit
  • trockener und schmerzhafter Husten
  • starke Gliederschmerzen
  • starke Kopfschmerzen

Eine Grippe dauert meist zwei bis drei Wochen.

Erkältung:

  • langsamer Krankheitsbeginn
  • leichte Abgeschlagenheit
  • Husten/Hustenreiz
  • leichte Gliederschmerzen
  • leichte Kopfschmerzen
  • leichte Halsschmerzen

Eine Erkältung dauert meist ein bis zwei Wochen.

Übrigens raten wir dir vor einer Selbstdiagnose und Selbstmedikation dringend ab. Wer an einer Influenza oder einer Grippe leidet, muss unbedingt zum Arzt. Nur der kann tatsächlich die Tragweite der Erkrankung erkennen und die entsprechende Therapie verordnen.

Welche Naturarzneien helfen bei Grippe und grippalem Infekt?

Bei Anzeichen von Grippe oder Erkältung heißt es in jedem Fall zum Arzt. Wer nicht gleich zu stärkeren Medikamenten greifen möchte, kann sich bei einer Erkältung oder einem grippalem Infekt für ein Komplexhomöopathikum entscheiden. Es gibt z. B. flüssige Präparate, die mehrere homöopathische Wirkstoffe vereinen:

  • Aconitum napellus (Blauer Eisenhut): Der blaue Eisenhut wird in der Homöopathie vor allem am Beginn von entzündlichen und akuten Krankheiten eingesetzt. Er hat sich bei plötzlichen und heftigen Beschwerden mit Fieber oft schon bewährt. Der Eisenhut ist auch optimal bei Fieber, Zugluftempfindlichkeit, Symptomen von Erkältungen oder Mittelohrentzündungen.
     
  • Eupatorium perfoliatum: Der Wasserhanf wird in der Homöopathie ebenfalls bei grippeähnlichen Erkrankungen mit Fieber angewendet. Dazu kann der Wasserhanf Glieder- und Muskelschmerzen bei Influenza erleichtern. Außerdem wirkt er auf die Schleimhäute und kann bei Bronchitis, Schnupfen, Husten und Heiserkeit oder Empfindlichkeit in der Brust und chronischem, trockenem Husten helfen.
     
  • Gelsemium sempervirens: Der Wilde Jasmin wird oft bei Kopfschmerzen und grippalem Infekt verordnet. In der Homöopathie ist er das am meisten verschriebene Mittel bei Kopfschmerzen, aber auch bei Rachen- und Kehlkopfkatarrh, Grippe und Bronchitis, Heiserkeit sowie Krupp- oder Masernhusten. Dazu hilft er bei katarrhalischer Influenza als Hauptmittel.

Welche homöopathischen Mittel helfen Kindern bei Erkältungen?

Vor allem Kinder neigen bei grippalem Infekt oder Erkältungserkrankungen zu Mittelohrentzündung. Auch hier gibt es Komplexhomöopathika, die eine Wirkstoffkombination enthalten, die genau auf solche Fälle zugeschnitten ist. Probleme bei Kindern sollten aber unbedingt therapeutisch abgeklärt werden.

  • Calcium jodatum: Calcium jodatum wird für die Therapie von chronischen Mittelohrentzündungen – speziell bei Kindern – verordnet. Es hilft außerdem bei immer wiederkehrender Mittelohrentzündung und Infekten der oberen Atemwege.
     
  • Pulsatilla pratensis: Die Küchenschelle kann helfen, Restbestände einer Entzündung zu beseitigen. Sie hat sich bei chronischer und wiederkehrender Mittelohrentzündung vor allem bei Kindern bewährt und kann das unangenehme und schmerzhafte Druckgefühl im Ohr mindern.
Kind mit Ohrenschmerzen

Welche Naturstoffe helfen bei Husten und Bronchitis?

Auch bei Husten und Bronchitis hat sich die Wirkstoffkombination von bestimmten Komplexhomöopathika bewährt. Denn eine Bronchitis oder ein krampfartiger Husten geht meist mit einer Erkältungskrankheit oder einer Influenza einher. Die Wirkstoffkombination von Atropa belladonna (Tollkirsche), Cephaelis ipecacuanha (Brechwurzel), Cuprum aceticum (Kupferacetat) und Drosera (Sonnentau) hilft sowohl bei spastischem, trockenem und quälenden Husten wie Keuchhusten. Dazu lindert das Komplexhomöopathikum krampfartige Einschnürungen des Brustkorbs und Atemnot. Auch bei Schluckbeschwerden und schmerzendem Kehlkopf kann diese Wirkstoffkombination gut helfen.

Wenn deine Nase vom vielen Schnäuzen bereits rot und geschwollen ist, kann eine pflanzliche Nasenpflegesalbe helfen. Die Kombination aus Pfefferminze, Thymian und gereinigtem Honig kann die Beschwerden durch die zusätzliche Belastung mildern. Die Salbe kann sich auch bei Pollenflug im Frühling bewähren.

Wichtiger Hinweis: Pfefferminzöl darf bei Kindern unter 6 Jahren nicht im Gesicht angewendet werden. Hier kann es unter Umständen zu Komplikationen kommen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Die Informationen stellen keine konkrete Empfehlung dar und dienen keinesfalls als Grundlage für eine Selbstdiagnose! Jedenfalls ist der Rat eines fachkundigen Arztes einzuholen.